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Rezept für vegane Brownies

Am Samstag wachte ich auf und dachte: "Ein perfekter Tag für Brownies!".  Da lieber Besuch an stand, der sich vegan ernährt, mussten diese allerdings frei von tierischen Produkten sein.

Die Suche nach dem perfekten Brownie-Rezept

Meine üblichen Brownies aka mein geheimes Schokoladenblechkuchenrezept, die Chocolate Cherry Brownies oder der Chocolate Brownie Pudding schieden wegen zu vieler Eier und Milchprodukte als essentielle Bestandteile aus. Bei den Mengen hätte eine Veganisierung durch Ersetzen schlicht nicht funktioniert. Dunkel erinnerte ich mich, dass ich vor ein paar Monaten ein Brownie Rezepte aus dem Kochbuch irgendeines veganen Sternekochs ausprobiert hatte, das geschmacklich recht okay-ish war. Am nächsten Tag allerdings so furztrocken und bröselig waren, dass man daraus nur noch Brownie-Bites mit massenhaft Frischkäse herstellen konnte. Aber das fand ich nicht wieder. Ich konnte mich nicht mal an den Namen erinnern. 🙁 Als ich meine Suche auf das Netz ausweitete, stellte ich zu meinem Erschrecken fest, dass es kein einziges, verdammtes, normales, veganes Brownierezept zu geben schien.

Geile vegane Brownies. Einfaches und schnelles Rezept für vegane Brownies

Tierfreie Stino-Brownies - mit Zutaten aus der Vorratskammer

Dabei hatte ich nicht mal super hohe Ansprüche: Alles was ich wollte, war ein beim ersten Durchlesen sinnvoll und backbar erscheinendes Rezept, dass nicht hektoliterweise Öl benötigte (Ernsthaft? 350 ml Öl auf 150 g Mehl??) oder fancy Zutaten wie Bohnen, Avocados, Tahin, Erdnussmus, Kokosblütenzucker, Mandelmus, Leinsamen, Agavendicksaft, pürierte Datteln, Erbsen, Kokosmehl, Apfelmus, Süßkartoffeln (Ich mein.. really?!) oder Seidentofutiere enthielt. Ich wollte auch keine zuckerreduzierten (Durch Datteln und Bananen? Auch Fruchtzucker ist btw. Zucker, Kinder.) oder glutenfreien Versionen.

Ich wollte ganz simple, stinknormale, saftig-feuchte Brownies. Mit garstigem Weißmehl und bösem Kristallzucker. Mit ordentlich Zartbitterschoki drin und neutralem Öl - dem Zeugs, was ich halt eh Zuhause in der Küche und der Vorratskammer rumliegen habe, nur halt ohne tierische Produkte. Mein einziges Zugeständnis an die tierleidfreie Ernährungswelt sollte Pflanzenmilch der Wahl sein - weil die kriegt man wirklich inzwischen auch in jedem Discounter in Hintertupfingen nachgeschmissen.

Da ich nicht fand, was ich suchte, habe ich kurzerhand experimentelle vegane Brownies gebacken. Experimentelles Backen an sich erfordert schon viele Erfahrungswerte und kann ziemlich vor die Wand gehen. Beim veganen Backen gilt das besonders - ich, bzw. ihr hattet aber zweierlei Glück: a) Die Brownies sind ganz hervorragend geworden. Wunderbar feucht, klietschig, gaumenverklebend schokoladig, aromatisch, köstlich. Und b) ich habe daran gedacht mir die Zutaten und sogar die Backzeiten aufzuschreiben, was zu diesem Blogartikel führt und dazu, dass ich meine Experimentellen veganen Stino-Brownies samt Handy-Schnappschüssen direkt mit euch teilen kann. Los. Freut euch. 🙂

Rezept für vegane Brownies

250 g Mehl
250 g Zucker
250 ml Hafermilch (oder eine andere Pflanzenmilch, wenn gewollt, auch Kuhmilch)
125 ml neutrales Öl (bei mir: Sonnenblumenöl)
70 g echter Kakao
200 g Zartbitterschokolade oder Zartbitterkuvertüre
1/8 TL gemahlene Vanille (alternativ: ausgekratzte Vanilleschote oder halt weglassen)

Equipment: Brownie-Backform* in 23 x 23 cm, Backpapier, Schneebesen oder Mixer/Küchenmaschine

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten in einer Backschüssel miteinander verrühren.
  • Die Schokolade im Wasserbad oder vorsichtig in der Mikrowelle in einer Schüssel schmelzen. (Falls ihr die Mikrowellenmethode verwendet: Ich lasse sie zum Teil schmelzen und dann etwas stehen, durch die Schüsselwärme schmilzt der Rest dann auch. Zwischendurch durchrühren.)
  • Nach und nach die Pflanzenmilch und das Öl in die trockenen Zutaten einarbeiten. Entweder mit einem Mixer oder einfach mit einem Schneebesen, das geht ganz gut.
  • Wenn der Teig homogen und ohne Klümpchen ist, rasch die flüssige Schokolade einarbeiten. Der Brownieteig zieht dadurch etwas an. (Pssst! Teignascher*innen: Der rohe Brownieteig ist super lecker. Da keine Eier drin sind, können da auch Kinder mal naschen.)
  • Eine Brownieform mit Backpapier auslegen. Das geht ganz gut, wenn man einen Bogen Backpapier drauf legt und dann die Ecken runterdrückt und einfaltet. Kann ruhig etwas krumm und schief sein, hauptsache es liegt einigermaßen an der Wand an und hält den Teig.
  • Den Teig in die Backform füllen und glatt streichen.
  • Im vorgeheizten Ofen (175° Umluft, mittlere Schiene) 30 Minuten backen. Rausnehmen, etwas runterkühlen lassen und dann die Brownies in Stücke schneiden und noch warm vernaschen. Runtergekühlt schmecken sie natürlich auch ganz hervorragend. Selbstlose Tests ergaben, dass sie auch nach zwei Tagen noch äußerst delikat sind.

 

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Tarte au Chocolat – aus dem Vorratsschrank

Ihr Lieben, eigentlich sollte jetzt hier das nächste Apfelrezept (Apfelgelee mit Whisky.. mh...) stehen oder das nächste Rezept für selbstgemachten Süßkram zu Halloween (Schimmelecken! Freut euch drauf!). Aber.. mich hat pünktlich vorm Wochenende ein wunderschöner Infekt erlegt, was die noch unfertigen Artikel noch etwas länger unfertig herumliegen lässt.

Schokoladenkuchen mal anders: Rezept für französische Tarte au Chocolat
Kuchen mit Zutaten aus der Vorratskammer

Schatzsuche im Vorratsschrank – Dauerevent Dafür habe ich in einem Anfall von "Schokolade!!" eine schnelle Tarte au Chocolat gebacken und kann euch damit leicht benebelt vom Sofa aus zufaseln.
Und kennt ihr das wenn man krank ist? So diese kurzen, verführerischen Hochphasen dazwischen, wo man mit fiebrig-glänzenden Äuglein denkt, es ginge einem jetzt wieder voll-doll-supi-dupi gut? Jaha...! Einer solchen trügerischen Phase und meinen Überredungskünsten gegenüber dem Herzmenschen haben wir diese Version dieses wunderbar einfachen und simplen französischen Kuchens zu verdanken.

Nachdem ich leicht bedröhnt stundenlang am Rezept herumgrübelte und feilte und alle Argumente nix brachten, setzt der Liebste hoffnungsvoll auf  "Wir haben ja eh nicht genug mehr genug Zartbitterschokolade für sowas im Haus.", um mich von meinen Plänen abzubringen. Es war Feiertag und alle Geschäfte geschlossen. "Stimmt ja gar nicht!" röchelte ich siegessicher und durchkramte die Vorratskammer und halb geheimen Schokoladenbunker.

Verdammt! Fast hatte er Recht. Aus verschiedenen Quellen kratzte ich dann aber tatsächlich noch genau die benötigten 200 g Zartbitterschoki zusammen, die ich für den Guss haben wollte und griff mir ein Päckchen H-Sahne vom Vorratsregal. Was den Kuchen als perfektes Objekt für Magentratzerls Dauerevent "Schatzsuche im Vorratsschrank" klassifiziert.
Und als besonderen Bonus habe ich sogar noch die seit Monaten hinten im Kühlschrank wohnende britische Orangenmarmelade einbauen können. Auf Brot ist sie nicht ganz mein Fall, aber hier, in Kombination mit dem süßen, buttrigen Mürbeteig und der sahnigen, dunklen Schokolade schmeckt sie als sanft fruchtig-herb-aromatische Zwischenschicht einfach genial.
Die Grundzutaten zur Tarte au Chocolat finden sich wirklich fast in jedem Vorratsschrank bzw. Kühlschrank: Mehl, Zucker, Butter, Zartbitterschokolade, Sahne und Marmelade - wobei letztere Zutat optional ist. Der Kuchen muss auch nicht ewig backen. Nur dem Boden wird diese Aufmerksamkeit zuteil, Der Guss wird erhitzt, dann auf den Kuchen gegossen und darf dann abkühlen.

Passend zum Schatzsuche im Vorratsschrank gibt es bei mir auch nur schnelle, grisselige Schnappschüsse mit dem Handy, die ich auf Instagram hochgeschossen hatte, und keine Bilder von der guten Kamera. Zu müde, zu fertig. Und wie zu sehen, war ich auch noch zu ungeduldig (und hungrig) und der Guss ist noch nicht ganz fest gewesen (aber dennoch so unglaublich lecker ;)). Aber nun ab zum Rezept.

Französischer Schokoladenkuchen: Tarte au ChocolatRezept für Tarte au Chocolat
(für eine klassische Tarte-Form von ca. 28 cm Durchmesser)

Teig (Grundrezept süßer Mürbteigboden)
200 g Mehl
100 g Butter (kalt, in Stückchen)
70 g Puderzucker
2,5 EL Eiswasser (35ml)

Füllung
2-3 EL Orangenmarmelade*
200 g Sahne
200 g Zartbitterschokolade
1/8 TL gemahlene Vanilleschote

Zubereitung

  • Die Zutaten des Teig zügig in einer Küchenmaschine miteinander verkneten. Der Teig ist erst krümelig, wird beim weiteren Kneten dann aber wie leicht feuchte Knetmasse, die sich gut vom Schüsselrand löst.
  • Den Teig abdecken und für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Teig nochmals kurz in Form bringen und zwischen zwei Schichten Backpapier zu einem Kreis ausrollen, der etwas größer als die Tarteform ist.
  • Den Teig in die Form geben (wer keine beschichtete Tarteform* nutzt, sollte sie vorher ausbuttern), am Rand sanft zurecht drücken und dann im vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft) für 15 Minuten blind backen. (Wer das nicht kennt: Backpapier auf den Teig legen und mit Hülsenfrüchten beschweren, damit er keine Blasen bildet.)
  • Die Marmelade glatt rühren, den goldbraun gebackenen Boden aus dem Ofen nehmen und direkt damit bestreichen (ging mir einem Löffel besser als mit einem Pinsel).
  • Während der Boden etwas runterkühlt, die Sahne mit der Vanille aufkochen, Hitze reduzieren und die in Stücke gebrochene Schokolade hinzu geben und unter Rühren vorsichtig schmelzen lassen und vollständig lösen lassen.
  • Den Guss auf den vorbereiteten Boden geben. Abkühlen lassen und dann zum weiteren Festwerden für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben.

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Neugieriger Blick in die Töpfe Ecuadors

Na gut. Ich habe nicht nur einen Blick darauf geworfen, sondern ein ganzes Menü probieren dürfen.* Vom 22. - 31. Mai war in Berlin Ecuadors kulinarische Woche. Das Handelsbüro der Republik Ecuador hatte mich hierzu eingeladen und neben der Befriedigung der Neugierde, war dies gleichzeitig auch noch eine schöne Möglichkeit, um Frau Küchenlatein (übrigens in einem bezaubernden Kleid anwesend, mein Kleid fand ich übrigens auch bezaubernd) und ein paar andere Leute mal wieder sehen bzw. kennenlernen zu können.

Ecuadorianisches-DinnerZur Einstimmung gab es zunächst eine längere Rede und Begrüßung durch den ecuadorianischen Botschafter Jorge Jurado - wechselnd auf Spanisch und Deutsch. Der Botschafter ging auch auf den Rechtsstreit zur Ölverschmutzung in Ecuador ein, in der Online-Version vom Spiegel gibt es dazu einen sehr ausführlichen Artikel. Nach dieser Ansprache stellte sich der ecuadorianische Koch Guillermo A. Miranda und sein Menü für den Abend vor. Das Essen fand übrigens im (eigentlich peruanischen) Restaurant Serrano in Charlottenburg statt.

Bis jetzt hatte ich mich noch nie näher mit der Küche Ecuadors auseinandergesetzt. Meine einzigen Ideen bestanden relativ unbedarft aus Mais, Kartoffeln und gegrillten Cuy (Meerschweinchen). Letztere werden bei der ländlichen Bevölkerung in Peru und Ecuador seit Jahrhunderten als günstige Nutztiere gehalten - ähnlich wie bei uns Hühner oder anderes Kleinvieh. Ich nehme aber an, dass man die europäischen Gaumen nicht zu sehr verschrecken wollte. 😉 Mit Mais und Kartoffeln lag ich aber immerhin richtig, auch wenn dies nur einen kleinen Ausschnitt der kulinarischen Vielfalt ist, die Ecuador bereit hält. Das kleine Land bietet dank Küstenregionen und verschiedensten Anbauflächen im Landesinneren (Amazonas, Hochland der Anden) eine für mich erstaunliche kulinarische Bandbreite, bestehend aus Meeresfrüchten und Feldfrüchten, die sich in den Zutaten des Menüs widerspiegelte.

Essen-Ecuador(Wie meist, wenn ich unterwegs bin, gibt es nur Fotos via Mobiltelefon. Das ist einfach schneller zur Hand und passt eher in die Handtasche als die große Kamera. Eine tolle Lösung ist das bei etwas düsteren Lichtverhältnissen - wie leider nur zu deutlich sichtbar - aber nicht so...)

Menü ecuadorianisches Dinner

Aperitif: Cocktails, Bällchen aus Maniok, Plätzchen aus Kochbananen oder Empanadas

Vorspeise: Ceviche aus marinierten Garnelen, frischen Tomaten, Limetten (dass das da in meinem Glas ein riesiges Limettensegment und keine Grapefruit war, stellte ich erst fest, nachdem sie in meinem Mund war... ;)) & roten Zwiebeln mit Patacones (Scheiben von frittierten, grünen Kochbananen)

Zwischengang: Sopa de Quinoa. Kräftige Rinderbrühe mit Quinoa. (War so ein bissel Kinderheitserinnerung an Mamas Graupensuppe...)
Kleiner Hinweis, da ich persönlich mit bei der Aussprache von Quinoa immer unsicher war und deswegen nachgefragt habe: Auf Spanisch wird es "Quinoa" gesprochen, in der indigenen Sprache Kichwa wird es "Kinwah" gesprochen.

Hauptgericht: Fritada Quiteña: Gebackenes Schweinefleisch (Bauch, glaube ich - mag ich sonst gar nicht, aber der war genial), Mote (gekochte monströse Maiskörner), Andenkartoffeln und Bollo de Pescado (eine Masse aus Fisch, Erdnüssen und Kochbanane, eingewickelt in ein Bananenblatt und dann gedämpft).

Dessert: Budín de chocolate (Schokoladenkuchen) und Helado de Paila. Letzteres ist traditionelles Fruchtsorbet, das von Hand in einem in Eis gebetteteten Metallkessel gerührt wird.

Das Restaurant war knackig voll, aber es war ein wirklich schöner und interessanter Sommerabend. Für mich war es wirklich spannend die einfache und traditionelle Landesküche Ecuadors in einer angenehme Mischung aus Bodenständigkeit und Moderne  kennenzulernen und sich hindurch zu kosten. Obwohl Berlin so ein wahnsinnig toller Schmelztiegel aller Kulturen ist, sind Produkte/Gerichte aus Lateinamerika hier leider doch eher selten anzutreffen. Trotz manch ungewohnter Dinge (mit Maniok werde ich glaube ich nicht so recht warm), würde ich mich jeder Zeit wieder an einem mit lateinamerikanischen Speisen gedeckten Tisch nieder lassen. Ich habe jedenfalls schöne Neue Dinge gelernt und ich glaub, ich werde mich demnächst mal mit traditionellen lateinamerikanischen Rezepten auseinandersetzen.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich dennoch immer um größtmögliche Objektivität.

Frühstücksspeck & Schokolade? Passt! Double Chocolate Bacon Muffins mit Espresso

Nein, bitte nicht entsetzt davon laufen! Bacon und (Dunkle! Wehe ihr haut da zuckersüße Milchschokolade rein!)  Schokolade sind ein erstaunlich köstliches Duo. Guckt nicht so entsetzt. Bei Karamell und Meersalz verfallen doch auch immer alle in ergebene Verzückung.

Double Chococlate Espresso Bacon MuffinsIch öffne also mal wieder meine aus Zeitmangel leider relativ volle Schublade an noch unverbloggten Dingen und ziehe diese köstlichen Teilchen hervor.  Schokolade und Bacon -  hört ihr da nicht auch sofort den verheißungsvollen Klang in der Zusammenkunft dieser beiden Zutaten?

Wer es wagt, der wird belohnt mit saftig-schokoladigen Küchlein, mit einer sich sanft einfügenden, feinen Salz-Bacon-Note. Nicht aufdringlich, sondern einfach gut. Selbst Skeptiker/innen probierten tapfer und wurden angenehm überrascht. Konnten teilweise kaum glauben, dass da wirklich Frühstücksspeck enthalten ist. Man muss schon etwas gründlicher hin schmecken. Und nach gründlichem Probieren auch noch der Hinweis: Direkt aus dem Ofen schmecken sie auch so hervorragend, aber die Schokoladenglasur aus Zartbitterkuvertüre gehört dennoch sehr passend dazu und sollte nicht weggelassen werden.

Gebackene Mini-GuglWie ihr auf den Bildern seht, habe ich neben einem kompletten Muffinblech auch Gugelhupfformen* aus Silikon benutzt (die fassen ein wenig mehr Teig ist mein Eindruck)  sowie u.a. kleine  Mini-Guglhupf-Pralinenförmchen* aus Silikon. Das habe ich zufällig letztes Jahr beim Experimentieren mit diesem Rezept entdeckt, dass die ja genau so gut Hitze aushalten und sich perfekt als Backformen einsetzen lassen. Ging super und sieht aus wie niedliche Muffinpralinen. Fragt mich nicht warum - diese Entdeckung finde ich irgendwie toll und das macht sich bestimmt auch sehr nett bei einem Buffet, auf einer Kaffeetafel oder als Geschenk... Mir fallen gerade zig Einsatzmöglichkeiten ein! 🙂

Eine Seltsamkeit besitzen die Chocolate Bacon Muffins übrigens, die mich etwas irritiert hat.... Da es eine ganze Menge war, haben wir sie beim ersten Batch über einige Tage hinweg gegessen. Nach ein paar Tagen machte ich für mich einen sich immer mehr intensivierenden Lebkuchengeschmack aus, während der Bacon in den Hintergrund trat. Total strange und von anderen ebenfalls wahrgenommen - ich wüsste ja wirklich immer noch zu gerne, welche lebensmittelchemischen Hintergründe da drin stecken...

Bacon-Chocolate-Muffins-bskDie meinem Rezept zugrundeliegende Idee für die schokoladigen Bacon Muffins ist von der Seite eines texanischen Zuckerherstellers. Dieser bietet übrigens die firmeneigenen Vintage Kochbücher  (das sind immerhin fast 25 Stück) kostenlos als PDF zum Download an. Führt zu witzigem Rein- und anschließendem Festlesen.

Rezept für Chocolate Bacon Muffins
(circa 20-24 Stück)

12 Scheiben Bacon (Optional: 12 weitere Scheiben zur späteren Dekoration)
270  g Mehl
200 g Zucker
200 g saure Sahne
200 ml kalter Espresso/starker Kaffee
75  g echter Kakao
50 g neutrales Öl
2 Eier
1 TL Natron
1 TL Backpulver
100-200 g Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

  • Den Bacon in der Pfanne braun braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  • Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen
  • Alle feuchten Zutaten in einer zweiten Schüssel vermengen und dann zu den trockenen Zutaten hinzugeben.
  • Mit einem Löffel sehr gründlich untermischen. Allerdings nur so lange, bis alles miteinander verbunden ist.
  • Den Bacon mit einem scharfen Messer in Stücken hacken. Hier liegt die Kunst ein wenig darin, ihn nicht zu klein zu schneiden, damit man ihn später noch erschmecken kann, aber gleichzeitig keine riesigen Baconlappen im Gebäck zu produzieren.
  • Den Teig zu 2/3  Höhe in (ausgefettete und ausgemehlte oder mit Papierhülsen bestückte) Muffinmulden geben und bei 175° für circa 15 Minuten backen.
  • Nach dem Abkühlen mit Zartbitterschokolade überziehen.
  • Optional: Gehackten Bacon als Topping auf die noch flüssige Schokolade rieseln lassen.

Und da Bushi mit ihrem Blog gerade in ihr neues Domizil gezogen ist und nach "Winter-Soulfood" fragt, bin ich mit meinen Winterspeck-Double-Chococlate-Espresso-Muffins glaube ich ganz gut dabei.
3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-SoulfoodDie Teilchen sind so herrlich schokoladig-salzig-baconesk - das passt zu Winterstürmen, heißem Tee, vereinzelten Sonnenstrahlen, langen Spaziergängen und einem herzhaften Biss in den fluffigen Teig.

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What’s for pudding? Ganz klar: Chocolate Brownie Pudding

Was hat die Woche mir gebracht? Der Montag fing mit einem sibirisch-anmutenden Schneegestöber in Berlin an, es ging weiter mit viel Arbeit, Frostanfällen in der Wohnung (Heizung geht, aber es zieht teils eisig), und einer bläulich marmorierten Hüfte - nachdem ich auf arglistig schneegetarntem Glatteis einen Freiflug hingelegt hatte. Und das Wochenende ... ach.. lassen wir das. Ich zitiere an der Stelle einfach mal Lady Violet aus Downton Abbey mit "What is a 'weekend'?".

OLYMPUS DIGITAL CAMERAViele gute Gründe also, euch schon wieder mit etwas Gebackenem zu erfreuen. Und da ich mich aktiv zum  Schokoholismus bekenne, musste ich am Freitagabend einfach Brownies backen. In Reminiszens an britische Desserts ("Pudding" ist da ja quasi auch ein stehender Begriff für diesen süßen Gang.) und die gebackenen oder gekochten Puddings, die so ganz anders als unsere hier bekannten Milchpuddings sind, gab es also Chocolate Brownie Pudding.

Eine hervorragende Entscheidung. Backen entspannt mich und es macht mich glücklich, wenn ich schon am rohen Teig sehe, wie toll es wird. Nach selbstgekochter Hühnersuppe (der Liebste fühlt sich erkältet und wurde deswegen zusätzlich noch mit Ingwerplörre - diesmal direkt mit Honig und frisch gepresstem Orangensaft in der Kanne - beglückt) wurde mein Feierabend dann mit diesen saftigen und wunderbar schokoladigen Brownies eingeläutet. Schlicht und schön. Und einfach gut.

english-pudding-sDer im Wasserband gebackene Chocolate Brownie Pudding ist halt so ein Zwischending zwischen zwei Dessertspezies und lockt oben mit knuspriger Kruste, ist im Innern aber weich, locker (Spongecake fällt mir dazu ein - auf Deutsch hört sich Schwamm aber irgendwie falsch an und löst eher gruselige Assoziationen aus... Biskuitteig?), kompakt und zusammenhaltend, aber doch irgendwie luftig und leicht. Nicht so schwer und steinern, wie man sich einen klassischen englischen Pudding vorstellen mag. Sehr widersprüchlich. Aber lecker - und das ist ja schließlich das Wichtigste.

Der Tag danach:  Nach einer Nacht im Kühlschrank ist es wie ein anderer Kuchen. Er ist dann wirklich so fest und schwer und feucht, wie man sich einen gebackenen englischen Pudding vorstellt. Ebenfalls sehr gut, aber eben gänzlich anders - ein Desserthybrid mit zwei Gesichtern. (Yay! Ich habe einen Jekyll/Hyde-Brownie-Pudding erschaffen! ;))

Inspiriert hierzu wurde ich von einem Rezept auf dem USamerikanischen Foodblog the merry gourmet. Ich habe allerdings stark an der Butter- und vor allem Zuckermenge gedreht (400g Zucker fand ich dann doch etwas krass....), so dass kein flüssiger Brownie-Pudding daraus geworden ist (was ich bei der Länge Backzeit und der Menge an Eiern sowieso zweifelhaft fand und nicht damit gerechnet hatte). Eventuell liegt es auch an der Größe der Backform. Etwas tiefere Recherche fördert aber zu Tage, dass ich damit optisch wieder näher an dem ursprünglich adaptierten Originalrezept bin.

making-chocolate-puddingRezept für Chocolate Brownie Pudding
(Auflaufform: circa 20 x 30 cm)

250 g Zucker
4 Eier (L)
150 g Butter
75 g echter Kakao
65 g Mehl
1 EL Orangenlikör (Brombeer-Whisky hätte sicherlich auch gut gepasst....)
1/4 TL gemahlene Vanilleschote

Zubereitung

  • Ofen auf 160° (Umluft) vorheizen.
  • Die Butter schmelzen und dann beiseite stellen.
  • Nebenbei (mit anderer) Butter eine Auflaufform gründlich ausbuttern.
  • In einer Küchenmaschine oder mit einem Mixer die Eier mit dem Zucker auf hoher Stufe für 5-10 Minuten so lange aufschlagen, bis die Masse nicht mehr gelborange und flüssig ist, sondern richtig schön weißlich wird und eine dicklich-cremige Konsistenz hat.
  • Jetzt nacheinander rasch den Orangenlikör, die Vanille und das gründlich mit dem Mehl vermischte Kakaopulver einarbeiten. Nicht länger mixen als notwendig.
  • In einem dünnen Strahl die abgekühlte, aber noch immer flüssige Butter hinzu geben und ebenso verfahren.
  • Die Browniemasse in die ausgebutterte  Backform geben, diese in eine größere Auflaufform setzen und mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher bis zur Hälfte der Backform angießen.
  • Die Formen vorsichtig in den Ofen bugsieren und auf mittlerer Schiene, bei 160° für circa eine Stunde backen. Garprobe mit einem Holzstäbchen habe ich nicht gemacht (fester werdende Oberfläche ist ein gutes Indiz), dürfte aber auch hier funktionieren.
  • Etwas abkühlen lassen und noch warm servieren. Mit säuerlichen Früchten, Sahne,  Eis oder  einfach pur zu einem guten Kaffee.