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Chicken Soup for the Soul – Rezept für Hühnersuppe

Als richtiges, erstes Rezept im neuen Blog habe ich mir ein Wohlfühlgericht ausgesucht. Was streichelt die Seele mehr als ein Teller leckerer, selbstgemachter Nudelsuppe mit Hühnchen und Gemüse. Außerdem ist die syrische Lieblingsnachbarin seit ihrer Rückkehr aus Syrien vergrippt - da bietet sich das ja an. Wer viel Zeit hat, nehme ein ganzes Suppenhuhn, wer es preiswerter möchte und außerdem schnell essen will (mein Magen hing in den Kniekehlen), der nimmt einfach Hähnchenschenkel. Für die Sparfüchse: Hühnersuppe  ist ein geniales Gericht, das zudem auch noch recht preiswert daher kommt: die Zutaten für einen monströsen Topf Nudelsuppe liegen bei circa 7 Euro - macht sich besonders gut am Monatsende.

Ich hab jetzt nicht während des Kochens mitgeschrieben, vor allem da dies ein Gericht ist, wo ich die Zutaten eh immer pi mal Daumen hineinwerfe. Da wandert halt meist das in den Kessel was gerade da ist - Blumenkohl oder Rosenkohl passt natürlich auch prima dazu.  Ich bemühe mich also um eine korrekte Rekonstruktion des Kochgeschehens. 🙂

Rezept für Hühner-Nudelsuppe

4 große Hühnerbeine
2 große Zwiebeln
2 große Karotten
125 g braune Champions
125 g Kirschtomaten/Tomaten
150 g Bandnudeln oder andere lecker Suppennudeln
Salz
frisch gestoßener bunter Pfeffer
Paprikapulver
3 Wachholderbeeren
2 Lorbeerblätter
3-4 L Wasser

Zubereitung Hühnchensuppe

  • Mit einem scharfen Messer die Hühnerbeine häuten und vom Fett befreien. In einem großen Topf zusammen mit kaltem Wasser aufsetzen. Natürlich kann man auch heißes Wasser nehmen, das geht schneller, sieht allerdings nicht so hübsch aus. Wer eine klare Hühnerbrühe produzieren will, nutzt kaltes Wasser.
  • Zwiebeln und Karotten schälen, grob vierteln und zusammen mit etwas Pfeffer, Salz, Wachholderbeeren und den Lorbeerblättern in den Kessel werfen. Hühnchen gar kochen - dauert circa 30-40 Minuten.
  • In der Zwischenzeit die Pilze putzen und halbieren. Die Tomaten waschen und kleinschneiden.
  • Hühnerbeine und Karotten aus der heißen Brühe fischen, sich dabei möglichst nicht verbrennen und etwas abkühlen lassen. Das Fleisch auslösen, Karotten kleinschneiden und zusammen mit Tomaten, Pilzen und Nudeln in die Suppe geben und leise köchelnd gar ziehen lassen. Mit Gewürzen abschmecken.
  • Fertig. 🙂 Schmeckt aufgewärmt noch besser.


Pasta mit Rosenkohl, Walnüssen & Gorgonzola-Sauce

Letztens bin ich bei Deichrunner über ein Rezept für Pasta mit Rosenkohl gestolpert. Ich mag zwar nicht jede Kohlsorte, aber Rosenkohl mochte ich schon als Kind immer sehr gerne (im Gegensatz hierzu war mein Widerwillen gegen Wirsing, Grünkohl oder Kohlrabi immer schon immens.. *hüstel*). Der Gorgonzola stimmte mich etwas nachdenklich. Aber da ich bisher noch nie mit diesem Milchprodukt gekocht habe, wollte ich ihm zumindest mal eine Chance geben. Original sollten eigentlich Orecchiette hineinwandern, diesen konnten wir hier im Kiez - trotz Besuch mehrer Supermärkte - nicht habhaft werden. Der Gemahl schleppte deswegen Nudeln namens "Trulli" in die heimische Höhle, die zumindest entfernt optisch verwandt sind. Das Rezept habe ich etwas modifiziert, u.a. mehr Rosenkohl, mehr Käse und Walnüsse statt Pecanüssen und Weißwein, statt gar keinem Wein. 😉

Rezept für Rosenkohl-Pasta mit Gorgonzola-Sauce und Walnüssen
(Für 6 Personen)

1000 g Rosenkohl (ungeputztes Gewicht)
Olivenöl
200 g Trulli
200 g Gorgonzola
100 ml Sahne/Cremefine
75 g Walnüssen
1 Glas Weißwein
2 Schalotten
Olivenöl
Butter
Salz
Pfeffer

Zubereitung Rosenkohle-Pasta

  • Den Rosenkohl putzen, waschen, abtropfen lassen und durch die Schnitzelscheibe der Küchenmaschine jagen.
  • Eine tiefe Pfanne erhitzten, Rosenkohlschnitzel hineingeben und mit etwas Olivenöl anbraten. Mit ca. 2 TL Salz und einem 1 TL frischem Pfeffer würzen und gut durchbraten, bis der Kohl anfängt sanft zu bräunen.
  • Die Walnüsse grob hacken und in etwas Butter anrösten. Ausgiebig schnuppern und den wunderbaren Duft genießen. Nicht zuviel davon naschen und beiseite stellen.
  • Nebenbei die Nudeln in Salzwasser garen
  • Die Schalotten fein hacken und in etwas Butter anschwitzen. Die Sahne hinzugeben, aufkochen und den Gorgonzola hinterherwerfen, den Weißwein hinzugeben. Rühren, bis sich der Käse aufgelöst und die Sauce etwas reduziert hat. Mit etwas Salz abschmecken.
  • Die abgetropften Nudeln unter den Rosenkohl heben, die Sauce darüber geben und daruntermischen. In eine hübsche Schale oder auf eine Platte geben und die gerösteten Nüsse darüber streuen.

Rosenkohl-Pasta-Fazit

Nunja... das Rezept wurde als das Nonplusultra für Rosenkohl-Hasser gespriesen. Finde ich jetzt nicht so. Der Rosenkohl ist auf interessante (nicht Biolek-Interessant!) Weise zubereitet, die mein Mann und ich toll fanden, aber das typisch rosenkohlige kam doch stark heraus. Eher ist ein Spock-haftes "Faszinierend!" wert. Der herbe Geschmack des Gorgonzola harmoniert wunderbar mit den in den Röschen enthaltenen Bitterstoffen und der leichten Süße. Ein sehr leckeres vegetarisches Gericht, dass recht schnell und einfach zubereitet ist und sicher wieder in unserer Küche anzutreffen ist.

Okonomiyaki – japanische Pizza (abgespeckte Variante)

Es ist bestimmt schon über 10 Jahre her, da habe ich im Fernsehen einen Bericht von Jean Pütz über Japan gesehen. Unter anderem stellte er da ein typisches und sehr beliebtes Straßengericht vor. Bis heute war ich ja der seltsamen Annahme verfallen, dass er die Dinger damals "Itatakimas" genannt hat. Eine kurze Netzrecherche hat schon vor längerer Zeit ergeben, dass das a) "Danke fürs kochen!" bedeutet und b) wohl falsch ist.

Da mein Gemahl heute Gelüste gen namenloses japanisches Gericht geäußert hat, habe ich Tante Google nochmal angeworfen und dabei festgestellt, dass es sich bei dem Zeug was wir gerne mal essen um "Okonomiyaki" handelt. Das Gericht ist eine typische Spezialität aus der Region um Ōsaka und Hiroshima und wird im Original natürlich mit ausgefeilteren Zutaten hergestellt als ich sie nutze. Fischbrühe (Dashi), Thunfischflocken (Katsuobushi) und Nori-Algen sind hierfür wohl essentielle Bestandteile.  Wegen der vielfältigen Zutaten wird es gerne auch als japanische Pizza bezeichnet. Nunja, gekocht habe ich heute dennoch nach meinem selbstzusammengebrauten Rezept, in welchem ich immer relativ frei nach Schnüss die Zutaten hineinwerfe. Die originale Variante gilt es dann nochmal in Ruhe und Muße auszuprobieren.

Okonomiyaki_bs

Rezept für europäisch inspirierte Okonomiyaki

300 g Weizenmehl
1 TL Five-Spice-Powder
2 TL Salz
1 TL frisch gemahlenen Pfeffer
1 großer Spritzer Hot Chili Sauce
4 Eier
350 ml Wasser
1/2 Weißkohl
200 g Schinkenwürfelchen
neutrales Öl zum Ausbacken

Okonomiyaki1_bs

Zubereitung japanische Pizza

  • Mehl, Gewürze, Eier und Wasser miteinander verquirlen und 30 Minuten quellen lassen.
  • Weißkohl putzen und fein hoben, bzw. durch die Küchenmaschine jagen.
  • Weißkohlschnippselchen unter den Teig heben.
  • Den Teig mit den Schinkenwürfeln beglücken und sie gründlich untermischen.
  • Eine große flache Pfanne mit etwas Öl erhitzen, eine Kelle Pfannkuchenteig hineinsetzen und etwas ausbreiten. Anbraten, umdrehen, flach drücken, weiterbraten.
  • Wenn der Pfannkuchen durchgegart und goldbraun ist, aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp setzen. Warmhalten bis man gemeinsam drüber herfallen kann.

Okonomiyaki-Fazit

Im Grunde sind es ja nur asiatisch aufgepeppte Gemüsepfannkuchen in die man nach Lust und Laune Dinge hineinwerfen kann. Ich vermute auch im japanischen Raum wird es in den heimischen Küchen recht variabel und gerne mit dem zubereitet was sich gerade noch in der Vorratskammer befindet.  Mit Krabben schmecken die Dinger jedenfalls auch toll. Getoppt wird das Ganze normalerweise mit einer Art Mayonaise, simples Ketchup tut es allerdings auch und bei uns gab es nen Kräuterquark mit Schnittlauch dazu, den mein Gemahl sehr lecker zusammengerührt hat.

Sonntagsbraten – watt mach ick falsch?

Das Leckere da war unser Essen am vergangenen Sonntag.

Sonntagsbraten_bs

Als ich noch bei  meinen lieben Eltern wohnte gab es etwas in der Art praktisch jeden Sonntag. Trotz (oder gerade?) wegen seiner arabischen Herkunft besteht mein Papa bis heute auf einem traditionellen, meist deutschem Essen. Das muss schon etwas besonderer sein als die Gerichte, die er sonst jeden Tag gekocht bekommt. Weil, das muss ja ein richtiges "Sonntagsessen" sein, ne?

Seitdem ich mit meinem Mann zusammen wohne sparen wir uns meist den exzessiven Aufwand und das stundenlange in der Küche Rumstehen an einem speziellen Tag. Und ja, wir sind manchmal sogar so wahnsinnig progressiv und rufen des heiligen Sonntags das China-Taxi an. (Nein, dafür schäme ich mich entgegen meiner Erziehung nicht. So.) Kochen kann ja jeden Tag besonders sein.

Aber manchal bekomme ich so sonntags-essenstechnische Anwandlungen. Letztens halt auch. Mich verlangte nach klassischem Rinderbraten. Ich hab die anderthalb Kilo brav rundherum angebraten, liebevoll mit Gemüse angeschmurgelt, sanft in Rotwein getränkt und regelmäßig mit Flüssigkeit benetzt. Die Sauce war denn auch göttlich-aromatisch und zum drin-wälzen-lecker. Das Fleisch war zart und lecker - aaaber etwas, einen kleinen Hauch zu trocken. Also ihr Lieben... was mache ich falsch? Ich hab den Braten die ganze Zeit im Topf gegart, mangels kleinem Bräter nicht im Ofen. Daran wird es doch wohl nicht gelegen haben?

Für Tipps, Tricks und Anregungen bin ich offen. Lasst mich an eurer lukullischen Weisheit teilhaben.

Liebe Grüße

Shermin