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Crème brûlée – oder auch: Drei Zutaten mit kulinarischem Orgasmuspotential

Aus dem Französischen übersetzt bedeutet Crème brûlée schlicht nichts anderes als "gebrannte Creme". Technisch handelt es sich hier um einen Custard, also eine Art Pudding, der aber nicht - wie beispielsweise der entfernt artverwandte Lemon Curd - in einer Bain-Marie, also im Wasserbad oder über Wasserdampf gerührt wird, sondern in einem Wasserbad im Backofen langsam stockt.

Aber Crème brûlée ist nicht nur technikorientiertes Gefasel. Dieses traditionelle französische Dessert ist so viel mehr:

Himmlisch. Sahnig. Cremig. Sanft vanillig. Versehen mit einem Hauch Orangenschale. Getoppt von einem knusprigen Deckel frischen Karamells, gepaart mit diesem wundervoll vielversprechenden Klang, mit dem der Silberlöffel gierig und voller Vorfreude aufschlägt, durch die Kruste bricht und in die kühle Creme eintaucht, bevor sich diese süße Vielfalt seidig im Mundraum ausbreitet und sanfte kulinarische Orgasmen (und bei Gästen stellenweise verzückte Grunzlaute) auslöst, und der Löffel dann suchend, gleich einem melancholischem Nachglühen, durch die leere Schale fährt und leise sehnsüchtig an ihren Rand klappert.

Geschenke für 3 Jahre Arthurs Tochter kocht Aber vor allem ist das Rezept eines - relativ schlicht. Die Zutatenliste ist nämlich recht überschaubar. Wenn man es herunterbricht, dann landet man bei gerade mal drei grundlegenden Dingen (Ja gut.. und ein paar Kleinigkeiten.. aber das zählt hier jetzt mal nicht.): Eier, Zucker, Milchprodukte (Ha! Geschickt, was?)
Und damit konstruiere ich etwas schräg meine Herleitung, um Arthurs Tochter noch rasch ein Geschenk zu ihrem Bloggeburtstag da zu lassen. Mit was selbstgemachtem Süßen im Gepäck liegt man ja selten so richtig falsch, nicht?

Nach einigen Karamellisierungversuchen kann ich euch als Laie zusätzlich auch noch mein Geheimnis (Vielleicht war euch das ja schon klar, für mich war diese Entdeckung jedenfalls offenbarungsgleich.) für die perfekte  und gleichmäßige Karamellkruste verraten. Es ist ganz einfach Puderzucker.

Rezept für Crème brûlée

400 ml Milch
200 ml Sahne
100 g Zucker
4 Eigelb
1 Ei
1/3 TL gemahlener Vanilleschote
etwas Orangenschale
Puderzucker zum Karamellisieren

Zusätzlich benötigt: Gasbrenner, ofenfeste Schälchen, feines Sieb für Puderzucker

Zubereitung

  • Milch, Sahne, Orangenschale und Vanille in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen.
  • In einer Schale den Zucker in den Eiern unter Rühren auflösen, allerdings nicht schaumig rühren.
  • Die abgekühlte Vanillemilch (unter 40 °, sonst stockt das Ei sofort) nach und nach zur Eiermasse geben und gründlich vermischen.
  • Die Flüssigkeit nun in Förmchen füllen und im heißen Wasserbad (ich stelle die Formen in eine tiefe Auflaufform und gieße mit sehr heißem Wasser bis circa 2/3 der Höhe an) bei 150° Umluft 30-45 Minuten stocken lassen. (Genauere Angaben lassen sich meinem Herd nicht entlocken.)
  • Danach abkühlen lassen, eventuell in den Kühlschrank stellen.
  • Erst kurz vor dem Servieren die einzelnen Schalen mit durch ein feines Sieb gestrichenen Puderzucker bestäuben und direkt mit dem Gasbrenner karamellisieren.

Crème brûlée-Fazit

Siehe oben. Nachmachen lohnt sich. 😉

Dessert-Rezept für Diabetiker: Geniales Windbeutel mit Erdbeer-Creme

Letztens stolperte ich über dieses leckere Rezept bei Chili und Giabatta und fand die Idee für äußerst nachkochenswert.  Von einer befreundeten Bäckermeisterin bekam ich auch noch ein tolles Rezept und Tipps für einen guten Brandteig (oder fachlich korrekter: ein Rezept für Brandmasse 😉 ). Den Teig und auch die Creme habe ich verändert und passend für Diabetiker umgearbeitet.

So sah dann das Ergebnis der gefüllten Windbeutel und Eclairs aus und war sowas von unendlich lecker:

erdbeercreme_bs

Das Rezept für die diabetiker-kompatiblen Gebäckstücke mit der fantastischen Erdbeercreme findet sich diesmal bei Suite101.de
Ich habe ja zum ersten Mal Brandteig gemacht und war erstaunt wie gut das alles funktionierte. Beim Rühren des Teigs ist mir zwischenzeitlich allerdings fast der Arm abgefallen, aber wie mir Ulrike vom Küchenlatein schrieb, als ich via twitter vor mich hin jammerte: "Ohne Schweiß kein Preis" 😉
Ich hatte von der Schwadengabe beim Backen des Bandteigs gelesen, letztendlich habe ich beides probiert. Den Großteil habe ich mit Schwade gebacken, vier Teilchen ohne. Erstere wurden saftig und elastisch, letztere eher hart und trocken. Ahja, und einen neuen Spritzbeutel benötige ich. Die Plastikteilchen mit denen ich bisher rumwurschtelte waren dem Ganzen nicht so wirklich gewachsen und gaben mittendrin auf.

Distel hatte mir noch von Brandteigschwänen vorgeschwärmt, musste ich natürlich auch gleich mal ausprobieren und bin total entzückt. Welch Wonne den leckeren Viechern in den Hintern zu beißen und am Flügel zu nagen. Da würden selbste Vegetarier zugreifen. Das Rezept wird es auf jeden Fall noch öfters bei uns geben.

Brandteig_bs