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Pflanzliches Apfel-Zwiebel-Schmalz

Ab und zu gibt es mal ne Schmalzstulle. Schmelziges kühles Zwiebelschmalz, das einen auf ner kräftigen Scheibe Graubrot freundlich anglitzert. Lecker. Diesmal halt in der tierfreien Variante*. Geht nicht? Geht.
vegane Schmalzbemme

In Kindheitstagen gab es Schmalz (da merkt man die Wortherkunft von "schmelzen") ganz selten mal bei uns, dann gab es damit mal ne Schnitte mit und geriet danach meist in Vergessenheit - sonderlich gut hab ich das nie so vertragen. Bereite ich Gans oder Ente zu, lasse ich allerdings auch immer das Fett und Grieben aus, um möglichst viel vom Tier zu verwerten. Einen Großteil verschenke ich meist an eine schmalzverrückte Freundin, die auf Gänseschmalzstullen mit meinem Kräutersalz schwört.
Bei irgendeinem Spinntreffen strandete dann mal ein Glas mit veganem Schmalz in meiner Küche und wurde zunächst äußerst skeptisch meinerseits beäugt und mehr als nur argwöhnisch und naserümpfend umrundet.

pflanzlicher Schmalzgetrocknete ApfelchipsPflanzliches Schmalz

Umso erstaunter war ich, dass der vegane Brotaufstrich wirklich gut war. (Ja, dieses erfreute Erstaunen ist nach Begegnungen mit diversen gekauften rein pflanzlichen Brotaufstrichen, die von Geschmack und Aussehen eher an vergilbten Fensterkitt erinnerten, immer wieder da.) Und im Gegensatz zu tierischem Schmalz, vertrag ich es auch. Ab und an wanderte also wieder ein Gläschen davon in meinen Einkaufskorb. Irgendwann konnte ich das leise innere Stimmchen von "Das kann ich doch selbst machen!" nicht mehr ignorieren und habe mich selbst daran probiert. Und jetzt weiß ich: Mit nur vier Zutaten kommt frau also in den im Schmalz-Himmel. 🙂 Oberlecker!

pflanzlicher Apfel-Zwiebel-Schmalz

Da ich manchmal ein faules Stückchen bin und nicht ewig Zwiebeln und Äpfel zu Tode frittieren wollte, habe ich auf schon (gefrier)getrocknete Produkte (allerdings ohne weitere Zusätze) zurückgegriffen. Damit war mein veganes Schmalz in kürzester Zeit fertig. Gewürze habe ich keine dazu gegeben, mir reicht der röstige Zwiebelgeschmack mit fruchtigen Apfelstückchen dazwischen. Noch ein paar Salzkristalle auf die Schmalzbemme gestreut und fertig. Wer möchte, kann natürlich am Ende - sonst verbrennen die Gewürze - beispielsweise noch Pfeffer, Paprika, Majoran oder Thymian einquirlen.

Das Rezept ist für vegan lebende, aber auch allesfressende Menschen interessant. Ab und an mal ein Brotbelag ohne tierische Produkte kann ja aus den vielfältigsten Gründen gerade Thema sein. Ich bin dann jedenfalls mal weg. Ich muss Brot rösten und dringend ne Schmalzstulle essen. 😉

Rezept für veganes Schmalz

Rezept für veganes Apfel-Zwiebel-Schmalz

200 g Kokosöl (mild = ohne Kokosgeschmack)
150 g Sonnenblumenöl
10 g Apfelchips (getrocknet)
8 g Zwiebelwürfel (gefriergetrocknet)

Zubereitung

  • Die Apfelchips mit dem Messer in kleine Stückchen schneiden und zusammen mit den abgewogenen Zwiebelstückchen beiseite stellen.
  • Das Kokosöl und das Sonnenblumenöl in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze schmelzen.
  • Die Apfel- und Zwiebelstückchen dazu geben und unter stetem Rühren rösten/frittieren, bis anfangen zu bräunen. Da die Zutaten ja schon trocken sind, kann das sehr schnell gehen.
  • Vom Feuer nehmen und abkühlen lassen. Sobald das Schmalz zimmerwarm ist, in den Kühlschrank stellen, um ihn fester werden zu lassen.
  • Wenn das pflanzliche Schmalz etwas fester ist (die gerösteten Apfel- & Zwiebelstücke sammeln sich sonst nur am Boden), kräftig durchrühren, in saubere Gläschen abfüllen und verschließen. (Bei mir haben sie sich unten abgesetzt, einmal Aufrühren, wenn das Schmalz weich ist, schafft da Abhilfe.)
  • Im Kühlschrank lagern, eine halbe Stunde vorm Essen aus herausnehmen, damit das Schmalz schön streichfähig und nicht mehr hart ist. Vorsicht, wenn es zu lange draußen steht, kann es nach einiger Zeit arg weich werden.

Ein Gläschen selbstgemachtes Schmalz ist übrigens auch ein nettes Mitbringsel aus der Küche.
Auf der Suche nach noch einem tierfreien Aufstrich? Dann auf zur veganen Friedrichshainer Mettratte. 😉

*Dieses Blog ist keine Plattform, um über den Sinn oder Unsinn einer veganen Lebensweise und die Benennung von Lebensmitteln diskutierten. Danke, dass du darauf Rücksicht nimmst.

Projekt Komplettverwertung: Quittenkompott, Quittengelee, Quittenlikör, Quittensirup, Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup

Ein Wochenende, sieben Kilogramm Obst, zwei Menschen, ein Haufen Einmachgläser und eine Mission: Ein Einkochmarathon mit möglichst großer Komplettverwertung.

Apfelquitten

Ausgangspunkt waren vier Kilo Äpfel und drei Kilo gemundraubte Quitten (die die Handmaid mir lieberweise vorbeigepuckelt hatte), ein paar Vanilleschoten und Zitronen, die in Dinge fürs Vorratsregal transformiert werden wollten. Das Ergebnis: Gut 50 gefüllte Gläser und Flaschen mit samtigen Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup, Quittenkompott, Quittengelee, Quittensirup und Quittenschnaps. Nur ein paar ausgekochte Apfel- und Quittengriebsche, -schalen und ausgequetschte Zitronen blieben am Ende übrig. Und ja, da befällt er mich wieder, dieser beglückte und ungemein befriedigende hab-ich-selbst-gemacht-Schöpferinnen-Vorratskammerstolz, der mir quasi in die Wiege gelegt wurde.

Einkochtes für die Vorratskammer aus Äpfeln und Quitten

Rezepte zum Einkochen von Quitten & Äpfeln

Da ich nicht alles in einzelnen Artikeln abhandeln mag, gibt es jetzt quasi einen rezepttechnischen Rundumschlag, angefangen bei den Äpfeln. Obwohl Anfang November, kochen ja auch jetzt noch viele ein. Es gibt einige späte Äpfel, die auch noch Ende Oktober geerntet werden oder die nach dem früheren Pflücken jetzt nach Lagerung erst ihren vollen Geschmack entwickeln. Die Erntezeit für Quitten zieht sich sogar teils bis in den November hinein und auch Quitten sollen ja beim Farbumschlag von grün auf gelb geerntet werden (Wikipedia sagt, damit das Pektin in den Kernen nicht abgebaut wird) und dann noch nachreifen. Bei mir lagen diese wundervoll aromatisch duftenden Früchte auch ein paar Wochen in einer Schale in meiner Küche und reiften- unter Beobachtung und einem Wenden und Kontrollieren der Früchte alle paar Tage - langsam nach. Außerdem: Das nächste Erntejahr kommt ja bestimmt.

Einkochen mit Twist-off-Gläsern

Wenn ich Heißabfüllungen direkt in Twist-off-Einmachgläser* mache, dann habe ich neben dem Topf mit dem Einkochgut einen großen Topf mit auf dem Herd stehen, in dem zeitgleich die Schraubgläser und -deckel auskochen. Da wir in Berlin sehr kalkhaltiges Wasser haben, gebe ich noch etwas Zitronensaft oder Essig mit ins Wasser, damit sich der Kalk nicht an den Gläsern ablagert - das ist aber ein rein kosmetisches Problem. 😉 Ich hole jedes Glas zum Befüllen mit einer Zange aus dem Topf, stelle es auf ein feuchtes, sauberes Küchentuch und befülle mittels eines Marmeladentrichters*, damit der Glasrand wirklich sauber bleibt. Die Gläser werden direkt nach dem Befüllen für ein paar Minuten auf den Kopf gestellt. Dreht man sie nachher herum, kann man mit dem Finger nachspüren, ob sie wirklich gut angezogen haben und verschlossen sind: Die Mitte des Deckels muss leicht nach unten vertieft sein. Manchmal hört man die Deckel beim Anziehen auch laut "Klack!" machen. Je nach Zeit und Lust verwende ich entweder gekaufte Etiketten* oder labele meine eingekochten Schätze mit handgeschriebenen Zettelchen. Diese mit Milch aufgeklebten Etiketten sehen cool aus (ich mag vor allem diesen unkomplizierten, nicht herbeigezwungenen Vintage-Touch bei wiederverwerteten Obsttüten) und haben den Vorteil, dass etwas Wasser sie problemlos wieder ablöst und man um Etikettenabschrubborgien bei der Wiederverwendung von leer gefressenen Gläsern herum kommt. Aber nun ab zu der langen Liste von Rezepten zum Einkochen von Quitten und Äpfeln.

Komplettverwertung beim Einkochen: Apfel

Äpfel für selbstgekochtes Apfelmus

Rezept für Apfelmus

Da habe ich ganz simpel auf mein bewährtes Rezept für samtiges Apfelmus mit Honig und Vanille zurückgegriffen.


Apfelsaft aus ausgekochten Apfelschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1250 g Apfelschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 4 Kg Äpfeln)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Äpfel die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Madige oder faule Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Apfelreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit Deckel darauf auskochen, abkühlen und die Fruchtstücke weiter darin ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen und für Apfelgelee oder Limonadensirup weiterverwenden. Der Saft schmeckt relativ herb, aber dank der Schalen doch stark apfelig.
  • Optional: Ich habe noch eine zweite Filterung des Apfelsaftes durch einen Teefilter aus Papier gemacht, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Apfelgelee Grundrezept

Rezept für Apfelgelee (Grundrezept)

1200 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
50 g trockener Weißwein
3:1 Gelierzucker
Optional: Saft 1 Zitrone

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Apfelgelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Selbstgekochter Limonadensirup: Apfel-Vanille-Sirup

Rezept für Apfel-Vanille-Sirup (Limonadensirup)

1000 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Apfelsaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und Flaschen füllen, verschließen, umdrehen.

Komplettverwertung beim Einkochen: Quitte

Das war übrigens meine erste Begegnung mit Quitten. Ich hatte hauptsächlich Apfelquitten bekommen, diese gelten als aromatischer, aber auch schwerer zu verarbeiten als Birnenquitten. Nach zwei Tagen mit diesen Biestern kann ich den Ruf nach einer Axt tatsächlich verstehen. 😉 Schälen ging hervorragend, aber zerschneiden und Kerngehäuse herauslösen hatte wirklich mehr von einer Schnitzarbeit.

Quittenkompott

Rezept für Quittenkompott

3 Kg Quitten (bei mir: Apfelquitten & Birnenquitten)
1,5 l Wasser
400 g Zucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Falls noch Flaum auf den Quitten ist, dann diesen zuerst mit einem Küchentuch aus Stoff abreiben. Quitten dann waschen, schälen, entkernen (Schalen & Kerngehäuse direkt in gesäuertes Waser für den Quittensaft geben) und in grobe Stücke schneiden. Quitten sind sehr widerstandsfähig, ich habe sie in Achtel geschnitzt und in mit Zitrone versetztem Wasser zwischengelagert, damit sie nicht zu braun werden.
  • Wasser, ausgekratztes Vanillemark, ausgekratzte Vanilleschote und Zucker kurz in einem Topf aufkochen, der Zucker sollte sich komplett gelöst haben.
  • Die gestückelten, noch ungekochten Quitten in die ausgekochten Schraubgläser schichten, Marmeladentrichter* darauf setzen, die vorbereitete Zuckerlösung darübergießen. Gestückelte Vanilleschote mit in die Gläser geben. Darauf achten, dass der Rand sauber und trocken ist und mit dem Deckel fest verschließen.
  • Sind alle Gläser verschlossen, werden diese in einen großen Topf gesetzt. Da ich keinen Einkochautomaten* oder sowas besitze, habe ich dafür einfach einen großen Suppenkochtopf genommen und mit zwei Schichten Gläsern à 5 Stück pro Ebene gearbeitet, was hervorragend funktioniert hat. Die Gläser sollten sich nicht berühren, zwischen die beiden Ebenen habe ich noch ein sauberes und nochmals klar durchgespültes Küchenhandtuch gelegt.
  • Sind alle Gläser im Topf: Kaltes Wasser angießen, so dass alles bedeckt ist, den Topf zum Kochen bringen und die Quitten für 30-40 Minuten einkochen. Die Zeit zählt erst ab dem Kochzeitpunkt.
  • Die Gläser im Topf abkühlen lassen und erst dann herausnehmen.

Quittenkompott - eingekocht im Kochtopf in Schraubgläsern

Quittensaft aus ausgekochten Quittenschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1000 g Quittenschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 3 Kg Quitten)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Quitten die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Schlechte Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Quittenreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel auskochen, abkühlen und die Fruchtreste weiter darin ziehen lassen.
  • Die Quittenflüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen (man da schon, dass Quitten eine große Gelierkraft besitzen) und für Quittengelee oder Limonadensirup weiterverwenden.
  • Optional: Zweite Filterung des Quittensaftes durch ein feines, papierenes Teesieb, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Quittengelee

Rezept für Quittengelee

1200 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
Saft 1 Zitrone
3:1 Gelierzucker

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Quittengelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Quittensirup für Limonade

Rezept für Quitten-Vanille-Sirup

1000 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Quittensaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und kleine Glasflaschen* füllen, verschließen, umdrehen.

Meine Brombeeren im Schattengarten sind ja in diesem Jahr einem Gärtner zum Opfer gefallen, weswegen es keinen Whiskylikör mit Brombeeren gab, aber da mein Umfeld mehrfach bei dem Wort Quitte sehr deutlich  zum Ausdruck brachte, dass man diese Frucht hervorragend in Alkohol fallen lassen kann, bin ich dem natürlich nachgekommen. Das Endergebnis ist allerdings quietschquittengelb - Vergleiche zu gewissen Ausscheidungsprodukten lasse ich an dieser Stelle. Das Aroma der Quitten entfaltet sich jedenfalls wirklich toll.

Quittenlikör aus Gin und Quittenschalen

Rezept für Quittenlikör (Quittenschnaps)

700 ml Gin
150 g Quittenschalen (Apfelquitten)
1 Vanilleschote
200 ml Wasser
200 g Zucker

Zubereitung

  • Vanilleschote aufschlitzen und zusammen mit den Schale und dem Gin in ein verschließbares  Glas geben (ich habe das auf zwei Flaschen mit weitem Hals aufgeteilt). Darauf achten, dass alles Schalen wirklich vom Gin bedeckt sind.
  • Glas verschließen und 3-4 Wochen ziehen lassen. Ab und an schütteln/umrühren. Nach kurzer Zeit sieht man schon, wie der Gin sich wunderbar quittengelb verfärbt.
  • Den Quittengin durch ein feines Metallsieb abseihen. Wer nur Quittenschnaps möchte, belässt es dabei.
  • Für Quittenlikör nun aus Wasser und Zucker eine Zuckerlösung kochen, abkühlen lassen und dann mit dem abgefilterten Alkohol mischen. Den Quittenlikör auf Flaschen* ziehen und noch etwas nachziehen lassen.

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Herrlich herbstlich: Apfel-Crème Brûlée

Der Liebste meinte bei der Durchsicht meiner im Blog eingestellten Rezepte letztens, dass die Süßspeisen deutlich überwiegen. Ich behaupte ja frech das Gegenteil (okay... die Schokoladenrezepte... ähem.. ich verweigere die Aussage), füge aber heute eine der süßen Rezeptliste eine wunderschöne Rezeptvariante hinzu: Crème brûlée mit Bratapfel

Apfel-Crème Brûlée mit Bratapfel und knackiger Karamellkruste.

Natürlich kann ich euch ebenso meine Rezepversion des normalen Klassikers Crème Brûlée anbieten.

Wie es zu dieser apfeligen Variante kommt? Mitte September war ich zu einem Abend eingeladen, auf dem vom zuständigen Dachverband Produkte aus Südtirol* vorgestellt wurden. Das Ganze war zwar als Workshop angekündigt, entpuppte sich dann aber als Veranstaltung mit langem Stehempfang, Reden & Imagefilm. Etwas sehr anstrengend und auslaugend, als Berliner Foodbloggerin fühlte ich mich zusätzlich auch etwas allein auf weiter Flur. (Und dann lehnte ich auch noch den Alkohol ab und stürzte den Sommelier in eine Stunden andauernde Sinnkrise. Jedes Mal, wenn der arme Mann mit seinen Flaschen in meine Nähe kam, schüttelte er fassungslos den Kopf und murmelte entsetzt vor sich hin.)

Apfel-Crème Brûlée

Die anschließende Präsentation der vier traditionellen Produktgruppen (Brot, Speck, Obst/Wein, Käse - falls ihr jemals die Chance habt die Käsesorte "Lagrein" zu probieren: Bitte zugreifen. Mein neuer Lieblingskäse mit Rotwein- und Knoblaucharomen) war allerdings sehr liebevoll und engagiert gemacht. Zum Teil eben durch Produzenten selbst, da merkt man halt das Herzblut, das drin steckt. Das anschließende Menü, zubereitet von dem südtiroler Koch Anton Dalvai (mit dem ja eigentlich gekocht werden sollte...) war dann auch wirklich gut: Riesentortellini mit Käse und Speck, Gerstenrisotto mit Apfel- und Käsewürfeln und zum Dessert ein Dreierlei aus Apfelstrudel (der mich ziemlich unterwältigte), Gewürztraminereis (das fand der Liebste hinreißend) und eben ein Gläschen mit Apfel-Crème Brûlée (göttlich), dazu Espresso. Anton Dalvai machte zum Abschluss auch noch sehr sympathisch eine Runde bei den Gästen ("Wer will  noch Eis?"). Eine Chance, die ich nutzte, um ihn zu der Crème Brûlée auszuquetschen. Bereitwillig gab er Auskunft: Dampf beim Garen (kann ich ja nicht mit dienen, aber ein Wasserband ließ er auch gelten), Bratapfel in der Grundmasse und viele Eigelb wären das Geheimnis.

Köstliches Dessert mit Karamellkruste: Crème Brûlée

Meinen Versuche habe ich mit vier Eigelb gemacht. Das Ergebnis kam dem Vorbild schon sehr nahe. Die Konsistenz bei mir war sehr soft und locker-cremig. Ich meine, die beim Event war etwas fester und die Körnigkeit des Apfels (lag vielleicht an der Sorte), kam nicht so sehr heraus. Wer mag, kann ja noch ein bis zwei mehr Eigelb in der Creme versenken. Was ich an dieser Version des traditionellen Desserts besonders toll finde: Die Vanille sinkt nicht zu Boden und sammelt sich  dort als schwärzlicher Satz. Durch die von Anfang an etwas festere Konsistenz bleibt der Custard komplett von feinen Vanillepünktchen durchzogen.

How to make Apple Crème Brûlée

Rezept für Crème brûlée mit Bratapfel

~ 7 - 8 Portionen

2-3 süßsäuerliche, mittelgroße Bio-Äpfel (bei mir Boskop, ergab genau 250 g Bratapfelmasse - alternativ habe ich auch schon gutes Apfelmus genutzt)
100 ml Milch
200 ml Sahne
100 g Zucker
4 Eigelb
etwas Butter
Mark einer Vanilleschote
Puderzucker zum Karamellisieren

Zusätzlich benötigt:
Gasbrenner/Flambierer*
ofenfeste Schälchen
feines Sieb für Puderzucker

Zubereitung

  • Den Ofen auf 175° vorheizen. Die Äpfel waschen, das Kerngehäuse ausstechen, Butterflöckchen auf und im Innern der Äpfel verteilen.
  • Die Äpfel in eine ofenfeste Form setzen und für circa 30 Minuten backen, bis sie richtig weich und mürbe sind. (Das ist ein wenig von Apfelsorte und -größe abhängig.) Meine sind erstaunlicherweise förmlich auseinanderfrittiert. Im Innern noch etwas fest, aber gar. Außen total weich.
  • Milch, Sahne, das ausgekratzte Mark der Vanilleschote und den Zucker in einen Topf geben und nur sanft erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Die ausgekühlten Äpfel aufschneiden und mit einem Löffel das Fruchtfleisch herausschaben. 250 g hiervon mit einem Pürierstab in die Vanillemilch einarbeiten. Rasch arbeiten, darauf achten, dass die Masse nicht aufschäumt. (Das schmeckt so allein als apfelige Dessertsauce schon total toll.)
  • Das Eigelb miteinander verrühren zu der abgekühlten Vanille-Apfelmasse geben und mit einem Saucenschneebesen untermischen. Die Masse sollte dabei nicht schaumig werden.
  • Die Masse für die Apfelcrème brûlée in ofenfeste Förmchen* füllen und im heißen Wasserbad (ich stelle die Formen in eine tiefe Auflaufform und gieße mit sehr heißem Wasser bis circa 2/3 der Höhe an) bei 150° Umluft circa 45 Minuten stocken lassen.
  • Danach abkühlen lassen, und aus dem Wasserbad nehmen. Wer eine richtig kühle Creme möchte, kann die Schälchen in die Kühlung stellen.
  • Erst kurz vor dem Servieren die einzelnen Schalen mit Puderzucker bestäuben (ich streiche ihn immer mit einem Teelöffel durch ein feines Teesieb - wie an den Puderzuckerringen rundherum sichtbar, stäubt es ein wenig weitflächiger) und dann mit dem Gasbrenner karamellisieren.

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Deine Stadt ist essbar: Wilde Erntezeit mit Mundraub & Mirabellenkompott

Letzte Woche hatte ich zum ersten Mal eine Begegnung mit frischen Mirabellen, die ich zusammen mit dem Liebsten via Mundraub in Berlin  von einem Parkbaum klaubte. Unter den interessiert-verwirrten Blicken von sich an Bierflaschen festhaltenden und auf Parkbänken sitzenden Menschen (wir sind wahrscheinlich heute noch Gesprächsthema) verschwanden wir im Gebüsch und zupften zuerst etwas zaghaft und schüchtern - immerhin war es mein erster öffentlicher Ernteversuch - an Zweigen herum.

Eingekochte Mirabellen mit Stein

Leider waren schon einige vor uns da und die meisten Früchte hingen über uns in unerreichbarer Höhe oder gammelten am Boden vor sich hin. Da das Obstbaumholz nicht wirklich elastisch ist, und wir die zwei Bäumchen auch nicht verletzen wollten, konnten wir die Zweige auch nicht herunterziehen. Ein kleines Tütchen kam dennoch zusammen und ich gebe es zu: Ein gewisser Jägerinnen- und Sammlerinnenstolz ist vorhanden. 😀

Mundraub

Ihr kennt Mundraub noch nicht? Dann solltet ihr das schleunigst nachholen, denn eure Stadt ist essbar. In großen Teilen jedenfalls. Das bedeutet aber nicht, dass jeder wild pflücken und seine Nachbarn berauben sollte. Bitte vorher immer nachfragen, wenn Unsicherheit besteht. Bitte keine Pflanzen verletzen. Und vielleicht noch was für andere übrig lassen. Auf der Seite von Mundraub gibt es dazu auch ein Regelwerk, das man unbedingt beachten sollte.  Aber gerade in der Großstadt gibt es viele unentdeckte oder vergessene Obstbäume, Brombeerhecken an öffentlichen Plätzen oder ganze Straßenzüge, die mit Haselnussbäumen bepflanzt sind. Jedes Jahr blutet mir beim Anblick der Haselnüsse, die langsam in die Hundescheiße getreten werden, förmlich das Herz.

Ich träume ja immer noch von einem sonnigen Garten mit Obstbäumen... aber naja... habe ich halt nicht. Wer weiß, was die Zukunft für schöne Dinge bereit hält. Momentan gehe ich jedenfalls mit sehr wachen Augen durch die Stadt und habe immer eine kleine Tüte für zufälliges Ernten in der Tasche. Falls jemand in Berlin/Friedrichshain gerade eine Obstschwemme hat - ich würde total selbstlos Dinge abnehmen. Ich kenne da zum Beispiel ein tolles Rezept für Apfelmus. 😉

Im Topf eingekochte MirabellenMirabellen...

Die Mirabellen selbst waren nicht meine einzige Einkoch-Premiere, ich habe auch zum ersten Mal Obst in Gläsern im Kochtopf eingekocht. Das ging so erstaunlich schön und simpel, dass ich diese Technik des Einweckens in Zukunft bestimmt öfter nutzen werde. Wichtig war das deswegen, weil die gelben Mirabellen sich problemlos entsteinen ließen, ihre rötlichen Verwandten aber partout nicht davon zu lösen waren. Und so toll ich das Ganze finde, Minifrüchte einzeln vom Stein schnitzen ist echt kein spannendes Abendprogramm. Und Mirabellen in Gin (etwas runterscrollen) sind zwar ein absoluter Klassiker, aber ich wollte unbedingt eingelegte Mirabellen. Also so wirklich kompottmäßig. Mirabellen, die verheißungsvoll rund und gelb durch den Sirup des Einmachglases schweben. Wie früher.

Und: Es hat geklappt. Das Enderergebnis überzeugt. Die Früchte haben noch eine angenehme Säure und sind nicht ekelhaft zuckrig, der Sirup in dem sie schwimmen ist wunderbar fruchtig und nicht zu zimtig oder zu süß.  Und die Früchtchen halten im Glas ihre Form, sind aber so mürbe, dass sie auf der Zunge zergehen und von den Kernen flutschen. (Mitesser sollten halt gewarnt werden) Ich find's toll. Passt beispielsweise hervorragend zu einem Schüsselchen Grießbrei oder Milchreis.

Rezept für Mirabellenkompott

Rezept für eingekochte Mirabellen / Mirabellenkompott

1 Kg Mirabellen
1 l Wasser
300 g Zucker
1/2 TL Ceylon Zimt (gemahlen)

Zubereitung

  • Die Früchte waschen und von den Stielen befreien. Schlechte Früchte aussortieren.
  • Das Wasser zusammen mit dem Zucker aufkochen, wenn er sich gelöst hat, den Zimt einrühren (Schneebesen).
  • Die Mirabellen in saubere Einmachgläser* schichten. Die Gläser etwas auf den Tisch aufstoßen und schütteln, damit die Früchte sich gut verteilen.
  • Mit Hilfe eines Marmeladetrichters* (die Dinger sind wirklich praktisch), die heiße Zucker-Zimt-Lösung einfüllen, so dass die Früchte alle bedeckt sind. Etwas Platz zum Rand lassen und darauf achten, dass der Rand wirklich sauber und trocken ist. Mit dem Deckel verschließen.
  • Die mit Mirabellen gefüllten Schraubgläser in einen großen Topf stellen, zu 2/3 Höhe der Gläser Wasser angießen, zum Kochen bringen und von da an 30 Minuten im Wasserbad köcheln lassen. Die Kochzeit fängt ab dem Zeitpunkt an, an dem das Innere der Gläser kocht, erkennbar an kleinen, aufsteigenden Wasserbläschen. Wem das zu umständlich ist, der erhöht einfach die Kochzeit.
  • Fertig. Ich habe die Gläser danach im Wasserbad auskühlen lassen, rausgenommen, abgewischt, etikettiert und im Vorratsschrank verstaut.
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Vegan, glutenfrei & wirklich gut: Ein Rührkuchen zum Überzeugen

Ich mag ja essenstechnische Herausforderungen. Und die gab es jetzt mal wieder, als jemand sehr Liebes, die überzeugt vegan lebt, letztens die Diagnose Sprue bekam und Gebäck sehr vermisst. Also ging es ab ins Labor die Küche - Rumprobieren und Testbacken. Nach ein paar Versuchen (lecker war irgendwie alles, aber die ersten Versuche waren mehr so klitschig wie ein englischer Pudding) und Herumschrauben an meiner Rezeptidee, kam dann ein wirklich guter und köstlicher Nusskuchen heraus.

Haselnusskuchen - vegan & glutenfreiUndogmatischer Nusskuchen mit Buchweizen - vegan, glutenfrei & halt echt gut!

Mit schon einem gewissen Stolz habe ich ihn dann beim Versponnen Salon aufs Buffet gestellt. Die Reaktionen waren anfangs verhalten. Vegane Küche ist hier ja eigentlich Alltag bei solchen Veranstaltungen und kein Problem. Aber glutenfreier Kuchen? Aus Buchweizen? An dieser Stelle erntete ich zweifelnd bis zutiefst entsetzte Blicke. (Nach einer wirklich gruseligen und den Göttern sei Dank nur sehr kurzen Buchweizenphase meiner Mutter kann ich die Besorgnis verstehen.) Aber - auch die Zweifler/innen haben tapfer probiert und innerhalb kürzester Zeit war fast alles sehr erstaunt ("Boar... echt lecker!" - "Der schmeckt wie der von meiner Oma! - Und zwar die, die backen konnte.") aufgekrümelt. Und so kann ich voller Überzeugung schreiben, dass der Kuchen gut zum undogmatischen Überzeugen geeignet ist. Undogmatisch deswegen, weil ich alles Nahrungsmittelquasilreligiöse verabscheue. Ich muss niemandem meine/n Glauben/Ernährungsidelogie/heiligmachende Küchenmaschine aufzwingen, selbiges erwarte ich auch. Ich liebe Rührkuchen und backe gerne mit so tollen Zutaten wie guten Eiern und Butter, aber es geht halt auch wirklich mal anders. Da bricht frau sich keinen Zacken aus der Krone. Jemand ist mit dem Rezept glücklich gemacht und jepp, das macht mich wirklich zufrieden. Und davon ab: Es ist auch guter Kuchen.

Rezept Rührkuchen vegan & glutenfrei

Das hier vorgestellte Rezept produziert einen Nusskuchen mit einer wirklich schönen feinporigen kuchenartigen Struktur, der gut zusammenhält, aber angenehm locker ist und sich im Mund nicht wie gebackenes veganes Brikett verhält. (Ohja. Alles schon erlebt...)

veganer Buchweizenkuchen

Der glutenfreie, vegane Rührkuchen schmeckt pur toll,  mir persönlich am besten mit einem Überzug aus Zartbitterkuvertüre und lässt sich - erprobterweise - auch wunderbar als Tortenbasis für (vegane) Buttercreme verwenden. Nussallergiker könnten theoretisch die Haselnüsse durch Mandeln ersetzen und - da diese geschmacklich nicht so intensiv sind - noch ordentlich gemahlene Vanilleschote oder Orangenschale dazu geben.Rezept glutenfreier veganer Kuchen

Rezept für glutenfreien, veganen Kuchen

(Gebacken in einer Springform mit einem Durchmesser von 23 cm)

175 g Mineralwasser mit Sprudel (wichtig!)
150 g Apfelmark (Das ist ungesüßt. Alternativ: Apfelmus, dann aber den Zuckeranteil verringern, geschätzt um ca. 15-20 g?
100 g Buchweizenmehl
100 g Haselnüsse (gemahlen)
100 g Zucker
75 g Reismehl (Vollkorn)
50 g Sonnenblumenöl
2 TL Backpulver (1 Tütchen)
1/2 TL Johannisbrotkernmehl
vegane Margarine zum Ausfetten der Form, Buchweitenmehl zum Ausmehlen

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten (Buchweizenmehl, Reismehl, Haselnüsse, Backpulver, Johannisbrotkernmehl, Zucker) in einer Backschüssel gründlich miteinander vermengen.
  • Die feuchten Zutaten (Öl, Apfelmark, Minerwalwasser) hinzugeben und mit einem großen Löffel einarbeiten. (Achtung, der rohe Teig schmeckt echt eklig.)
  • Die Springform großzügig ausfetten und danach mit Buchweizenmehl ausmehlen. Aus meiner schrömmeligen und uralten Backform löste sich der Buchweizenkuchen danach immer hervorragend.
  • Den Kuchen im vorgeheizten Backofen (Umluft) auf mittlerer Schiene bei 175° für 30 - 35 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

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