Schlagwort-Archive: zimt

Rezept für orientalische Süßkartoffel-Karottensuppe

Wenn meine Mama lesen würde, dass ich hier ein Rezept für Möhrensuppe veröffentliche - sie würde wahrscheinlich anfangen Schneeflöckchen in der Hölle zu zählen. Oder spöttisch (und mit stark sächsischem Einschlag) sagen: "DAS gibt's doch wohl nich!".

Rezept für Möhrensuppe mit Süßkartoffeln

Karottensuppe für Karottensuppenhasser/innen

Ich hasse nämlich Karotten- bzw. Möhrensuppe. Inniglich. Schon immer. Und es gibt einen äußerst ... uhm... unschönen Vorfall aus meiner Kindheit an dem ein garstiger Möhreneintopf, eine Häkelnadel (Stärke 2,5 - für die Handarbeitsinteressierten), eine Walnuss und letztendlich ein Krankenhaus beteiligt waren. Mehr sage ich dazu nicht und breite den gehäkelten Mantel des Schweigens darüber. Aber ja, so stark war meine Abneigung gegen dieses gekochte Produkt. Und mit Häkelnadeln bin ich trotz Faserleidenschaft und den Spinn-Workshops, die ich hier in Berlin gebe, immer noch nicht warm geworden. Warum nur. 😉

Nun bin ich ja älter geworden, unglaublich vieeel weiser (wehe jemand lacht!), habe einen ebenfalls gekochte Karotten hassenden Mann getroffen, mit ihm einen Ableger produziert (das Kind mag Karottenstücke genau so wenig wie wir, dafür isst es problemlos Pastinake. Bäääh.). Inzwischen habe ich mich vielen Lebensmitteln angenähert, die ich vor Jahren noch nicht mal mit spitzen Fingern angerührt hätte - gekochte Paprika gehört dazu, ebenso zum Beispiel Auberginen oder bestimmte Sorten Hülsenfrüchte.
Und immer wieder kristallisierte sich dabei eine Erkenntnis heraus: Ich mag diese Lebensmittel eigentlich. Die große Liebe scheiterte bisher nur immer an der falschen Zubereitungsart. Denn es ist eigentlich oft weniger der Geschmack als die Konsistenz, die zur absoluten Antipathie führten.

Vegane Möhrensuppe mit Süßkartoffeln

Als letztens also wieder ein Versponnener Salon anstand und mich plötzlich die irritierende Lust nach Karottensuppe überfiel, gab ich dem also nach, um eine karottensuppenhasser/innentaugliche Version im magischen Kessel brodeln zu lassen. Das Ergebnis war so lecker und glüht in dieser kalten, dunklen Jahreszeit so gut durch, dass a) der ganze große Topf leergefuttert wurde und b) ich (!) mit einem Löffel den Rest aus dem Topf kratzte. Ich hatte nämlich kaum was abbekommen.
Ohne es darauf groß angelegt zu haben, ist diese Suppe zufällig vegan und und glutenfrei - klar es ist ja ne Gemüsesuppe. (Obwohl.. so klar auch nicht, bei dem, was die Industri teilweise in ihren Suppen versenkt....) Wer mag, kann noch einen Klecks Sahne auf dem Teller hineinrühren. Diese  Möhrensuppe ist also saugut, schon partyerprobt und hat den unschlagbaren Vorteil, dass ziemlich viele Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen oder -unverträglichkeiten sie problemlos essen können.

Orientalisch deswegen, weil  hier nicht nur ein paar Süßkartoffel- und Möhrenbrocken unlustig mit Salz und Pfeffer im Wasser dümpeln, sondern ein paar Gewürze zum Einsatz kommen, die in Deutschland eher mit dem Orient assoziiert werden. Das Ergebnis ist eine süß-cremige und angenehm würzige Suppe, die in der kalten Jahreszeit richtig schön durchwärmt. Und wen jetzt die Suppenlust packt, ich hätte da noch Rezepte für asiatische Kartoffelsuppe (vegan mit Kokosmilch), Kartoffelcremesuppe (mit Speck & Zwiebeln), englische Spinatcremesuppe (mit Walnüssen und Parmesan), Fenchelcremesuppe , zweierlei Kürbissuppe (aus dem Topf und aus dem Ofen) und Hühnersuppe.

Rezept für Möhrensuppe mit Süßkartoffeln

Rezept für orientalische Süßkartoffel-Karottensuppe

900g Bio-Möhren (ungeputzt gewogen)
700g Süßkartoffeln (ungeputzt gewogen)
1 große Zwiebel
1,5 - 2 l Gemüsebrühe oder Wasser
0,5 - 0,75 l Orangensaft
2,5 TL Meersalz (fein)
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
1 TL Madras Curry
1/2 TL Ceylon Zimt*
Chilisauce nach Bedarf (Sriracha oder zum Beispiel selbstgekochte Spicy Hot Sauce)
Öl
Sahne (optional)

Benötigtes Equipment: Großer Topf, Sparschäler, Gemüsemesser, Pürierstab*

Zubereitung

  • Zwiebel putzen, grob hacken und in einem großen Töpf mit etwas Öl anschwitzen bis sie glasig sind.
  • Die Karotten gründlich unter fließendem Wasser abschrubben, die Enden putzen, grob Stückeln und noch kurz bei den Zwiebeln mitgaren. Da es Biomöhren sind, habe ich es mir erspart sie noch extra zu schälen.
  • Die Süßkartoffeln schälen, grob stückeln und ebenfalls in den Topf geben.
  • Mit 1,5 l der Brühe oder dem Wasser ablöschen, Orangensaft hinzu gießen und zum Kochen bringen.
  • Bei mittlerer Temperatur mit Deckel alles gar kochen, bis Süßkarftoffeln und Möhren schön weich sind.
  • Den Pürierstab zücken und alles fein pürieren, Gewürze und Chilisauce ebenfalls untermixen und etwas durchziehen lassen. Abschmecken.
  • Falls die Suppe jetzt zu dick ist, kann man nun noch mit der restlichen Brühe und dem  Orangensaft die Konsistenz nachkorrigieren. Achtung: Dann eventuell ein wenig nachwürzen und nochmals kurz aufkochen lassen.
  • Optional: Einen Klecks Sahne auf dem Teller in der Süßkartoffel-Karottensuppe versenken. Mhhhjam!

* Afiliate-Link zu Amazon. Ich erhalte bei einem Einkauf über diesen Link eine kleine Provision.

Lagerküche: Hais – Energy Balls aus dem Mittelalter

Die letzten anderthalb Wochen habe ich mit Mann und Baby in einem Reiselager des 13. Jahrhundert anlässlich des ersten Hochmittelaltertreffens im Kloster Jerichow - das ich auch mitorganisiere - zugebracht.  Ich habe mir damit endlich meine schon seit 20 Jahren bestehende Sehnsucht nach authentischem Mittelalter-Reenactment erfüllt, aber natürlich fand ich größenwahnsinnigerweise Berlin im 13. Jahrhundert nicht spannend genug und habe mich für die allererste Gewandung auf eine Gewürzhändlerin aus Byzanz versteift, die es auf Umwegen herverschlagen hat. (Was so abwegig gar nicht ist - wie mir ein Lokalhistoriker erklärte, gab es zum Beispiel zwischen dem Kloster Jerichow und Byzanz mehrere Reisen zu Zeiten Barbarossas zwecks Eheverhandlungen.)

Hais: Arabische Süßigkeit nach einem Rezept aus einem Kochbuch des Mittelalters

Die Quellenlage für Frauenfiguren aus der nichtadeligen Schicht ist allerdings relativ bescheiden. Weshalb ich die letzten anderthalb Jahre auch mehr mit der Nase in diversen Bücherstapeln verbracht habe, als mit der Nähnadel in der Hand. Wer mir auf Instagram folgt, wird meine hektischen Kampfnähattacken kurz vor dem Treffen und ein paar Fotos aus dem Lager sicherlich schon gesichtet haben. Auf meinem Handarbeitsblog Fiberspace werde ich im Laufe der nächsten Wochen auch sicherlich noch ausführlicher was zu meiner Klamotte schreiben. An dieser Stelle nochmal einen großen Dank an die Handmaid für ihre Nähdienste beim Liebsten und ihre Hilfe bei mir.

Hais: Arabische Süßigkeit nach einem Rezept aus einem Kochbuch des Mittelalters

Arabische Süßigkeiten

Aber zurück zum Kochen: Natürlich wurde auch auf offenem Feuer in Feuergruben gekocht und mit authentischem Kochgeschirr, das dem aus dem 13. Jahrhundert nachempfunden ist. Und ebenso natürlich konnte ich meine Fingerchen natürlich nicht still halten und habe selbst bei einigen Gerichten Hand angelegt. Zuletzt hatte ich bei einem Lager vor 14 Jahren auf offenem Feuer gekocht und dann jetzt direkt in solchen Mengen mit ungetesteten Rezepten - es war also schon ein wenig aufregend für mich und ich war anfangs etwas unsicher. (Der Liebste erklärte mir gestern, dass mein Fluchpegel an den Tagen doch ein wenig.. erhöht war. Ähem... 😉 ) Und mit den mittelalterlichen Energy Kababs dann auch noch ein noch nicht getestetes und von mir modifiziertes Rezept - auch wenn hier die Zutaten nur gehackt und nicht gekocht werden müssen. Immerhin habe ich schon oft meine modernen Energiebällchen gemacht und es mir deswegen mit Nachbesserungen on the fly zugetraut.

Reenactment: byzantinische Gewürzhändlerin_sOrientalische Süßigkeit: Zubereitung von Dattelröllchen_s

Das Kitâb al Tabîkh: Reiseproviant aus dem Mittelalter

Da meine Gewürzhändlerin aus Byzanz kommt, wo diverse Warenströme und Kulturen zusammenflossen, konnte ich zu der geliebten Neuübersetzung des Kitâb al Tabîkh (Book of Dishes/Das Buch der Gerichte)* greifen. Ich hatte bei dem Rezept für Rishta bi Adds (die übrigens auch - mit kleiner Variation, die demnächst im Rezept ergänzt wird - von mir die Lagerfeuertauglichkeit bescheinigt bekommen) schon ausführlich etwas zu diesem aus Baghdad stammenden Kochbuch aus der Feder von Muḥammad bin al-Ḥasan bin Muḥammad bin al-Karīm al-Baghdadi geschrieben. Und ich bin immer wieder überrascht, wie aktuell und gut die fast 800 Jahre alten Rezepte sind und wie sie sich auch heute noch in der arabischen Küche wiederfinden. (Kann man ja von mittelalterlichen deutschen Rezepten jetzt nicht so wirklich behaupten. Und nein, Schwein am Spieß zählt hierbei nicht.) Ihr werdet jedenfalls in den nächsten Jahren sicherlich noch einiges aus meinem kleinen Lieblingskochbuch zu lesen bekommen.

Auf Wunsch eines einzelnen Schmieds folgt jetzt ein Pi-mal-Daumen-Rezept, das meine moderne Umsetzung des arabischen Rezeptes aus dem 13. Jahrhunderts ist. Al-Baghdadi weist in seinem Rezepttext sogar darauf hin, dass diese Süßigkeit besonders gut für Reisende ist - sehr passend also für unser Reiselager. Da ich vor Ort keine Waage hatte, kann ich die Mengen nur ungefähr wiedergeben. Geschmacklich waren diese Energy Balls übrigens wirklich total lecker, weswegen ich auch von Rezeptgierigen  zu diesem Blogeintrag genötigt wurde. Mengenmäßig: Es wird viel. Wir haben mit vielen ein paar Tage davon genascht. Aber so ist es ja auch gedacht. 😉

Infos & Unterschiede zum Originalrezept aus dem Kitab Al-Tabikh

  • Das Originalrezept verlangt nach getrocknetem, zerriebenen Brot von exzellenter Qualität oder Keksen. Normales Semmelmehl passte für mich nicht, deswegen habe ich zu japanischem Panko gegriffen (das Brotzeug, das außen am frittierten Sushi klebt ;)), was erstaunlich gut funktioniert hat. Das Brot war überhaupt eine sehr nette Ergänzung, da ich zur besseren Formbarkeit Öl und kein Wasser hinzu gab, war es auch noch nach Tagen knusprig.
  • Al-Baghdadi verlangt nach gemahlenen Mandeln und Pistazien, ich habe Haselnüsse gewählt.
  • Im Original wird Sesamöl verwendet, das durch Braten von Gewürzen aromatisiert wird. Da gerade Zimt sowas nicht so gerne mag, habe ich die Gewürze direkt hinzugegeben und geschmacksneutrales Sonnenblumenöl verwendet. Als weitere Alternative wird geklärte Butter genannt, da sehe ich aber das Problem, dass diese bei Wärme und ungekühlter Lagerung eventuell leicht ranzig werden kann.
  • Da ich nicht genug Datteln hatte, habe ich zusätzlich softe getrocknete Pflaumen genutzt.
  • Im Originalrezept werden die Kababs anschließend in Puderzucker gewälzt. Davon habe ich abgesehen, da Zucker Feuchtigkeit zieht.
  • Charles Perry übersetzt "Kabab" (das beschreibt die Form) so, dass man Bällchen formen soll. Das geht a) wegen der Konsistenz schlecht. Das Rollen funktioniet nicht, das Zusammenpressen zu  länglichen Gebilden im Handteller hingegen schon. b) Kababs kenne ich (aus dem herzhaften Bereich) immer als länglichere Gebilde. Vielleicht kennen einige von das Wort ja zum Beispiel vom Schisch Kebap. Also im Grunde mehr Energy Röllchen als Balls.
  • "Hais" bedeutet aus dem Arabischen übersetzt so viel wie "Mischung" - schon sehr treffend. 😉

Rezept für Hais: Arabische Süßigkeit nach einem Rezept aus einem Kochbuch des Mittelalters

Reiseproviant aus dem Mittelalter
Rezept für "Hais" - Energy Balls/Dattelröllchen

300 g - 400 g Datteln
500 g softe Trockenpflaumen
400 g gemahlene Haselnüsse
100-150 g Panko*
Sonnenblumenöl
1-2 TL frisch und fein gestampfter Kardamom
2 TL Ceylon-Zimt*
100-200 g gemahlene Haselnüsse zum darin wälzen

Zubereitung

  • Falls nötig, die Datteln in eine Schale geben, mit heißem Wasser überbrühen und mindestens 15 Minuten ziehen lassen, damit sie wieder softer und nicht zu faserig sind. (Al-Baghdadi empfiehlt frische Datteln oder eben mazerierte getrocknete)
  • Die Datteln entkernen, fein hacken und in eine große Schüssel geben.
  • Ebenso mit den Pflaumen verfahren.
  • Haselnussmehl, fein gemahlene oder gestampfte Gewürze und das Panko hinzugeben. Mit den Händen alles gut miteinander verkneten. Abschmecken.
  • Sehr wahrscheinlich (das hängt eben auch von den von euch verwendeten Trockenfrüchten, Nüssen und dem Panko ab) wird die Masse jetzt noch etwas zu bröselig sein, um sie mit den Händen zu Kugeln oder kleinen Würstchen (Kababs) zu formen. Gebt 2-3 EL Öl hinzu, arbeitet es ein, macht eine Probe und ergänzt dann falls nötig weiter mit Sonnenblumenöl.
  • Die Masse aus Trockenfrüchten und Nüssen in der Hand zu länglichen kleinen Gebilden (Kabab) pressen, bei mir sahen sie am Ende wie größere Datteln aus, und in Haselnussmehl wälzen, damit sie später nicht aneinander kleben.
  • In einer Dose trocken und kühl lagern.

Tipp: Wer die Mengen nicht im Mittelalterstyle bezwingen will und eine moderne Küche greifbar hat, kann natürlich die Trockenfrüchte einfach in einem Foodprocessor zerkleinern. Und da wir uns im Lager mit einem Holzmörser abquälten: Zuhause mörsere ich mir nicht (mehr) stundenlang nen lahmen Arm mit so nem Teil, sondern werfe die Saaten und Gewürze einfach schnell in meine geliebte elektrische Kaffeemühle*.

* Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr etwas über diesen Link erwerbt, erhalte ich eine geringe Provision dafür.

Zuckersüß: Mandelkaramell mit Zimt

Karamell! Ob süß, oder salzig - ich liebe das Zeug einfach. Bei herzhaften Gerichten ist Karamellisiertes oft gerade die besondere Note. Pur, als Süßigkeit mit Mandeln oder anderen Nüssen ist Karamell auch einfach verführerisch. (Hey, es ist Zucker! Drogen, für's Hirn.)

Geschenk aus der Küche: Rezept für Mandel-Karamell mit Zimt

Manchmal (na gut, ...oft ;)) habe ich Phasen, in denen ich mich an bestimmten Lebensmitteln oder Zubereitungsarten festbeiße. Vor knapp 10 Jahren hatte ich meinen letzten Karamelltick und habe alle möglichen Anleitungen zum Kochen von Karamell verschlungen, um selbst Süßigkeiten bzw. Bonbons herstellen zu können. Damals allerdings irgendwie immer mit Sahne drin. Dabei braucht es die gar nicht. Und in meiner damaligen Unkenntnis war ich immer halb verzweifelt, weil das Ergebnis überhaupt nicht so war, wie ich es wollte.

Selbstgemachtes Mandelkrokant

Karamell - rein pflanzlich naschen

Dabei ist es so supersimpel. Denn reines Karamell (also das harte, glasartige Zeugs, nicht dieses weiche, trübe) benötigt gar keine tierischen Produkte. Es braucht nur sich selbst, Zucker, und ist damit schon immer eine wunderbare vegane Nascherei.  Natürlich könnte man das zuckrige Zeug auch so vertilgen, aber mit nur zwei weiteren Zutaten (Mandeln und etwas Zimt), wird's richtig gut. Da keinerlei Getreide darin vorkommt, ist es natürlich auch glutenfrei. Dank nicht vorhandenen Milchprodukten laktosefrei. Perfekt, um bei mir lieben Gästen vorgesetzt zu werden. Ich erfreue mich bei sowas fast kindlich daran, dass ein so simples Rezept von Natur aus für so viele Menschen und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse passend ist. (Bei gekauften Sachen muss man ja immer erst eine ellenlange Zutatenliste abgleichen...)

Riegel mit karamellisierten Mandeln
Selbstgemachte Süßigkeit: Karamellisierte Mandeln

Mandelkaramell - Geschenk aus der Küche

Das selbstgemachte Karamell - verfeinert mit Mandeln und Zimt - ist natürlich auch ebenso perfekt, um als kulinarisches Geschenk weiter in die Welt getragen zu werden. Und wer keine Mandeln und keinen Zimt mag: Wie in fast allen meiner Rezepte kann man hier natürlich wunderbar improvisieren und stattdessen zu gehackten Haselnüssen, Walnüssen, Erdnüssen, Sesam, Kardamom, Koriander oder beispielsweise auch Meersalz oder Vanille greifen. (Vanille und Karamell sind ja sowieso ein schönes Paar.) Wichtig ist nur, dass Nuss- oder Mandelstücke nicht zu groß sein sollten, da sich das Karamell sonst schlecht ausstreichen lässt. (Für euch diverse Male mit Mandelstiften getestet.)

Die drei Zutaten: Zucker, was Nussiges und eventuell etwas Zimt hat fast jeder im Haus und schon ist was selbstgemachtes Süßes aus nur drei (!) Zutaten entstanden. Das neutrale Sonnenblumenöl, das ich nutze, damit es nicht so klebt, könnte man noch als vierte zählen. Noch ein Denkanstoß zum Verschenken: In lange Stücke geschnitten und nach dem Erkalten in Schokolade gedippt, ist das Karamell sogar noch eine Nummer verboten-sündiger. 😉

Wie macht man Karamell?

Rezept für Mandelkaramell

200 g gehackte Mandeln
200 - 250 g Zucker
1/4 TL Ceylon-Zimt (gemahlen)
Sonnenblumenöl

Equipment: Backpinsel, Pizzaschneider*, Esslöffel aus Metall, große metallene Auflaufform oder Blech

Zubereitung

  • Die Mandeln in einer kleinen Pfanne ohne Fett unter stetem Rühren rösten, bis sie hell- bis goldbraun sind. In eine Schale geben und beiseite stellen.
  • Die Pfanne auswischen und den Zucker hineingeben. Bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen. Dabei immer wieder rühren, damit nicht ein Teil des Karamells verbrennt und bitter wird, während ein Teil noch kristallin ist. (Achtung: Bitte beim Hantieren mit flüssigem Zucker ganz besonders vorsichtig arbeiten!)
  • Wenn der Zucker komplett geschmolzen und honigfarben karamellisisert ist, den Zimt rasch unterrühren und dann schnell die noch warmen Mandeln unterziehen, bis alle von Karamell bedeckt sind.
  • Die Masse in eine dünn mit Sonnenblumenöl ausgepinselte Metallform geben und mit der beölten Rückseite eines großen Metalllöffels rasch glatt ausstreichen. Zwischendurch das Öl auf dem Löffel erneuern, er bleibt sonst kleben.
  • Das Karamell kann nur geschnitten werden, so lange es noch warm und geschmeidig ist. (Danach hilft nur noch ein Hammer und ein Splitterschutz. ;)) Mit einem Pizzaschneider das Mandelkaramell schnell in Rechtecke (Bonbons) zuschneiden, so lange es noch weich ist.
  • Das Mandelkaramell erkalten lassen und dann in die vorgezeichneten Stücke brechen.
*Affiliate-Link zu Amazon

7 Tage – 7 Dinge – Kalenderwoche 10/2015

Und schwupps, da ist auch schon fast wieder eine Woche vorbei und es gibt sieben Dinge von mir, die ich in den letzten Tagen getan habe. Neugierig geworden? Was ich hier mache und wie ihr mitmachen könnte, findet ihr im Ursprungsbeitrag zu 7Tage - 7Dinge.

7 Tage - 7 Dinge im Frühling

Ich suche gerade noch ein wenig nach einem System, um die 7 Dinge für mich chronologisch sortierbar zu machen... Per Kalenderwoche? Irgendwie bin ich nicht so recht glücklich damit. Freue mich über andere Ideen. Aber los geht's mit einem klitzekleinen Einblick in die vergangene Woche. Superduperneugiernasen empfehle ich sowieso meinen Instagram-Account. Es sind sowieso alles nur kleine Momentaufnahmen und ich merke gerade, dass die Auswahl an Dingen wirklich schwierig wird, weil mir tausend getane, selbstgewerkelte Sachen einfallen. Das find ich wirklich gut.

7 Tage - 7 Dinge im März 2015

7 Tage - 7 Dinge (Kalenderwoche 10/2015)

  • Neue Spinnwirtel für Handspindeln getöpfert, bzw. sie nach dem Schrühbrand entgratet und glasiert.
  • Gelesen. Wie immer viel. Diesmal mit Schöpferinnenstolz auch in einem Eigenwerk, dem Special zum Thema Veganismus und Rohkost, das ich als Redakteurin bei einem Berliner Magazin betreut habe. (Hier findet sich neben einem großen Einstiegsartikel zu Grünen Smoothies u.a. ein Interview mit Katharina Seiser zum Tierfreifreitag. Ihr neues Kochbuch "Schon immer vegan" kommt natürlich auch zur Sprache. Auch mit dem Netzwerk Berlin Vegan und Berlins erster komplett veganer Friseurin war ich im Gespräch. Und pssst: Meine niedliche vegane Friedrichshainer Mettratte hat auch ihren Weg ins Heft gefunden.)
  • Mich bewundert. Beziehungsweise den neuen Lieblingsschal an mir bewundert. Die Lieblingsnachbarin hatte ihn sich im Urlaub gekauft und erst Zuhause festgestellt, dass die schönen eingewebten Muster in dem blauen Schal Totenköpfe sind, weswegen er sofort zu mir umzog. (Und mir sowas von gut steht!) Hachz! <3
  • Mehr Glitzer in mein Leben gebracht: Einen Teil eines Garns mit sich selbst und einem goldenen Beilaufgarn verzwirnt, den nächsten Teil angefangen weiterzuspinnen.
  • Supergeiles veganes Karamell mit gerösteten Mandeln und Zimt für die hungrigen Süßmäuler auf dem Versponnenen Salon gemacht. Geröstete Mandeln, meine Achillesferse. <3
  • Gestrickt. Nach Wochen endlich mal wieder meinen Tubularity zur Hand genommen. Hier gibt's mehr über mein Schicksal als Strickzombie.
  • Gepflanzt. Endlich. Frühling! Ich stehe wie immer fasziniert da und staune, was alles schon knospt und wächst und seine Köpfchen durchs Erdreich steckt. Es gab frische Narzissen und meine geliebten Traubenhyazinthen für meinen Berliner Hinterhofschattengarten.

Liebe Grüße & auf eine kreative Woche voller schöner Dinge

Shermin

Würziges im Kessel: Rezept für fruchtigen Weihnachtspunsch [alkoholfrei] und was für den Lesehunger…

Es ist kalt, der Orkan Xaver hat uns beglückt und die ersten Schneeflocken trudeln mutig auch in Berlin zu Boden und lassen für Stadterfahrene Grauenhaftes für das Berliner S-Bahnnetz vermuten (der Wintereinbruch kommt aber auch wirklich immer so überraschend...!). Höchste Zeit, sich in der Tradition von würzigem Hypocras und Glühwein an einem wärmenden Heißgetränk zu versuchen, das allerdings nicht die persönliche Koordinationsfähigkeit beeinflusst.

fruchtiger-Weihnachtspunsch-bsAlkholfreier Glühwein, Kinderpunsch & Co.

Im Grunde kann man den Weihnachtspunsch, der wirklich wunderbar durchwärmt, natürlich auch als alkoholfreien Glühwein oder Kinderpunsch bezeichnen. Ich finde ein warmes, süßes Getränk, abseits von den heißen Kräutertees und diversen Alkoholika, zu dieser Jahreszeit eine schöne weitere Option. Der Würzpunsch ist ein schönes Willkommen für alle Besucher, die verfroren in die Wohnung stolpern und zudem auch eine äußerst nette Begleitung zum Kekse knabbern, um eingekuschelt Bücher zu lesen oder zum gemeinschaftlichen Klönen.
Das Rezept funktioniert sicherlich auch sehr gut mit Apfelsaft (womit wir dann auch noch die Sparte der traditionellen Wassail abgedeckt hätten), falls dieser nicht süß genug ist, kann man einfach mit etwas Honig nachhelfen.
Wer doch noch etwas Hochprozentigeres zum Durchglühen benötigt: Einfach den Weihnachtspunsch upgraden, indem man einen Schuss Whisky in den schon gefüllten Becher gibt. 😉

Kinder-Glühwein-brsWunschpunsch für den Lesehunger

Apropos Einkuscheln und Bücher verschlingen... Sylvester ist ja auch nicht mehr all zu fern. Ich habe in meinem magischen Kessel zwar einen Weihnachts- statt einem früher traditionellen Sylvesterpunsch geköchelt, beim Entwerfen des Rezepts und Hineinwerfen von Dingen in den Topf musste ich immer wieder an das wunderschöne Kinderbuch "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch"* von Michael Ende denken - geradezu perfekt, um selbst einen Beitrag zu meinem eigenen Dauerblogevent "Lesehunger" zu leisten.
Michael Ende hat nämlich nicht nur so wundertolle und bezaubernde Bücher wie "Momo"* oder "Die unendliche Geschichte"* geschaffen, sondern eben auch dieses amüsante und schöne Buch, das man auch als Erwachsene/r noch zu schätzen wissen kann. Und schließlich geht es um nichts Geringeres, als die Rettung der Welt. Der (natürlich böse) Zauberer Beelzebub Irrwitzer und seine verhasste (natürlich ebenfalls abgrundtief böse) Tante Tyrannja Vamperl (ihres Zeichens eine Geldhexe) haben kurz vor Jahreswechsel das Problem, dass sie nicht die vertragsgemäß dem Teufel in Jahresfrist zu erbringende Anzahl an Untaten, Seuchen und Katastrophen erfüllt haben. Da der teuflische Zwangseintreiber auch schon zur Stelle ist, der damit droht ihre Seelen zu pfänden, ist ihr Plan, den satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch zu brauen, um ihr Soll noch zu erfüllen und die Welt - quasi in Instant-Manier - mit unvorstellbarem Grauen zu überziehen. Die Hauptrollen im Buch haben aber der Rabe Jakob Krakel und der etwas naive Kater Maurizio de Mauro, die gemeinsam versuchen, in den letzten Stunden des alten Jahres die Welt vor ihren teuflischen Herren zu retten.
Sehr lesenswert, wunderhübsch. Nehme ich mit knapp Mitte dreißig auch gerne nochmal zur Hand. Und außerdem ist ja bald Weihnachten... nicht?

alkoholfreier-Glühwein-CollageRezept für fruchtigen Weihnachtspunsch

2 l Traubensaft
1/2 TL Orangenschale (getrocknet - gerne aber auch frisch gerieben)
1/2 TL Ceylon Zimt (gemahlen)
1/4 TL Ingwer (getrocknet, gemahlen)
1/8 TL Kardamom (ausglöste Samen)
1 Sternanis
5 Nelken
4 Körner Piment

Zubereitung

  • Alle Zutaten (bis auf den Sternanis und die schon gemahlenen Gewürze) im Mörser grob zerkleinern.
  • Die gemahlenen Gewürze mit den frisch gestoßenen zusammen in einen Teebeutel geben. Alternativ funktioniert vielleicht auch ein Tee-Ei, falls es aus einem ganz feinen Sieb gewirkt ist.
  • Den Traubensaft in einen Topf geben, den Teebeutel in den Saft hängen und am Rand mit einer Wäscheklammer fixieren.
  • Den Sternanis direkt im Saft schwimmen lassen.
  • Den Traubensaft erhitzen, einmal aufkochen lassen, Hitze reduzieren und auf kleiner Flamme für mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Dann die Gewürze entfernen und den Weihnachtspunsch heiß servieren.

*Affiliate-Link zu Amazon