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IFA 2014, Blogger/innen-Workshop und was weiße Schokolade mit Kaviar zu schaffen hat…

Anfang des Monats fand ja die IFA (Internationale Funkausstellung) in Berlin statt und die Medien waren wie gewohnt deswegen ganz aus dem Häuschen. Zum Auftakt war ich mit dem Liebsten in diesem Jahr auch mal wieder dort zu finden. Nachdem wir uns ein Weilchen in den weitläufigen Messehallen die Füße wundgelaufen  hatten, Dinge bestaunten und ich den abscheulichsten Milchkaffee meines Lebens getrunken habe (frisch gebrüht in den Maschinen eines unglaublich großen, etablierten deutschen Unternehmens.... ich habe etliche Minuten Lebenszeit darauf verschwendet zu überlegen, wie ich diese Plastetasse voll widerlich-bitter-säuerlicher Brühe unauffällig verschwinden lassen kann.), machten wir uns zum AEG-Messestand (der die halbe Halle einnahm) auf.

IFA 2014 AEGAEG Stand auf der IFAZorra (deren Foodblog Kochtopf gerade den 10. Geburtstag feiert. Happy Birthday!) hatte nämlich zusammen mit dem Koch Christian Mittermeier im Namen von AEG zu einem Workshop eingeladen. Thema: Foodpairing.

Foodpairing

Nunja. Ein schicker Name für etwas, was experimentierfreudige Köchinnen und Köche, die nicht nur vom Blatt ablesen, schon seit Jahrhunderten so betreiben. Aber es ist natürlich eine ziemlich coole Sache, die wissenschaftlich entdeckten, ungewöhnlichen und zusammenpassenden Aromen  via Foodpairing-Tree direkt vor Augen zu haben und so Neues zu entdecken und sich inspirieren zu lassen. Via Gaschromatograph werden Lebensmittel getestet, teilen diese große Teile ihrer Geschmackskomponenten, gelten sie als passende Partner. Das Ganze geht wohl auf den Koch Heston Blumenthal (den ich als ziemlich polarisierend empfinde und dem  ich persönlich wegen seiner Kochmethoden recht zwiespältig gegenüber stehe) zurück, der Kaviar mit weißer Schokolade kombinierte und dann weiterforschen ließ, warum das geschmacklich so gut passte. Der englischsprachige Wikipedia-Artikel dazu ist da ausführlicher.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich auf dem dazugehörigen Foodpairing-Pinterest-Board von AEG die Bilder von ein paar Foodpairing-Trees und auch die Rezepte des Abends ansehen.

Foodpairing Tree Zartbitterschokolade

(Und nur für die Ungläubigen, die bei meinen Double-Chocolate-Espresso-Bacon-Muffins ungläubig die Nase rümpften, guckt bei diesem Foodpairing-Tree mal oben rechts in die Ecke. Ha! ;))

Kochen_IFA_s

Nachdem alle Foodblogger/innen sich gesammelt, kennengelernt und zum Teil freudig wiedergesehen hatten, gab es ein paar Praxistests, Erklärungen und Spaghetti als gute Grundlage für den weiteren Abend. Die vorhandenen hypermodernen Öfen samt Temperaturfühlern, mit denen man via App (?) quasi vom Sofa aus Gargrat des Bratens beobachten kann, wurden beschwärmt (mit meiner Aussage "Mein Herd ist 10 Jahre alt und kann Umluft. Sein Gadget ist beim Backen eine kalte Stelle hinten links." löst ich gefühlt Emotionen von blankem entsetzen bis Verwirrung aus. ;))  Danach ging es dann endlich ans Kochen. An den verschiedenen Kochinseln standen unterschiedliche, nach Foodpairing-Prinzipien abgestimmte Warenkörbe bereit, viele enthielten schon ein Rezept. Auf der Suche nach dem Korb mit der Entenleben tat ich mich mit der ebenfalls danach fahndenden Katha (die übrigens voll den Überblick über die neuesten Entwicklungen im Herdsegment hat) zusammen, nur um dann festzustellen, dass dieser schon vergeben war. Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis sammelten wir noch Sascha ein und wählten dann in spontaner Improvisationslust einen rezeptlosen Warenkorb mit Muscheln (Für Jakobsmuscheln fehlte die Süße....? Jemand meinte, es könnten evtl. Kammmuscheln sein?), Toastbrot, Tomaten und eingelegtem Ingwer. Was dann im Endeffekt auch wirklich spannend war, mit mehreren ein kulinarisches Brainstorming zu machen, nachzudenken, Ideen zu besprechen, wieder zu verwerfen und die Schränke nach passenden Zutaten zu durchwühlen... (*kramraschel* "Oh, Sesamöl! Hey, Sojasauce! Oh... sieh mal hier, Vanilleschoten! Damit könnte man doch...."). Und die Köche (ich glaube der bei uns hieß George - ich habe leider nicht nach dem Namen gefragt.. Falls du das jemals liest: Sorry für den von uns völlig versauten Teppan Yaki Grill!) standen uns ja auch bei Fragen ganz toll zur Seite. Angefangen von "Welches Kraut passt jetzt dazu?" bis hin zu "Aaargh! Wo finde ich hier ein Messer?!".

Foodpairing Fingerfood

Nachdem wir also noch Sesamsaat, Sesamöl, Honig, Vanilleschoten, getrocknete Aprikosen und Oregano aufgetrieben hatten, war unser Ergebnis dann ein wirklich gutes Muschel-Knusperbrot-Gebilde: Muscheln mit Sesam-Honig-Vanille-Panierung auf einer Salsa aus eingelegtem Ingwer & süßen Tomaten, drapiert auf in Sesamöl angeknusperten Brotscheiben. Zum Finish mit etwas frischem Oregano bestreut.

AEG Foodpairing Workshop auf der IFA 2014

Auch die anderen Gerichte - zu unserer Ecke drangen leider nur sehr vereinzelt welche vor - waren allesamt wirklich toll.

Der Workshop war meinem Empfinden nach eine runde und gelungene Sache - auch wenn gegen Ende des Tages die Füße dann irgendwann sehr müde waren (viele von uns waren seit mittags auf der IFA und der Workshop ging von 17.30 bis kurz vor 22.00 Uhr) und stellenweise Mikrofone zum Verstehen wirklich wichtig gewesen wären. Ich muss ganz ehrlich sagen, was ich besonders schön an dem Abend fand, war wie gut - und vor allem sympathisch - das gesamte Team (Köche, wie PR- Bereich) uns Foodblogger/innen eingebunden hat und uns auch immer wieder interessiert und persönlich versuchte einzubeziehen. Das habe ich bei ähnlichen Events auch schon gänzlich anders erlebt. Das zeigte sich dann auch nochmal in dem kleinen Goodie, samt handgeschriebener Nachricht, die sich auf jeweilige Bloginhalte bezog. Nice.
Sehr gut auch, dass von Anfang an eine charakterliche Verwandtschaft zu irgendwas mit Verkaufscharakter ausgeschlossen wurde. Finde ich spannend, wie unterschiedlich Firmen da agieren, dazulernen und mitdenken. Deutschland hat zum Thema Blogger Relations ja noch einiges vor sich auf dem Teller.

Hier findet hier noch weitere Berichte, die schon online sind: Zorra (Kochtopf), AEG (Geschmackssachen), Claudia (Food View Berlin), Stefanie (Schön & Fein), Sascha (Lecker muss es sein) und Katha (Katha kocht).

Es gibt Fisch, Baby!

Schon im April war ich - zusammen mit anderen Presservertreter/innen und Blogger/innen - bei dem Blogger Event der Deutsche See Fischmanufaktur* auf dem Gelände des Großmarktes hier in Berlin. Interessantes zur Geschichte des Unternehmens konnte man hier erfahren (mir war beispielsweise nicht klar, dass sie sehr stark im gastronomischen Bereich aufgestellt sind und viele Köche in Deutschland beschäftigen/schulen), wie alt dieses deutsche Traditionsunternehmen ist (existiert seit 1939) und welche Neuerungen es bei Verarbeitung und Lagerung der Produkte gibt.

Großmarkt Produktionshalle Deutsche See

Nach dem freundlichen Empfang gab es einen Rundgang durch die Produktionshalle (Ich sah aus wie eine Köchin aus der Schulkantine. Inklusive weißer Haube, blauen Schluppen über den Schuhen und aufplatztender weißer Plastikrobe, die mich - in all meiner göttinnengleichen Herrlichkeit - nicht so ganz fassen wollte. Und den Schmuck musste ich auch komplett rausnehmen. Was natürlich dazu führte, dass ich a) natürlich prompt einen Ohrstecker verlor und ältere Herren auf der Suche danach zuvorkommend vor mir auf dem Fußboden herumrobbten. Und ich b) in der Kühlhalle zwischen lauter toten Meeresbewohnern eine Art bizarren Tanz aufführte, um in diesem bestechenden Outfit ja nicht von dem offiziell bestellten Fotografen abgelichtet zu werden. So. Jetzt wisst ihr alles. Ich kann ja zu meinen Peinlichkeiten stehen. ;))

Das Schönste an dem Abend (neben dem unglaublich vorzüglichen Menü - ich schwärme immer noch von dem absolut genialen ersten Gang) war aber, dass wir mitkochen, anrichten und viel selbst ausprobieren und lernen konnten. Professionell und im Timing gut abgestimmt wurden wir angeleitet und das Kochteam bereitete im Hintergrund alles für den nächsten Gang vor. Ich kröne mich hiermit selbst zur Austern-Queen - denn ich kann die leckeren Teilchen jetzt problemlos und gänzlich ohne zersplitterte Schale im Akkord knacken. Und ich weiß jetzt auch, dass meine heftigen körperlichen Reaktionen bei meinen vorhergehenden Versuchen mit Austern wohl eher an der schlechten Qualität/Lagerung der Ware lagen... Ich hatte schon eine Allergie befürchtet, mich aber aufgrund der hohen Produktqualität bei der Deutschen See nochmals zu einem letzten tapferen Versuch hinreißen lassen.

Menü-Deutsche-See-skUnd ich habe - unter der sehr guten Anleitung von Sebastian Bruns - gelernt, wie man ganze Fische am besten filetiert. Man merkt es - ich fand den Abend wirklich schön und stimmig. Das Event toll, die Betreuung  und die vorgestellte Ware ebenfalls - so sollten Blogger Relations ruhig öfter mal ablaufen. Ich hatte ja schon im Vorfeld Produkte testen dürfen und bei meinem Rezept für gebratene Jakobsmuscheln ausführlich darüber und den neuen Lieferservice in Berlin berichtet. Ich war auch wirklich nicht unglücklich, dass wir Ware - die dekorativ den ganzen Abend lang auf Eis ausgestellt war und nicht mehr in den regulären Verkauf durfte - quasi als Doggybag in Kühltaschen mit nach Hause bekamen. So siedelte sehr köstliches Rindersteak, wundervoller geräucherter Lachs und frisches Thunfischfilet in meinen Kühlschrank über. Am nächsten Abend gab es dann spontan Essen mit lieben Freunden, für das ich vormittags schon Sushi-Reis marinierte und den Thunfisch in geriebenen Ingwer, Zitronenschale & -saft, geröstetem Sesamöl, Harissa und ein paar anderen Gewürzen badete. Geniales Sashimi - das wir wirklich sehr genossen.

Sushi-Sashimi-sk

Natürlich war es auch sehr schön bekannte und unbekannte Gesichert (wieder) zu sehen. Zum Beispiel Jan, Peggy, Smámunir und Frau Bunt. Einige haben auch über den Abend  berichtet - wer will, kann dort also noch ein paar zusätzliche Einzelheiten erfahren.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich dennoch immer um größtmögliche Objektivität.

Orientalisches Frühlingsmenü mit der Metro-Kochherausforderung 2014

Zum dritten Mal durfte ich jetzt bei der Kochherausforderung der Metro dabei sein. Hierbei gilt es, alle Zutaten in einen oder mehreren Gerichten verarbeiten zu müssen. Anfang April haben wir die Waren bei der Metro abgeholt und die frischen Sachen wie den Fisch direkt verarbeitet (und dabei meine Wohnung gleich sanft mitgeräuchert...).  Die letzten Produkte habe ich aber jetzt am Wochenende erst verkochen können. Wie im letzten Jahr, reiche ich die Rezepte im Laufe der nächsten Wochen in einzelnen Artikeln nach.Orientalisches-Frühlingsmenü-sUnd so sah mein Menü aus. Wie schon in den Vorjahren (hier für 2013 und 2012  nachzulesen), habe ich mich für ein orientalisch angehauchtes Menü mit drei Gängen entschieden. Am meisten über die Verwendung gegrübelt habe ich ich bei diesen beiden Sachen: Die Nudeln haben mir wegen ihrer Form etwas Kopfzerbrechen bereitet - bis ich sie dann ganz einfach zerbröselt habe. 😉 Auch die Schokolade habe ich zunächst etwas skeptisch beäugt, in einer Reinkarnation als Karamell-Schokoladensauce, war sie aber toll.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas war im Einkaufskorb:

2 frische Forellen à 500 g
1 Flasche Rheingau Riesling 2012, Weingut Leitz
2 große Artischocken
1 Dose Borlotti-Bohnen (Wachtelbohnen)
1 Packung Calamarata-Nudeln "Garofalo"
1 Packung Jamón Ibérico
1 Packung Tortas de Aceite (spanisches Knusperbrot mit Rosmarin)
1 Packung Earl Grey Tee
2 Tafeln Lindt-Schokolade "Salted Caramel"

Das Menü

Vorspeise-Frühlingsmenü-sVorspeise: Arabischer Brotsalat (Fattoush)  mit in Weißwein gebeizter und in Earl Grey Tee im Kochtopf geräucherter Forelle
--> Verwendet: Forellen, Rosmarinbrot, Weißwein, Earl Grey

Hauptgericht-arabisches-Frühlingsmenü-sHauptspeise: Orientalische Butternudeln mit Hülsenfrüchten (Rishta bi Adds) mit Schinkenröschen vom Ibérico und gefüllter Artischocke.
--> Verwendet: Nudeln, Wachtelbohnen, Ibérico Schinken, Artischocken

Die gefüllte Artischocke werde ich allerdings ganz gemein unterschlagen. Zum einen konnte ich - wegen erst beim Aufschneiden sichtbaren Bewohnern - nur eine Artischocke verwenden, zum anderen fand ich mein Rezept zwar ganz okay, aber einfach nicht so brillant und lecker, dass es blogwürdig wäre. 😉

Dessert-arabisches-Frühlingsmenü-skDessert: Arabischer Milchpudding (Mahallebi) mit Kardamom, Pistazien und Karamell-Schokoladensauce

Für die Schokoladensauce: 50 g Salzkaramellschokolade im Wasserbad schmelzen, 30 g Sahne unterrühren und noch warm zum kühlen Pudding servieren.

Es war wie immer eine Herausforderung - es zeigt ja schon der Name, unter welchem Stern der Event steht. Wie immer wurde dem Warenkorb entgegengefiebert, Rezepte gewälzt, nachgedacht, Gerichte auf dem Papier ent- und verworfen, ausprobiert, gezittert, geflucht und sich gefreut.

Aber (war klar, dass das jetzt kommt, oder? ;)) die Zutaten haben mich persönlich diesmal ein klein wenig enttäuscht. Zum einen fand ich den Gemüseanteil - gerade im Frühling! - zu gering. Zwei Artischocken und Dosenbohnen, während um uns herum alles sprießt. Zum anderen gab es bei den vorherigen Events immer Lebensmittel, die für mich total neu waren und die ich freudig entdecken konnte. Kulinarische Offenbarungen, die mich wirklich überrascht und jeweils ein neues Türchen für mich aufgestoßen haben. Produkte, die ich dann auch so gut finde, dass ich sie auch wieder kaufe. Zum Beispiel das köstliche Arganöl, das tolle Pesto der Metro-Eigenmarke, das herzzerreißend geile Iberico-Fleisch oder das Label-Rouge-Huhn, das als geniales Butter-Zitronenhühnchen hier verewigt wurde. Dieses Gefühl hatte ich diesmal leider gar nicht. Messmer-Tee bekomme ich im Supermarkt gegenüber. Die Dosenbohnen oder Artischocken auch. Selbst Forellen bekommt man inzwischen sogar als Frischware beim Discounter. Die Schokolade, vor der ich eigentlich ein wenig gezittert hatte, weil man durch sie doch arg begrenzt auf Süßes war, überraschte mich geschmacklich ein wenig (Hey... das erste Mal seit Jahren, dass ich Lindt-Schokolade als essbar empfinde). Der Schinken war natürlich auch sehr gut. Auch die spanischen Cräcker waren lecker, die würde ich mir vielleicht nochmal als Knabberkram holen, wenn sie mir zufällig über den Weg laufen. Aber obwohl alles natürlich hochwertig war, war  irgendwie war kein Produkt dabei, dass mich wirklich geflasht und positiv überrascht hat. Also wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, dann den, dass bei der nächsten Kochherausforderung - egal ob ich dabei sein werde oder nicht - allen Teilnehmer/innen wieder so ausgefallen-geniale Artikel nahe gebracht werden, die man sich vielleicht sonst nicht regulär in den Einkaufskorb legen würde.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich in meinen Artikeln dennoch  immer um Objektivität.

(D)FssgF 9: Ein wunderbares Fresspaket aus München

Rosa hat wieder zum (D)FssgF ((Deutsche) Foodblogger schicken sich gegenseitig Fresspakete) aufgerufen und dank Erinnerungsservice bin ich auch diesmal wieder mit von der Partie. Dank meiner Tüdeligkeit und der Sabotage der Welt im Allgemeinen, macht sich mein eigenes Paket allerdings erst heute auf den Weg. (Ja, ich schäme mich auch anständig.)

Fresspaket2014-bsDiesmal wurde ich direkt Rosa selbst zugelost und habe ein absolut geniales Fresspaket aus München erhalten. Danke, danke, danke! Nicht nur für das  sehr coole Paket, sondern auch wie immer für die Orga! 🙂 Und auch wenn in einem Jahr mal vielleicht mal ein Päckchentausch etwas unglücklich verläuft - ich hoffe, dass dieses wundervolle Event, das ohne großes Chichi  uns allen auch in den nächsten Jahren erhalten bleibt. So viele liebevoll zusammengestellte, authentische und tolle Pakete aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt (inzwischen ist es ja im Grunde nicht mehr auf Deutschland begrenzt) - ich finde das immer wieder spannend, um neue tolle Dinge und interessante Menschen zu entdecken.

In meinem Paket war:

  • Gute-Laune-Tee von Sonnentor (wunderbar, ich und meine diversen Teekannen sind gespannt)
  • Bayrischer Weißwurstsenf  (den kenne ich sogar, der ist wirklich lecker und Weißwürste gibt es bei uns auch ab und an)
  • Bayrische Backerbsen (bisher immer nur im Geschäft beäugt, quasi die bayrische Antwort auf Croûtons in der Suppe?)
  • Heidelbeerhonig (der Liebste versuchte den sofort honigsüchtig für sich zu claimen.. ;))
  • Lokhum mit Rosengeschmack aus dem Griechenlandurlaub (Rose ist nicht ganz so mein Fall, aber ich werde tapfer probieren - frau lernt ja nie aus)
  • Selbstgebackene Hafer-Orangen-Kekse (entgegen der Befürchtung von Rosa trafen die leckeren (und sogar extra laktosefreien) Teilchen sogar unzerkrümelt bei mir ein)
  • "Genetztes" Sauerteigbrot von Rosas Münchner Lieblingsbäcker (hält angeblich locker eine Woche. Kann ich so nicht bestätigen, ist nämlich aufgetoastet  so lecker, dass es bis übermorgen aufgeknuspert sein wird)

Und wer jetzt noch immer neugierig ist, kann weiter in der Zusammenfassung zum diesjährigen (D)FssgF stöbern, die regelmäßig von Rosa aktualisiert wird. Wem das noch immer nicht reicht, der kann einen verfressenen Blick auf die mit Köstlichkeiten gefüllten Pakete werfen, die in den Vorjahren im magischen Kessel eingetrudelt sind: (D)FssgF 2012, mein Überraschungsersatzfresspaket von  der lieben Tina Foodina 2012, 2011 habe ich den Tausch verpasst, aber einen inoffiziellen Fresspakettausch als Ersatzdroge mit Foodfreak gemacht, mein DFssgF 2010 und natürlich mein allererstes (zumindest hier in diesem Blog) Fresspaket von 2009.

Review: Berlin Food Night 2013

Gestern war ich bei der Berlin Food Night, Thema: "Junk Food". Die Kommunikation im Vorfeld war wirklich supernett und locker, auch wenn man sich etwas geheimnisvoll gab. Nettes Essen, bekannte und unbekannte Gesichter sehen. Neue Konzepte kennenlernen. Netzwerken. Klingt doch nett?

BerlinFoodNight-sAber irgendwie kam es dann doch etwas anders. Ich hatte es schon sanft geahnt, als ich versuchte mehr über die Location herauszubekommen. Alt Stralau 4,  die alte Teppichfabrik. Als wir ankamen war mein erster Eindruck der von Menschen. Vielen Menschen. Die Schlange vor der Akkreditierung schrumpfte aber schnell dahin. Die Servicekräfte  (teils im Stewardessen-Look, da Lufthansa mit Sponsor war) waren durch die Bank weg sehr freundlich und machten einen hervorragenden Job. Kurz darauf fanden wir uns in einer alten Fabrikhalle wieder.  Stylisch mit abblätternder Farbe. Dunkel mit roten und gelben Lichtinseln. Am Rand platziert ein paar gestapelte Holzpaletten mit Polstern, seltene Sitzplätze. Dazu Techno.

Der Rest: Hunderte von Menschen in betont lässigen schwarzen Klamotten, die sich an Champagner- und Weißweingläser klammerten, sich angeregt unterhielten oder verzweifelt versuchten bekannte Gesichter zu entdecken. Man feierte ein wenig sich selbst. Oder die Vorstellung von sich selbst. Euphorisch, mit vielen Menschen, die gewichtig mit den Köpfen nickten und sagten: "Ja! Ja! Genau das ist die Zukunft!!", während vorne Männer Reden hielten und mit der Technik kollidierten. Zwischendrin ab und an ein Mensch mit einem Bauchladen, der Fingerfood herumreichte. Da viel zu wenig Essen da war, kann ich nur über den ersten Gang urteilen: Mini-Nürnberger mit Senfdip im trockenen Brötchen. Schmeckte so, wie es klingt. Nichts, was mich von den Socken gehauen hat.

Berlin Food Night

Ob aus dem Konzept der Berlin Food Weekend/Week, die folgen soll, was wird: Ich weiß nicht. Ich glaub das kann wirklich schick werden. Das was ich trotz mangelhafter Technik, und zu vielen Leuten von den Plänen für 2014 und 2015 verstehen konnte, klang echt nett.

Und ja. Wir müssen besser essen. Mehr auf  Zutaten achten. Vielleicht nicht unbedingt Bio, aber gut produziert. Auch Wege, die erst nach und nach zu mir finden. Viel auch geldbedingt. Dieses Gewissen muss  man sich zum Teil nämlich auch erstmal leisten können. Von der Bereitschaft andere Wege einzuschlagen, ganz abgesehen. Und ich bin sicherlich keine absolute Musterschülerin.

Aber wenn ich in den Nachrichten höre, wie viele tausend Schweine allein im letzten Jahr wegen Arbeitspfusch lebendig in die Brühanlagen kamen, dann legt das Schnitzel in meiner Kehle bei dieser Vorstellung den Rückwärtsgang ein. Das Thema rennt bei mir offene Türen ein.

Gutes Essen bedeutet für mich allerdings auch Nahrungsmittel abseits von seltsamen Konservierungs-, Aroma- und sonstigen Zusatzstoffen. Zum Abschied gab es einen Goodie Bag. Da wir weit vor den Massen aufbrachen bekamen wir den noch. Inhalt: Ein Laib Brot vom Lieblingsbiobäcker, Pralinen von Lufthansa/Hachez (mit allerlei Milchproduktpülverchen drin) und die für Berlin wohl etwas klischeebehaftete obligatorische Currysauce, deren Zutatenliste dank Ketchup und Cola mich allerdings erschauern ließ. Das kann jeder am eigenen Herd besser und zusatzstoffärmer zusammenrühren und fällt - ebenso wie die Pralinen - für mich nicht unter nachhaltige oder bewusste Ernährung und Kochen.

Zur Abrundung noch ein paar Tweets des gestrigen Abends:


Fassen wir zusammen...

Pro: Nette Leute wiedergetroffen. Dank Peggy von Multikulinarisches auch andere neue Leute kennengelernt. Zum Beispiel Micha von Glut & Späne, (Nen lieben Gruß die Straße hier entlang. 😉 Hoffentlich schaffe ich es endlich mal, bei euch einzukaufen.), die Köpfe (sogar samt Baby) hinter Berliner Honig (das honiggewordene Heiligtum auf dem Frühstückstisch des Liebsten), Hendrick Haase und Valentina.

Kontra: Ich stand drei Stunden lang hungrig und ohne Sitzmöglichkeit in einer Location herum, die eher für eine Vernissage oder einen Rave geeignet gewesen wäre. Produkte, die mich im Gesamtkonzept nicht überzeugten. Mentales Stolpern über den Begriff "Junk Food". Größtes K.O.-Kriteriuem: Eine Food Night ohne ausreichend Food.

Fazit: Durchwachsen. Hat Potential, viele Kohle steckt dahinter, manchmal treibt das ja Kinderkrankheiten aus. Aber das Konzept des Abends war - bei aller hineingesteckter Liebe - undurchdacht. Das fängt bei zu vielen Menschen an und hört bei Produkten auf, die ich - aufgrund der verwendeten Inhaltsstoffe - nicht als gutes Essen bezeichnen würde. Ich bleibe gespannt.