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Osterzopf reloaded

Ostern ist fast da - und bei mir steht noch gar nicht groß die Osterdeko. Nur ein paar Osterhasen durften sich vor ein paar Wochen zu der zeitlosen Lichterkette mit violetten Fledermäusen an unserem Türkranz gesellen. 😉 Aber immerhin: Ich habe schon Osterbrot gebacken.

Frisch gebackener, locker-flaumiger Osterzopf für die Ostertafel

Rezept für Osterzopf

Den ganzen März wollte ich schon den Osterzopf backen und in diesen wundervoll weichen, flaumig-zarten Hefeteig beißen, der frisch aus dem Ofen einfach am besten schmeckt. Ja und halt auch endlich mal neue Fotos zu diesem Rezept machen. Denn mein Rezept fiür Osterbrot habe ich schon zu meinen Bloganfängen vor ziemlich genau zehn Jahren (ja so alt ist mein Berliner Foodblog tatsächlich schon) hier eingestellt. Wie passend, dass Julia von German Abendbrot dazu aufruft, alte Blog-Klassiker zu entstauben und erneut vorzustellen.

Rezept für einen Osterzopf

Gebacken habe ich den leckeren Hefezopf während der Vorbereitungen (mal eben drei Kuchen - ächz) für den dritten Geburtstag vom Kind, was dazu führte, dass ich in der Hektik den aufgesetzten Zopf etwas schief draufgeklatscht und das erst nach dem Backen bemerkt habe, als das Hefebrot dann etwas linkslastig aufging und leicht gerissen ist. Sowas passiert - auch bei Rezepten, die man schon oft (naja ein bis zwei Mal im Jahr 😉 ) gebacken hat. Die Rückfrage bei der Bäckermeisterin meines Vertrauens ergab auch nochmal die Versicherung, dass die Hefemenge bei der Menge an Butter und Zucker im Teig vollkommen im Rahmen und nicht zu viel ist. Naja. Schief happens und geschmeckt hat er trotz des optischen Makels. Wie sagte meine Omi früher immer: "Schief ist englisch! Und englisch ist modern!".

Frisch gebackenes Osterbrot / Hefegebäck für Ostern

Gebildbrot zu Ostern

Aber nicht nur das klassische Osterbrot, sondern auch allerlei Gebildbrote, Sonnen, Kränze und Osterhasen lassen sich aus diesem Hefeteig formen und sehen dann ganz besonders hübsch zum Osterfrühstück aus. Wenn ihr dem Link zum Rezept folgt, findet ihr dazu Anleitungen und zusätzlich noch eine Step-by-Step-Erklärung mit Fotos zum Flechten des Osterzopfs.

Und  da wir gerade beim österlichen Backen sind, gibt's noch eine Erinnerung an mein Rezept für Osterhasenbrötchen. Die sind aus einem wundervollen Briocheteig und gefüllt mit einer Nuss-Pflaumenmasse.

Na dann - ran an den Backofen. Ich wünsch euch schon mal schöne Feiertage und wünsche viel Freude beim Herstellen und Verzehren des Gebäcks!

Rezept für einenklassischen Osterzopf

Kardamom-Zitronen-Schnecken [Cardamom Lemon Sticky Buns] zum Start ins neue Jahr

Das alte Jahr beschloss ich mit Kardamom und Schokolade, das neue Jahr im Foodblog läute ich mit Kardamom und Zitronenschale ein. Es gibt sicherlich sehr viel schlechtere und weniger köstliche Anfänge als dieses würzig-zitronig-zuckrigem Schneckchengebäck. 2014 darf jetzt also kommen und bitte gefälligst um einiges besser als der Vorgänger werden.

Zitronenhefeschnecken-bs

Hefeschnecken mit Zitrone und Kardamom

Ich bin ja sowieso ein Schneckenfan, wie man schon bei meinem Rezept für Zimtschnecken sieht. Ich musste mich bei den Cardamom Lemon Sticky Buns ein wenig am Riemen reißen, weil der Teig da so ganz unbeaufsichtigt zwei Stunden vor sich hin liegen muss. So ganz ohne zusätzliche Aufmerksamkeit wie nochmals durchschlagen oder so. (Beim zweiten Lesen liest sich das schon etwas gewalttätig...) Hefeteige lasse ich normalerweise nie so lange liegen, fluffig und toll aufgegangen sind bisher alle. Letztendlich lag der Hefeteig bei mir dann insgesamt sogar vier Stunden herum, da mir Arbeit dazwischen kam.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAber die übermenschliche Geduld wurde mit einem zarten, lockeren und wirklich delikatem Hefeteig belohnt. Die Kombination von Zitronenschale, Zitronenzuckerguss (den ich sonst gar nicht mag und mit Abscheu strafe) und dem aromatischen Kardamom ist einfach genial. Die einzelnen Schnecken ließen sich wunderbar einzeln aus der Form herauspflücken. Und dann einen Bissen von dem flaumig-weichen, noch warmen und würzigen Teig zu nehmen - ich sag Euch-... das löste hierzulande mehr als nur leichte Verzückung aus. Der Liebste hat das Gebäck direkt in den Olymp der  Gebäckfavoriten erhoben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Originalrezept ist übrigens von Food52. Neben ein paar geänderten Kleinigkeiten habe ich vor allem die die Zutaten um 1/3 reduziert, weil ich in der Regel keine zwei Platten mit Zitronen-Kardamom-Schnecken brauche (obwohl sich darüber natürlich trefflich streiten ließe... ). Die Menge reichte bei mir perfekt für eine Tarteform mit einem Durchmesser von 27 cm. In einer Springform wären die die Hefeschnecken bestimmt auch eine wahre Zierde, da würde ich die Abschnitte aber dicker machen.

Kleiner Tipp: Ich habe fast immer frischen Zitronenabrieb von Bio-Zitronen auf Vorrat da, weil ich die Zitronen - wenn ich beispielsweise nur den Saft benötige - abreibe und die Zitronenzesten in kleinen Schraubgläschen einfriere. Hält natürlich nicht ewig, es ist aber wirklich toll, dieses unglaublich aromatische Gewürz frisch schnell zur Hand zu haben. Als Alternative habe allerdings auch immer noch  geriebene getrocknete Bio-Zitronenschale (Produkte anderer Hersteller, wo zigtausend Sachen beigemischt werden, überzeugen mich da einfach nicht mehr) im Haus.

Kardamom-Zitronen-Schnecken-Collage-bsNicht wundern, dass die Fotos sehr dunkel aussehen. Ich habe zum ersten Mal mit einem neuen heißgeliebten Objektiv herumprobiert und so ganz optimal ist das alles noch nicht...

Rezept für Kardamom-Zitronen-Schnecken
[Cardamom Lemon Sticky Buns]

(für Tarteform mit 27 cm ⌀)

Für den Teig:

275 g Mehl
120 g  Milch (lauwarm)
85 g  Butter (geschmolzen)
50 g Zucker
1,5 TL Trockenhefe
1 Ei (M)
3/4 TL Meersalz
1  1/4 TL Kardamom (gemahlen - am besten: frisch im Mörser gestoßen)

Für die Füllung/Zitronenbutter:

100 g Zucker
2 TL frisch abgeriebene Zitronenschale
50 g  Butter (geschmolzen)

Für die Zitronenglasur

3-4  TL - frischen Zitronensaft (alternativ einen Teil davon mit Whisky ersetzen)
45  g Puderzucker

Zubereitung

  • Lauwarme Milch, geschmolzene Butter und den Zucker in eine Schüssel geben, miteinander verrühren und dann die Trockenhefe untermischen. Den Vorteig nun rund 10 Minuten in Ruhe arbeiten lassen. (Stellenweise sieht man dann meist schon einige Bläschen, meine Hefe verhielt sich da aber eher träge. Bei Trockenhefe könnte man im Grunde auch die ersten drei Schritte zusammenfassen und alles direkt zusammenwerfen.)
  • Den frisch im Mörser zerstoßenen (das Aroma ist wirklich unvergleichlich) Kardamom, Salz und ein Ei (zimmerwarm) einrühren.
  • Jetzt das Mehl einarbeiten. Den Hefeteig in der Küchenmaschine für sechs oder via Handarbeit für zehn Minuten durchwalken. Falls nötig, noch zusätzliches Mehl nachgeben. Der Teig sollte sich nach dem Kneten bei Berührung klebrig anfühlen, aber nicht mehr so klebrig sein, dass er an den Fingern haftet.
  • Die Schüssel mit einem angefeuchteten Tuch abdecken (nicht direkt auf den Teig legen) und an einem warmen Ort ohne Luftzug für ungefähr zwei Stunden gehen lassen, bis er sich in der Größe verdoppelt hat.
  • Kurz vor Ende der Gehzeit die geschmolzene Butter mit dem Zucker und dem Zitronenabrieb vermengen und eine Tarteform gründlich ausbuttern.
  • Nachdem der Teig lang genug gegangen ist kurz duchkneten und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem länglichen Rechteck ausrollen. Der Teig sollte in etwa 7 mm dick sein sein.
  • Das  Teigstück nun mit der Zitronenbutter bestreichen und vorsichtig von der Längsseite her aufrollen. (Das Bestreichen des weichen Teigs geht mit einem großen Silikonpinsel immer am besten.)
  • Nun mit einem schön scharfem Messer dicke Scheiben (~ 2,5 cm dick) abschneiden und in die ausgebutterte Tarteform legen. Hierbei etwas Platz lassen, damit die Zitronenschnecken noch etwas aufgehen können.
  • Die gefüllte Form abdecken und an einem warmen, geschützten Platz nochmals für gut eine Stunde gehen lassen, bis sie sich wieder ungefähr verdoppelt haben. (Nicht erprobt, aber im Originalrezept erwähnt und bestimmt sehr nett für frisch gebackene Buns zum Frühstück:  Die gefüllte und abgedeckte Backform über Nacht im Kühlschrank gehen lassen und dann erst backen.)
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft) bei 175°auf mittlerer Schiene für ungefähr 20 bis 25 Minuten backen, bis die Schnecken goldbraun sind.
  • Die Form heraus nehmen und das Hefegebäck etwas abkühlen lassen, dann die aus etwas Zitronensaft (oder Whisky) und Puderzucker zusammengerührte Glasur mit einem Löffel darüber träufeln. Die Sticky Buns am besten noch warm essen.

Und weil es so gut passt, nehme ich mit den Schneckchen noch schnell am Garten-Koch-Event "Zitrone" teil.

Nussstrietzel – oder auch: Waaah! Ich habe ein Monster erschaffen!

Und noch was aus dem Corumblog, was den Weg in meine Küche gefunden hat. Letztens sabberte ich mohnstrietzelsüchtig ein Rezept von ihr an. Nur Mohn geht dank dem werten Gatten leider so gar nicht. Sus regte an, dass man auch Mandeln nehmen kann, meine Backgelüstete richteten sich dann aber auf Haselnüsse aus. Ich liebe Gebäck mit Haselnüssen einfach... Außerdem ist der Haselnussstrietzel (meine Güte, was für ein Wort..) eine gute Gelegenheit gewesen, meine anlässlich zu Weihnachten wild gehamsterten Backvorräte wenigstens zum Teil aufzubrauchen - deswegen auch Pflaumen statt Aprikosen.

Rezept für Nussstrietzel

500 g Mehl
225 ml Milch
1 Würfel (42 g) Hefe
70 g Zucker
50 g Butter
1/2 Tl gemahlene Bourbon-Vanille
1 Ei
1 Eiweiß
1 Prise Salz

Nussfüllung
200 g gemahlene Haselnüsse
125 g gehackte Mandeln
100 g fein gehackte Soft-Pflaumen
60 ml Milch
1 Ei
2 1/2 El Honig

Glasur
1 Eigelb
2 El Milch

Zubereitung des Nussstrietzels

  • Hefe in die lauwarme Milch bröseln und zusammen mit je einem Teelöffel Mehl und Zucker verrühren. Hefemilch 15 Minuten gehen lassen.
  • Mehl in eine Schüssel geben und mit dem Salz, der gemahlenen Vanilleschote und dem Zucker vermengen.
  • Die Butter bei geringer Temperatur schmelzen und zusammen mit dem Ei und dem Eiweiß zur Hefemilch geben. Die Hefemilch dann mit einem Knethaken unter das Mehl arbeiten und zu einem glatten Teig verarbeiten. Zugedeckt an einem warmen Ort 30 Minuten ruhen lassen.
  • In einem kleinen Topf die Mandeln rösten, mit der Milch ablöschen und die geriebenen Haselnüsse untermischen. Etwas quellen und abkühlen lassen und dann die feingehackten Trockenpflaumen, den Honig und das Ei ebenfalls unterrühren.
  • Teig halbieren, jeweils zu einem Rechteck ausrollen, mit der Nussmischung bestreichen und einen breiten Rand freilassen. Von der Längsseite her aufrollen, die beiden Teigstränge an einem Ende zusammendrücken und dann miteinander...äh... verzwirnen. Wie beim Spinnen von Wolle. 😉 Die Teigenden unter den Nusszopf schlagen und festdrücken.
  • Den Nussstrietzel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, nochmals etwas gehen lassen. Milch und das Eigelb miteinander verquirlen und den Strietzel damit bestreichen.
  • Bei 175° ca 35 Minuten backen. Bräunt er zu rasch, mit Alufolie abdecken.

Strietzel-Fazit

Also... lecker isser ja. Nur mutiert. Der Strietzel lag fertig in der Küche, sollte nur noch zehn Minuten gehen - dann kam leider ein Notfall dazwischen, weswegen er fast zwei Stunden vernachlässigt herumlag und nicht in den Ofen geschoben werden konnte. Diese Verschnaufpause nutzte der Nussstrietzel für einen ausgefeilten - wenn auch erfolglosen - Ausbruchsversuch vom Blech. (Ich erlitt einen halben Herzinfarkt, als ich wieder in die Küche kam, der Gatte einen Lachkrampf.) Leider sieht er deswegen nicht so toll aus, wie der von Sus. Dabei war er beim Verzwirnen noch so hübsch.. *schluchz*

Um das nochmal festzuhalten: der Strietzel ist wirklich superlecker. Mein persönliches Problem war nur, dass ich irgendwie eine andere geschmackliche Erwartungshaltung im Gehirn hatte, die dann mit der strietzeligen Realität kollidierte. Der Teig war geschmacklich meinem Rezept, das ich für den Osterzopf nutze, sehr ähnlich. Der Gatte hingegen schätzt den Strietzel-Mutanten unvoreingenommen gar sehr. Meine beiden Nachbarinnen, die ich mit "kleinen" Teilstücken  ("Oh mein Gott! Ich habe ein Monster geschaffen!!! Ihr müsst mir helfen es aufzuessen! Hier! Nehmt!") des fluffigen Strietzelmonsters beglückt hatte, waren jedenfalls absolut begeistert und vertilgten ihn - nach Hörensagen - bis auf den letzten Krümel. Einen Teil habe ich auch noch in Scheiben geschnitten eingefroren, damit er uns auch ab und an, frisch getoastet und mit Butter und Honig bestrichen, Gesellschaft beim Frühstück leisten kann.

Pünktlich zum 11.11. – Post aus dem Rheinland

- Oder auch: auf Mama ist Verlass. 🙂

Kaum lästert man fröhlich bei Twitter über den rheinischen Karneval und all den Unbill der damit einher geht (Möhnen, die fröhlich schunkelnd, wild Bütze verteilend, versehen mit verschmierter Schminke und diversen Alkoholika harpyiengleich Rathäuser entern und kreischend Phallussymbole in Form von hässlichen Krawatten zu Fall bringen.... - Ja los. Steinigt mich. Und ich mag auch keine Funkemariechen und Tätätätä - schon als Kind nicht. Und um voraus zu greifen: Nein, das war nicht der heimliche Neid des kleinen pummeligen Mädchens auf die irre grinsenden Blondinen in den kurzen Röckchen. Ich finde die unheimlich. Genauso wie Clowns. Oder Cheerleader.), schon bekommt man Post.

Und auch wenn ich den heidnischen & kulturellen Ursprung des Karnevals/Faschings durchaus kenne, schätze und als sinnvoll erachte (irgendwo tief in mir drin ist ja angeblich eine Traditionalistin vergraben..), dass da sind leider keine in einen Briefumschlag gequetschten Funkemariechen oder gebackenen Karnevalsorden, sondern leckere Weckmänner oder auch Stutenkerle. Einen für mich, den Gatten und die syrische Lieblingsnachbarin.

Der 11.11. - Martinstag

Denn grundsätzlich ist der 11.11. für mich in den letzten Jahren eher mit dem Martinstag verbunden. In Berlin ist er glaube ich weniger bekannt. Im Ruhrpott wurden von den Schulen Laternenumzüge organisiert, zu denen jedes Kind einen Weckmann bekam und an deren Ende immer ein armer Feuerwehrmann in römischem Pseudo-Rüstzeug auf seinem Gaul um ein beaufsichtigtes Feuer herum gallopierte, mit seinem Schwert den Reißverschluss in seinem roten Mantel aufteilte und eine Hälfte davon dem fröstelnden Bettler aka Jesus schenkte. Jedenfalls immer sehr eindrucksvoll. Und danach zog man mit dem Rest der Kinderschar plündernd, nach Bonbons schreiend und Martinslieder singend durch die Nachbarschaft. Wie bei meinem geliebten Halloween also. 😉

Obwohl es ein katholischer Heiliger ist, findet das Ganze als Brauchtum (zumindest in meiner Erinnerung in Duisburg) irgendwie immer überkonfessionell statt. Wer möchte den kleinen evangelischen, muslimischen oder sonstwie konfessionellen Kindern schon mitteilen, dass sie keine Süßigkeiten einsammeln dürfen, obwohl sie brav in der Schule Laternen gebastelt und die richtigen Lieder gelernt haben.

St. Martin, Martinsgans & Weckmann

Und was hat Hefegebäck nun mit St. Martin zu tun? Als traditionelles Martinsessen gibt es ja eigentlich einen Gänsebraten als Martinsgans. Weil die Gänse ja den heiligen Martin verraten haben sollen, als der sich vor der Bevölkerung, die ihn zum Bischof ernennen wollte, versteckte. Aufessen als Strafe quasi. 😉
Aber so ne Gans ist ja irgendwie recht unhandlich... konnte sich auch nicht jeder leisten und Gebildbrote wurden früher traditionell zu bestimmten Feiertagen gebacken. Ein weiteres Überbleibstel davon sind zum Beispiel Osterbrot in verschiedenen Formen oder ganz simpel: der Christstollen. Der Weckmann oder Stutenkerl soll im Übrigen St. Martin darstellen. Die eingebackenen Gipspfeifen, die das Backwerk innig umklammert hält, deuten übrigens nicht auf frühchristlichen Tabakkonsum hin, sondern stehen sinnbildlich für den Bischofsstab. (Liebe Kinder lest jetzt mal weg und nicht nachmachen: Für alle die sich fragen, ob die Gipspfeifen wirklich durchstochen und nutzbar sind: ja. So ziemlich jedes Kind kommt mal auf den dusseligen Gedanken da Herbstblätter oder andere Abscheulichkeiten drin zu rauchen. Aber darüber legen wir sanft den Schleier des Vergessens.....)

So - und ich werde mich jetzt daran machen, meinem Weckmann aus Duisburg genussvoll den Kopf abzubeißen. 😉

Wider den Trend: leckere Zimtschneckchen

In den Foodblogs breitet sich zur Zeit eine wahre Kakao-Schnecken-Invasion aus. Wie zum Beispiel hier, da, dort, daaa auch noch und ebenso hier (und bestimmt Massen, die ich vergessen habe). Sieht alles total lecker aus, erinnerte mich aber daran, dass ich schon seit Ewigkeiten keine Zimtschnecken mehr gebacken habe. Deswegen widersetzte ich mich erstmal standhaft dem köstlichen Kakaoschnecken-Trend und ergab mich der Sehnsucht nach Zimtschnecken. Bei mir gab es letzte Woche diese zimtigen Teilchen, denen man einfach nicht widerstehen kann.

Frisch gebackene Zimtschnecken

Die hat meine Mama schon gemacht als ich noch ganz klein war - Zimschneckchen  gehören für mich also eindeutig in die Kategorie "Kindheits-wohlfühl-Futter". In Schweden haben sie als Kanelbullar quasi den Status von Nationalgebäck - soweit ich das von meinem außerschwedischen Posten einschätzen kann. Korrigiert mich, falls ich falsch liege.

Rezept für Zimtschnecken

Zutaten für duftige Zimtschnecken

500 g Mehl
30 g Hefe
1/8 l Milch (lauwarm)
2 Eier (zimmerwarm)
100 g Butter (weich)
80 g Zucker
1/2 TL Salz

Für die Füllung der Zimtschneckchen

1/4 bis 1/2 Stück Butter
reichlich Zucker mit Zimt vermischt (bei mir Ceylon-Zimt)

Zubereitung der Hefeschnecken

  • Mehl in eine Schüssel geben, Mulde hineindrücken, Hefe hineinbröckeln und mit etwas der lauwarmen Milch und 1 TL Zucker einen Vorteig anrühren. Abdecken, 20-30 Minuten gehen lassen.
  • Danach alle anderen Zutaten hinterherwerfen, mit den Teighaken verkneten, bis sich der Teig von der Schüsselwand löst. Wenn nötig nochmal mit der Hand durchkneten, wieder abgedeckt an einem warmen Ort 20-30 Minuten gehen lassen.
  • Danach den Teig teilen, nochmals kurz kneten und auf einem bemehlten Backbrett/Arbeitsfläche mit dem Nudelholz dünn ausrollen. Ein längliches Rechteck zuschneiden (ich habe diesmal einfach ein großes, dünnes Schneidebrett als Schablone draufgelegt).
  • Die Butter für die Füllung schmelzen und mit dem Zimtzucker verrühren. Hier muss sich ein dickerer Zimt-Zucker-Butter-Schlamm ergeben, der nicht zu flüssig sein sollte.
  • Mit einem Teelöffel die Füllung auftragen und mit einem Backpinsel auf der Oberseite des ausgerollten Hefeteigs gleichmäßig verstreichen.
  • Nun von der langen Seite aus den bezimteten Teig zu einer eng gewickelten Wurst aufrollen. Die Teigrolle halbieren, und für 5-10 Minuten ruhen lassen, so kann die flüssige Butter etwas fester werden und läuft nicht mehr heraus. Danach in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.
  • Die Schnecken mit etwas Abstand auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech platzieren. Nochmals ein paar Minuten gehen lassen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 175° ungefähr 15 Minuten pro Blech goldbraun backen.

Schneckchen-Fazit

Frisch gebacken schmecken sie natürlich am genialsten. Locker, fluffig, zimtig, wolkig... einfach.... Hach! Los, backt sie nach und suhlt euch im Hefe-Schnecken-Himmel.

Das hier habe ich mir in meinem Rezeptbuch vor Jahren zu den Zimtschnecken notiert:  "Vor verfressenen Freunden retten! Die Population der Zimtschneckchen ist von altersher äußerst gefährdet und ihre Lebensspanne ist von nur kurzer Dauer - dank ihrer natürlichen Fressfeinde (in die Küche einfallende Horden, die von den ausströmenden Lockstoffen angezogen werden...)." Kann ich auch heute nur erneut bestätigen.

Hefegebäck ist zwar nur am selben Tag noch wirklich frisch und locker, aber gut verpackt sind die Schneckchen auch noch danach mehr als essbar (und super zum Tunken!). Sie sind dann zwar etwas trockener und härter, irgendwie in einem Keks-Stadium, aber zum Kaffee, Tee oder Kakao trotzdem suchtgefährend. In meiner Familie war das auch ganz normal die zu backen, etwas zu naschen und den Rest dann wie Kekse in der Dose aufzubewahren. Mir wurde erst vor kurzem erklärt, dass das nicht üblich ist. Egal. Das Rezept ist ursprünglich glaube ich aus "Gööcks großem Backbuch".