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Es grünt so grün! Urban Gardening in Berlin {Werbung}

In Berlin ist ja nicht alles trist und grau - zwar sind durchaus einige Berliner Hinterhöfe plattbetonierte Steinplattenwüsten, aber manche entpuppen sich als wundervolle, verzauberte, grünberankte Schattenreiche voller Blüten und herrlich wucherndem Rankwerk.

Urban Gardening in Berlin: Tränendes Herz

Urban Gardening in Berlin

Wer brav bei mir mitliest, dem wird nicht entgangen sein, dass mich schon immer die Liebe zum Pflanzen, Jäten, Säen und zum Hegen und Pflegen von Pflänzchen umtreibt.
Ich hätte liebend gerne einen Schrebergarten hier in Berlin, aber dank steigender Preise und der Planung des Senats reihenweise Kolonien zu schließen und zu Bauland umzuwidmen, wird das wohl leider nichts werden. Meine Versuche, in einem in der Nähe gelegenen Urban-Garden-Projekt mitzugärtnern, scheiterten an der dort fehlenden Wasserversorgung und dem total entmutigenden Vandalismus. Wenn man an einem Tag noch einen leuchtenden Kürbis bewundert, der am nächsten Tag dann in matschige  Stücke zertreten zwischen Unrat gefunden wird, frustriert das einfach. Und andere Communitygärten hier im Kiez verstarben, weil die Brache nach Jahrzehnten des gekonnten Spekulierens endlich als Bauland interessant war. Immerhin leben wir in Berlin Friedrichshain...
Also konzentriere ich meine gärtnerische Energie momentan auf ein paar Flecken bei uns in den Innenhöfen und auf dem Balkon. Ich wohne in einem Berliner Altbau, hier fällt viel Schatten - nicht gerade günstig für mein seit Jahren stures Vorhaben, selbst Nahrung anzubauen. Aber auch hier kann man recht viel erreichen.  Blattsalate, Walderdbeeren, Kapuzinerkresse, Wildtomaten - und erstaunlicherweise Chilipflanzen gedeihen hier gut. Und die Klimaerwärmung trägt dazu bei, dass Pflanzen hier besser tragen. Mein Feigenbäumchen im Topf produzierte letztes Jahr tatsächlich zwei Feigen, Mein inzwischen fast zehnjähriges Mini-Granatapfelsträuchchen im Blumentopf, von dem ich dachte, dass es nur Blüten schiebt, trug plötzlich einen Granatapfel. Und die im Innenhof gepflanzte Hasel (sollten die nicht erst nach zehn Jahren tragen?) erfreute mich 2018 mit ihren ersten vier Haselnüssen.

Gärten der Kindheit

Diese gärtnerische Leidenschaft (und dieses Selbstmach-Gen) habe ich wohl zum Teil von meiner Omi geerbt. Ich habe intensive Kleinkinderinnerungen an ihren Schrebergarten in Leipzig. An den versteckten Sandkasten, an sommerwarme Sonntage, die nach Petersilienkartoffeln duften. An den schattenspendenden Kirschbaum, die Schaukel auf dem Gartenweg mit den dicken Holzperlen daran, den Birnbaum, von dem immer diese großen, duftenden, butterweichen Früchte fielen, die die Wespen lockten, die Beete voller Erdbeeren, die Reihe schwer tragender Johannisbeerbüsche (Omis Johannisbeergeleee auf dem Sonntagsbrötchen beim Frühstück mit der Familie - Noch so eine Erinnerung.), das Gefühl von stoppeligen Weizenfeldern unter nackten Füßen. Meine unangenehme Begegnung mit Liebstöckel, der Geruch klebte an meinen kleinen Händen und ich wurde ihn nicht mehr los. (Bis heute sind Liebstöckel und ich keine Freunde... 😉 )

Blühende Rosen aus dem Garten meiner Mutter

Und auch meine Mama hat ihren Garten geliebt - allerdings nicht als Nutzgarten. Sie liebte ihre Rosen und andere schöne Blumen. Das allerhöchste der Gefühle waren Kräuter, ein monströse großes Rosmarinstrauch und mein Weinstock, der in Duisburg bei meinen Eltern gut 30 Jahre lang an der Terrasse entlangrankte und kleine, süße Trauben produziert. Meine Schwester hatte die sehr schöne Idee, zwei von Mamas Rosenstöcken zur Beerdigung unserer Mama auf ihr Grab setzen zu lassen. So hat sie irgendwie uns und etwas von ihrem Garten bei sich, um den sich jetzt niemand mehr kümmern kann.

Hochbeet & Pflanztisch

In den letzten zehn Jahren habe ich alle Pflanzen immer auf den kleinen runden Tischchen um- und eingetopft, den der Großvater meines Mannes vor Jahrzehnten mal gebaut hatte. Das hat nicht nur für einen krummen Rücken, sondern auch für einen ständig mit Erde zugekrümelten und in der Pflanzsaison mit Töpfen vollgestellten Balkontisch gesorgt. Nicht so schön, wenn man sich ein paar Minuten hinsetzen, entspannen oder schlicht die Kaffeetasse abstellen will. Dank einer Kooperation mit Wayfair* konnte ich meinen Balkon jetzt im Frühjahr etwas aufrüschen. Ein altes, zugekramtes Regal flog raus und machte Platz für einen schon lange ersehnten Pflanztisch, der hier zu Beginn der Gartensaison noch sehr unberührt aussieht. Aber endlich habe ich alles zum Umtopfen, Einpflanzen, Hochbinden und Düngen an einem dafür zugedachten Ort gesammelt.

Hölzerner Pflanztisch mit Blumentöpfen, Anzuchttöpfen, Dünger und Pflanzen darauf

Die Säcke mit Erde kann ich unter dem Tisch und dem darunterliegenden Regalbrett verstauen, ebenso Töpfe, die unansehnlichen Pakete mit Hornspänen oder ähnlichem. Kleiner Krimskrams oder gut verpackte Samentütchen wandern ab jetzt in die Schubladen. Seitlich gibt es auch noch Haken. Der Pflanztisch* macht trotz aller Praktikabilität auch optisch viel her und lässt sich leicht von Erdresten reinigen. Ein paar neue Blumentöpfe* und dekorative Accessoires für den Balkon zogen auch noch bei mir ein. Mal sehen, wie viele Pflanzen ich in den Käfigen einsperre, oder ob ein Teil von Kerzen oder einer Lichterkette erhellt wird. Auch unsere Gartenbank bekam endlich eine neue Sitzauflage* in frühlingshaften Apfelgrün, so wir jetzt endlich bequemer sitzen können. Und ne hübsche  Steingut-Schale* einer sehr schönen französischen Serie ist für mich Küchenbegeisterte auch noch rausgesprungen. (Ich könnte ja ständig  Schüsselchen und Tassen kaufen. Meine Küchenschränke platzen aus allen Nähten. Geht euch das auch so?)

Apfelgrüne Auflage für eine Gartenbank

Das Kernstück meiner gärtnerischen Ambitionen ist allerdings dieses coole hölzerne Hochbeet*. Das Holz ist hochdruckimprägniert, ich habe im Baumarkt noch spezielle Noppenfolie für Hochbeete besorgt und es damit im Innenbereich ausgekleidet, damit das Holz nicht zu schnell verrottet. Ich habe mich absichtlich gegen die gern genutzt Teichfolie entschieden, da diese Weichmacher enthält, die ich nicht im Gemüse wiederfinden möchte.
Und warum ein Hochbeet? In unseren Innenhöfen läuft nämlich ein Nachbarskaninchen immer frei herum und frisst alles ab, was auch nur annähernd essbar aussieht. Darunter fallen für Bob, das Kaninchen, nicht nur Nutzpflanzen, sondern auch alle möglichen Blumen und blühende Bodendecker. Das Tränende Herz, das mir der Liebste zum Valentinstag zukommen ließ, steht extra erhöht, damit es nicht das grausige Schicksal der Vorgängerpflanze teilen muss. 😉
Mit dem Hochbeet kann ich nun also wieder versuchen Dinge anzupflanzen - ohne dass sie direkt weggeknuspert werden. Hinzu kommt, dass diese Anbauweise auch noch schonender für den Rücken ist.

Gemüse anbauen im Berliner Hinterhof: Hochbeet aus Holz

Tja, fotogener bekommt man ein hölzernes Hochbeet in einem schattigen Innenhof bei 6° Außentemperatur, und ohne schicke Begrünung drin, leider nicht abgebildet. Sorry - aber wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr wenigstens als Bonus den flauschigen Hintern meiner nagenden Nemesis - natürlich direkt unter dem neuen Hochbeet. Ich glaube Bob ist hier eingezogen, vorhin genehmigte er sich wieder einen kleinen Snack, bestehend  aus meinen Primeln, und schlürfte das runtergelaufene Gießwasser von den Steinen. 😉

Nutzpflanzen im schattigen Hinterhof

Unser Innenhof, in dem ich immer mal wieder vor mich hin guerillagärtnere, liegt sonnentechnisch im lichten Schatten. Das heißt er ist schattig, aber hat noch indirektes Sonnenlicht. Hier wächst gut: Minze, Zitronenmelisse, Basilikum, Kapuzinerkresse, Koriander, Bärlauch, Knoblauchrauke, Blutampfer, Spitzwegerich, Rauke (Rucola ziehe ich immer gerne im Topf und schneide da den frischen Salat für uns), Senf (da kann man tatsächlich einfach die Senfsaat aus dem Gewürzregal nehmen und das hochgewachsene Grün dann später anbraten), Walderdbeeren, Chilis (ja, tatsächlich) und Wildtomaten oder kleine Cherrytomaten. Bohnen tragen leider nur gering. Asia-Salate, Kohlrabi, Pak Choi und Radieschen sollten eigentlich auch gelingen - damit werde ich dieses Jahr im Hochbeet den ersten Versuch waren. Auch Kartoffeln hatte ich vor ein paar Jahren vollkommen unbedarft mal in einem Topf angepflanzt und ein paar Handvoll geerntet.  Mein Kartoffelkorb in der Küche scheint unfreiwilligerweise der ideale Keimort für Kartoffeln zu sein.. auch setzt liegen da schon wieder ein paar schrumpelige Bio-Kartoffeln, die mit ihren herauswuchernden Keimen wie ein paar schützenswerte Aliengewächse aussehen und darauf warten, dass sie nach den Eisheiligen im Mai in die Erde dürfen.

Chili-Pflanzen mit Blüten und Chilischoten daran - gezogen auf dem Balkon im lichtten Schatten

Mein Kartoffelanbauversuch war damals allerdings nicht so ergiebig, bzw. die Kartöffelchen zu winzig. Vielleicht lag es wirklich am Licht oder an der Anbautechnik? Kartoffeln soll man ja sogar einfach in die Säcke mit Pflanzerde setzen können. Ich werde dieses Jahr jedenfalls einen erneuten Versuch im anderen Innenhof starten, wo deutlich mehr Licht ist. Dafür habe ich mir so spezielle Pflanzsäcke mit Eingriffsfenster zugelegt, aber zu diesem Versuch dann nochmal in einem gesonderten Eintrag mehr. Mais - ich habe letztens Popcorn gemacht und die Tüte mit den Bio-Maiskörnern sehr interessiert beäugt, die kann man nämlich einfach so nutzen, genau wie viele Gewürz - steht ebenso auf meiner Anbau-Liste wie Erdnüsse.

Falls ihr Lust habt: Erzählt doch mal, welche Anbaumöglichkeiten ihr habt? Lebt ihr auch in der (Groß)Stadt und verrenkt euch für ein paar Pflanzmöglichkeiten auf dem Fensterbrett oder dem Balkon? Oder habt ihr einen großzügigen Garten? Vielleicht eine Pflanzbeteiligung auf einem richtigen Acker? Welche Hacks und Erfahrungen habt ihr? Ich bin neugierig auf eure Gärtner*innengechichten!

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7 Tage – 7 Dinge – Kalenderwoche 15/2015

Puh.. ich galoppier hier gerade quasi durch's Bild, da meine To-do-Liste an diesem Sonntag so lang ist wie mein Arm. wie immer gibt es weitere Infos zur Aktion im Originalbeitrag zu 7 Tage - 7 Dinge, dort erfahrt ihr auch, wie ihr teilnehmen könnt. Inzwischen haben sich ja ein paar Leutchen hinzugesellt. Und all die Dinge sammel ich auf dem Pinterestboard dazu. 🙂

7 Tage 7 Dinge KW 15/2015 Foodblog der magische Kessel

Und los geht's - da Ostern ja gerade mal ein paar Tage her ist, ostert  es  bei mir nochmal etwas.

  • Osterbrunch mit dem Berliner Teil der Familie gehabt. Mit Blätterteighäppchen, die ich mit Lachscreme und selbstgezogenen Sprossen gefüllt habe, mit frisch gemachter Bärlauchbutter und allerlei anderen leckeren Dingen, wie Osterbrot von meiner Schwiegermutter. Zum Dessert gab es Schokoladenschalen mit Vanilleeis, Früchten und meinem selbstgemachten Eierlikör.
  • Den ersten Spargel des Jahres zubereitet: Grün und direkt aus der Pfanne, mit Bärlauchbutter für die Köpfchen. Nom! Das Rezept habe ich direkt in meinem neuen Rezeptbuch* verewigt. (Ich bin totaler Fan der Marke - ich schwöre ja auch auf Analogkalender und freue mich jedes Jahr auf ein neues geniales Design.)
  • Zimtschnecken gebacken. Und da ich schlau war, schlummern ein paar davon im Tiefkühlfach und warten auf mich. 😉
  • Gestrickt und nochmal die neue Location vom WollWechsel besucht. Es ist das Café Räubertochter, das ganz neu im Kiez eröffnet hat.
  • Endlich die Erdbeeren eingepflanzt, die schon seit 2 Wochen auf der Terrasse wohnten.
  • Zusammen mit dem Herzmenschen auf dem Heimweg in einen Frühlingsregen geraten, total durchnässt worden, aber dennoch gute Laune gehabt. 🙂 Kennt ihr diesen speziellen Geruch, wenn das Wasser auf Boden fällt, der nur darauf wartet vor grünen Dingen loszusprießen? Man konnte richtig spüren, wie die Erde begierig jeden einzelnen Tropfen aufgesaugt hat, um frühlingshaft zu explodieren.

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Pflanzliches Apfel-Zwiebel-Schmalz

Ab und zu gibt es mal ne Schmalzstulle. Schmelziges kühles Zwiebelschmalz, das einen auf ner kräftigen Scheibe Graubrot freundlich anglitzert. Lecker. Diesmal halt in der tierfreien Variante*. Geht nicht? Geht.
vegane Schmalzbemme

In Kindheitstagen gab es Schmalz (da merkt man die Wortherkunft von "schmelzen") ganz selten mal bei uns, dann gab es damit mal ne Schnitte mit und geriet danach meist in Vergessenheit - sonderlich gut hab ich das nie so vertragen. Bereite ich Gans oder Ente zu, lasse ich allerdings auch immer das Fett und Grieben aus, um möglichst viel vom Tier zu verwerten. Einen Großteil verschenke ich meist an eine schmalzverrückte Freundin, die auf Gänseschmalzstullen mit meinem Kräutersalz schwört.
Bei irgendeinem Spinntreffen strandete dann mal ein Glas mit veganem Schmalz in meiner Küche und wurde zunächst äußerst skeptisch meinerseits beäugt und mehr als nur argwöhnisch und naserümpfend umrundet.

pflanzlicher Schmalzgetrocknete ApfelchipsPflanzliches Schmalz

Umso erstaunter war ich, dass der vegane Brotaufstrich wirklich gut war. (Ja, dieses erfreute Erstaunen ist nach Begegnungen mit diversen gekauften rein pflanzlichen Brotaufstrichen, die von Geschmack und Aussehen eher an vergilbten Fensterkitt erinnerten, immer wieder da.) Und im Gegensatz zu tierischem Schmalz, vertrag ich es auch. Ab und an wanderte also wieder ein Gläschen davon in meinen Einkaufskorb. Irgendwann konnte ich das leise innere Stimmchen von "Das kann ich doch selbst machen!" nicht mehr ignorieren und habe mich selbst daran probiert. Und jetzt weiß ich: Mit nur vier Zutaten kommt frau also in den im Schmalz-Himmel. 🙂 Oberlecker!

pflanzlicher Apfel-Zwiebel-Schmalz

Da ich manchmal ein faules Stückchen bin und nicht ewig Zwiebeln und Äpfel zu Tode frittieren wollte, habe ich auf schon (gefrier)getrocknete Produkte (allerdings ohne weitere Zusätze) zurückgegriffen. Damit war mein veganes Schmalz in kürzester Zeit fertig. Gewürze habe ich keine dazu gegeben, mir reicht der röstige Zwiebelgeschmack mit fruchtigen Apfelstückchen dazwischen. Noch ein paar Salzkristalle auf die Schmalzbemme gestreut und fertig. Wer möchte, kann natürlich am Ende - sonst verbrennen die Gewürze - beispielsweise noch Pfeffer, Paprika, Majoran oder Thymian einquirlen.

Das Rezept ist für vegan lebende, aber auch allesfressende Menschen interessant. Ab und an mal ein Brotbelag ohne tierische Produkte kann ja aus den vielfältigsten Gründen gerade Thema sein. Ich bin dann jedenfalls mal weg. Ich muss Brot rösten und dringend ne Schmalzstulle essen. 😉

Rezept für veganes Schmalz

Rezept für veganes Apfel-Zwiebel-Schmalz

200 g Kokosöl (mild = ohne Kokosgeschmack)
150 g Sonnenblumenöl
10 g Apfelchips (getrocknet)
8 g Zwiebelwürfel (gefriergetrocknet)

Zubereitung

  • Die Apfelchips mit dem Messer in kleine Stückchen schneiden und zusammen mit den abgewogenen Zwiebelstückchen beiseite stellen.
  • Das Kokosöl und das Sonnenblumenöl in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze schmelzen.
  • Die Apfel- und Zwiebelstückchen dazu geben und unter stetem Rühren rösten/frittieren, bis anfangen zu bräunen. Da die Zutaten ja schon trocken sind, kann das sehr schnell gehen.
  • Vom Feuer nehmen und abkühlen lassen. Sobald das Schmalz zimmerwarm ist, in den Kühlschrank stellen, um ihn fester werden zu lassen.
  • Wenn das pflanzliche Schmalz etwas fester ist (die gerösteten Apfel- & Zwiebelstücke sammeln sich sonst nur am Boden), kräftig durchrühren, in saubere Gläschen abfüllen und verschließen. (Bei mir haben sie sich unten abgesetzt, einmal Aufrühren, wenn das Schmalz weich ist, schafft da Abhilfe.)
  • Im Kühlschrank lagern, eine halbe Stunde vorm Essen aus herausnehmen, damit das Schmalz schön streichfähig und nicht mehr hart ist. Vorsicht, wenn es zu lange draußen steht, kann es nach einiger Zeit arg weich werden.

Ein Gläschen selbstgemachtes Schmalz ist übrigens auch ein nettes Mitbringsel aus der Küche.
Auf der Suche nach noch einem tierfreien Aufstrich? Dann auf zur veganen Friedrichshainer Mettratte. 😉

*Dieses Blog ist keine Plattform, um über den Sinn oder Unsinn einer veganen Lebensweise und die Benennung von Lebensmitteln diskutierten. Danke, dass du darauf Rücksicht nimmst.

Lauwarmer Paprikasalat mit Honig, Balsamico und geröstetem Sesamöl

Das Rezept kommt ein wenig schuldbewusst daher. Wirklich saisonal sind Paprika nämlich in Deutschland gerade nicht. Andererseits - haben im deutschen Klima Paprikafrüchte überhaupt irgendeine Saison? Ich gestehe, bis vor einer Sekunde habe ich mir um Paprikas keine Gedanken gemacht, auch wenn ich zum Beispiel niemals frische Erdbeeren im Dezember kaufen würde.

Paprikasalat-bsAllein, mein Verlangen nach einer anderen Beilage, als den immer gleichen, schnell zubereiteten grünen Salat zum belegten Brot, sorgte für die Entstehung. Etwas leicht Warmes und damit auch Erwärmendes. Süß, salzig, nussig, säuerlich. Meine Lieblingskomponenten. 🙂 Etwas scharf. Wer mag, kann natürlich auch gerne frische Chilis nehmen. Wer die Paprika nicht schälen möchte, könnte sie auch vorher im Ofen rösten und nach dem Abkühlen die Schale abziehen. Einen Preis für den schönsten Salat des Jahres wird er wohl auch nicht gewinnen, das bringt der braune Balsamico halt mit sich. Aber dafür schmeckt der Paprika-Möhren-Salat wirklich äußerst lecker. Ehrlich.

lauwarmer-salat-bsDas Gemüse sollte noch Biss haben und nicht so zu Tode gegart sein, dass alles weich und labberig auseinanderfällt. Deswegen die schnelle und rasche Abfolge der in die Pfanne wandernden Zutaten. Am besten man bereitet alles vor und kippt einfach alles der Reihenfolge nach hinein. Der Liebste und ich sind ja beide keine Fans von gegarten Karotten, aber so finden wir sie sogar beide gut.

Paprika-Salat-Collage-sRezept für lauwarmen Paprikasalat 

2 gelbe Paprika
2 - 3 Karotten
2 mittelgroße Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1,5 EL Sesamsaat
1 EL Honig
Balsamico (Hier im Einsatz: Günstiges Supermarktderivat, nicht der tolle Echte)
Kräutersalz oder Meersalz
Pfeffer, frisch gemahlen
Chilipulver
geröstetes Sesamöl
neutrales Öl zum Braten

Zubereitung

  • Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und Paprika schälen.
  • Zwiebeln in grobe Streifen schneiden in einer Pfanne mit dem Öl kräftig anbraten.
  • Die Möhren in breite Scheiben schneiden und dazu geben, für ein bis zwei Minuten scharf anbraten, dann den Sesam dazu geben und etwas mitrösten.
  • Kurz danach den in kleingehackten Knoblauch mitbraten, aufpassen dass dieser nicht verbrennt.
  • Die in grobe Streifen gestückelten Paprikaschoten in die Pfanne geben, kurz  mitgaren.
  • Den Pfannenboden ein wenig freiräumen, den Honig hineingeben und etwas einkochen lassen. Wenn er karamellisiert: Wunderbar, aufgrund der Feuchtigkeit der Paprika allerdings eher unwahrscheinlich. 😉
  • Mit Balsamico ablöschen, mit (Kräuter-)Salz, Pfeffer und Chili würzen und mit einigen Tropfen Sesamöl beglücken. Alles vorsichtig unterheben, die Pfanne vom Herd nehmen und den Salat kurz durchziehen lassen.
  • Abschmecken und noch warm servieren. Bei uns gab es dazu Giabatta, Butter und cremigen Käse.

 

Orientalisches Fingerfood: Sigara Böregi / Zigarrenbörek mit Feta

Diese kleinen Pasteten aus Filoteig, versehen mit einer Füllung aus Feta und Kräutern, sind ein beliebter und selbst in deutschen Küchen inzwischen bekannter orientalischer Klassiker. Völlig zurecht, sind sie doch ein leckeres Fingerfood auf Partys, eine schöne Beilage oder ein guter Snack für unterwegs. Und ich mag sie auch deswegen so gerne, weil sie gewürz- und füllungstechnisch so wunderbar wandelbar sind. Ganz klassisch sind sie ja mit Feta und Petersilie - bekannt sind auch Füllungen mit Hackfleisch, Kartoffeln oder Spinat -, aber warum nicht mal mit Knoblauch, frischem Bärlauch, Dill, Frühlingszwiebeln oder gehackter Paprika?  Oder eben wie hier, als Vorspeise für mein Frühlingsmenü der Metro Kochherausforderung, mit etwas basilikumlastigem Pesto.

Doch obwohl die Zutatenliste sich wirklich angenehm kurz liest - man sollte den Arbeitsaufwand für dieses goldbraune Gebäck nicht unterschätzen. Man steht schon einige Zeit und pinselt ruhig und meditativ vor sich hin und faltet die verführerischen Röllchen. Wer da keine Geduld für hat, keinen krummen Rücken will oder einfach den Geschmack mag, greift als Alternative ganz einfach zu Blätterteig. Hier muss nichts mehr eingestrichen und großartig gerollt werden. Einfache kleine Päckchen als Pasteten tun es auch, wie man anhand des (grauenerregenden) Bildes in meinem schon vor vier Jahren verbloggten Rezept für arabische Blätterteigtaschen mit Schafskäse und Petersilie sehen kann.

Ein kleiner Tipp: Gerade die hauchdünnen Teigplatten des Teigs (der als Strudelteig, Yufkateig und Filoteig verkauft wird) trocknen sehr schnell aus. Bitte erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und zurechtschneiden. Ich lege zwischen den Arbeitsschritten ein ganz leicht angefeuchtetes Tuch über den zugeschnittenen, auf seine Verarbeitung wartenden, Teig, damit er nicht austrocknet. Das Tuch darf nicht zu nass sein, da der Teig sonst zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und nicht mehr nutzbar ist.

Zubereitung Zigarren-Börek
(für 12 Stück)

150 g Feta
60 g gutes (!) Pesto oder 2-3 EL gehackte, großblättrige Petersilie
2 Blätter dünnen Filoteig/Yufkateig/Strudelteig à 60 x 40 cm
neutrales Öl zum Einstreichen

Zubereitung

  • In einer Schüssel mit einer Gabel den Schafskäse zerdrücken und mit dem Pesto oder - ganz klassisch - mit der gehackten Petersilie  vermengen.
  • Die Teigplatten zurechtschneiden. Meine hatten eine Größe von 60 x 40 cm. Ich habe sie in der Länge gesechstelt, so dass ich Stücle à 10 x 40 cm herausbekamt.
  • Die oberste Teigplatte mit Hilfe eines Pinsels mit etwas Öl bestreichen. Dies sorgt dafür, dass die einzelnen Teiglagen sich beim Backen - ähnlich dem Blätterteig - abheben und knusprig aufblättern.
  • Einen gehäuften Esslöffel an ein Ende des Teiges setzen, anfangen einzurollen.
  • Ab ungefähr der Hälfte die Seiten einklappen, so dass die entstandene Röhre verschlossen ist.
  • Bis zum Ende einrollen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, so dass das Teigende unten liegt, und nochmals mit Öl bestreichen. Mit den restlichen Teigstücken nach und nach ebenso verfahren.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) für 30 Minuten bei 160° goldbraun backen.

Die tolle Anleitung zum Rollen der Sigara Böregi hatte ich übrigens aus dem Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food" von Claudia Roden. Eines der fünf Kochbücher, mit denen ich zu meinem Geburtstag letztens bedacht wurde. 🙂