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Lesehungrig? – Immer doch!

Ihr Lieben,
zückt die Gabeln, wetzt die Messer und staubt die Lieblingsbücher im Regal ab, denn es wird wieder fantastisch: Der bibliophile Dauerevent Lesehungrig! startet wieder! <3

Bücherliebendes Blogevent Lesehungrig!

Nach einem Jahr Babypause, vielen Nachfragen und einer Zusammenfassung, die ich euch natürlich noch schulde, darf Lesehungrig! No. 10 in diesem Quartal endlich wieder stattfinden. Ich freue mich auf viele kreative, köstliche und fantastische Ideen und Umsetzungen von Literatur von euch - und natürlich auf das Kennenlernen von vielen neuen und spannenden Büchern.


Lest und dann kocht darüber!

Wie oft ist es euch geschehen, dass ihr eine Szene in einem geliebten Buch gelesen habt und direkt dort wart? Greift ein Rezept aus einem literarischen Werk auf, gießt ein Gedicht in die Form eines Menüs, esst und trinkt, was eure Heldin genießt, wandelt eine ganze Szene in einen Happen - und dann schreibt darüber und teilt dies mit uns. Seid lesehungrig!

Hier findet ihr genauere Infos zum geistig-köstlichen Dauerevent der bibliophilen Natur gibt es hier. Und wer Bedenken wegen Zitaten hat, dem sei dieser Artikel der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke ganz innig ans Herz gelegt.
Wie im verlinkten Orga-Artikel erklärt, könnt ihr mir eure Teilnahmebeiträge ganz einfach per Mail schicken. Wer sich lieber in sozialen Netzwerken organisiert, für den/die habe ich einen Event auf Facebook erstellt.

Kochbuchrezension: Ein Fest im Grünen für Kinder & Rezept für Wassermelonenpizza

Ja nee, is klar. Der Sommer hat sich gerade abgemeldet, der Herbst rüttelt schon an den Fensterläden - da kommt ich hier mit nem Sommersalat mit Wassermelone um die Ecke. Nehmt es einfach zur future reference. 🙂

Rezept für Wassermelonensalat

Und letzte Woche lagen die auch wirklich noch in den Geschäften, ich schwör's! Aber kommen wir zur Rezension des dazugehörigen Kochbuchs, anschließend verrate ich euch das Rezept für den tollen Salat mit Wassermelone, der garantiert nicht nur Kindern schmeckt, sondern auch für Erwachsene eine köstliche Vorspeise (oder ein Hauptgericht... je nachdem wie viele Scheibchen Salat man vertilgt... ) ist.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson

Rezension: "Ein Fest im Grünen für Kinder"* - Ein vegetarisches Kinderkochbuch

"Leckeres Essen muss nicht kompliziert sein." und "Ein Regenbogen auf dem Teller macht einfach einen Riesenspaß" – mit diesen beiden Zitaten aus dem Vorwort der USamerikanischen Foodbloggerin Erin Gleeson fasst man im Grunde schon das Wesen dieses Kochbuches zusammen. Und ja, damit hat sie mich auch ein wenig an der Angel. Denn wer hier mitliest weiß, dass ich oft von den unaufwändigen, klaren Kompositionen überzeugt bin. Sicher schätze ich Speisen, die aus zigtausend Zutaten entstanden sind und über drei tage zubereitet wurden - nur halt nicht von mir. Ich liebe es simpel und gut und da sind Erin und ich wohl auf einer Linie. ein wenig (sehr) lebt sie ja einen beneidenswerten Hipster-Ausstiegstraum: Als ihr Verlobter eine Stelle als Rabbi in dieser Gegend annahm, ließ sie ihre Karriere als New Yorker-Foodfotografin mit halbem Burnout fahren, zog mit ihm in ein Waldhäuschen, bekam dort wunderhübsche Kinder, (wieder)entdeckte dort ihren Aquarellkasten, Gemüse, das besondere Licht und das Bloggen.
Es ist übrigens schon das zweite Buch, das von ihr erschienen ist. "Ein Fest im Grünen"* (Forest Feasts) ist das erste, das dritte ist gerade erst auf Englisch erschienen: "Forest Feasts Gatherings"* mit Herbstrezepten.
Bevor es hier zu den Rezepten geht, die in die Kapitel "Snacks", "Getränke", "Salate", "Hauptgerichte", "Süße Zeiten" und "Partys feiern" unterteilt sind, gibt es erstmal eine kleine Einführung für Kochneulinge. Hier ruft Gleeson zu Kreativität und Improvisation auf und macht Mut und Lust aufs Kochen, auch wenn es vielleicht nicht beim ersten Mal gelingt. Sehr schön auch, dass Maßeinheiten, Küchenbegriffe, Schnitttechniken und Küchenwerkzeuge anschaulich bildlich erläutert werden.

Optisch bleibt ist das gebundene Buch sehr hübsch aufgemacht – die quietschebunten Aquarellzeichnungen von Erin Gleeson, fotografierte Zutaten und großformatige Fotos der leckeren Gerichte machen nicht nur kleinen Menschen Hunger auf die vorgestellten Köstlichkeiten. Ob nun leuchtende Aprikosenhappen, simple Radieschen mit Butter und Salz, Mangold-Quiche, Süßkartoffelpizza, Birnenkuchen, Couscoussalat mit Nüssen, Tortilla-Wraps mit Erdbeeren oder selbstgemachte Eissandwiches mit Früchten und Keksen – alles sieht zum Anbeißen gut aus.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson & Rezept für Wassermelonensalat

Kindgerechte Rezepte zum Nachkochen

Die Rezepte sind für Kinder verständlich erklärt und gut zum Nachkochen geeignet. Von sehr simpel (Traubenbrause) bis etwas aufwändiger (Regenbogen-Mangold-Quiche) findet sich hier eine schöne Bandbreite, die Erfolgserlebnisse verspricht, allerdings nicht nach Schwierigkeit gekennzeichnet ist. Inhaltlich sind sind die Gerichte in ihrer Zusammenstellung für manche vielleicht zunächst oft außergewöhnlich, aber nicht zu exotisch oder abgehoben. Zwar kommen – ganz hipsteresk – Edamame, Quinoa und stellenweise etwas gehäuft Grünkohl (eben die "Kale"-Verrücktheit der Amis) vor, aber davon ab sind fast alle Zutaten – vom Ziegenfrischkäse bin hin zu Süßkartoffeln, Granatäpfeln oder getrockneten Cranberrys – heutzutage auch in einem gut sortierten Supermarkt oder sogar Discounter zu bekommen. Beim Lesen auffällig sind nur manchmal etwas hohe Zutatenmengen wie 1/2 TL Zitronenabrieb für ein Scheibchen Brot oder 5 Knoblauchzehen auf 225 Nudeln, die man dann hinterfragen und eventuell senken sollte. (Andererseits: Ich habe beim Melonen-Salat auch erst an dem 1/8 TL Salz pro Melonenscheibe gezweifelt und es passte da für uns genau.)
Umgewöhnen muss man sich auch etwas bei der Zubereitung, denn die Zutaten sind im Zubereitungstext eingebettet und nicht nochmals extra gelistet – da muss schon genau hingeschaut und das Rezept im Vorfeld präzise gelesen werden.
Erwähnenswert ist ebenfalls, dass Erin Gleeson im Buch auf gekauftes Brot, Tortillas, Kekse und Teige zurückgreift, sie weist aber jedes Mal darauf hin, dass man zum Beispiel den Pizza- oder Mürbeteig auch selbst herstellen kann (liefert dazu aber keine Rezepte) – aus meiner Sicht ist das durchaus verständlich bei einem auf Kinder zugeschnittenem Rezeptbuch, das Lust an der Zubereitung und dem Verzehr leckerer Dinge machen und die Kids nicht von vorn herein zu Tode langweilen will. Quasi erfolgreiche Nahrungszubereitung als Einstiegsdroge. 😉 Eltern haben hier also die Wahl, was sie sich und ihren Kindern zutrauen und wie weit sie das später oder direkt vertiefen wollen. Insgesamt sind das aber Kleinigkeiten, die nicht all zu stark am Charme von "Ein Fest im Grünen" kratzen können.

Mein Fazit: Ein zauberhaftes und nicht nur liebevoll sondern auch sinnig gemachtes Kochbuch für Kinder, die Freude an der Essenszubereitung haben und neugierig auf mehr sind. Sie können hier lustvoll hindurchblättern, sich selbst leckere Rezepte aussuchen und sich daran ausprobieren. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich als Kind durch Kochbücher geblättert habe und viel nicht realisierbar war, gibt es von mir hierfür eine klare Kaufempfehlung. Und wahrscheinlich werden die anderen beiden Bücher auch noch auf meine Wunschliste wandern. Aber jetzt: Ab zum Rezept!

Erin Gleeson
Ein Fest im Grünen für Kinder*
Knesebeck, 2016
ISBN: 978-3868739473
112 Seiten, 16,95 Euro

Rezept für sommerlichen Salat mit Wassermelone

Rezept für Wassermelonenpizza

Das Rezept ist so ein wenig Pi-mal-Daumen, je nachdem wie viele Scheiben Wassermelone ihr zubereiten wollt. Die Zutaten sind hier also pro Scheibe aufgelistet, multipliziert sie einfach wenn ihr mehr macht.

Wassermelone (ohne Kerne)
3-5 Scheiben Mozzarella (das ist ca eine 1/2 bis 3/4 Kugel)
1 TL gehackte frische Minze
1 TL gehackte frische Basilikumblätter
1 TL gehobelte Mandeln
1,5 TL grob gehackte Walnüsse
2-3 TL Olivenöl
1/8 TL Zitronensalz

Zubereitung

  • Wassermelone in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Messer vorsichtig vom Rand herausschneiden, so dass die Scheiben intakt bleibt, und auf einen Teller legen.
  • Die Mozzarellascheiben fächerförmig in der Mitte anordnen.
  • Mandeln und Walnüsse kunstvoll über der Scheibe Wassermelone verteilen und in die Mitte die gehackte Minze und den Basilikum setzen.
  • Das Olivenöl darüber träufeln und das Zitronensalz darüber krümeln.
  • Schnell servieren und genießerisch vertilgen. Superfrisch und leicht, durch den Käse aber tatsächlich sättigend.

 

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Kochbuch verschenken & gleichzeitig für Syrien spenden

Ihr Lieben, seit gut zehn Jahren arbeite ich als Redakteurin für ein Berliner Printmagazin und schreibe dort unter anderem jeden Monat die Rezensionen. Natürlich schleichen sich da auch ab und an Kochbücher mit ein. In unserer Dezemberausgabe durfte ich ein besonders schönes ehrenamtliches Projekt vorstellen, dessen Erlös zu einem Großteil an den Verein SyrienHilfe e. V. fließt. Kaum davon gelesen und einen Tweet dazu abgesetzt, zwitscherte mir eine Followerin zu, dass sich gerade bei einer Konferenz neben einer der Mediaperlen (ich mag den Namen ja sehr) befindet, die die Pressearbeit übernommen hatten, und schon war der Kontakt hergestellt. Hach. Ich liebe mein Internet. <3

Rezension zu dem syrisches Kochbuch "Fadi kocht syrisch" Noch ein Weihnachtsgeschenk gesucht?

Um den Kreis zu schließen und zum Punkt zu kommen: "Fadi kocht syrisch" wurde von mir im Print rezensiert, ich möchte euch das Buch aber nicht vorenthalten und stelle meine Rezension deswegen zusätzlich auch noch hier im Magischen Kessel ein. Wer noch total ideenlos nach einem Geschenk sucht, kann sich ja hier vielleicht inspirieren lassen. Kleine Nebeninfo: Nachgekocht habe ich noch nichts daraus, mit etwas Erfahrung lassen sich aber Rezepte ja schon im Voraus oft auf ihre Tauglichkeit hin lesen.

Kochbuch: "Fadi kocht syrisch"

Schöne und exotische Kochbücher finden sich ja immer wieder gerne unter dem Weihnachtbaum – mit was kann man schöner in andere Länder und Kulturen reisen und einen Teil davon, quasi auf einer Gabel, direkt zu sich nach Hause an den Tisch holen? Druckfrisch ist jetzt dieses ganz spezielle Kochbuch im November herausgekommen, dass das Verschenken noch besser macht, denn der Erlös geht an Kinderhilfsprojekte des Vereins SyrienHilfe e. V.. Der deutsche Verein leistet vorrangig in Syrien, aber auch in Nachbarländern wie dem Libanon und der Türkei humanitäre Hilfe und Nothilfe für syrische Flüchtling, kümmert sich darum, dass die Menschen Nahrungsmittelspenden erhalten, leistet aber auch Hilfe zur Selbsthilfe und versucht sich auch im Waisenkinder zu kümmern. Das Buch ist eine Zusammenarbeit von sehr vielen Ehrenamtlichen – die sich vorher zum Teil gar nicht kannten – und dem syrischen Fernsehkoch Fadi Alauwad.

Dieser stammt selbst aus Syrien und ist 2014 mit seiner Frau und den drei Töchtern vor dem Bürgerkrieg und den Bomben nach Deutschland geflüchtet. In Damaskus war er ein bekannter Chefkoch, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war. Mit seiner eigenen Fernsehshow zeigte er nicht nur, dass auch Männer den Kochlöffel schwingen können, sondern auch wie man die traditionelle syrische Küche in moderner Form umsetzen kann. Inzwischen lebt Fadi in Aachen und arbeitet in der Brasserie Aix wieder als Chefkoch.

Auf gut 120 Seiten finden sich in dem gebunden Buch gut 40 kulinarische Highlights aus der bodenständigen syrischen Küche. Aber es ist nicht nur ein reines Rezeptbuch, eingestreut sind kleine Volksweisheiten, Anekdoten, Erinnerungen von Fadi und Reiseberichte und Bilder aus einem vom Krieg noch unversehrten Syrien, die die SyrienHilfe e. V. beigesteuert hat.
Da werden Gewürze, Genüsse, Sinneseindrücke, Orte und liebgewonnene Menschen wieder zum Leben erweckt, die vielleicht schon vom Krieg hinweggewischt wurden.
Den Leser/innen werden also nicht nur die klassischen Gerichte und Gewürze, sondern gleich noch eine Portion Kultur serviert. Aufgeteilt ist das Kochbuch in die Kapitel "Kalte Vorspeisen" (Salate wie Fattoush oder Taboulé), "Kleine Begleiter" (Dips & Salate, die zu Gerichten gereicht werden), "Warme Vorspeisen", "Hauptspeisen" (köstliche Fleischgerichte & leckere vegetarische Gerichte) und "Nachspeisen & Getränke". Abgerundet wird das Werk durch Kurzbiografien der ehrenamtlichen Helfer/innen.
Illustriert ist das Buch zudem mit appetitlichen Fotos neben jedem Rezept. Besonders schön ist: Neben der deutschen Übersetzung gibt es die original arabischen Namen der Gerichte in Transliteration, da kann sich so manches arabisches Kochbuch ein Scheibchen abschneiden. Ein paar Kleinigkeiten zu meckern gibt es aber doch, so fehlt zum Beispiel eine nach Kapiteln geordnete Übersicht und an manchen Stellen wird in der Zubereitung vielleicht doch ein wenig zu viel bei den Leser/innen an Eigenleistung und Wissen vorausgesetzt. (Der Liebste, der wunderbar rezepttreu nachkochen kann, wäre beispielsweise an ein paar Stellen aufgeschmissen gewesen. Aber ich denke das sind Kinderkrankheiten, die man ausmerzen kann.)

An dieser Stelle kann man übrigens noch mehr zu Fadi erfahren, hier werden auch nach und nach Rezepte und unterstützende Firmen im Blog vorgestellt. Spannend wäre es noch, mehr über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen zu lesen..

Fazit: Ein schönes Kochbuch verschenken, traditionelle arabische Gerichte genießen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Wenn sich das nicht nach dem perfekten und vor allem sinnvollen Geschenk für Kochbegeisterte anhört. Und sowas hat in der Geschenke-und-Konsumterror-Hochsaison namens Weihnachten ja fast ein Alleinstellungsmerkmal (das englischsprachige Buch "Soup for Syria"* verfolgt ein ähnliches Konzept)  und ist auf jeden Fall allemal besser, als der xte überflüssige Weindekanter oder ne versilberte Spargelzange. Also: kaufen, verschenken und am besten gleich noch eines für sich selbst mitbestellen.

Fadi Alauwad
Fadi kocht syrisch
ISBN: 978-3-00-051062-5
19,90 Euro, 119 Seiten
Bezug unter Mayersche.de und direkt vor Ort in der Filiale der Mayerschen in Aachen.
Leider ist das Buch trotz ISBN anscheinend nur so zu bekommen.

*Afiliate-Link zu Amazon

Ich bin lesehungrig… No.8!

Der Sommer ist in Windeseile an uns vorbei getanzt und schwupps, steht der Herbst im Wohnzimmer und bringt perfekte gemütliche Lesezeit mit. Ein guter Zeitpunkt, um euch die Zusammenfassung für das achte bücherbesessene Quartal zu servieren.

Lesehungrig: Zusammenfassung No. 8 #bücher #bücherliebe #books #food

Eine Übersicht und aktuelle Banner (die habe ich nämlich alle überarbeitet, geht bitte mal gucken, was da jetzt für hübsche Sachen zu finden sind) über alle lesehungrigen Veranstaltungen bisher, findet ihr übrigens hier im Lesehungrig-Originalartikel. Dort ist auch genau erklärt, wie ihr beim nächsten Mal teilnehmen könnt, ich freue mich sehr auf eure bücherverfressenen Umsetzungen.

Lesehungrig-Banner-türkis-SB

Diesmal sind fünf Bücher zusammengekommen - es zeichnet sich immer mehr ab, das viele vor allem von spannenden Krimis inspiriert werden. Ganz am Ende gibt es noch ein halloweentaugliches Rezept und wir haben diesmal eine Premiere, denn zum ersten Mal ist ein Kinderbuch mit in der Bücher-Vorstellungsrunde dabei. Und, kleine Anmerkung für mich: Das nächste Mal die Zusammenfassung nicht mit leerem Magen schreiben, der knurrte nämlich beim Anblick all der Leckereien (Ah! Pflaumenkuchen! Huuu, Käsebrot! Naaaain, Eierkuchen!!) ganz gewaltig und war nicht nur mit Worten zu sättigen.

Also, wie immer viel Freude am Lesen und Nachkochen und auf bald. Ich freue mich, von euch zu hören und auf eure wunderbar bibliophil-kulinarischen Ideen. Bleibt lesehungrig!

Eure Shermin

Münsterland-Struwen Sabine brät in ihrem Blog Struwen aus dem Münsterland/dem Rheinland. Bei diesem in der Pfanne gebratenem Hefeteig handelt es sich um eine Art dicker Pfannkuchen, die seit gut 1000 Jahren in der Region als Karfreitagsgericht nachgewiesen sind. Inspiriert zu diesem traditionellen Gericht wurde sie von dem Kriminalroman „Phönixkinder“* von Christina Drews. Wie man in Sabines Rezension lesen kann, ist das schon der zweite Band der im Münsterland spielenden Serie.
 

 

 Rügen-Krimi Und auch Ulrike hat sich mit „Hafenmord“' von Katharina Peters einen regionalen Krimi geschnappt. Hier ermittelt Komissarin Romy Beccare, eine Münchnerin mit italienischen Wurzeln, die es nach Rügen verschlagen hat. Als sich in einer Fischfabrik in Sassnitz eine Leiche anfindet, wird dort auch kurz danach das über 20 Jahre alte Skelett einer Frau gefunden und die Ermittlerin resit zur Lösung der Fälle kreuz und quer über die beliebte Ferieninsel. Bestimmt erkennt auch ihr etliche Orte wieder. Ulrike greift zum im Buch erwähnten Käsebrot mit Rügener Badejungen (nein, kein Kleinkind auf Bemme, sondern eine Käsesorte) und bäckt als Queen of Sauerteig eigens dafür ein Roggenmischbrot mit Hafer.
 

 

 Grüne Sauce wie Goethe sie mochte Bei Clia wird es klassisch. Sie erinnert sich an die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Goethe (den wir trotz allgemeiner Goetheflut im Deutschunterricht seltsamerweise nie behandelt haben, dafür kann ich andere im Schlaf vor mich hin murmeln... ;)) und fragt sich, was wohl im Zauberkessel vor sich hin blubberte. Das Gedicht gibt es nicht preis, aber zumindest vom großen Dichterfürsten ist laut Clia überliefert, dass er eine ausgeprägte Schwäche für Grie' Soß hatte und die kredenzt sie dann auch für uns.
 

 

 Zwetschgendatschikomplott „Zucker macht glücklich!“, zitiert Daniela und erfreut uns mit bayrischem Zetschgendatschi und bayrischem Zungenschlag. 🙂 Das passt ja sogar gerade noch in die Saison. Und natürlich wird neben dem Vertilgen von Pflaumenkuchen ebenfalls ausgiebigst kriminalisiert. Das Rezept hat sie nämlich aus dem Provinzkrimi „Zwetschgendatschikomplott“* von Rita Falk – der schon der sechste Band in dieser Serie ist. Dem Münchner Ermittler Eberhofer Franz fällt nämlich ein abgetrennter Frauenfinger in die Hände und führt – zu bester Oktoberfest- und Wies'n-Zeit – zu drei ermordeten Damen im Dirndl. Und da ist ja gerade wirklich die perfekte Lesezeit getroffen.
 

 

 Eierkuchen aus dem Kinderbuch Petterson und Findus Wie schon angekündigt, gibt es diesmal eine kleine Premiere, das erste Kinderbuch bei „Ich bin lesehungrig...!“ (Warum eigentlich jetzt erst? :D)
Das Patenkind der Gourmandise ist zwei Jahre alt geworden und bekam zum Geburstag „Kennst du Pettersson und Findus?*“ geschenkt. Ein stabiles Pappbilderbuch mit schöner Suchgeschichte (auch kleine Kinder werden also richtig eingebunden und können sich beteiligen) und einem Rezept für köstliche gerollte Pfannkuchen mit Himbeermarmelade. Na, wer da nicht schwach wird...!
 

 

 Rat-on-a-stick-pratchett Das lesehunrige Blogevent wird in diesem Quartal von mir und einer ganz besonderen Spezialität abgerundet – Ratte am Spieß (rat on stick) mit Ketchup! Wer kann diesen Augen schon widerstehen? Dieses zwergische Rezept, das man natürlich auch perfekt zu Halloween in unseren Breitengraden nutzen kann, ist als essbare Umsetzungdie meine persönliche Hommage an einen der besten Autoren der Gegenwart: TerryPratchett, der leider Anfang des Jahres verstarb. Ja, es ist „nur“ Fantasy, aber meiner Meinung nach ist dieses Genre sowieso gewaltig unterschätzt und zum anderen versteht es niemand so perfekt, pointiert und humorvoll den Finger auf die menschlichen Schwächen zu legen. Ach, lest einfach, was ich dazu geschrieben habe und steckt eure Nase in eines seiner wundervollen Bücher. „Helle Barden“* (in der Übersetzung von Andreas Brandhorst) zum Beispiel, da gehen Angua und Karotte in Ankh Morpok diese Spezialität dinieren. 😉

Lesehungrig No. 7 – die Zusammenfassung

Tja, erst wurde ich vom Stress geschüttelt, dann von garstigen Virenstämmen und danach habe ich erstmal etwas Erholung benötigt. Jetzt jedenfalls gibt es endlich die Zusammenfassung vom ersten Quartal 2015 - denn ihr wart schon unfassbare sieben Mal extrem lesehungrig und habt geniale Gerichte, Getränke und vor allem ganz viel Literatur(liebe) abgeliefert.

Zusammenfassung No. 7 vombibliophil-kulinarischen Dauerevent

Freut euch also wieder auf eine spannende Zusammenstellung aus (kulinarischen) Krimis, Science Fiction (naja.. sort of..), melancholischem Roman und traditionellem Märchen. Viel Spaß beim Stöbern!

Tagliatelle Ulrike wildert mal wieder sehr geschmackvoll in den kulinarischen Krimis von Tom Hillenbrand. Trotz des vielsagenden Namens „Tödliche Oliven“* gibt es nicht nur diese Steinfrüchte, sondern ein Rezept für Tagliatelle al ragú.
 kaya - Kokoscreme mit Pandanussblättern Sabine, die eigentlich sonst in ihrem Blog „Schmeckt nach mehr“ unterwegs ist, hat mit ihrem Rezept für Kaya (malaysische Kokoscreme mit Pandanussblättern) den kleinen Horrorgarten besucht und stellt den Roman "Der Garten der Abendnebel"* von Tan Twang Eng vor. Eine melancholische, tiefgründige Geschichte über lang zurückliegende Erinnerungen und die Meister-Schülerinnen-Beziehung zwischen dem ehemaligen Gärtner des japanischen Kaisers und der Malaysierin Yun Ling, die dann Richterin wurde.
 Shortbread Der dritte Beitrag ist ebenfalls von Ulrike. Diesmal erfreut sie mit einem Rezept für schottisches Shortbread und reist mit dem kulinarischen Krimi „Der letzte Whisky“* von Carsten Sebastian Henn in die Heimat dieser knursprig-buttrig-mürben Köstlichkeit. Es geht um – na klar – ziemlich viel Whisky und um eine scheinbar uralte Moorleiche, die sich auf einer Hebrideninsel anfindet und dank Handybestiz als doch eher Mord neueren Datums entpuppt.
 Mousse au Chocolat Fast könnte man denken „Och nö... nicht noch ein Ermittler in Venedig!“, aber dann klingt die Reihe um den adeligen Commissario Tron*, der der Spross einer verarmten venezianischen Dogenfamilie ist, und ein akutes Faible für Süßspeisen besitzt, doch sehr sympathisch. Die liebe Friederike nutzt jedenfalls die Gelegenheit, um wundervolle Mousse-au-Chocolat-Törtchen zu zaubern.
 Scones Auch ich war in diesem Quartal mit von der Partie. Beim Backen von wirklich göttlichen Scones für den Afternoon Tea wurde ich an Douglas Adams „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“* und die genial-absurd-fesselnde Story um den holistischen Detektiv Dirk Gently in Kombination mit altnordischen Gottheiten und seinen Kühlschrank erinnert.
 linsen Rrrruggedigu! Clia hat kein Blut im Schuh, sondern gibt die guten Tellerlinsen ins Töpfchen und kocht daraus eine kräftige Linsensuppe für die kühle Jahreszeit. Ganz klar welches Märchen sie dabei im Sinn hatte: Natürlich, Aschenbrödel. Und zwar in der Version aus den Kinder- und Hausmärchen* der Gebrüder Grimm!
 Chicken Tandoori mit isländischen Kräutern Daniela nimmt uns mit dem Krimi "Frevelopfer"* von Arnaldur Indriðason mit nach Island zu einem Fall der Komissarin Elínborg. Dort wird in Reykjavik ein Mann mit durchschnittener Kehle gefunden, und ein nach Tandoori-Gewürzen duftender Schal... Elínborg kocht selbst gerne indisch – allerdings kombiniert mit isländischen Kräutern. Und so gibt es bei Daniela Tandoori-Hühnchen mit arktischem Thymian und isländischem Rauchsalz. Klingt total spannend! 
Blamensir Bei der Gourmandiese speisen wir in diesem Quartal Blamensir bzw. Blancmanger. Eine auf den ersten Blick ungewöhnliches Gericht aus zerstampfter Hühnerbrust, Mandeln und Zucker, das sich im Mittelalter und auch noch in der frühen Neuzeit hoher Beliebtheut erfreute und schon lange auf meiner Liste noch auszuprobierender Speisen steht. Sie stellt damit jedenfalls den historisch-kulinrarisch-kriminalisierenden Roman Süßes Gift und bittere Orangen* von Eva Rudschies vor, der um 1541 in Landshut spielt und allerlei höfisches Ränkespiel in sich hat.
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