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Schokoladenkuchen: Resteverwertung für Schokoladennikoläuse & Schoko-Osterhasen

Mir ist das früher nie so sehr aufgefallen, aber seitdem wir ein Kleinkind in unserem Haushalt haben, strandet hier massenweise wohlmeinend geschenkte, recht günstige Milchschokolade. Ich mag die nicht, der Mann mag die nicht und das Kind - das isst tatsächlich so gut wie keine Schokolade (ja, es ist tatsächlich meins) - dafür aber umso lieber Schokoladenkuchen.

Rezept für glutenfreien Schokokuchen aus Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen

Resteverwertung: Kuchen aus Schoko-Weihnachtsmännern & Schoko-Osterhasen

Deswegen sammelt sich bei uns im Laufe des Jahres einiges an Schokolade an, angefangen bei Schokoladenfußbällen über den Schokoladenosterhasen, der auch noch zu Weihnachten hier wohnt, bis zum Schokoladenweihnachtsmann oder essbaren Baumschmuck - mit vielen guten Gedanken geschenkt im Kindergarten, von lieben Freunden, von der Tick-Tack-Omi und und und...
Schokoladenfondue wäre eine Idee, aber ich mag die armen Früchte nicht mit pappsüßer Milchschokolade verschandeln, da greife ich lieber zu Zartbitter. Auch eine Tarte au Chocolat mit Mürbteigboden und Schokoladenguss schien mir nicht die Lösung. Irgendwie machte mich alles, was ich fand nicht, so recht glücklich. Deswegen suchte ich mir selbst ein Rezept für Schokoladenkuchen zusammen, angelehnt an Rezepte für französischen Gâteau au Chocolat, das uns tatsächlich alle drei glücklich macht.

 

glutenfreier Schokokuchen aus Weihnachtsschokolade

Resteverwertung: Rezept für Schokokuchen aus übriggebliebenen Schoko-Nikoläusen und Schoko-Osterhasen

Gâteau au Chocolat - französischer Schokoladenkuchen

Dieser wirklich schnell von Hand zusammengerührte Schokoladenkuchen ist frisch gebacken von Haus aus sehr leicht, aber feucht und geschmacklich so eine Art Brownie-Soufflé-Zwischending und erinnert mich stark an den deutlich aufwendigeren Chocolate Brownie Pudding. Dank dem zusätzlich hinzugefügtem echten Kakao ist der Kuchen nämlich dennoch auf der dunklen Seite und fängt die sehr süße Milchschokolade gut auf. Der Schokoladenkuchen schmeckt kalt, aber auch direkt warm, mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Schlag Sahne und ein paar frischen Früchten hervorragend.

Da ich den Kuchen mit Stärke backe, ist er durch Zufall (und bei Nutzung von glutenfreier Schokolade) glutenfrei.

Rezept für glutenfreien Schokokuchen aus Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen

Rezept für Gâteau au Chocolat (Schokoladenkuchen)

125 g Butter
300 g Milchschokolade (Schoko-Nikoläuse & Osterhasen)
5 Eier
50 g Puderzucker
35 g Speisestärke
30 g echter Kakao
1 TL Backpulver
1 Prise Meersalz

Zubereitung

  • Eine Springform entweder komplett mit Butter fetten oder (so wie ich es mache), im Boden das Backpapier einspannen und nur die Seiten fetten.
  • Eine große (Metall-)Schale über ein Wasserbad hängen und bei geringer Temperatur die Butter und die Schokolade schmelzen, dabei mit einem Schneebesen verquirlen.
  • Die Schale vom Herd nehmen und die verrührte Masse etwas abkühlen lassen, damit die Eier nicht direkt fest werden.
  • Die trockenen Zutaten gründlich in einer Schüssel miteinander vermengen.
  • Nun einzeln nach und nach mit einem Schneebesen die Eier in die Schokoladenmasse einarbeiten. Das sieht zuerst grisselig aus, nach kräftigem Einrühren mit dem Schneebesen, glättet sich aber schon nach dem ersten Ei die Schokoladenmasse wunderbar.
  • Wenn alle Eier eingearbeitet sind, löffelweise die trockenen Zutaten in die Schokoladenmasse geben und ebenfalls mit dem Schneebesen einrühren. Dabei etwas Vorsicht walten lassen: Der Teig für den Kuchen sollte nicht zu lange gerührt werden, nur so lange, bis sich alle Zutaten gut miteinander verbunden haben.
  • Den recht flüssigen Schokoladenteig in die gefettete Springform füllen (bitte achtet darauf, dass eure Form dicht genug ist) und im vorgeheizten Ofen bei 160° (Umluft) für 25 Minuten backen, bis die Mitte des Kuchens sich fest und nicht mehr flüssig anfühlt. (Ich drücke sanft mit der Rückseite eines Löffels oder einer Gabel darauf.)
  • Bei offener Klappe im Ofen abkühlen lassen. Nicht irritieren lassen: Der Kuchen rutscht noch etwas zusammen.
  • Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestreuen. Alternativ kann auch noch ein tränkender Guss aus noch mehr geschmolzener Schokolade (ich würde da aber tatsächlich dunkle empfehlen) und etwas Sahne auf den Kuchen gegeben werden.

Rezept für vegane Brownies

Am Samstag wachte ich auf und dachte: "Ein perfekter Tag für Brownies!".  Da lieber Besuch an stand, der sich vegan ernährt, mussten diese allerdings frei von tierischen Produkten sein.

Die Suche nach dem perfekten Brownie-Rezept

Meine üblichen Brownies aka mein geheimes Schokoladenblechkuchenrezept, die Chocolate Cherry Brownies oder der Chocolate Brownie Pudding schieden wegen zu vieler Eier und Milchprodukte als essentielle Bestandteile aus. Bei den Mengen hätte eine Veganisierung durch Ersetzen schlicht nicht funktioniert. Dunkel erinnerte ich mich, dass ich vor ein paar Monaten ein Brownie Rezepte aus dem Kochbuch irgendeines veganen Sternekochs ausprobiert hatte, das geschmacklich recht okay-ish war. Am nächsten Tag allerdings so furztrocken und bröselig waren, dass man daraus nur noch Brownie-Bites mit massenhaft Frischkäse herstellen konnte. Aber das fand ich nicht wieder. Ich konnte mich nicht mal an den Namen erinnern. 🙁 Als ich meine Suche auf das Netz ausweitete, stellte ich zu meinem Erschrecken fest, dass es kein einziges, verdammtes, normales, veganes Brownierezept zu geben schien.

Geile vegane Brownies. Einfaches und schnelles Rezept für vegane Brownies

Tierfreie Stino-Brownies - mit Zutaten aus der Vorratskammer

Dabei hatte ich nicht mal super hohe Ansprüche: Alles was ich wollte, war ein beim ersten Durchlesen sinnvoll und backbar erscheinendes Rezept, dass nicht hektoliterweise Öl benötigte (Ernsthaft? 350 ml Öl auf 150 g Mehl??) oder fancy Zutaten wie Bohnen, Avocados, Tahin, Erdnussmus, Kokosblütenzucker, Mandelmus, Leinsamen, Agavendicksaft, pürierte Datteln, Erbsen, Kokosmehl, Apfelmus, Süßkartoffeln (Ich mein.. really?!) oder Seidentofutiere enthielt. Ich wollte auch keine zuckerreduzierten (Durch Datteln und Bananen? Auch Fruchtzucker ist btw. Zucker, Kinder.) oder glutenfreien Versionen.

Ich wollte ganz simple, stinknormale, saftig-feuchte Brownies. Mit garstigem Weißmehl und bösem Kristallzucker. Mit ordentlich Zartbitterschoki drin und neutralem Öl - dem Zeugs, was ich halt eh Zuhause in der Küche und der Vorratskammer rumliegen habe, nur halt ohne tierische Produkte. Mein einziges Zugeständnis an die tierleidfreie Ernährungswelt sollte Pflanzenmilch der Wahl sein - weil die kriegt man wirklich inzwischen auch in jedem Discounter in Hintertupfingen nachgeschmissen.

Da ich nicht fand, was ich suchte, habe ich kurzerhand experimentelle vegane Brownies gebacken. Experimentelles Backen an sich erfordert schon viele Erfahrungswerte und kann ziemlich vor die Wand gehen. Beim veganen Backen gilt das besonders - ich, bzw. ihr hattet aber zweierlei Glück: a) Die Brownies sind ganz hervorragend geworden. Wunderbar feucht, klietschig, gaumenverklebend schokoladig, aromatisch, köstlich. Und b) ich habe daran gedacht mir die Zutaten und sogar die Backzeiten aufzuschreiben, was zu diesem Blogartikel führt und dazu, dass ich meine Experimentellen veganen Stino-Brownies samt Handy-Schnappschüssen direkt mit euch teilen kann. Los. Freut euch. 🙂

Rezept für vegane Brownies

250 g Mehl
250 g Zucker
250 ml Hafermilch (oder eine andere Pflanzenmilch, wenn gewollt, auch Kuhmilch)
125 ml neutrales Öl (bei mir: Sonnenblumenöl)
70 g echter Kakao
200 g Zartbitterschokolade oder Zartbitterkuvertüre
1/8 TL gemahlene Vanille (alternativ: ausgekratzte Vanilleschote oder halt weglassen)

Equipment: Brownie-Backform* in 23 x 23 cm, Backpapier, Schneebesen oder Mixer/Küchenmaschine

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten in einer Backschüssel miteinander verrühren.
  • Die Schokolade im Wasserbad oder vorsichtig in der Mikrowelle in einer Schüssel schmelzen. (Falls ihr die Mikrowellenmethode verwendet: Ich lasse sie zum Teil schmelzen und dann etwas stehen, durch die Schüsselwärme schmilzt der Rest dann auch. Zwischendurch durchrühren.)
  • Nach und nach die Pflanzenmilch und das Öl in die trockenen Zutaten einarbeiten. Entweder mit einem Mixer oder einfach mit einem Schneebesen, das geht ganz gut.
  • Wenn der Teig homogen und ohne Klümpchen ist, rasch die flüssige Schokolade einarbeiten. Der Brownieteig zieht dadurch etwas an. (Pssst! Teignascher*innen: Der rohe Brownieteig ist super lecker. Da keine Eier drin sind, können da auch Kinder mal naschen.)
  • Eine Brownieform mit Backpapier auslegen. Das geht ganz gut, wenn man einen Bogen Backpapier drauf legt und dann die Ecken runterdrückt und einfaltet. Kann ruhig etwas krumm und schief sein, hauptsache es liegt einigermaßen an der Wand an und hält den Teig.
  • Den Teig in die Backform füllen und glatt streichen.
  • Im vorgeheizten Ofen (175° Umluft, mittlere Schiene) 30 Minuten backen. Rausnehmen, etwas runterkühlen lassen und dann die Brownies in Stücke schneiden und noch warm vernaschen. Runtergekühlt schmecken sie natürlich auch ganz hervorragend. Selbstlose Tests ergaben, dass sie auch nach zwei Tagen noch äußerst delikat sind.

 

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Tarte au Chocolat – aus dem Vorratsschrank

Ihr Lieben, eigentlich sollte jetzt hier das nächste Apfelrezept (Apfelgelee mit Whisky.. mh...) stehen oder das nächste Rezept für selbstgemachten Süßkram zu Halloween (Schimmelecken! Freut euch drauf!). Aber.. mich hat pünktlich vorm Wochenende ein wunderschöner Infekt erlegt, was die noch unfertigen Artikel noch etwas länger unfertig herumliegen lässt.

Schokoladenkuchen mal anders: Rezept für französische Tarte au Chocolat
Kuchen mit Zutaten aus der Vorratskammer

Dafür habe ich in einem Anfall von "Schokolade!!" eine schnelle Tarte au Chocolat gebacken und kann euch damit leicht benebelt vom Sofa aus zufaseln.
Und kennt ihr das wenn man krank ist? So diese kurzen, verführerischen Hochphasen dazwischen, wo man mit fiebrig-glänzenden Äuglein denkt, es ginge einem jetzt wieder voll-doll-supi-dupi gut? Jaha...! Einer solchen trügerischen Phase und meinen Überredungskünsten gegenüber dem Herzmenschen haben wir diese Version dieses wunderbar einfachen und simplen französischen Kuchens zu verdanken.

Nachdem ich leicht bedröhnt stundenlang am Rezept herumgrübelte und feilte und alle Argumente nix brachten, setzt der Liebste hoffnungsvoll auf  "Wir haben ja eh nicht genug mehr genug Zartbitterschokolade für sowas im Haus.", um mich von meinen Plänen abzubringen. Es war Feiertag und alle Geschäfte geschlossen. "Stimmt ja gar nicht!" röchelte ich siegessicher und durchkramte die Vorratskammer und halb geheimen Schokoladenbunker.

Verdammt! Fast hatte er Recht. Aus verschiedenen Quellen kratzte ich dann aber tatsächlich noch genau die benötigten 200 g Zartbitterschoki zusammen, die ich für den Guss haben wollte und griff mir ein Päckchen H-Sahne vom Vorratsregal. Was den Kuchen als perfektes Objekt für Magentratzerls Dauerevent "Schatzsuche im Vorratsschrank" klassifiziert.
Und als besonderen Bonus habe ich sogar noch die seit Monaten hinten im Kühlschrank wohnende britische Orangenmarmelade einbauen können. Auf Brot ist sie nicht ganz mein Fall, aber hier, in Kombination mit dem süßen, buttrigen Mürbeteig und der sahnigen, dunklen Schokolade schmeckt sie als sanft fruchtig-herb-aromatische Zwischenschicht einfach genial.
Die Grundzutaten zur Tarte au Chocolat finden sich wirklich fast in jedem Vorratsschrank bzw. Kühlschrank: Mehl, Zucker, Butter, Zartbitterschokolade, Sahne und Marmelade - wobei letztere Zutat optional ist. Der Kuchen muss auch nicht ewig backen. Nur dem Boden wird diese Aufmerksamkeit zuteil, Der Guss wird erhitzt, dann auf den Kuchen gegossen und darf dann abkühlen.

Passend zum Schatzsuche im Vorratsschrank gibt es bei mir auch nur schnelle, grisselige Schnappschüsse mit dem Handy, die ich auf Instagram hochgeschossen hatte, und keine Bilder von der guten Kamera. Zu müde, zu fertig. Und wie zu sehen, war ich auch noch zu ungeduldig (und hungrig) und der Guss ist noch nicht ganz fest gewesen (aber dennoch so unglaublich lecker ;)). Aber nun ab zum Rezept.

Französischer Schokoladenkuchen: Tarte au Chocolat

Rezept für Tarte au Chocolat

(für eine klassische Tarte-Form von ca. 28 cm Durchmesser)

Teig (Grundrezept süßer Mürbteigboden)
200 g Mehl
100 g Butter (kalt, in Stückchen)
70 g Puderzucker
2,5 EL Eiswasser (35ml)

Füllung
2-3 EL Orangenmarmelade*
200 g Sahne
200 g Zartbitterschokolade
1/8 TL gemahlene Vanilleschote

Zubereitung

  • Die Zutaten des Teig zügig in einer Küchenmaschine miteinander verkneten. Der Teig ist erst krümelig, wird beim weiteren Kneten dann aber wie leicht feuchte Knetmasse, die sich gut vom Schüsselrand löst.
  • Den Teig abdecken und für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Teig nochmals kurz in Form bringen und zwischen zwei Schichten Backpapier zu einem Kreis ausrollen, der etwas größer als die Tarteform ist.
  • Den Teig in die Form geben (wer keine beschichtete Tarteform* nutzt, sollte sie vorher ausbuttern), am Rand sanft zurecht drücken und dann im vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft) für 15 Minuten blind backen. (Wer das nicht kennt: Backpapier auf den Teig legen und mit Hülsenfrüchten beschweren, damit er keine Blasen bildet.)
  • Die Marmelade glatt rühren, den goldbraun gebackenen Boden aus dem Ofen nehmen und direkt damit bestreichen (ging mir einem Löffel besser als mit einem Pinsel).
  • Während der Boden etwas runterkühlt, die Sahne mit der Vanille aufkochen, Hitze reduzieren und die in Stücke gebrochene Schokolade hinzu geben und unter Rühren vorsichtig schmelzen lassen und vollständig lösen lassen.
  • Den Guss auf den vorbereiteten Boden geben. Abkühlen lassen und dann zum weiteren Festwerden für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben.

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Neugieriger Blick in die Töpfe Ecuadors

Na gut. Ich habe nicht nur einen Blick darauf geworfen, sondern ein ganzes Menü probieren dürfen.* Vom 22. - 31. Mai war in Berlin Ecuadors kulinarische Woche. Das Handelsbüro der Republik Ecuador hatte mich hierzu eingeladen und neben der Befriedigung der Neugierde, war dies gleichzeitig auch noch eine schöne Möglichkeit, um Frau Küchenlatein (übrigens in einem bezaubernden Kleid anwesend, mein Kleid fand ich übrigens auch bezaubernd) und ein paar andere Leute mal wieder sehen bzw. kennenlernen zu können.

Ecuadorianisches-DinnerZur Einstimmung gab es zunächst eine längere Rede und Begrüßung durch den ecuadorianischen Botschafter Jorge Jurado - wechselnd auf Spanisch und Deutsch. Der Botschafter ging auch auf den Rechtsstreit zur Ölverschmutzung in Ecuador ein, in der Online-Version vom Spiegel gibt es dazu einen sehr ausführlichen Artikel. Nach dieser Ansprache stellte sich der ecuadorianische Koch Guillermo A. Miranda und sein Menü für den Abend vor. Das Essen fand übrigens im (eigentlich peruanischen) Restaurant Serrano in Charlottenburg statt.

Bis jetzt hatte ich mich noch nie näher mit der Küche Ecuadors auseinandergesetzt. Meine einzigen Ideen bestanden relativ unbedarft aus Mais, Kartoffeln und gegrillten Cuy (Meerschweinchen). Letztere werden bei der ländlichen Bevölkerung in Peru und Ecuador seit Jahrhunderten als günstige Nutztiere gehalten - ähnlich wie bei uns Hühner oder anderes Kleinvieh. Ich nehme aber an, dass man die europäischen Gaumen nicht zu sehr verschrecken wollte. 😉 Mit Mais und Kartoffeln lag ich aber immerhin richtig, auch wenn dies nur einen kleinen Ausschnitt der kulinarischen Vielfalt ist, die Ecuador bereit hält. Das kleine Land bietet dank Küstenregionen und verschiedensten Anbauflächen im Landesinneren (Amazonas, Hochland der Anden) eine für mich erstaunliche kulinarische Bandbreite, bestehend aus Meeresfrüchten und Feldfrüchten, die sich in den Zutaten des Menüs widerspiegelte.

Essen-Ecuador(Wie meist, wenn ich unterwegs bin, gibt es nur Fotos via Mobiltelefon. Das ist einfach schneller zur Hand und passt eher in die Handtasche als die große Kamera. Eine tolle Lösung ist das bei etwas düsteren Lichtverhältnissen - wie leider nur zu deutlich sichtbar - aber nicht so...)

Menü ecuadorianisches Dinner

Aperitif: Cocktails, Bällchen aus Maniok, Plätzchen aus Kochbananen oder Empanadas

Vorspeise: Ceviche aus marinierten Garnelen, frischen Tomaten, Limetten (dass das da in meinem Glas ein riesiges Limettensegment und keine Grapefruit war, stellte ich erst fest, nachdem sie in meinem Mund war... ;)) & roten Zwiebeln mit Patacones (Scheiben von frittierten, grünen Kochbananen)

Zwischengang: Sopa de Quinoa. Kräftige Rinderbrühe mit Quinoa. (War so ein bissel Kinderheitserinnerung an Mamas Graupensuppe...)
Kleiner Hinweis, da ich persönlich mit bei der Aussprache von Quinoa immer unsicher war und deswegen nachgefragt habe: Auf Spanisch wird es "Quinoa" gesprochen, in der indigenen Sprache Kichwa wird es "Kinwah" gesprochen.

Hauptgericht: Fritada Quiteña: Gebackenes Schweinefleisch (Bauch, glaube ich - mag ich sonst gar nicht, aber der war genial), Mote (gekochte monströse Maiskörner), Andenkartoffeln und Bollo de Pescado (eine Masse aus Fisch, Erdnüssen und Kochbanane, eingewickelt in ein Bananenblatt und dann gedämpft).

Dessert: Budín de chocolate (Schokoladenkuchen) und Helado de Paila. Letzteres ist traditionelles Fruchtsorbet, das von Hand in einem in Eis gebetteteten Metallkessel gerührt wird.

Das Restaurant war knackig voll, aber es war ein wirklich schöner und interessanter Sommerabend. Für mich war es wirklich spannend die einfache und traditionelle Landesküche Ecuadors in einer angenehme Mischung aus Bodenständigkeit und Moderne  kennenzulernen und sich hindurch zu kosten. Obwohl Berlin so ein wahnsinnig toller Schmelztiegel aller Kulturen ist, sind Produkte/Gerichte aus Lateinamerika hier leider doch eher selten anzutreffen. Trotz manch ungewohnter Dinge (mit Maniok werde ich glaube ich nicht so recht warm), würde ich mich jeder Zeit wieder an einem mit lateinamerikanischen Speisen gedeckten Tisch nieder lassen. Ich habe jedenfalls schöne Neue Dinge gelernt und ich glaub, ich werde mich demnächst mal mit traditionellen lateinamerikanischen Rezepten auseinandersetzen.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich dennoch immer um größtmögliche Objektivität.

Frühstücksspeck & Schokolade? Passt! Double Chocolate Bacon Muffins mit Espresso

Nein, bitte nicht entsetzt davon laufen! Bacon und (Dunkle! Wehe ihr haut da zuckersüße Milchschokolade rein!)  Schokolade sind ein erstaunlich köstliches Duo. Guckt nicht so entsetzt. Bei Karamell und Meersalz verfallen doch auch immer alle in ergebene Verzückung.

Double Chococlate Espresso Bacon MuffinsIch öffne also mal wieder meine aus Zeitmangel leider relativ volle Schublade an noch unverbloggten Dingen und ziehe diese köstlichen Teilchen hervor.  Schokolade und Bacon -  hört ihr da nicht auch sofort den verheißungsvollen Klang in der Zusammenkunft dieser beiden Zutaten?

Wer es wagt, der wird belohnt mit saftig-schokoladigen Küchlein, mit einer sich sanft einfügenden, feinen Salz-Bacon-Note. Nicht aufdringlich, sondern einfach gut. Selbst Skeptiker/innen probierten tapfer und wurden angenehm überrascht. Konnten teilweise kaum glauben, dass da wirklich Frühstücksspeck enthalten ist. Man muss schon etwas gründlicher hin schmecken. Und nach gründlichem Probieren auch noch der Hinweis: Direkt aus dem Ofen schmecken sie auch so hervorragend, aber die Schokoladenglasur aus Zartbitterkuvertüre gehört dennoch sehr passend dazu und sollte nicht weggelassen werden.

Gebackene Mini-GuglWie ihr auf den Bildern seht, habe ich neben einem kompletten Muffinblech auch Gugelhupfformen* aus Silikon benutzt (die fassen ein wenig mehr Teig ist mein Eindruck)  sowie u.a. kleine  Mini-Guglhupf-Pralinenförmchen* aus Silikon. Das habe ich zufällig letztes Jahr beim Experimentieren mit diesem Rezept entdeckt, dass die ja genau so gut Hitze aushalten und sich perfekt als Backformen einsetzen lassen. Ging super und sieht aus wie niedliche Muffinpralinen. Fragt mich nicht warum - diese Entdeckung finde ich irgendwie toll und das macht sich bestimmt auch sehr nett bei einem Buffet, auf einer Kaffeetafel oder als Geschenk... Mir fallen gerade zig Einsatzmöglichkeiten ein! 🙂

Eine Seltsamkeit besitzen die Chocolate Bacon Muffins übrigens, die mich etwas irritiert hat.... Da es eine ganze Menge war, haben wir sie beim ersten Batch über einige Tage hinweg gegessen. Nach ein paar Tagen machte ich für mich einen sich immer mehr intensivierenden Lebkuchengeschmack aus, während der Bacon in den Hintergrund trat. Total strange und von anderen ebenfalls wahrgenommen - ich wüsste ja wirklich immer noch zu gerne, welche lebensmittelchemischen Hintergründe da drin stecken...

Bacon-Chocolate-Muffins-bskDie meinem Rezept zugrundeliegende Idee für die schokoladigen Bacon Muffins ist von der Seite eines texanischen Zuckerherstellers. Dieser bietet übrigens die firmeneigenen Vintage Kochbücher  (das sind immerhin fast 25 Stück) kostenlos als PDF zum Download an. Führt zu witzigem Rein- und anschließendem Festlesen.

Rezept für Chocolate Bacon Muffins
(circa 20-24 Stück)

12 Scheiben Bacon (Optional: 12 weitere Scheiben zur späteren Dekoration)
270  g Mehl
200 g Zucker
200 g saure Sahne
200 ml kalter Espresso/starker Kaffee
75  g echter Kakao
50 g neutrales Öl
2 Eier
1 TL Natron
1 TL Backpulver
100-200 g Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

  • Den Bacon in der Pfanne braun braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  • Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen
  • Alle feuchten Zutaten in einer zweiten Schüssel vermengen und dann zu den trockenen Zutaten hinzugeben.
  • Mit einem Löffel sehr gründlich untermischen. Allerdings nur so lange, bis alles miteinander verbunden ist.
  • Den Bacon mit einem scharfen Messer in Stücken hacken. Hier liegt die Kunst ein wenig darin, ihn nicht zu klein zu schneiden, damit man ihn später noch erschmecken kann, aber gleichzeitig keine riesigen Baconlappen im Gebäck zu produzieren.
  • Den Teig zu 2/3  Höhe in (ausgefettete und ausgemehlte oder mit Papierhülsen bestückte) Muffinmulden geben und bei 175° für circa 15 Minuten backen.
  • Nach dem Abkühlen mit Zartbitterschokolade überziehen.
  • Optional: Gehackten Bacon als Topping auf die noch flüssige Schokolade rieseln lassen.

Und da Bushi mit ihrem Blog gerade in ihr neues Domizil gezogen ist und nach "Winter-Soulfood" fragt, bin ich mit meinen Winterspeck-Double-Chococlate-Espresso-Muffins glaube ich ganz gut dabei.
3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-SoulfoodDie Teilchen sind so herrlich schokoladig-salzig-baconesk - das passt zu Winterstürmen, heißem Tee, vereinzelten Sonnenstrahlen, langen Spaziergängen und einem herzhaften Biss in den fluffigen Teig.

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