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Lesehungrig No. 5

Die kommende Zeit der Glückseligkeit und Nächstenliebe (aka Weihnachtsstress und Geschenkmarathon) zeichnet sich schon äußerst deutlich am Horizont ab - perfekt, um mal eine kurze Pause einzulegen und bei der 5. Zusammenfassung des bibliophil-kulinarischen Dauerevents in von Büchern inspirierte Rezepte hineinzuschmökern und sich eine Portion Nahrung für Geist und Magen abzuholen.

Lesehungrig-quer-SIm dritten Quartal ist einiges an wunderschönen Gerichten und Erzählungen zu Büchern, die euch bewegten, zusammengekommen. Ich war von der Resonanz ganz von den Socken, Sommerzeit ist wirklich Lesezeit.  So ein lesehungriger Blogbeitrag ist ja nochmal etwas anders und arbeitsintensiver als normale Blogartikel. Ganz lieben Dank also nochmal an alle, die sich die Mühe gemacht haben. <3
Auch ich habe es nach einmal Aussetzen geschafft, euch eine Buchserie samt Rezept vorzustellen. Wer also noch nach Lesefutter für das winterliche Einkuscheln und Vergraben auf dem Sofa sucht oder ganz simpel Ausschau nach Geschenkideen für andere ist, wird unter so viel genialen und liebevollen Umsetzungen des gedruckten Wortes bestimmt fündig.

Lesehungrig No. 5 (Zusammenfassung von von Büchern inspirierten Rezepten)

Bleibt mir nur noch eines: Nämlich viel Spaß und Lesefreude zu wünschen.

Zusammenfassung Lesehungrig V.

 Frische Zitronenlimonade

Ganz sommerlich gab es zum Auftakt von Barbara in ihrem Blog Schlektüre direkt ein köstliches Glas Zitronenlimonade. Und ebenso sommerlich geht es im Lieblingslesefutter - dem Krimi "Kim Novak badete nie im See von Genezareth"* von Håkan Nesser - weiter: Ein langer, warmer schwedischer Sommer im Jahr 1962, zwei 14jährige Jungs, die (etwas hormongeschüttelt ;)) ihre Gefühlswelt erkunden, eine schöne Frau, ein Mord und das Ende der Kindheit - spannende Zutaten.

Rosinen-Sirup-Muffins

Obsti und Sushi, die zusammen das (fast) gleichnamige Blog betreiben, servieren mit ihren Rosinen-Sirup-Muffins ein Frühstück mit dem man gut gerüstet in den Kampf ziehen kann. (Immerhin! Frühstück - die wichtigste Mahlzeit des Tages. Gilt bestimmt auch für Fantasyheldinnen & -helden. ;)) Die Vorlage für das leckere Gebäck ist aus der "Göttlich-Trilogie"* von Josephine Angelini. Im Mittelpunkt steht die 16jährige Helen - die entdeckt, dass sie eine griechische Halbgöttin ist. (Quasi Percy Jackson in weiblich?) Eine große Prise Liebe und Weltretten ist natürlich auch dabei.

süßkartoffel

Bei Clia gibt es ein wunderbar simples und köstlich klingendes Rezept für im Ofen gebackene Süßkartoffeln. (Endlich weiß ich, wie man die Dinger zubereitet!) Der Roman, der sie zu diesem Gericht gebracht hat, ist "Der Frühling des Lebens" (Im Original "The yearling") von Marjorie Kinnan Rawlings, die damit 1939 sogar den Pulitzerpreis gewann. Clia erinnert sich, dass sie die Geschichte von Jody, der Farm und seinem Reh als Kind so oft las, dass sie sie quasi auswendig konnte. Wem die Story bekannt vor kommt, diese Geschichte über das Erwachsenwerden wurde mit Gregory Peck 1946 als "Die Wildnis ruft" verfilmt. (Den ich wiederum als Kind sah und ganz furchtbar erschreckend und traurig fand.)

Orangeneiscreme ohne Ei

Etwas leichtfüßiger kommt die Liebeskomödie "Das Rosie-Projekt"* daher. Der Genetiker Don sucht mittels seitenlanger Fragebögen nach der korrekten Frau für sich und trifft aber auf Rosie - die wiederum ihren Vater sucht und so gar nicht in die von ihm ausgefeilte Schablone hineinpasst. Ratio trifft auf Emotionen und Eiscreme wird dabei oft für Vergleiche herangezogen. Und so hat Ninive eine einfach wundervoll klingende (eifreie) Orangeneiscreme (die ich unbedingt noch nachmachen musss!) mit frischen Zesten, Creme fraiche und Orangenlikör für Don und Rosie gezaubert. 😉

Wassermelonensalat

Ylva gedenkt mit ihrem veganen Wassermelonensalat mit Fenchel und bluuuuutroten Granatapfelkernen den verschiedenen Vampiren, die sie seit ihrer Kindheit begleiten und diese blutige, lesehungrige Sucht in ihr ausgelöst haben. Dabei darf natürlich "Der kleine Vampir"* Rüdiger von Schlotterstein nicht fehlen, dicht gefolgt von dem "Dracula-Klassiker"* schlechthin und neueren Werken, wie "True Blood"*(ich hab sofort den genialen Soundtrack der Serie dazu im Kopf). Was sie aber vor allem zu diesem erfrischen Sommersalat getrieben hat, ist das gerade neu erschienene Druckwerk "Prince Lestat: The Vampire Chronicles"* der genialen Anne Rice.

Pelmeni mit Smetana und Wodky Russischer Standard

Nach gesundem Vampir-Salat gibt es von der lieben Gourmandise mit Pelmeni, Smetana und Wodka Russischer Standard noch was Deftiges auf die Teller und eine Belehrung in russischer Ess- und Trinkkultur durch den "interstellalen Privatdetektiv" Martin. Sie nimmt bei dem (von mir übrigens ebenfalls geschätzten - ich habe ihn in den letzten Jahren nur arg vernachlässigt) Autor Sergej Lukianenko und seinen präzisen Vorstellungen zur Pelmeniherstellung in dem Sci-Fi-Roman "Spektrum"* Anleihe und formt die köstlichen Teigtaschen zu klassischer Musik. Die sibirischen Kräuter würden mich - neben dem Buch - übrigens auch interessieren!

 Rote-Beete-Suppe à la Game of Thrones Khaleesi Daniela hat ihre Nase nicht nur in die geniale "Game of Thrones-Reihe"* von George R. R. Martin und die dort beschriebenen göttlichen Festmähler gesteckt, sondern auch in das offizielle "GoT-Kochbuch"* (dem ich persönlich ja ein klitzeklein wenig zwiespältig gegenüber stehe... ;)) Sie bereitet eine Rote Beete-Suppe nach Art der freien Stadt Volantis zu, wie sie wohl auch Daenerys gerecht werden würde. Jetzt noch ein paar gebratene und honiggetränkte Heuschrecken dazu, dann wäre das authentische Essen perfekt. 😉

 

 Egg-Custard-Tarts Ulrike wildert mit dem Buch "Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet"* des britischen Autors Alan Bradley inspirationstechnisch wieder im amüsanten Krimi-Genre, das voller schräger Charaktere ist: England in den 1950er Jahren, die gerade mal elfjährige altkluge Halbwaise Flavia, mit einer Leidenschaft zum Giftmischen für Chemie versehen, findet einen Sterbenden im Garten. Als kurz danach ihr Vater als Mörder verdächtigt wird, fängt sie an zu ermitteln. (Kleine Randbemerkung: Allein schon das - in meinen Augen - süße Cover im Stil von Wednesday Adams bewegt mich ja fast zum Lesen...) Passend zum Krimi gibt es die "Egg Custard Tarts" à la Haushälterin Mrs. Mullet. Nom!

 

 Bubbly Pie nach Art der Drachenreiter von Pern (Blaubeerpastete) Wie angekündigt, gibt es auch einen Beitrag von mir. Ich habe mich in diesem Jahr ausführlich in die Welt der Drachenreiter von Pern von Anne McCaffrey eingelesen, nachdem mir die Story jahrelang angepriesen wurden. In meinem Zweitfoodblog Lesehunger habe ich ein Rezept für die auf Pern traditionellen Bubbly Pies (auf irdisch Blueberry Pie/Blaubeerkuchen) veröffentlicht. Dort setze ich mich auch sehr kritisch mit dieser misogynen, sexistischen und vom Weltbild her absolut rückständig auf mich wirkenden Buchreihe auseinander. Ihr seht, man muss ein Buch nicht lieben, um es lesehungrig aufzuarbeiten. 😉

 

 Lasagne mit Waldpilzen Und Ylva ist in diesem Quartal sogar noch ein zweites Mal mit von der Partie. Sie nutzt das bibloiophil-kulinarische Event zur versuchsweisen Bewältigung eines von Walter Moers und seiner Romanfigur Hildegunst von Mythenmetz und dem Buch "Ensel und Krete"*verursachten Hexen-Birken-Traumas. Ich drücke die Daumen, dass es wirkt, die Hexen-Lasagne mit Maronennudeln und Waldpilzen sieht aber so lecker aus, dass sie bestimmt über einiges hinweg hilft. Bestimmt auch über zwischen Birken stehende Hexen. 😉
 Gnocchi-Waldpilzpfanne Aaaaber Ylva kommt nicht allein, sie hat auch gleich noch Julia im Gepäck, die von selbiger Textstelle begruselt wurde und mit Waldpilz-Gnocchi ebenfalls eine an das märchenhafte Zamonien gemahnende Köstlichkeit auf den Tisch stellt. Waldpilzhexenseelen sollen dabei aber keine zu Schaden gekommen sein. Ehrenwort! (Und was bin ich froh, dass es kein Bienenbrot oder lebenden Käse gibt.. Puh!)

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Lesehungrig No. 4

Ihr Lieben, es ist mal wieder so weit - wir widmen uns hungrig einer schönen Portion Lesefutter! Und gerade zur Sommer- und Urlaubszeit haben sich hier ein paar leckere Häppchen Literatur und dazugehörige schöne Rezeptinterpretationen angesammelt.

Lesehungrig-quer-SIch habe es leider nicht geschafft, mich in diesem Quartal zu beteiligen und streue ganz brav Asche auf mein unwürdiges Haupt und wälze mich mental in Schande vor euch. Dafür habe ich aber ein paar spannende Rezepte in Planung, bzw. schon hergestellt, die sich wieder in Richtung Fantasybücher bewegen. Ich sage nur so viel: Ein Rezept wird nach Hogwarts führen, dann habe ich noch Drachen zu bieten und Schildkröten mit Elefanten auf dem Rücken. 😉 So viel also zu meinen bibliophil-kulinarischen Ideen, die mich derzeit umtreiben.

Lesehungrig-Banner-türkis-SB

Lange Vorrede, kurzer Sinn, hier findet ihr die kleine, aber äußerst feine Zusammenfassung für das zweite Quartal 2014. Die fünf Rezepte sind wieder alle herrlich unterschiedlich und bieten gleichzeitig Einblicke in bisher noch unbekannte Lesewelten. Mit Ylvas Einreichung ist sogar äußerst lustig eine meiner Lieblingsbuchserien vertreten - manchen vielleicht besser als HBO-TV-Serien-Umsetzung "Game of Thrones" bekannt.

Zusammenfassung Lesehungrig IV.

Eiersalat

Den Anfang macht im zweiten Quartal 2014 Ulrike mit ihrer Version des vom Krematoriumsmitarbeiter verspeisten Eiersalat-Kresse-Sandwichs. Man ahnt es schon, es handelt sich um einen Krimi, nämlich "Lutetia Stubbs: KellerLeichen und wie man sie nicht entsorgt"* von Matthias Czarnetzki, der voller herrlich schräger Charaktere sein soll. Und wie man bei Ulrike lesen kann, ist der Autor auch direkt auf Twitter greifbar. Das Buch klingt sehr lesenswert und Letzteres sehr nett! :)c

Sauerteigansatz

Bei Ylva findet sich eine wirklich lustige Umsetzung von George R. R. Martins genialem und ja eher düsteren Fantasyepos "Das Lied von Eis und Feuer"* (das 5-Book Boxed Set * der englischen Originalausgabe ist sprachlich wie preislich empfehlenswerter). Sie benennt ihr Anstellgut zum Brotbacken nach Charakteren der großen Clans. Ich darf kurz und anschaulich zitieren: "Petyr, Verteter der Baelishs und Meister des Dinkelsauers mit all seiner zähen Schleimigkeit" - göttlich! Ich habe beim Lesen Tränen gelacht. Perfekt für Game of Thrones*-Fans.

Klütersuppe

Auch bei Sabine wird es mit ihrer Klütersuppe mit Kirschen absolut kriminell. Richard Fasten wird den Berliner/innen, die einen ganz bestimmten Radiosender hören, ja sowieso ein Begriff sein. Hier treffen wir auf sein Buch "Moin: Ein Fastostsee-Küstenroman"*. Titelheld ist der von seiner Umwelt etwas gequälte Dorfpolizist Boris Kröger, der sich im Grunde doch nur seine Ruhe und Klütersuppe von seiner Oma wünscht. Man sollte auf die sprachlichen Eigenheiten des Buches (tut, tut, tut....) mental vorbereitet sein, dann liest es sich nach schön sommerlicher Kurzweil.

Käsebällchen

Susanne bringt etwas Außergewöhnliches mit, sie hat nämlich Käseklopse gekocht. Inspiriert wurde sie hierzu von dem Vater-Tochter-Roman "Chuzpe"* von Lily Brett, der sich durch eine spannende Geschichte (Ruths sehr lebenslustiger 87jähriger Vater zieht von Melbourne zu ihr nach New York, lernt dort zu ihrer Besorgnis eine neue, vollbusige Liebe (Zofia) kennen und eröffnet ein Klopse-Restaurant namens "You've got to have balls" ;)) und feinsinnigen Humor hervortut. Aber nicht nur Lustiges kommt zur Sprache, das Buch greift auch die jüdische Geschichte des 2. Weltkrieges auf.

Bretonische Milchkonfitüre

Und von Ulrike gibt es in diesem Quartal sogar noch einen zweiten köstlichen Beitrag. Mit der Bretonischen Milchkonfitüre treffen wir wieder auf Komissar Dupin, den wir schon Ende letzten Jahres mittels bretonischer Butterkekse kennenlernen durften. Diesmal ist er in den Salzgärten unterwegs und eigentlich hatte Frau Küchenlatein in ihrem bretonischem Kochbuch nach einem gänzlich anderen Rezept für ein in dem Krimi "Bretonisches Gold"* von Jean-Luc Bannalec erwähntes Gericht gesucht, blieb dann aber mangels des Gesuchten an diesem verführerischen und zuckersüßen Brotaufstrich hängen.. äh.. kleben.

Pfefferminztaler

Beinahe hätte ich die liebe Gourmandise und ihr Rezept für Pfefferminztaler unterschlagen. Mit dem schönen Roman "Valerie kocht"* von Maria Goodin kommt dann auch noch eine leichte, aber dennoch tiefgehende Mutter-Tochter-Geschichte ins Boot. Als Valerie schwer erkrankt, zieht die rationale Nell, die ihrer Mutter die fantasiereichen Verbrämungen der Familiengeschichte übel nimmt, zu ihr, um die Wahrheit zu erforschen. Aber ihre Mutter kocht und bäckt nur und erzählt weiter lustige Geschichten, bis sich nach und nach mehr enthüllt. Mit diesen Pfefferminztalern soll Baby-Nell übrigens mal Höchstgeschwindigkeit beschleunigt worden sein.

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Lesehungrig No. 3

Einigen mit ganz prüfenden Augen ist es eventuell aufgefallen, dass ich den Namen des Events und das Logo leicht abgeändert habe. Nach und nach werde ich dann auch die Banner überarbeiten und austauschen. Also wundert euch bitte, bitte nicht, wenn bei euch plötzlich ein türkises Buch mit etwas anderem Text auftaucht und es nicht ganz so aussieht, wie gewohnt.

Lesehungrig-quer-SUnd warum jetzt dieses nervige Rumngeändere? Einfach, damit es nicht zu Verwechslungen mit meinem Blog Lesehunger (das als Projekt aus dem allerersten Lesehunger entsprungen ist) und diesem wunderbaren Dauer-Event kommt. Da ich mit diesem ganz speziellen literarischen Foodblog ja auch an meinem eigenen Event teilnehme, ist das - für alles außer mir - etwas... verwirrend. Deswegen also das Auseinanderklamüsern via etwas anderslautender Namenswahl. Ich hoffe das kann jeder nachvollziehen und ich verwirre niemanden vollends mit der Aktion.

Lesehungrig-Banner-türkis-SBAaaaber, schreiten wir endlich zur Tat und stellen all die tollen essbaren Dinge und Bücher vor, die im ersten Quartal 2014 zusammengekommen sind.

Zusammenfassung Lesehungrig III.

2b

Für den allerersten lesehungrigen Beitrag im Jahr 2014 widmet sich Ninive dem spanischen Autor Arturo Pérez-Reverte (Was für ein Name - ist ja auch schon ein wenig verheißungsvoll) und seinem Roman "Dreimal im Leben"*.
Gegessen wird in dem Buch, das in den 19302er Jahren spielt, nicht sehr viel. Der Tango - und eine Liebesgeschichte über Jahrzehnte hinweg - stehen im Fokus. Aber immerhin isst die wunderschöne Protagonistin Mecha auch mal ein Scheibchen Toast, was zu diesem leckeren Rezept für Vollkorntoast führt.

1b

Und das Toastbrot findet irgendwie ja auch Verwendung im zweiten Rezept, dass Ninive einreicht... Denn von dem Roman leichten aber sehr amüsanten Frauenroman Fast Women* (Achtung: Englisch) lässt sie sich zu Eggs Benedict inspirieren, die dort das traditionelle Frühstück bei einem Frauentreffen sind. Mit der frisch geschiedenen Hauptfigur Nell Dysart, die einen Job in einer Detektei annimmt, ihren Schwägerinnen und einem Haufen Porzellan entwickelt sich laut Ninive eine schön leichte, aber nicht zu seichte Story. Klingt nach perfekter Ferienlektüre.

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Friederike nimmt uns mit ihrem Rezept für "Kotonjada oder Quittenkäse" (Ich kenne es unter dem Namen Quittenbrot), mit nach Kroatien und erzählt von dem Familienroman "Olivas Garten"* von Alida Bremer. Der Roman trägt wohl stark biographische Züge und erzählt davon, wie die inzwischen in Deutschland lebende Alida den Olivenhain ihrer Großmutter in Kroatien erbt und dieses Erbe auch antreten will. Gewürzt also mit vielen Erinnerungen - an schreckliche Kriegszeiten, schöne Erlebnisse und natürlich starke Frauenfiguren, wie die Großmutter, die in einer Szene würziges, süßes Quittenbrot herstellt....

4b  

Auch von mir gibt es natürlich einen Beitrag. In meinem speziell auf Literatur bezogenen Foodblog "Lesehunger" habe ich in der Pfanne leckere & fluffige Buchweizenpfannkuchen gebacken. Zu dem Rezept verleitet wurde ich durch eines meiner Lieblingsbücher "Daddy Langbein"* (das Buch gibt es leider nur noch gebraucht, das englischsprachige Original kann man sich auch kostenlos im Projekt Gutenberg runterladen) von Jean Webster. Die Story spielt um 1915: Judy Abbot ist in einem furchtbaren Waisenhaus aufgewachsen, durch ein Stipendium kann sie aufs College und entdeckt dort in ihrer herrlichen Art die Welt. Unbedingt lesenswert!

5b  

Barbara pochiert in ihrem Blog Schlecktüre Lachs und serviert dazu Beurre blanc, Kartöffelchen und Böhnchen. Sie erzählt, wie die Familiengeschichte, die Frances Greenslade in "Der Duft des Regens"* vor den Leser/innen ausbreitet, sie in ihren Bann gezogen hat. Das Buch handelt von zwei Schwestern, ihrer fantastischen Kindheit in den Wäldern British Columbias (Kanada) und dann dem extremen Bruch: Der Vater stirbt, die Mutter verschwindet, die Mädchen werden zu Fremden in der Stadt gegeben und wachsen dort auf. Aber die erinnerungsvolle Sehnsucht und viele Fragen treiben natürlich umher. Eine etwas schwerere, traurig-schöne Lesekost, die mit sehr poetischer und bildgewaltiger Sprache aufzuwarten scheint.

6b  

Ein lesehungriges Blogevent so ganz ohne Krimi ist ja fast nicht vorstellbar. Und so bereichert uns die liebe Gourmandise mit “Fettuccine al triplo burro maestose” (manchen eventuell auch unter "Fettucine Alfredo" bekannt) und größeren göttlichen Mengen an Nudeln, Parmesan Butter und Sahne. Dieses Gericht genießen die Hauptakteure des Romans "Die letzten Tage des Vatikan"*
von Jacques Neirynck mit kriminaltechnischen Zügen (immerhin steht die Echtheit des Grabtuches von Turin zur Debatte) zu Anfang in einem Restaurant in Rom. Und es liest sich ja auch wirklich zu lecker...!

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Supper Club mit Guido Vinci in “Freddy Leck seine Küche”

Was macht die gelangweilte Foodbloggerin in Berlin so - außer des Abends nach getaner Arbeit, Arbeit und Arbeit schnell was in der heimischen Küche zusammenzurühren? Sich auf dem Sofa einrollen? Sanft entschlummern? Wilde Partys feiern? Fast.
Supper-Club-Collage-bsStiftung Warentest hat nämlich das Verlagsprogramm erweitert und macht jetzt - auf den allerersten Eindruck hin ziemlich gut - in Kochbüchern. Und um diese vorzustellen, es ist ja zugegebenermaßen irgendwie nicht das erste mit Stiftung Warentest assoziierte Thema, luden sie verschiedene Pressevertreter/innen  und Foodblogger/innen zum Italian Gourmet Supper Club* in "Freddy Leck seine Küche". (Jaha.. nich lachen. Datt heißt wirklich so. Liegt gleich neben "Freddy Leck seinem Waschsalon". Hat bestimmt wieder irgendwas mit Hipstern und Berliner Coolness zu tun.) Am Herd stand Guido Vinci und zauberte ein mehrgängiges Menü mit Wildkräutersalat, (den Göttern sei Dank!) nicht-nach-Rote-Beete-schmeckendem-Rote-Beete-Risotto mit Parmesanschaum und Proseccogelee, niedrigtemperaturgegartem Bio-Kabeljau auf Mangoldsmoothie und Orangensouffleeküchlein mit einer süßen Auberginenvanillesauce, die (ebenfalls den Göttern sei Dank) nicht nach Aubergine schmeckte. Da meine Kamera bei dem Licht nicht kooperieren wollte, gibt es leider nur ein paar schrömmelige Handyschnappschüsse.
Supper-Club-Menü-bs Tja.. was soll ich sagen. Zwischen bunten 60er Jahre-Tapeten, herzzerreißender Marienfigur (hätte die nur in meine Handtasche gepasst...) und im Lichte von Kerzen und einem herrlichen Kitschklunker-Kronleuchter saßen wir in dem kleinen Raum an einer großen Tafel, ließen uns direkt daneben wunderbar bekochen und haben uns hervorragend unterhalten. Es war wirklich eine ausnehmend schöne und angenehmen Atmosphäre, was sicherlich auch daran lag, dass das Team von Stiftung Warentest den Event nicht zu einer aufdringlichen Werbeveranstaltung à la Kaffeefahrt ausgebaut hatte.  Das einzige Manko war die etwas schlechte Akustik des Raumes, bei knapp 20 Personen wird es dann halt sehr schnell etwas laut. Etwas schade auch, dass man im Grunde nur mit einem Drittel der Anwesenden (denen, die in direkter Hörnähe um einen herum saßen) ins Gespräch kam. Es war insgesamt herrlich unaufgeregt und dennoch ein besonderer Rahmen.  Ein warmer Abend, bei dem man sich toll unterhalten, neue Kontakte knüpfen und alte auffrischen konnte und ganz nebenbei noch ein paar Kleinigkeiten zu den Kochbüchern und ihrer Herstellung erfuhr. Endlich konnte ich Petra - mit der ich ja quasi seit Jahren täglich via Twitter kommuniziere - mal live sehen. Von der lieben Ulrike bekam ich zudem noch ein Fläschchen von ihrem selbstgebrauten Tonic-Sirup zugesteckt. Sehr sympathische Neuentdeckungen des Abend waren dann auch noch die Mädels von Angel of Berlin und Bella kocht.

Zu den Büchern komme ich dann schlussendlich auch noch. Beim Herausgehen mitgenommen habe ich mir nur das Kochbuch "Beeren"** von Linda Louis, das am 15.04.2014 erscheint. Beim Hindurchblättern heute entpuppte sich dies als wirklich  interessantes Buch, auch wenn Linda Louis in einem Rezept so ein wenig die Konsistenzen von mittelalterlichem Lemon Posset und Everlasting Syllabub durcheinander zu werfen scheint. Aber nicht nur Rezepte zu allen möglichen Beeren sind hier vertreten, auch jeweils ein Steckbrief und genauere Infos zu Ernte, Anbau (ich wühle ja sowieso gerne in der Erde meines Schattengartens), Inhaltsstoffen und Verwendung sind zu finden. Und es finden sich verheißungsvoll köstliche Neuentdeckungen: Die Litschitomate war mir bis dato unbekannt - mir juckt der Anbau derselbigen in den Fingern. Und auch die Früchte des Westlichen Erdbeerbaums sehen bezaubernd aus. Ganz neu und spannend war für mich, dass die, schon oft interessiert beäugten, Früchte von Fuchsien tatsächlich essbar sein sollen. Ein weiteres Buch von Stiftung Warentest, das mir demnächst hoffentlich ins Haus flattern wird, ist "Gutes Essen - Lebensmittel selber machen"** - das trifft einfach auf den ersten Blick total meinen Nerv und ist gut für meinen neugierigen Selbermachtrieb, der mich ja schon seit frühester Kindheit dazu zwingt, möglichst viel auszuprobieren und einfach mal mit den eigenen Händen anzufertigen.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies hatte allerdings keinerlei Einfluss auf meine Meinung.
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Lesehunger II. – Zusammenfassung des kulinarisch-bibliophilen Dauerevents

Lest und dann kocht darüber! Der zweite Lesehunger hatte nur zwei Monate Zeit - von November bis Dezember - und das auch noch in einer der (zumindest nach meinem Empfinden) stressigsten Zeiten des Jahres. Kein Wunder also, dass das noch sehr junge Blogevent da nicht ganz so viel Zulauf hatte. Immerhin sind einige Sachen zusammengekommen, so dass wir die magische Drei vollkriegen. Wer gerne mitmachen möchte, findet hier im Artikel zum bibliophil-kulinarischen Lesehunger-Dauerevent genauere Infos, die nächste Deadline ist übrigens der 31.03.2014.

Wie richtig zitieren? Ich trau mich nicht...

Während der letzten Wochen habe ich bemerkt, dass einige Foodblogger*innen sich nicht an eine Beteiligung herantrauten, weil sie Angst hatten wegen Zitaten belangt zu werden.
Deswegen nochmal ganz deutlich: Ihr müsst keine Zitate einbringen. Wirklich nicht.
Der Lesehunger soll Leselust und Liebe zur Kulinarik miteinander verbinden, nicht dazu führen, dass ihr euch schlecht fühlt. Wenn ihr unsicher seid - beschreibt doch einfach kurz die Szenen, zeigt euren Leser*innen, warum euch dieses Stück Text genau zu diesem Rezept geführt hat. Dazu müsst ihr nicht wortwörtlich aus dem Buch zitieren. Wer dennoch zitieren möchte, dem empfehle ich einen Blick in diesen Artikel zum Zitierrecht der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke.

Zusammenfassung Lesehunger II.

Aber widmen wir uns endlich unserer kleinen, aber feinen Liste von lesens- und essenswerten Dingen... 🙂

Traubenkuchen-k Direkt zum Start liefert Ulrike einen unglaublich lecker und saftig aussehenden Luxemburger Traubenkuchen. Die Idee hierzu stammt aus dem Buch "Letzte Ernte. Ein kulinarischer Krimi"* von Tom Hillenbrand. In dieser Reihe ist allerdings kein leicht fresslüsterner Inspektor die Hauptperson, sondern der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer, der immer wieder unverschuldet und mit gewisser Naivität in Kriminalfälle der Foodszene stolpert und dann im Großherzogtum Luxemburg ermittelt.
 Lauchpfannkuchen-k Ninive kocht Lauchpfannkuchen "Shanghai". Inspiriert wurde sie hierzu von dem dritten Buch ("Schwarz auf Rot"*) einer Krimiserie, die sich um den chinesischen Oberinspektor Chen dreht, der in Shanghai ermittelt. Die kurzen Ausschnitte lesen sich wirklich interessant und köstlich. Neben den feinsinnigen Aussagen zum Regime, die der Autor Qiu Xiaolong seinen Protagonisten täten lässt, wird auch ein verführerischer Einblick in die authentische shanghaier Küche gewährt.
fruchtiger-Weihnachtspunsch-k Der dritte Beitrag stammt aus meiner eigenen Feder und versüßte lieben Besucher*innen und mir die Vorweihnachtszeit. Mein alkoholfreier Weihnachtspunsch kann zwar nicht per Zauberspruch die Welt verändern, aber sie vielleicht ein Stückchen besser machen. Zumindest, wenn mit Zeit und lieben Menschen genossen. Meine gedankliche Quelle war das wunderschöne Kinderbuch "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch"* von Michael Ende, in welchem ein Rabe und ein Kater am Sylvesterabend die Welt retten.

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