Schlagwort-Archive: Dinner

Blogevent: 3-Gang-Menü für unter 9,99 € pro Person

Ich bin mal wieder etwas spät dran mit meinem Beitrag zum monatlichen Blogevent von 1 x umrühren - aber immerhin ist es diesmal nicht der letzte Tag und ne halbe Stunde vor Ende der Abgabefrist. Thema des diesmonatigen Blogevents (diesmal organisiert von Suppenkasper) ist es ein Menü aus drei Gängen zu servieren und dabei unter 9,99 €  zu bleiben.

Blog-Event-LIV: Ein 3-Gang-Menü für unter 9,99 Euro pro Person?! (Einsendeschluss 15. März 2010)

Erst dachte ich ja "Wow - spannende Challenge!" und habe im Kopf schon preiswerte aber geniale Rezepte gewälzt - bis ich begriff, dass die Geldgrenze pro Person gilt und nicht insgesamt. So ein "Harz-4-Menü" zu kochen fände ich nämlich durchaus realistisch und spannend. Ganz ehrlich, wir kochen ja wirklich viel, aber 10 € pro Person habe ich höchstens mal zum letzten Weihnachtsessen überschritten. Da gab es dann aber auch als Vorspeise Hummer, gefolgt von meiner genialen Forellen-Flußkrebsschwanz-Terrine, zartem Lamm und andere Leckerein... Also drehte ich den Spieß um und versuchte nicht möglichst preiswert zu kochen, sondern sah es als Herausforderung an, ein paar höherpreisige Sachen auszuprobieren, um die ich - mangels Gelegenheit und Ansporn - schon länger herumgeschlichen bin. Dank dem Frischeparadies wusste ich ja jetzt auch, wo ich meine Wünsche erfüllen konnte. 😉

Ich werde mir an anderen Foodbloggern aber ein Beispiel nehmen und hier erstmal eine Zusammenfassung mit Abrechnung einreichen. Die einzelnen Rezepte zu den verschiedenen Gängen werde ich (bis auf die Austern)  in den nächsten Tagen noch einzeln posten, damit sie hübsch in die Kategorien einsortiert sind und ihr euch hier nicht durch einen Endlos-Beitrag kämpfen müsst. Mein Menü ist für vier Personen konzipiert, ich musste also mit knapp 40 € auskommen - mal sehen, ob ich das hinbekommen habe... Kleinstmengen, wie ein Löffel Zucker, Salz oder Olivenöl habe ich jetzt nicht im Preis einberechnet.

Meine Menükarte sah also so aus:

Austern au naturel
Rosmarin-Wachteln
mit Gorgonzola-Walnuss-Rosenkohl und Pommes duchesse
Schokoladensoufflé mit Himbeersahne

Vorspeise: Austern mit Zitrone


So wie es aussieht, haben wir die Proletarier unter den Austern erwischt. Pardon - die Standard-Muschel meine ich. Die Sorte war "Fines de Claires", aus franz. Aquakultur, die Größe "Grand" (G). Hierbei handelt es sich - nach ausführlicher Lektüre - um die "Pazifische Felsenauster" (Crassostrea gigas). Eine schmackhafte und robuste Auster, die gerade in Deutschland sehr weit verbreitet ist. Ich habe länger überlegt, ob ich sie eventuell als Vorspeise überbacke oder anderweitig veredele. Aber da wir (mein Mann, ich & Gäste) allesamt noch nie Austern probiert hatten, wollte ich uns den puristischen Geschmack erhalten. So gab es nur - unter großem körperlichen Einsatz aufgestemmte - Austern, mit einigen Spritzern Zitronensaft. Diese bebilderte Anleitung hier zum Öffnen von Austern war für uns Neulinge dabei sehr hilfreich. Geplant hatte ich als Vorspeise zwei Austern pro Person. Das Ende vom Lied war, dass ich glücklich fünf Austern schlürfen durfte, weil die restlichen Personen die weitere Aufnahme nach nur einer verspeisten Auster verweigerten. Der sanfte Grünton in ihrem Gesicht verriet mir, dass sie sich auch nicht sonderlich aphrodisiert fühlten. Banausen. Ts...
Naja gut, immerhin haben sie es probiert und so gab es mehr für mich - ich bin jetzt jedenfalls Fan der glibberigen Tierchen.

8 Austern: 7,45
1 Zitrone: 0,22
Gesamt: 7,67 €

Hauptgericht: Rosmarin-Wachteln mit Gorgonzola-Walnuss-Rosenkohl und Pommes duchesse


Sehr lecker, sehr gelungen. Die Wachteln waren saftig, der Rosenkohl köstlich, nur die Pommes duchesse fand ich persönlich im ungebackenen Zustand besser. Aber vielleicht bin ich da zu pingelig, der Rest der anwesenden Personen fand sie perfekt und führten sie der Vernichtung zu.

Rosmarin-Wachteln
4 Wachteln: 12,82 €

Pommes duchesse (Herzoginkartoffeln)
1000 g Kartoffeln: 1 €
2 Eier: 0,26 €
Butter: 0,16 €
Gesamt: 1,42 €

Rosenkohl mit Gorgonzola und gerösteten Walnüssen
1000g Rosenkohl: 2 €
Gorgonzola: 1,79 €
Milch: 0,10 €
Weißwein: 0,30 €
Zwiebel: 0,05 €
Walnüsse: 0,80 €
Butter: 0,10 €
Gesamt: 5,14 €

Gesamt Hauptgericht: 19,38 €

Dessert: Schokoladensoufflé mit Himbeersahne


Mein allererstes Soufflé! Ich habe ja ein wenig davor gezittert, aber das Rezept ist wirklich simpel und einfach nur göttlich. Den letzten genialen Tupfen haben die Schokoladensoufflés durch die frische Himbeer-Sahne erhalten. So war der preiswerteste Teil des Menüs wirklich die absolute Krönung der Tafel.

Schokolade: 0,75 €
2 Eier: 0,26 €
Schlagsahne: 0,35 €
Vanillepulver: 0,10€
TK Himbeeren: 0,50 €
Gesamt: 1,96 €

Macht ingesamt angenehm entspannnte 29,01 € . Da ich so preiswert davon komme und weil es dann glatter im Endpreis aussieht, berechne ich auch noch die Flasche Cidre, die wir als Begleitung zum Essen hatten. Die kostete nur 0,99 € - womit ich die 30 € voll mache.

Gesamtpreis für das gesamte Menü (inklusive Getränk): 30 €
Preis pro Person: 7,50 €

Heute im Kessel: Küchenphilosophie & wahnsinnig leckere Spargelcremesuppe

Ich bin ja immer wieder vom Kochen fasziniert. Kochen ist wie.. wie.. Magie. Kochen ist die einerseits  so simpel erscheinende Transformation einzelner Dinge zu einem vergänglichen Leckerbissen. Andererseits wirkt es auf Kochungeübte, aber dennoch aufmerksame Zuschauer,  fast geheimnisvoll, wie eine gute Köchin oder Koch in traumwandlerischer Sicherheit Ingredienzien aussucht, Dinge herauspickt, zerbröselt, zerschneidet, zerreibt, Strukturen auflöst und erneuert - um sich dann wie Cerridwen über den dampfenden Kessel Ursuppe zu beugen, alles zielsicher hineinzuwerfen und neu gewonnenes daraus zu schöpfen.

Resteverwertung: Suppe aus übriggebliebenem Spargel

Was mich zu diesem etwas wirren philosophisch-heidnischen Exkurs führt? Einfache Spargelsuppe. Dafür aber ziemlich leckere, zum drin-wälzen-leckere. Ich habe mich die Tage, nach einem ausführlichen Spargelexzess am Vortag, schöpferisch über die Überbleibsel hergemacht.

Diese Reste hier,

habe ich in diese köstliche (das Leben ausgehungerter und zufällig des Wegen kommender Nachbarn rettende) Spargelcremesuppe transfomiert. Sorry, das kleine Eigenlob muss an dieser Stelle einfach sein. 😉

Das vorgestellte Rezept reicht für circa 4 Personen und macht optisch und geschmacklich wirklich viel her. Es passt für weißen und grünen Spargel und ist gut als ganze Mahlzeit oder Vorspeise bei einem etwas edlen Abendessen geeignet. Dabei ist dieses Spargelgericht auch noch – bis auf etwas Butter – relativ leicht und verzichtet auf die Zugabe von fetter Sahne. Sämig gebunden wird die Suppe, ähnlich wie bei einer französischen Béchamelsauce oder Velouté, durch eine Einbrenne bzw. Mehlschwitze wie schon zu Großmutters Zeiten.

Rezept für Spargelcremesuppe

1,2 Liter Spargelwasser
4-5 gekochte Stangen Spargel
0,25 Liter Milch (alternativ: etwas Sahne)
2 EL Butter
4 EL Mehl
1 mittelgroße Zwiebel
Saft ½ – 1 Zitrone
1 gehäufter TL Zucker
etwas frisch gemahlener oder im Mörser zerstoßener bunter Pfeffer
Meersalz
frischer Schnittlauch

Zubereitung der Spargelcremesuppe

  • Die Zwiebel schälen, sehr fein hacken und in einem Topf zusammen mit der Butter anschwitzen.
  • Für die Einbrenne das Mehl hinzugeben, mit einem Kochlöffel oder Schneebesen in die geschmolzene Butter einrühren und zunächst hellgelb rösten.
  • Mit einer Kelle nun schrittweise das mit der Milch vermischte Spargelwasser hinzugeben. Die Mehlmischung währenddessen immer wieder mit einem Schneebesen kräftig schlagen, damit keine Klümpchen entstehen.
  • Die Spargelsuppe muss jetzt nochmals richtig aufkochen, damit das Mehl aufquellen kann und der Suppe eine sämig-samtige Konsistenz verleiht.
  • Mit dem Zitronensaft und den Gewürzen (Salz, Pfeffer, Zucker) abschmecken.
  • Den in circa einen Zentimeter große Stücke geschnittenen Spargel hinzufügen und noch etwas in der Suppe ziehen lassen.
  • Den Schnittlauch waschen, mit etwas Küchenpapier trocken tupfen und auf einem Brettchen hacken.
  • Die fertige Suppe in tiefen Tellern anrichten, mit den frisch geschnittenen Schnittlauchröllchen bestreuen und noch heiß servieren.

Variationen der Spargelsuppe

Mit ein paar Kleinigkeiten lässt sich diese sowieso schon absolut leckere Spargelcremesuppe ohne weiteres aufpeppen. Zum Beispiel durch die Zugabe von vom Spargelessen übrigebliebenen zerkleinerten Salzkartoffeln, kleingeschnittenen (vorgekochten und geschälten) Pellkartoffeln oder etwas Schinken als Suppeneinlage. Knuspriger Bacon oder in der Pfanne geröstete Croutons aus Brot sind über die Tellermitte gestreut nicht nur eine nette Deko, sondern auch noch sehr lecker. Man kann auch einen Teil des Spargelwassers durch ein halbes Glas Weißwein ersetzen. Als Beilage eignet sich kross getoastetes und in Streifen geschnittenes Brot.

Tipp: Außerhalb der Spargelsaison lässt sich hieraus auch eine wundervolle Blumenkohl-Cremesuppe zubereiten. Einfach einen kleinen Blumenkohlkopf in kleine Röschen zerteilen, kochen und dann wie bei der Spargelsuppe weiter verfahren.

Hergestellt ist die Suppe übrigens ganz traditionell mit Mehlschwitze und Spargelwasser, so wie ich es von Mama gelernt hab. Nur die Verwendung von Milch anstatt der Sahne war diesmal neu. Als Zugabe gab es noch ein paar Pellkartöffelchen - was halt noch da war.