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Blitzschnell selbstgemachte Milchalternative: Rezept für pflanzlichen Milchersatz aus Haselnüssen oder Mandeln

Ups! Die liebe, vegan lebende Freundin kommt zum Kaffee vorbei - und du bist nicht mehr zum Einkaufen gekommen, willst ihr aber nicht nur nen Pott schwarzen Kaffee vor die Nase setzen?

 

Rezept pflanzliche Milchalternative

 

Kein Problem! Ein Griff in die Vorratskammer, geriebene Haselnüsse, Mandeln oder Kokosraspeln gezückt und ab geht es in die Küche. Innerhalb von wenigen Minuten kann man nämlich einen veganen Milchersatz selbst herstellen. Ganz ohne vorheriges stundenlanges Einweichen.

Haselnuss- & Mandeldrink selber machen

Okay.. okay. Ich gebe es zu, dieses Szenario ist mir zwar genau so passiert, aber in Zeiten von Covid-19 eher unwahrscheinlich. Heute sieht es wahrscheinlich eher so aus, das man leicht verwildert und mit verquollenen Augen einen Blick in die Vorratskammer wirft, leicht quietschend feststellt, dass die Milch alle ist und hektisch nach Alternativen sucht. Alternativen die beinhalten, nicht einkaufen gehen zu müssen. Kleiner Hinweis: Die eigene Kuh in der Etagenwohnung ist in den meisten Fällen nicht die Lösung. 😉

Und ob nun für den Pudding, den Kuchen, den Kaffee, als Kakaogrundlage fürs Kind oder für die goldene Milch mit Kurkuma zum  Tagesbeginn: Alternativen aus pflanzlichen Zutaten können wirklich gut schmecken. Ich habe in den letzten Jahrzehnten einige probiert. Mit Soja- und Haferdrinks bin ich ich nie so recht glücklich geworden. Cashew- und Haselnussdrinks hingegen fand ich sehr ansprechend. Aber selbst die besten gekauften Nussdrinks stinken gegen die selbstgemachten Versionen erstaunlicherweise ab. Mal ganz davon abgesehen, dass das Selbermachen unglaublich viel günstiger ist: frischer Milchersatz aus simplen gemahlenen Haselnüsse ist so köstlich - vor allem, wenn man ihn dann vielleicht noch mit Kakaopulver vermählt. Das hat was von trinkbarer Schokoladencreme. Mein vierjähriges Kind half mir vor ein paar Wochen bei der Herstellung eines Milchersatzproduktes aus Haselnüssen. Die erstaunten Fragen zwischendrin und das anfängliche "Blergh!" verwandelten sich nach dem Mixen ganz schnell erst in ein nachdenkliches "Hm!" und dann in ein "Maaaamii? Darf ich das mal probieren? *schlürf schlürf* Das ist ja voll lecker!"

Im Grunde benötigt man nur das Ausgangsprodukt der Wahl, wie zum Beispiel geriebene Haselnüsse, geriebene Mandeln oder auch Kokosraspeln, Wasser, einen leistungsfähigen Pürierstab (oder einen sehr leistungsfähigen Mixer), ein sehr feines Teesieb und - rein optional - etwas zum leichten Süßen und eine Prise Salz.

Falls ihr euch übrigens über die etwas seltsamen Bezeichnungen wundert, von   "Haselnussmilch" oder "Mandelmilch" darf man nicht mehr sprechen, da die Verwechslungsgefahr mit echter Kuhmilch aufgrund des Namens zu hoch ist... Also nicht wundern, dass ich deswegen die hier im Rezept vorgestellten pflanzlichen Milchalternativen etwas umständlich als "Haselnussdrink" und Ähnliches bezeichne.

 

Rezept für selbstgemachten Haselnussdrink

Selbstgemachte pflanzliche Alternativen zu Milch

Ich habe bisher nur mit geriebenen Mandeln und Haselnüssen herumprobiert. Mit Cashews oder Walnüssen kann ich mir das Rezept auch hervorragend vorstellen. Und anderswo habe ich auch gelesen, dass man sich so seine eigene Kokosmilch herstellen kann, die genau so gut ist, wie die im Tetrapak oder aus der Dose. Die ausgepressten Nussreste kann man übrigens hervorragend in den nächsten Kuchenteig oder ein selbstgemachtes Granola werfen oder bis zum Gebrauch einfrieren. Das Rezept ergibt ungefähr 500 ml Nussdrink. Ich fülle die Nussdrinks nach dem Abkühlen in ein großes Schraubglas und bewahre sie im Kühlschrank auf - da halten sie sich ein paar Tage, sollten aber bald verbraucht werden.

 

Wie macht man selbst eine pflanzliche/vegane Milchalternative

 

Blitzrezept für Haselnussdrink

Für circa 500 ml pflanzlichen Milchersatz

75g geriebene Haselnüsse (oder Mandeln)
550 g kochendes Wasser
1  TL Reissirup, Agavendicksaft oder Honig
1 Prise Meersalz (fein)

Benötigtes Equipment: Leistungsfähiger Standmixer* oder Pürierstab*, feinmaschies Sieb*, Mixbecher, Flaschen/Gläser*

 

Zubereitung

  • Die Nüsse  oder Mandeln in einen Mixbecher mit hoher Wand geben und mit dem kochenden Wasser übergießen.
  • Gründlich umrühren, 5 Minuten stehen lassen und dann für mindestens 30 Sekunden mit einem leistungsfähigen Mixstab* pürieren. Dabei die Masse wiederholt gründlich durcharbeiten.
  • Die milchige Nussflüssigkeit nun durch ein engmaschiges Sieb filtern (ich nutze hierfür ein sehr feines Teesieb*). Rührt man dabei mit einem Teelöffel, geht es leichter. Die gemahlenen Nüsse auch gut auspressen.
  • Falls gewollt, jetzt 1 TL Reissirup und 1 Prise Salz unterrühren, anschließend den Nussdrink in ein sauberes Schraubglas oder eine Flasche* umfüllen, verschließen. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern.
  • Bleibt der pflanzliche Milchersatz länger stehen, setzen sich verschiedene Schichten ab. Vor Gebrauch das Glas einfach gut schütteln.

 

*Werbung: Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Kauf hierüber erhalte ich eine kleine Vergütung.

 

Unkompliziertes Familienessen: Toad in the hole [Würstchenkuchen]

Wer mir auf Instagram folgt, wird dort ab und an ein Gericht gesichtet haben, welches das kleine Kind beim ersten Anblick sehr passend "Würstchenkuchen" getauft hat: Toad in the hole!

Familienessen: Auflauf mit Bratwürstchen / Rezept für Toad in the hole

Klassiker der britischen Küche: Toad in the hole

Toad in the hole (also Kröte im Loch) ist ein traditionelles britisches Arbeiteressen, dessen Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Würstchen werden in einer Auflaufform im Ofen gebacken und dann mit eine Art "Pfannkuchenteig" übergossen und weitergebacken. Dieser Teig, der übrigens auch bei Yorkshire Pudding - der klassischen Beilage zum guten, britischen Sunday Roast (Sonntagsbraten) - zum Einsatz kommt, geht im Ofen beim Backen auf und fällt nach dem Herausnehmen in der Mitte etwas ein. Bei manchen Rezepten mehr, bei diesem weniger. Die Zutaten sind relativ günstig, meist im Haus vorhanden und das Gericht ist sättigend. In der Anfangszeit dieser Speise wurden übrigens keine Wüstchen genutzt, sondern entweder das billigste erhältliche Fleisch genutzt oder Fleischreste, die aus anderen Gerichten übriggeblieben waren, wurden hier weiterverwendet und durch den Pfannkuchenteig gestreckt und geschmacklich aufgewertet.

Familienessen: Auflauf mit Bratwürstchen / Rezept für Toad in the hole

Kochen für Kinder

Der Würstchenkuchen (oder Bratwürstchenauflauf) kommt gut bei Kindern an und bietet sich wegen der gut vorzubereitenden Komponenten eigentlich auch als Essen bei einem Kindergeburtstag oder so an. Den Teig kann man Stunden vorher herstellen und im Kühlschrank lagern, die Würstchen sind schnell in einer Auflaufform und im Ofen versenkt.
Mein Kind mag die Apfelstücke im Auflauf nicht so gerne, deswegen mache ich in einer kleinen Auflaufform immer eine kleine Kinderversion ohne Apfelstücke. Auch die Mühe einer Zwiebelsauce muss man sich bei einer Kinderparty vielleicht nicht unbedingt machen.

Familienessen: Auflauf mit Bratwürstchen / Rezept für Toad in the hole

Familienessen: Wie wird's serviert?

Der Würstchenkuchen kommt direkt heiß in der Auflaufform auf den Tisch (übrigens habe ich mit gläsernen Auflaufformen die besten Erfahrungen gemacht, bei meinen metallenen buk es am Boden immer wieder an). Dazu gibt es frisch gemachte "brown sauce" eine Art Bratensauce oder Zwiebelsauce mit karamellisierten Zwiebeln und Balsamico, die ich hier auch verewige. Das Saucenrezept lässt sich übrigens auch hervorragend veganisieren und ergibt eine tolle, runde Sauce mit viel Umami, die zu vielen Gerichten passt. Dass ich sie nie völlig klümpchenfrei hinbekomme tut der Sache geschmacklich keinen Abbruch. 😉
Dazu reiche ich immer noch einen Salat - ich brauche bei all den gebratenen Würstchen und dem leckeren Teig einfach was Grünes zum Ausgleich. Mein Rezept für Toad in the Hole ist übrigens an dieses hier bei BBC Good Food angelehnt. Wer jetzt Lust auf weitere Rezepte aus der britischen Küche hat, hier im Foodblog gibt es noch viele weitere (bin selbst gerade über die Anzahl erstaunt) Rezepte. Zum Beispiel für Spinatsuppe, Porridge und gebackenes Erbspüree. Wer mehr Lust auf Tea Time hat, kann sich auch an wunderbare Scones, Lime Curd, Lemon Meringe Pie, köstliche Gurkensandwiches, erfrischendes Lemon Posset oder schottisches Cranachan mit Whisky und Himbeeren wagen.

Familienessen: Auflauf mit Bratwürstchen / Rezept für Toad in the hole

Rezept für Toad in the hole (Würstchenkuchen) mit Gravy (Zwiebelsauce)

450 g Nürnberger Würstchen (oder 8 aromatische normale Schweinsbratwürstchen)
2-3 süßsaure Äpfel (optional)
1-2 EL Sonnenblumenöl

Für den Teig:
210 g Mehl
400 ml Milch
4 Eier (M)
1/4 TL Salz (Meersalz, fein)
1/8 Tl getrockneter Thymian (oder Blätter von 4 frischen Zweigen)
frisch gemahlener Pfeffer

Für die Brown Sauce (Zwiebelsauce):
300 ml Fleischbrühe (ich nutze Instanthühnerbrühe, alternativ Gemüsebrühe)
2 mittelgroße Zwiebeln
1 TL brauner Zucker
1 gehäufter EL Mehl
1 EL Balsamico
Salz (Meersalz, fein) & frisch gemahlener Peffer

 

Zubereitung

  • Den Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen.
  • Salz, Mehl und getrocknete Gewürze in einer Rührschüssel miteinander vermengen.
  • Mit dem Rührlöffel eine kleine Mulde hineindrücken, die Eier und etwas Milch hineingeben und mit Mehl zu einem dicken Grundteig rühren. (So vermeidet man Mehlklümpchen im Teig.)
  • Nach und nach die restliche Milch einarbeiten. Entweder mit einem großen Löffel oder einem Schneebesen. Falls frischer Thymian verwendet wird, wieder dieser jetzt untergerührt.
  • Den Teig beiseite stellen und etwas ruhen und quellen lassen. Währenddessen die Äpfel waschen, putzen und in Spalten schneiden.
  • Die Apfelspalten zusammen mit den Würstchen in eine Auflaufform geben. Das Öl großzügig darüber geben und mit einem Esslöffel "umrühren", bis alles - auch der Boden - gleichmäßig vom Öl benetzt ist. Das geht recht fix.
  • Die Auflaufform (20 x 30 cm) mit den Würstchen und Äpfeln in den vorgeheizten Ofen geben bis die Würstchen braun gebraten sind und "Sizzle"-Geräusche von sich geben. Zwischendrin einmal umrühren.
  • Die Auflaufform aus dem Ofen holen und sofort den vorbereiteten Teig über die heißen gebratenen Köstlichkeiten und das brutzelnde Öl geben. (Dabei aber bitte vorsichtig sein - es ist kochendes Öl mit dem ihr hier arbeitet!)
  • Die Auflaufform zurück in den Ofen geben und backen bis der Würstchenkuchen hoch kommt, an der Oberfläche bräunt und die Stäbchenprobe sauber bleibt. Das dauert zwischen 20-30 Minuten.
  • Währenddessen die Sauce kochen: Die geputzten und in Streifen geschnittenen Zwiebeln werden in einem kleinen Topf auf mittlerer Stufe und unter gelegentlichem Rühren in Öl ausgebraten bis sie schön gebräunt und etwas zusammengeschmurgelt sind.
  • Den braunen Zucker dazu geben, unter die Zwiebeln rühren und ein paar Minuten mitbraten/ankaramellisieren lassen. Dann das Mehl dazu geben, ebenfalls gründlich unterrühren und auch nochmals etwas mitbraten.
  • Mit etwas Brühe ablöschen und dabei immer weiter rühren. Wie bei dem Kochen einer Mehlschwitze: Die mehlige Sauce immer wieder aufkochen lassen, bis sie eindickt, dann wieder etwas Brühe nachgießen und die Sauce glattrühren.
  • Ist alle Flüssigkeit hinzugefügt, die Sauce nochmals für ein paar Minuten leise köcheln lassen, damit sich der Mehlgeschmack verliert. Mit dem Balsamico, Meersalz und etwas Pfeffer abschmecken.

Osterrezepte aus dem Archiv

Ich sitze hier so abendlich und grübel gerade über das Familienessen zu Ostern nach... Wie auch schon in den Jahren zuvor, werden wir uns zum Osterbrunch treffen. Meine liebe Schwiegermama legt mir zwar stets nahe, mir nicht zu viel Mühe zu machen, aber da ich Freude daran habe, neue  Rezepte zu recherchieren und auszuprobieren, stößt sie da immer etwas auf taube Öhrchen bei mir. 😉

Ostergrüße Ranunkel und OstereiIdeen für das Ostermenü mit der Familie

Während alle anderen ihre Ostermenüs wahrscheinlich schon seit Wochen fest stehen haben, hänge ich nach einem langen Tag etwas angemüdet auf dem Sofa und werfe mir mit dem Herzmenschen gedanklich Bälle zum Osterbrunch zu. (Der Ablauf in gekürzter Version: "Was hältst du denn von der Idee? Ist das machbar? Sinnvoll? Overkill? Und was haben wir eigentlich Leckeres in den Vorjahren gemacht? Oh... stimmt! Das Rezept ist ja im Foodblog für die Nachwelt festgehalten! Boar... jetzt hab ich Hunger! Ich durchstöber mal die Vorratskammer, eigentlich könnte ich ja mal eben noch Hefeschnecken backen, wir haben es ja erst 23.00 Uhr..... oder - wait - Baklava-Muffins!")
Jedenfalls, in den Tiefen dieses Foodblogs und den inzwischen doch ziemlich zahlreichen Rezepten tummeln sich viele Dinge, die sich für einen Osterbrunch oder zum schönen Kaffeetrinken eignen. Viele sind aber so tief vergraben, dass man schon gezielt danach suchen müsste, um sie zu finden. Deswegen hier ein kleiner Archivüberblick. Und wer noch etwas zum Füllen des Osterkörbchens sucht, wird bei der Liste mit den Geschenken aus der Küche fündig.

Rezeptideen fürs OsteressenRezeptideen für das Osteressen

Liebe Grüße & Euch schöne und verfressene Feiertage 😉

Shermin

7 Tage – 7 Dinge – Kalenderwoche 10/2015

Und schwupps, da ist auch schon fast wieder eine Woche vorbei und es gibt sieben Dinge von mir, die ich in den letzten Tagen getan habe. Neugierig geworden? Was ich hier mache und wie ihr mitmachen könnte, findet ihr im Ursprungsbeitrag zu 7Tage - 7Dinge.

7 Tage - 7 Dinge im Frühling

Ich suche gerade noch ein wenig nach einem System, um die 7 Dinge für mich chronologisch sortierbar zu machen... Per Kalenderwoche? Irgendwie bin ich nicht so recht glücklich damit. Freue mich über andere Ideen. Aber los geht's mit einem klitzekleinen Einblick in die vergangene Woche. Superduperneugiernasen empfehle ich sowieso meinen Instagram-Account. Es sind sowieso alles nur kleine Momentaufnahmen und ich merke gerade, dass die Auswahl an Dingen wirklich schwierig wird, weil mir tausend getane, selbstgewerkelte Sachen einfallen. Das find ich wirklich gut.

7 Tage - 7 Dinge im März 2015

7 Tage - 7 Dinge (Kalenderwoche 10/2015)

  • Neue Spinnwirtel für Handspindeln getöpfert, bzw. sie nach dem Schrühbrand entgratet und glasiert.
  • Gelesen. Wie immer viel. Diesmal mit Schöpferinnenstolz auch in einem Eigenwerk, dem Special zum Thema Veganismus und Rohkost, das ich als Redakteurin bei einem Berliner Magazin betreut habe. (Hier findet sich neben einem großen Einstiegsartikel zu Grünen Smoothies u.a. ein Interview mit Katharina Seiser zum Tierfreifreitag. Ihr neues Kochbuch "Schon immer vegan" kommt natürlich auch zur Sprache. Auch mit dem Netzwerk Berlin Vegan und Berlins erster komplett veganer Friseurin war ich im Gespräch. Und pssst: Meine niedliche vegane Friedrichshainer Mettratte hat auch ihren Weg ins Heft gefunden.)
  • Mich bewundert. Beziehungsweise den neuen Lieblingsschal an mir bewundert. Die Lieblingsnachbarin hatte ihn sich im Urlaub gekauft und erst Zuhause festgestellt, dass die schönen eingewebten Muster in dem blauen Schal Totenköpfe sind, weswegen er sofort zu mir umzog. (Und mir sowas von gut steht!) Hachz! <3
  • Mehr Glitzer in mein Leben gebracht: Einen Teil eines Garns mit sich selbst und einem goldenen Beilaufgarn verzwirnt, den nächsten Teil angefangen weiterzuspinnen.
  • Supergeiles veganes Karamell mit gerösteten Mandeln und Zimt für die hungrigen Süßmäuler auf dem Versponnenen Salon gemacht. Geröstete Mandeln, meine Achillesferse. <3
  • Gestrickt. Nach Wochen endlich mal wieder meinen Tubularity zur Hand genommen. Hier gibt's mehr über mein Schicksal als Strickzombie.
  • Gepflanzt. Endlich. Frühling! Ich stehe wie immer fasziniert da und staune, was alles schon knospt und wächst und seine Köpfchen durchs Erdreich steckt. Es gab frische Narzissen und meine geliebten Traubenhyazinthen für meinen Berliner Hinterhofschattengarten.

Liebe Grüße & auf eine kreative Woche voller schöner Dinge

Shermin

Auf dem Servierteller: Vegane Friedrichshainer Mettratte

Darf ich euch diese grünäugige 50er-Jahre-Schönheit vorstellen, die sich hier gar köstlich auf einem Bett aus Gurkenscheiben räkelt? Diese spezielle Spezies habe ich vegane Friedrichshainer Mettratte getauft. Sanft subversive Berliner Ernährungsverhältnisse eben.

Rezept für veganes Mett

Und nein, bei mir ist nicht jeder zum veganen Genus gezwungen. Ich persönlich lebe aus vielfältigen Gründen auch weiterhin omnivor und (das nur als vorbeugender Disclaimer) möchte hier auch kein Forum für pro/contra-Veganismus- oder Muss-man-das-wirklich-Mett-nennen??!!-Diskussionen bieten.

Vegetarisch, vegan, omnivor

Ich habe gerne mir teure Menschen zu Gast und mir persönlich ist es eine Freude, diese auch angemessen zu bewirten. Zum Beispiel bei Feiern oder meinem Versponnen Salon: Einmal im Monat öffne ich meine heiligen Hallen, es wird gequatscht, gesponnen, gestrickt, ausgiebig mit Fasern gekuschelt und natürlich - wie meistens, wenn Mensch gemütlich aufeinandertrifft - gegessen. Da kommt eine Anzahl von Leuten zusammen, die alle verschiedene Bedürfnisse haben: Vegetarisch, vegan aus Überzeugung, glutenintolerant, laktosetintolerant, diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten... und watt weiß ick. Jede/r bringt was für das gemeinsame Buffet mit und ich versuche im Blick zu behalten, dass alle irgendwie mit für sie verträglicher (und vor allem genießbarer) Nahrung versorgt sind.

Was ich besonders hübsch dabei finde: Niemand fordert etwas ein und niemand fühlt sich persönlich angegriffen, weil eine andere Person beispielsweise nun mal keine tierischen Produkte zu sich nehmen will. Man bringt sich was mit, findet was vor, fragt nach, sucht simple Lösungen und lernt gleichzeitig neue und andere kulinarische Dinge kennen.
Irgendwie funktioniert's. Mich persönlich fordert sowas kochtechnisch ja auch eher heraus, so entstand ja zum Beispiel der vegane und glutenfreie Rührkuchen. Oder die asiatische Kartoffelsuppe. Aber ich lese eben auch im Jahr 2015 noch immer wieder mit Schaudern in sozialen Netzwerken von Veganern und Vegetariern, die bei Feiern wie ernährungstechnisch Ausgestoßene an trockenen Salatblättern und einsamen gekochten Kartoffeln nagen dürfen oder denen bei Familienfestlichkeiten feindselige Unhöflichkeit vorgeworfen wird, weil sie keine Fleischberge verzehren wollen. (Man könne sich doch mal zusammenreißen. Und überhaupt, sowas muss man doch mal sagen dürfen...!)

Ich liebe also die Entspanntheit, mit der sich hier bei mir am Esstisch Menschen der verschiedensten Nahrungsreligionen zusammenfinden und ich kriege Wallungen (und zwar keine guten), wenn jemand seine Ernährungserleuchtung als einzig glücklich machende anderen aufzuzwingen versucht. Egal wie stark Nahrung polarisiert und emotional aufgeladen ist: Ich hasse es missioniert zu werden. Das gilt für Fleischfresser wie Veganer und alles dazwischen.

Vegane Friedrichshainer Mettratte

Veganes Mett

Ach.... irgendwie wuchert der Artikel gerade etwas, dabei wollte ich euch doch nur ein schönes Rezept für einen veganen, glutenfreien und dabei noch echt leckeren Brotaufstrich vorstellen. :/ Ich bin immer wieder im Netz darüber gestolpert, bis ich mich sehr neugierig daran gewagt und viele andere Menschen mitüberrascht habe.
Meist spielt es sich nach dem gleichen Prinzip ab: Sehr skeptische Leute, die es wagen superhypermegaszweiflerisch ein todbringendes Löffelchen des veganen Hackepeters zu probieren, und dann äußerst überrascht die Augen aufreißen, weil a) hat's gar nicht superschrecklich gesund und vegan geschmeckt und b) war's sogar richtig gut und c) verkünden viele dann, dass - wenn man das mit dem veganen, reiswaffeligen Hintergrund nicht wüsste - der Unterschied nicht wirklich herauszuschmecken wäre.
(Der Meinung bin ich nun nicht ganz, ich find's einfach lecker, man erahnt aber geschmacklich den Reis am Horizont. Aber mein Vater als unwissendes carnivores Testkarnickel verkündete nach dem Probieren, dass er so rohes Hack nicht möge, nur gebraten. Ähem, ich lass das mal so stehen.. ;)) Die Optik, das Mundgefühl und die richtige Würzung spielen halt stark mit hinein und erzeugen eine Freudsche Fehlleistung auf dem Teller. Andererseits: Reis mit Tomate und Zwiebeln & Knoblauch.... das passt ja auch einfach.
Kleiner Tipp: Ich habe das vegane Mett jetzt schon mehrfach gemacht, auch in Fremdküchen, wo frau nicht immer alles vorfindet: Eine gute italienische Gewürz- oder Bruschettamischung eignet sich auch sehr gut zum Würzen.

Anleitung veganes Mett

Rezept für veganes Mett

100 g Reiswaffeln (Geschmacklich ergibt das je nach Hersteller echt Unterschiede. Mit den dicken Reiswaffeln gefällt's mir persönlich am besten)
300 ml Wasser (kalt)
60 - 140 g Tomatenmark (je nach gewünschter Tomatigkeit)
2 mittlere Zwiebeln
2 TL Senf (ich nehme gerne meinen süßen Honig-Senf - der ist allerdings nicht vegan)
1/2 TL Meersalz
1/4 TL Harissa
1/4 TL Knoblauch (getrocknet, pulverisiert)
1/4 TL Oregano (getrocknet)
1/4 TL Paprikapulver (edelsüß)
etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die Reiswaffeln mit den Händen in eine Schale bröseln.
  • Die kleingebröckelten Reiswaffeln mit dem Wasser übergießen und dieses mit einer großen Gabel/Löffel gründlich unterrühren und etwas einziehen lassen.
  • Derweil die Zwiebeln putzen, fein hacken und zusammen mit den Gewürzen und dem Tomatenmark (Je nach Geschmack könnt ihr hier nach und nach ergänzen & abschmecken. Das hängt auch von der gewählten Sorte Reiswaffel ab.) einarbeiten.
  • Falls noch zu viele harte Waffelstücke vorhanden sind, kann man esslöffelweise noch ein klein wenig Wasser ergänzen.
  • Die Masse in eine festschließende Dose füllen und im Kühlschrank mindestens bis zum nächsten Tag durchziehen lassen.
  • Abschmecken & aufessen. Der Brotaufstrich hält sich bei hygienischer Handhabung im Kühlschrank auch ein paar Tage. Wie ihr sehen könnt, lassen sich aus dem veganen Mett ganz wunderbare Mettigel Mettratten modellieren. Das Fell ist mit zusätzlichen langen Zwiebelstückchen imitiert und die Augen bestehen bei mir aus eingelegten Kapern.