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Sommerpause, Erdbeeren, Brombeeren & Rezepte

Ihr Lieben,

da habe ich mich einfach in die Sommerpause verabschiedet, ohne mich von euch zu verabschieden - na sowas! Es war aber auch viel los in den letzten Wochen - ich tanke jetzt noch etwas Ruhe (hoffentlich ;)) und berichte euch dann demnächst. Zum Beispiel über meinen erdbeerlastigen Kochabend mit Léa Linster oder über das Hochmittelaltertreffen.

Sommerpause

Und da wir gerade alle die (leicht verregnete) Sommerzeit genießen, gibt es noch ein paar passende Rezeptvorschläge mit auf den Weg. Für das Ende der Erdbeerzeit habe ich zwei Sorten Erdbeereis (ohne Ei) für euch dabei. Und wer seine Himbeeren nicht einfach so naschen will, kann Himbeeressig ansetzen. Ganz nebenbei reifen auch gerade die Brombeeren und wollen unbedingt gepflückt werden. Wer keine Marmelade kochen will, kann damit köstlichen Whisky-Brombeer-Likör mit Kardamom ansetzen. Yum! Und wer noch was schnabulieren will, ist mit Fattoush als knusprig-aromatischem Sommersalat bestens versorgt. Für die Grillfans habe ich natürlich auch noch selbstgemachte Grillsaucen und meinen Honig-Rosmarin-Senf dabei, die auf fleischlichen, wie pflanzlichen Dingen genial schmecken.

Erdbeereis
Erdbeereis am Stiel
Erdbeersirup für Limonade
Erdbeerlassi mit Kardamom und griechischem Joghurt
Himbeeressig
Brombeerlikör mit Whisky
Fattoush - sommerlicher arabischerBrotsalat
selbstgemachtes Curry-Ketchup
Paprika-Ketchup
Rezept für süßen, groben Senf

Auf bald! Eure Shermin

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Ab geht’s in die Brombeeren: Whiskylikör mit Brombeeren und Kardamom

Momentan ist ja hochgradig Brombeersaison und aus meinem Freundes- und Familienkreis bekomme ich von überall in den verschiedensten Varianten zu hören, dass sie noch "in die Brombeeren gehen" müssen oder gerade waren. Ich geh auch in die Brombeeren, bzw. ich ernte so nach und nach den Brombeerstrauch in meinem schattigen Hinterhofgarten ab, den ich beim Einzug vor acht Jahren gepflanzt habe.

Whiskylikör-kbs

Der vermehrt sich fröhlich selbst und wildert brav vor sich hin. Selbst in meinem Schattengarten trägt der ganz nett und nur meinem unermüdlich herbstlichen Einsatz des Zurückschneidens der tentakelartig austreibenden Brombeeren und dem damit einhergehenden Blutzoll, den ich unweigerlich an die Dornen zahle, haben wir es zu verdanken, dass wir noch nicht dornröschengleich zugewuchert wurden. Die Ernte beträgt so - je nach Jahr - zwischen 500 und mehr als 1000 g. Normalerweise sammle ich die nach und nach reifenden Beeren in einer Plastikdose im Tiefkühlschrank und koche dann irgendwann Brombeermarmelade mit Gin ein, von mir liebevoll "Beschwippste Berliner Gartenbeere" genannt. 🙂 Allerdings mögen wir zwar gute Marmelade gerne, sind aber irgendwie schlechte und nur phasenweise Marmeladenesser. Außerdem hasst der Mann Brombeeren inniglich, ich koche gerne Dinge ein und in der Kammer steht noch einiges an selbstgekochter Konfitüre herum.

Whiskylikör-Brombeer-s

Geschenk aus der Küche: selbstgemachter Fruchtlikör

Da stand ich also nun mit einer Schüssel Brombeeren herum, die mir die syrische Lieblingsnachbarin freundlicherweise vollreif aus den Stacheln gepflügt hatte, während ich gerade krank war. Damit fiel Einkochen sowieso aus. Aber die Dinger mussten weg. Mein suchender Blick fiel auf eine Flasche Whisky, die der Liebste whisky-snobistisch mit absoluter Nichtachtung strafte. Einen Teil der Vorräte hatte ich ja im Mai schon zu göttlichem Vanille-Eierlikör mit Whisky veredelt. Vielleicht könnte man ja auch daraus Likör machen? Die Erfahrung zeigte: Jepp. Geht. Wunderbar sogar. Belohnt wird man mit einem wundervollen Rotton und einem fruchtig-würzigen Whiskylikör, der sehr gut ankommt.
Ich habe im Laufe der letzten Jahre schon viele angesetzte Fruchtliköre selbstgemacht, die sich - abgefüllt in schöne Flaschen und mit Etikett nach dieser simplen Methode versehen - auch hervorragend als kulinarische Geschenke für liebe Menschen eignen: Himbeerlikör, samtigen Pfirsichlikör mit einem wundervollen Goldton und sogar schon Kiwi-Minz-Likör.

Grundrezept für angesetzten Likör - auch aus tiefgekühlten Früchten

Alle diese Liköre habe nach der untenstehenden Zusammensetzung hergestellt, bis her aber eben meist mit im Geschmack neutralerem Vodka oder Korn. Das Ergebnis überzeugt und vor allem ist es praktisch - Früchte waschen, abtropfen, verlesen, in ein Glas werfen, Alkohol drauf und dann erstmal für drei bis vier Wochen vergessen. Für einen solchen angesetzten Likör kann man übrigens auch perfekt eingefrorene Früchte nutzen. Ich mache sehr gerne Himbeer-Vanille-Likör zum Verschenken - und der besteht bei mir aus gekauften ca. 400 g Tiefkühl-Himbeeren zu 700 ml Vodka/Korn.

Brombeerlikör-bs

Allerdings ärgere ich mich ein wenig. Normalerweise fotografiere ich in der Küche. Diesmal war ich von dem Gedanken besessen, den Likör unbedingt in Nähe zum Brombeerstrauch fotografieren zu müssen. Und sagen wir es mal so: Die Tücken des Fotografierens im Außenbereich waren mir  bis dato noch nicht so ganz klar. Zum Beispiel die eine unglaublich beharrliche Wespe, die sofort nach Erscheinen des Likörs nicht etwa um das Glas, sondern um die geschlossene Flasche und die Brombeeren (die einen Meter weiter vollreif und unbeobachtet am  Strauch hingen) kreiste und mir dauernd ins Gesicht und ans Ohr flog, sobald ich auch nur ansatzweise mit der Kamera in die Nähe kam. Meine absolute Wespenpanik geradezu übermenschlich beherrschend, habe ich es immerhin geschafft ein paar halbverwackelte und verschwommene Schnappschüsse zu machen. Wenigstens etwas, aber dennoch total doof gelaufen. 🙁

Brombeeren-bs

Rezept für Whiskylikör mit Brombeer und Kardamom

700 ml Whisky
400 g Brombeeren (gewaschen, verlesen und abgetropft -  bei mir waren auch noch 10 einsame Johannisbeeren dabei)
1/4 TL ausgelöste Kardamomsamen

Später: 200 ml Wasser, 200 g Zucker

Zubereitung Brombeerlikör

  • Die ausgelösten Kardamomsamen im Mörser anquetschen und zusammen mit den Brombeeren in ein großes Schraubglas geben.
  • Whisky darüber geben, kurz umrühren (Früchte dabei nicht verletzen) und mit dem Deckel verschließen. Für drei bis vier Wochen in eine ungestörte Ecke stellen und fast vergessen. Ab und an mal sanft schütteln.
  • Den Brombeerwhisky zweimal durch ein engmaschiges Sieb oder Mull filtrieren (ein neuer (!) und mehrfach mit klarem Wasser gespülter Damenstrumpf leistet hier auch gute Dienste), so dass kaum Schwebstoffe in den Alkohol gelangen. Die Früchte hierbei intakt lassen.
  • Zucker mit Wasser in einen Topf geben und unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat.  Den Zuckersirup abkühlen lassen und mit dem Whisky vermischen.
  • Den Brombeerlikör auf Flaschen ziehen und mit Etiketten versehen.
  • Die mit Whisky getränkten Brombeeren kann man noch weiterverwenden. Einfach in ein Glas füllen und im Kühlschrank lagern und dann bei Bedarf zum Beispiel in Gebäck, in Marmeladen, in Saucen oder auch auf Eis (der Gatte bemerkte dann spontan, dass sich seine Abneigen gegen Brombeeren nicht auf die in Whisky getränkten Früchte bezieht ;)) zum Einsatz bringen.

Kleine Ernte im Hinterhofgarten & Brombeer-Blitz-Cobbler mit dekadenten Streuseln

So langsam sind die Tomaten auf meinen kleinen Anbaufleckchen im ersten und zweiten Innenhof der Ansicht, dass sie doch mal ein wenig sanft erröten könnten.  Die dunkelgrünen Stellen sollen so sein. Das ist so eine Heirloom-Sorte, die eigentlich schwarze, pflaumenartige Tomaten hervorbringen sollte.  Zumindest die Form stimmt und sie sind ganz lecker. Die ebenfalls angepflanzten  Ochsenherztomaten werden derzeit noch aus der Ferne von mir lüstern angehimmelt, nähern sich aber auch langsam dem Zustand der Vollendung und Essbarkeit.

Gleichzeitig produziert meine kleine (da jährlich stark zurückgeschnittene) Brombeerhecke Früchte. Normalerweise sammel ich die in der Erntezeit  nach und nach ab, putze sie, und friere sie ein, bis ich genug für Brombeerkonfitüre (oder besser gesagt "Beschwippste Hinterhofgartenbrombeere", wie ich das Endprodukt dank der Kleinigkeit Gin darin liebevoll getauft habe) zusammen habe.

Irgendwie ist aber dieses Jahr der Wurm drin. Die Brombeeren verjüngen und vermehren sich durch stete Neuansiedelung ja eigentlich immer selbst und erfreuten mich jedes Jahr mit noch mehr Früchten. Nur dieses  Jahr, da kommen sie irgendwie net so ganz inne Pötte. Deswegen gab es am Sonntag mit meiner etwas spärlichen Ernte einen superschnellen Brombeer-Cobbler in zwei-Personen-Größe. Im Tiefkühlfach lungerte noch ein Rest Streuselteig herum. Dekadent deswegen, weil ich sie von den Zutaten her (Mehl, Butter, Zucker) 1:1:1 mische und nicht im normalerweise gebräuchlichen Verhältnis von 2:1:1 - so zerfließen sie ein wenig mehr, sind buttriger, obendrauf wunderbar karamellig und jeder gewöhnliche Durchschnittsstreusel hat da einfach verloren. 😉

Rezept für Mini-Cobbler und dekadente Streusel

Früchte (bei mir waren es ~ 150 g Brombeeren  und zwei Brontosaurus Eggs (Mischwesen aus Pflaume/Aprikose))
1-2 EL Zucker
etwas gemahlene Vanille/Mark 1/2 Vanilleschote/Vanillezucker
etwas Zimt
Für die Streusel je 30 g Mehl, Zucker, Butter

Zubereitung

  • Früchte waschen, putzen, eventuell kleinschnibbeln und in eine kleine Auflaufform geben.
  • In einer Schüssel Butter, Zucker und Mehl rasch miteinander verkneten.
  • Zucker (je nachdem wie sauer/süß die Früchte sind anpassen), Vanille und Zimt unterheben.
  • Streuselteig darüber zupfen und im vorgeheizten Ofen bei 180° backen,  bis die Streusel goldig bis sanft goldbraun sind.
  • Noch warm servieren, am besten mit einer Kugel Vanilleeis dazu.

Cobbler-Fazit

Was soll ich sagen außer: Streusel! Hach. Das beste daran, eine eigene Wohnung zu haben ist a) man darf einfach Eiscreme zum Abendessen verschlingen und niemand meckert (außer dem eigenen Gewissen, das erstaunlicherweise oft die Stimme der eigenen Mutter besitzt) und b) man darf vom selbstgebackenen Kuchen so viele Streusel herunternaschen, wie man will. 😉

Das Rezept ist fast zu simpel für einen Blogeintrag, aber ein immer wieder gern gebackener Klassiker, der unglaublich variantenreich ist  -  je nach saisonalen Früchten und der Anzahl an Menschen.