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Rezept für Sesamfladenbrot aus Kurdistan

Ich glaube dieses Brot, dicht belegt mit Sesam und geschmacklich und von der Struktur her in der Nähe von Focaccia, gehört zu den weniger bekannten Broten aus dem Irak. Bei meinem letzten Besuch in der kurdischen Zone in den 1990ern bekamen wir leider nur recht schlecht gebackenes Samoon-Brot zum Frühstück. Aber damals gab es allgemein ja nicht viel zu kaufen. Heute ist die Situation in der Autonomen Region Kurdistan im Irak ja deutlich anders und es gibt dort - zumindest für die, die Geld haben - gut sortierte, westliche Einkaufszentren.

 

Rezept für kurdisches Sesamfladenbrot

Eine kurdische Brot-Spezialität aus Mossul

Das Rezept für dieses Sesamfladenbrot habe ich aus "The Iraqi Family Cookbook" von Kay Karim. Es wird zwar nicht ausdrücklich so formuliert, aber aus den Beschreibungen und Texten lässt sich rekonstruieren, dass Kay aus einer (vermutlich kurdischen) christlichen Familie stammt, die Verbindungen nach Mossul hat. Mein Vater, der noch viele irakische und kurdische Rezepte im Kopf hat, kennt dieses spezielle Brot unter der Bezeichnung "Quosa/Gursa" nämlich nicht. "Gursa" oder mehr "Gurthßa", sagt  er, ist die allgemeine Bezeichnung für  einen Laib Fladenbrot. Und das, was ich da gebacken hätte, sähe genau so aus, wie etwas, das er als "Mossul-Brot" kennt. Nur halt deutlich kleiner. 😉

(Kleiner Exkurs: Wusstet ihr, dass in der nordirakischen Stadt Mossul, die am Ufer des Tigris erbaut ist, das biblische Ninive liegt? Nein? Na seht ihr, wieder ein Stück schlauer! 🙂 )
Kay Karim selbst schreibt, dass sie dieses Brotrezept von ihrer Tante Matheela hat und es sich hier um eine Spezialität aus den Mossul und den kurdischen Gebieten handelt. Mangels weiterer Quellen (das Internet schweigt dazu, bzw. mein nichtvorhandenes Arabisch/Kurdisch sorgen für eine erschwerte Quellenlage) kann ich die Namensverwirrung leider nicht weiter aufdröseln.

 

Brot nach einem Rezept aus Kurdistan (Irak)

 

Um nochmal die Größe aufzugreifen: Ich war beim Backen ganz überrascht. Nach dem Foto im Rezeptbuch hatte ich mir kleine, längliche Fladenbrote vorgestellt, es sind aber eigentlich mehr Sesambrötchen. Je nachdem wie groß man sie macht, erhält man 6 - 8 Stück. Für 6 Stück formt man längliche, dicke Teiglinge à 130 g. Für 8 Stück kleinere, längliche Brötchen à 100g. Es lohnt sich durchaus, das Rezept direkt zu verdoppeln und die kleinen Fladenbrote oder Fladenbrötchen einzufrieren. Das im Rezept genannte, verquirlte Ei reicht auch locker für die erhöhte Menge.

Kay hat in ihrem leider seit über vier Jahren nicht mehr aktualisiertem Blog vor sieben Jahren auch dieses Rezept für Quosa oder Gursa eingestellt. Allerdings mit etwas anderen Mengen und Backzeiten, sie schreibt im Buch, dass sie ihre Rezepte für die Buchausgabe zum Teil überarbeitet und vereinfacht hat. Hier teilt sie das Brot in nur vier Stücke auf - bäckt also wirklich kleine Fladenbrote daraus. Die Backzeit verlängert sich dadurch um 10-20 Minuten. Gereicht wird es traditionell zu Tee und Käse.

Die Brötchen ergeben erstaunlich gute Burgerbrötchen und schmecken auch am nächsten Tag noch - zum Beispiel aufgeschnitten und aufgetoastet.

 

Mossulbrot /Gursa - irakisches mit Hefe und Sesam

Rezept für irakisches bzw. kurdische Sesambrot

 

Kurdisches Osterbrot

Kay Karim erwähnt zusätzlich, dass dieses Brotrezept - lokal begrenzt auf die christliche Gemeine in Mosul - auch für österliches Gebildbrot in der Fastenzeit genutzt wird. Dann allerdings mit etwas Gelbwurz/Kurkuma oder Safranwasser zum Gelbfärben im Teig und ohne es mit Sesam zu bestreuen.

Kurdisches Sesamfladenbrot

Rezept für kleine kurdische Sesamfladenbrote bzw. Brötchen
(Mossul-Brot oder Quosa/Gursa)

(4 - 8 Stück)

550 g Weizenmehl (Type 405)
2 x 120 g lauwarmes Wasser
55 g Sonnenblumenöl
1 TL Trockenhefe
1 TL Zucker
1 TL Meersalz
1 TL Schwarzkümmel*
1 TL gemahlene Fenchelsaat* (optional, habe ich nicht verwendet)
1 Ei verquirlt
30 g Sesamsaat*

Zubereitung

  • In einer halben Tasse lauwarmem Wasser den Zucker und die Hefe auflösen und 15 Minuten stehen lassen. Ja, das muss man bei Trockenhefe eigentlich nicht, aber ich (und Kay scheinbar auch) machen lieber einen Vorteig, um die Hefe zu aktivieren. So ist man auch gleich vor bösen Überraschungen gefeit und sieht, ob die Bakterien noch pupsen. Ich hatte nämlich schon durchaus Trockenhefe, die nicht mehr zu aktivieren war.
  • Mehl, Gewürze und Salz in eine Schüssel geben und vermischen. Das Öl hinzugeben und einkneten. Das kann man einfach in einer Küchenmaschine machen oder von Hand, dann den Teig zwischen den Händen rubbeln/reiben. Es bilden sich kleine Teigklumpen.
  • Das Hefewasser und die zusätzliche halbe Tasse lauwarmes Wasser hinzugeben und den  Teig 5 Minuten kneten. Am Ende sollte sich ein glatter, fester, nicht klebriger Hefeteig ergeben. Bei Bedarf schlückchenweise noch etwas Wasser oder löffelweise Mehl ergänzen.
  • Die Teigoberfläche mit etwas Öl bestreichen, ein Tuch über die Schüssel legen und den Brotteig für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Den Teig nach dem Gehen kurz durchkneten und in gleichgroße Stücke teilen, mit der Handinnenfläche auf einer Arbeitsfläche zu leicht länglichen dicken Laiben wirken und diese dann etwas flach drücken. Für 8 Stück Teiglinge à 100 g, für 6 Stück Teiglinge à 130 g und für 4 kleine Brote Teiglinge à ~ 200 g abteilen.
  • Die Teiglinge auf ein mit Backpapier bezogenes Blech setzen, mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort für weitere 45 Minuten gehen lassen.
  • Mit einem scharfen Messer die Oberseite der Brote/Brötchen in einem Rautenmuster einritzen, mit dem verquirlten Ei bepinseln und großzügig mit Sesam bestreuen.
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft, 160°) auf mittlerer Schiene je nach Größe 22 - 40 Minuten backen, bis sie anfangen golden zu werden.

 

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Die #12von12 im April 2019

Wer es nicht kennt: Bei #12von12 geht es darum, am 12. Tag des Monats 12 Bilder aus seinem Alltag zu zeigen. Die Sammelstelle hierfür ist wieder bei "Draußen nur Kännchen", dort könnt ihr dann noch allerlei Einblick in die Leben anderer Menschen nehmen. Ich poste meine Fotos wie immer direkt am 12. auf meinem Instagram-Account und verblogge sie dann später hier. Also dann, auf geht's!

 

1. Arbeit. Symbolbild. Verfröstelt kuschel ich mich neben die Heizung und tue Dinge. Im Kopf immer mindestens drei verschiedene Projekte, die parallel laufen.

Arbeitsplatz im Homeoffice / Schreibtisch mit PC

 

2. Ich bin ja immer noch beim Umräumen, Aus- und Umsortieren. Schälchen ausleeren: Krimskrams aus Fimo wiederfinden, vor über 10 Jahren mal zusammengeschrömmelt. Kurz überlegen, ob es joy sparkt und dann an die Puppenstube vom Kind denken. Da darf es dann nachher hinziehen und Spielfreude verbreiten.

Krimkrams aus Fimo

 

3. Habemus Honig. Der Herzmensch hat heute endlich das Honigtauschpaket von Mama Juja freigekämpft bekommen. Yay! Es wurde direkt mit glänzenden Augen ein Glas geöffnet und genießerisch dran geschnuppert. Scheint viel Raps dabei zu sein? Mein Ding ist Honig ja nur beim Kochen, der Mann ist allerdings ein wahres Honigmonster und freut sich über diesen Schatz. Danke!

Paket voll mit deutschem Honig - direkt von der Imkerin

 

4. Gebloggt. Für das Dauerevent "Entstaubte Klassiker" habe ich mein Rezept für flaumig weichen Osterzopf nochmal neu fotografiert.

Rezept für Osterzopf

 

5. Kaffeepause mit Marmorkuchen. Nessie guckt zu.

Kaffeepause mit großem Milchkaffee und selbstgebackenem Marmorkuchen

 

6. Es graupelschneit in Berlin - aber ich habe soeben die erste Beelitzer Spargelhütte entdeckt!

Beelitzer Spargelhütte

 

7. Bei eisigen Temperaturen stand der Kindgergeburtstag an. Wir haben dann mal ne Kleinigkeit eingekauft... Gut, dass ich mein Lastenrad habe. Die Kurvenlage auf der Heimfahrt (untendrunter sind noch massig Getränke) war.... speziell.

Wochenendeinkauf im Lastenfahrrad

 

8. "Ick versteh das nich! Du findest Spinnen so eklich, aber kloppst dir so ein riesiges güldenes Insekt auf den Mantel.."
"Das ist ein süßes Bienchen. Summ, summ!
"Ja, aber diese Biene sieht aus, als hätte sie bei nem Goldschmied in Tschernobyl gearbeitet."

Emaillierte Brosche in Form einer Honigbiene

 

9. Ein kalter, schneegraupeliger, wolkengrauer Tag. Um so schöner, wenn mich bei der Heimkehr ein Päckchen von Hanser Verlag mit "Good Night Storys fo Rebel Girls"* (die Rezension dazu gibt es demnächst bei Lesehunger) empfängt. 100 außergewöhnliche Frauen quer durch Kulturen und Zeitgeschichte werden hier vorgestellt. Malbuch & Karten gibt es davon auch. Teil zwei vom Buch ist auch schon erhältlich. Das erhellt auch stressige Aprilfrösteltage. (Werbung, weil Rezensionsexemplare)

Rezensionsexemplar: Good Night Stories for Rebel Girls

 

10. Hello Papageienkuchen, my old friend. You here. Again? Für die große Kindergeburtstagsparty verbringe ich den Abend damit, die saubere Küche wieder zu verwüsten, mit Lebensmittelfarbe rumzuspielen und mich nebenbei ins Bett zu wünschen. Das Rezept für meinen Papageienkuchen wird auch bald hier im Blog einziehen.

Papageienkuchen: Schüsseln mit bunt eingefärbtem Teig

 

11. Und der nächste Streich - äh Kuchen - folgt sogleich!

Kuchen backen: Mehl und Eier

 

12. Irgendwann um Mitternacht. Der Liebste kocht noch schnell Wackelpudding für den Kindergeburtstag morgen. Danach fallen wir dann endlich ins Bett. Soo müde...

Beim Kochen von Wackelpudding/Götterspeise mit Waldmeistergeschmack

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Osterzopf reloaded

Ostern ist fast da - und bei mir steht noch gar nicht groß die Osterdeko. Nur ein paar Osterhasen durften sich vor ein paar Wochen zu der zeitlosen Lichterkette mit violetten Fledermäusen an unserem Türkranz gesellen. 😉 Aber immerhin: Ich habe schon Osterbrot gebacken.

Frisch gebackener, locker-flaumiger Osterzopf für die Ostertafel

Rezept für Osterzopf

Den ganzen März wollte ich schon den Osterzopf backen und in diesen wundervoll weichen, flaumig-zarten Hefeteig beißen, der frisch aus dem Ofen einfach am besten schmeckt. Ja und halt auch endlich mal neue Fotos zu diesem Rezept machen. Denn mein Rezept fiür Osterbrot habe ich schon zu meinen Bloganfängen vor ziemlich genau zehn Jahren (ja so alt ist mein Berliner Foodblog tatsächlich schon) hier eingestellt. Wie passend, dass Julia von German Abendbrot dazu aufruft, alte Blog-Klassiker zu entstauben und erneut vorzustellen.

Rezept für einen Osterzopf

Gebacken habe ich den leckeren Hefezopf während der Vorbereitungen (mal eben drei Kuchen - ächz) für den dritten Geburtstag vom Kind, was dazu führte, dass ich in der Hektik den aufgesetzten Zopf etwas schief draufgeklatscht und das erst nach dem Backen bemerkt habe, als das Hefebrot dann etwas linkslastig aufging und leicht gerissen ist. Sowas passiert - auch bei Rezepten, die man schon oft (naja ein bis zwei Mal im Jahr 😉 ) gebacken hat. Die Rückfrage bei der Bäckermeisterin meines Vertrauens ergab auch nochmal die Versicherung, dass die Hefemenge bei der Menge an Butter und Zucker im Teig vollkommen im Rahmen und nicht zu viel ist. Naja. Schief happens und geschmeckt hat er trotz des optischen Makels. Wie sagte meine Omi früher immer: "Schief ist englisch! Und englisch ist modern!".

Frisch gebackenes Osterbrot / Hefegebäck für Ostern

Gebildbrot zu Ostern

Aber nicht nur das klassische Osterbrot, sondern auch allerlei Gebildbrote, Sonnen, Kränze und Osterhasen lassen sich aus diesem Hefeteig formen und sehen dann ganz besonders hübsch zum Osterfrühstück aus. Wenn ihr dem Link zum Rezept folgt, findet ihr dazu Anleitungen und zusätzlich noch eine Step-by-Step-Erklärung mit Fotos zum Flechten des Osterzopfs.

Und  da wir gerade beim österlichen Backen sind, gibt's noch eine Erinnerung an mein Rezept für Osterhasenbrötchen. Die sind aus einem wundervollen Briocheteig und gefüllt mit einer Nuss-Pflaumenmasse.

Na dann - ran an den Backofen. Ich wünsch euch schon mal schöne Feiertage und wünsche viel Freude beim Herstellen und Verzehren des Gebäcks!

Rezept für einenklassischen Osterzopf

Frohe Ostern!

Osterkarte magischer KesselIhr Lieben,

ich hoffe ihr verbringt ein paar ruhige und sonnige Feiertage mit viel gutem Essen und euren Herzensmenschen.
Lasst es euch gut gehen und auf bald hier im magischen Kessel.

Eure Shermin

7 Tage – 7 Dinge – Kalenderwoche 14/2015

Und da sind auch schon meine 7 Dinge der letzten 7 Tage. (Genaueres zur Aktion und wie du teilnehmen kannst, findet Ihr im Ausgangsposting zu 7 Tage - 7 Dinge) Morgen ist Ostern und da ist es irgendwie ganz natürlich, dass viel in den vergangenen Tagen im Zeichen dieser Feiertage stand.

7 Tage - 7 Dinge
Meine 7 Dinge in den letzten 7 Tagen /KW14:

  • Aus dem Sofa gekuschelt, Tee getrunken und gelesen.
  • Endlich Zeit genommen und Haken gebogen und mit den selbstgemachten Wirteln zu einem Schwung neue Handspindeln vermählt.
  • Eine Zusammenfassung von allen möglichen sich hier im Foodblog herumtreibenden Osterrezepten geschrieben. Spannend zu sehen, was sich im Laufe der Jahre so ansammelt.
  • Eierlikör mit Whisky hergestellt *hicks*
  • Mehrfach gebacken. Zum einen die immer wieder absolut göttlichen Cardamom Lemon Sticky Buns (Cardamom-Zitronen-Schnecken) für ganz lieben Besuch (den ich nach fast 20 Jahren zum ersten Mal wiedersah). <3 Und wegen Ostern gab es natürlich Osterbrot und Osterhasen (Es sind Hasen! Haaaasen! Ignoriert die bösen Gerüchte über Osterkatzen.).
  • Selbiges frisch gebackenes Gebildbrot im Töpferladen beim Osteressen - zusammen mit vielen anderen köstlichen Dingen - verzehrt.
  • Eine Osterkarte gezeichnet. Für frei Hand aus dem Lameng sogar ganz zufrieden damit.