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Kochbuch verschenken & gleichzeitig für Syrien spenden

Ihr Lieben, seit gut zehn Jahren arbeite ich als Redakteurin für ein Berliner Printmagazin und schreibe dort unter anderem jeden Monat die Rezensionen. Natürlich schleichen sich da auch ab und an Kochbücher mit ein. In unserer Dezemberausgabe durfte ich ein besonders schönes ehrenamtliches Projekt vorstellen, dessen Erlös zu einem Großteil an den Verein SyrienHilfe e. V. fließt. Kaum davon gelesen und einen Tweet dazu abgesetzt, zwitscherte mir eine Followerin zu, dass sich gerade bei einer Konferenz neben einer der Mediaperlen (ich mag den Namen ja sehr) befindet, die die Pressearbeit übernommen hatten, und schon war der Kontakt hergestellt. Hach. Ich liebe mein Internet. <3

Rezension zu dem syrisches Kochbuch "Fadi kocht syrisch" Noch ein Weihnachtsgeschenk gesucht?

Um den Kreis zu schließen und zum Punkt zu kommen: "Fadi kocht syrisch" wurde von mir im Print rezensiert, ich möchte euch das Buch aber nicht vorenthalten und stelle meine Rezension deswegen zusätzlich auch noch hier im Magischen Kessel ein. Wer noch total ideenlos nach einem Geschenk sucht, kann sich ja hier vielleicht inspirieren lassen. Kleine Nebeninfo: Nachgekocht habe ich noch nichts daraus, mit etwas Erfahrung lassen sich aber Rezepte ja schon im Voraus oft auf ihre Tauglichkeit hin lesen.

Kochbuch: "Fadi kocht syrisch"

Schöne und exotische Kochbücher finden sich ja immer wieder gerne unter dem Weihnachtbaum – mit was kann man schöner in andere Länder und Kulturen reisen und einen Teil davon, quasi auf einer Gabel, direkt zu sich nach Hause an den Tisch holen? Druckfrisch ist jetzt dieses ganz spezielle Kochbuch im November herausgekommen, dass das Verschenken noch besser macht, denn der Erlös geht an Kinderhilfsprojekte des Vereins SyrienHilfe e. V.. Der deutsche Verein leistet vorrangig in Syrien, aber auch in Nachbarländern wie dem Libanon und der Türkei humanitäre Hilfe und Nothilfe für syrische Flüchtling, kümmert sich darum, dass die Menschen Nahrungsmittelspenden erhalten, leistet aber auch Hilfe zur Selbsthilfe und versucht sich auch im Waisenkinder zu kümmern. Das Buch ist eine Zusammenarbeit von sehr vielen Ehrenamtlichen – die sich vorher zum Teil gar nicht kannten – und dem syrischen Fernsehkoch Fadi Alauwad.

Dieser stammt selbst aus Syrien und ist 2014 mit seiner Frau und den drei Töchtern vor dem Bürgerkrieg und den Bomben nach Deutschland geflüchtet. In Damaskus war er ein bekannter Chefkoch, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war. Mit seiner eigenen Fernsehshow zeigte er nicht nur, dass auch Männer den Kochlöffel schwingen können, sondern auch wie man die traditionelle syrische Küche in moderner Form umsetzen kann. Inzwischen lebt Fadi in Aachen und arbeitet in der Brasserie Aix wieder als Chefkoch.

Auf gut 120 Seiten finden sich in dem gebunden Buch gut 40 kulinarische Highlights aus der bodenständigen syrischen Küche. Aber es ist nicht nur ein reines Rezeptbuch, eingestreut sind kleine Volksweisheiten, Anekdoten, Erinnerungen von Fadi und Reiseberichte und Bilder aus einem vom Krieg noch unversehrten Syrien, die die SyrienHilfe e. V. beigesteuert hat.
Da werden Gewürze, Genüsse, Sinneseindrücke, Orte und liebgewonnene Menschen wieder zum Leben erweckt, die vielleicht schon vom Krieg hinweggewischt wurden.
Den Leser/innen werden also nicht nur die klassischen Gerichte und Gewürze, sondern gleich noch eine Portion Kultur serviert. Aufgeteilt ist das Kochbuch in die Kapitel "Kalte Vorspeisen" (Salate wie Fattoush oder Taboulé), "Kleine Begleiter" (Dips & Salate, die zu Gerichten gereicht werden), "Warme Vorspeisen", "Hauptspeisen" (köstliche Fleischgerichte & leckere vegetarische Gerichte) und "Nachspeisen & Getränke". Abgerundet wird das Werk durch Kurzbiografien der ehrenamtlichen Helfer/innen.
Illustriert ist das Buch zudem mit appetitlichen Fotos neben jedem Rezept. Besonders schön ist: Neben der deutschen Übersetzung gibt es die original arabischen Namen der Gerichte in Transliteration, da kann sich so manches arabisches Kochbuch ein Scheibchen abschneiden. Ein paar Kleinigkeiten zu meckern gibt es aber doch, so fehlt zum Beispiel eine nach Kapiteln geordnete Übersicht und an manchen Stellen wird in der Zubereitung vielleicht doch ein wenig zu viel bei den Leser/innen an Eigenleistung und Wissen vorausgesetzt. (Der Liebste, der wunderbar rezepttreu nachkochen kann, wäre beispielsweise an ein paar Stellen aufgeschmissen gewesen. Aber ich denke das sind Kinderkrankheiten, die man ausmerzen kann.)

An dieser Stelle kann man übrigens noch mehr zu Fadi erfahren, hier werden auch nach und nach Rezepte und unterstützende Firmen im Blog vorgestellt. Spannend wäre es noch, mehr über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen zu lesen..

Fazit: Ein schönes Kochbuch verschenken, traditionelle arabische Gerichte genießen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Wenn sich das nicht nach dem perfekten und vor allem sinnvollen Geschenk für Kochbegeisterte anhört. Und sowas hat in der Geschenke-und-Konsumterror-Hochsaison namens Weihnachten ja fast ein Alleinstellungsmerkmal (das englischsprachige Buch "Soup for Syria"* verfolgt ein ähnliches Konzept)  und ist auf jeden Fall allemal besser, als der xte überflüssige Weindekanter oder ne versilberte Spargelzange. Also: kaufen, verschenken und am besten gleich noch eines für sich selbst mitbestellen.

Fadi Alauwad
Fadi kocht syrisch
ISBN: 978-3-00-051062-5
19,90 Euro, 119 Seiten
Bezug unter Mayersche.de und direkt vor Ort in der Filiale der Mayerschen in Aachen.
Leider ist das Buch trotz ISBN anscheinend nur so zu bekommen.

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Batata Harra – scharfe Kartoffeln aus dem Ofen

Batata Harra - was aus dem Arabischen übersetzt quasi scharfe (harra) Kartoffeln (Batata) bedeutet - ist eigentlich ein libanesisches Gericht. Aber inzwischen findet man es dank orientalischen Imbissbuden und Restaurants an vielen Stellen.

Arabisches KartoffelrezeptGefühlt sind (gute) Kartoffelgerichte im arabischen Raum auch irgendwie rar gesät. Ich habe dem Eindruck man steht diesem Gemüse (denn als dieses wird es gerne verzehrt - am besten mit etwas Brot oder Reis dazu, so habe ich es als Kind in Baghdad jedenfalls kennengelernt ;)) einfach nicht mit der gleichen euphorischen Liebe gegenüber, die beispielsweise Europäer für diese stärkehaltige Knolle empfinden.

Rezept für Batata Harra aus dem OfenRezept für Batata Harra aus dem Ofen

Deutschland regional

Das leckere arabische Kartoffelgericht Batata Harra fiel mit vor ein paar Wochen wieder ein, als ich versuchte ein Menü zu planen. Letzten Samstag war ich nämlich Gastgeberin für Elmar Schwer und sein Projekt "30 Tage - 30 Orte - 30 regionaltypische Gerichte". (Die andere Berliner Gastgeberin war übrigens Doc.Eva mit einem Menü aus Salat, Berliner Erbsensuppe und Berliner Luft-Torte)Voraussetzung hierfür ist, dass dem radwandernden Reisenden etwas Regionales kredenzt wird. Und wie Elmar dann selbst am Abend feststellte: Meine Lebensgeschichte und die Orte von denen ich stamme und wo ich aufwuchs sind quasi die Klammer, die sein Projekt umfassen. Vom tiefsten Sachsen bis in den ursprünglichsten Ruhrpott, hin nach Berlin mit Wurzeln in Schlesien und Kurdistan/Irak.

arabisches Kartoffelgericht

Und so sah dann auch mein regionales Menü mit berlinerisch-ruhrpöttisch-sächsisch-orientalischen Einschlägen aus.:

Hauptspeise: Currywurst mit Pommes auf Arabisch
Typisch berlinerisch: Selbstgekochte Currysauce mit Madras- Curry, reichlich Zimt, langem Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Chili und anderen Köstlichkeiten. Dazu Merguez und Lammwürstchen vom Biometzger und eben meine Version der Batata Harra als orientalische Pommes Frites-Variante. Als grüne Beilage hatte ich Fattoush mit frittiertem arabischen Fladenbrot und frischem Sauerklee und Minz-Petersiliendressing gemacht. Als Getränk wurde hierzu edelste Rixdorfer Fassbrause gereicht.

Dessert: Sächsische Quarkkäulchen
Ein schönes Restegericht - aus dem Lameng einen Teig mit Pellkartoffeln vom Vortag, Quark, Mehl, Zucker, in Rotwein getränkten Rosinen zusammenrühren und daraus dann Quarkkäulchen frittieren. Serviert mit meinem samtigen Apfelmus mit Vanille und meinem Orientzucker.

Arabische Kartoffelecken aus dem Ofen...

Aber kommen wir zu den Batata Harra zurück. Diese werden eigentlich in der Pfanne in Olivenöl gebraten, dazu hatte ich in der Länge und bei der Menge an Kartoffeln nun wirklich keinen Nerv und habe sie deswegen nach meinem Rezeptentwurf beim Probekochen einfach in den Ofen verfrachtet - was auch perfekt funktioniert hat. Was besonders schön ist: dieses arabische Kartoffelrezept ist schon immer vegan. Also zumindest, wenn ihr die Currywurst weg lasst, die es bei mir dazu gab. 😉 Die Rezepte für die restlichen Bestandteile des Menüs reiche ich dann nach und nach hier im Foodblog hinein, schon verbloggte Gerichte sind verlinkt.

Cooking Batata Harra

Rezept für Batata Harra

1.5 Kg festkochende Kartoffeln (geschält ~ 1,25 Kg)
3 EL gutes Olivenöl
2 EL Sesamsaat (ungeschält)
1,5 TL Harissa (arabische Gewürzpaste mit Chili)
1,5 TL Meersalz (fein)
3/4 TL Zitronenzesten (frisch)
1/2 TL Paprikapulver (edelsüß)
Saft 1/2 Zitrone
1/2 Strauß grobblättrige Petersilie

Zubereitung

  • Die Kartoffeln schälen in grobe Würfel schneiden, waschen, sehr gut abtropfen lassen.
  • Aus den restlichen Zutaten (bis auf die Petersilie) in einem Schälchen die Marinade zusammenrühren
  • In einer großen Schüssel die Kartoffeln gründlich mit dem Harissa-Öl vermengen und dann rasch (sie sollen kein Wasser ziehen) auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech ausbreiten. Die gewürzten Kartoffeln sollen dabei in einer Ebene und nicht gestapelt liegen.
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft) bei 200° für 35-45 Minuten (das ist auch ein wenig abhängig davon, wie groß eure Würfelchen sind) auf mittlerer Schiene backen, bis sie gar sind und anfangen zu bräunen. Zwischendrin bitte die Batata Harra wenden und Feuchtigkeit aus dem Ofen entweichen lassen.
  • Sind die scharfen Ofenkartoffeln fertig, das Blech aus dem Ofen nehmen frische, grob gehackte Petersilie unterheben, in eine Schale geben und direkt servieren und aufknuspern.

Ab ins Mittelalter – Rishta bi Adds: Arabische Butternudeln mit Hülsenfrüchten

Auch in orientalischen Ländern wird tatsächlich Pasta gegessen. Ich erinnere mich immer noch innigst an den genialen Makkaroni-Tomaten-Auflauf, den die Mama meiner aus Ägypten stammenden Freundin zu Grundschulzeiten immer für uns gemacht hat - den haben wir Kinder einfach geliebt.

Orientalische Pasta

Arabisches Nudelgericht mit Linsen

Für dieses Gericht habe ich wieder tief in eines meiner Lieblingskochbücher, Claudia Rodens "The New Book of Middle Eastern Food"*, geblickt. Eigentlich heißt das Gericht in korrekter Übersetzung ja "Nudeln mit Linsen".  ("Adds" = Linsen). Da ich dieses genial-simple und absolut gute Gericht aber zuerst mit eingekochten Bohnen aus der Dose gemacht habe, wäre die richtigere Bezeichnung wohl eher sowas wie "Rishta bi Ful". Aber wir wollen hier mal nicht kleinlich sein. Die Version mit getrockneten Linsen haben wir inzwischen natürlich auch schon längst gekocht, beide Varianten sind im Rezept genannt. Mir persönlich schmeckte die Version mit den Wachtelbohnen/Borlottibohnen besser, was aber vielleicht daran liegt, dass ich keine große Linsenliebhaberin bin. Mit Kichererbsen kann ich mir das Gericht übrigens auch hervorragend vorstellen.

 

Arabische Nudeln mit Hülsenfrüchten

 

Ein Pastarezept aus dem arabischen Mittelalter

Und damit habe ich direkt Gelegenheit, um hier ein wenig Nahrungsmittelhistorie am Rande einzufügen. Die Bezeichnung "Rishta" für Nudeln war mir bis dato unbekannt. Claudia Roden schreibt erklärend, dass Pasta schon im antiken Persien bekannt war und auch in arabischen Kochbüchern aus dem Mittelalter vorkommt. "Rishta" stammt aus dem Persischen und bedeutet ursprünglich eigentlich Faden. Gemeint ist hiermit tagliatelleartige, also breitere Pasta und keine Spaghetti und Anverwandte. Der Koch "Al-Baghdadi" beschreibt sie in seinen Anmerkungen als riemchenartig.

Vor kurzem bin ich nämlich ganz begeistert in dem kleinen Artikel "Babylonian Breakfast" von Felicia Campbell über die Erwähnung des "Kitab al-Ṭabīkh", dem "Buch der Gerichte" gestolpert.
(Edit: Sie bezieht sich auf das gleichnamige Kochbuch aus dem 10. Jahrhundert. Hier gibt es einen sehr lesenswerten und ausführlichen Artikel von Charles Perry dazu. Die preisgekrönte Übersetzung von Newal Nasrallah "Annals of the Caliphs' Kitchens: Tenth-Century Baghdadi Cookbook"* ist bestimmt lesenswert - aber auch recht üppig im Preis.)
Der Autor des Kochbuches aus dem 13. Jahrhundert, ist Muḥammad bin al-Ḥasan bin Muḥammad bin al-Karīm al-Baghdadi, meist einfach - wer kann es bei dem langen Namen verdenken - "Al-Baghdadi" genannt. Das Originalmanuskript hiervon hat das Wirrwarr der Zeiten in der Türkei überlebt und hat dort laut dem Übersetzer Perry auch stark die landestypische Küche beeinflusst. Das erste türkische Kochbuch, das dann wiederum erst im 15. Jahrhundert erschien, ist quasi eine Übersetzung ins Türkische, samt ein paar ergänzenden Gerichten.

Ich war sofort Feuer und Flamme und - den Göttern sei Dank - gibt es seit ein paar Jahren ein schmales, preiswertes, englischsprachiges Büchlein in einer komplett korrigierten Neuübersetzung von Charles Perry. Was soll ich sagen? Die Historikerin in mir gab ein begeistertes Quietschen von sich, das  verdächtig wie das eines 15jähriges Fangirl klang und schwupps, lag das "Baghdad Cookery Book: The Book of Dishes (Kitab Al-Tabikh)"* in meinem virtuellen Einkaufswagen. Natürlich ist es ohne Bilder, aber ich finde es absolut spannend. Die Rezepte entfalten sich beim Lesen in meinem Kopf und ich finde es faszinierend, wie viele Sachen nach immerhin 800 Jahren problemlos in die heutige Zeit übertragbar sind und sich im Stil oder sogar fast unverändert in der orientalischen Küche wiederfinden. Ganz im Gegensatz zu so manchen europäischen Rezepten, die in mittelalterlichen Rezeptsammlungen überliefert sind. Meine Freude, als ich hier zudem noch auf  ein Rezept für "Rashta" stieß - einen dicken Eintopf mit Fleisch, Linsen und handgemachten Nudeln, ist wohl vorstellbar.

How to cook Rishta bi AddsMeine Mutter erzählte mir zudem, dass meine Eltern - als sie dieses Jahr im Frühling in Kurdistan waren, um Newroz zu feiern - auch ein Gericht mit Nudeln und Linsen aßen. Ich finde es ist eine ungewöhnliche, aber sehr gute Kombination - und die Menschen aus dem arabischen Raum sind ja nicht die Einzigen, die hierauf kamen, ich sage nur Linsen und Spätzle - quasi das kulinarische-schwäbische Nationalheiligtum. 😉

Und jetzt - nach all dem Geschichtsunterricht, geht es zu dem Rezept für dieses wunderschöne, buttrige Wohlfühlgericht. Es ist schnell gemachtes arabisches Soulfood, bei dem man nach der letzten Gabel mit einem zufriedenen kleinen Seufzen das Besteck beiseite legt.

 

Butternudeln mit Linsen/Hülsenfrüchten [Rishta bi Adds]


(für 2 Personen)

250 g Tagliatelle (in ca. 2,5 cm lange Stücke gebrochen)
1 Tasse getrocknete braune oder grüne Linsen (gewaschen) /Alternativ: 1 Dose Wachtelbohnen, Abtropfgewicht 400 g
2 mittlere Zwiebeln (fein gehackt)
40 g Butter
1 EL neutrales Öl
2-3 Zehen Knoblauch (grob gehackt)
1 TL frisch gemahlene, getrocknete Koriandersaat
Pfeffer, frisch gemahlen
Meersalz

Zubereitung

  • Die geputzten und fein gehackten Zwiebeln in einer kleinen Pfanne mit dem Öl golden braten.
  • Knoblauch und den gemahlenen Koriander hinzufügen und mit anbraten, bis er anfängt zu bräunen. Dann die Pfanne vom Herd nehmen.
  • Die Linsen ohne Salz in reichlich Wasser für 10 bis 15 Minuten auf mittlerer Flamme köcheln lassen, bis sie weich sind. Er jetzt salzen, sonst  bleiben sie hart.
  • Die Nudeln zu den Linsen geben , gar kochen und alles durch ein Sieb abgießen. (Werden Dosenbohnen genutzt, werden nur die Nudeln gekocht, kurz vor Ende der Garzeit die abgegossenen Wachtelbohnen zum Erwärmen dazu gegeben und dann wie im Rezept weiterverfahren.)
  • Alles wieder zurück in den Topf geben und mit den gebratenen Gewürzzwiebeln und der Butter vermengen,  bis diese geschmolzen ist.
  • Mit Pfeffer und Salz abschmecken, in einer flachen Schale anrichten und servieren. Fattoush eignet sich noch als kleine, knackige Beilage.

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Mahallebi: Arabischer Milchpudding mit Kardamom

Darf ich vorstellen? Mein neues Lieblingsdessert: Mahallebi. Im Grunde handelt es sich hier um nichts anderes als normalen Pudding, den die meisten Menschen hierzulande ja mit Vanillearoma und aus der Tüte von dem Doktor in Bielefeld kennen. Nur in diesem Falle halt selbst zusammengerührt, nicht aus der Tüte, frei von künstlichen Aromastoffen und mit wundervoll frischem, duftigen Kardamom verfeinert. Diesen arabischen Pudding gibt es in unzählbaren Varianten im ganzen Orient und jede Familie hat wohl ihr eigenes Lieblingsrezept.

Mahallebi: arabischer PuddingMir und dem Liebsten schmeckt er ja lauwarm am besten. (Hey, jemand muss ja die Reste aus dem Topf retten! ;)) Wenn man ihn aber stehen und im Kühlschrank richtig fest werden lässt, dann ist Mahallebi ein angenehm kühlendes Dessert für warme Sommertage. Er wird so fest, dass  man ihn auch für (vorher kalt ausgespülte) Puddingförmchen nutzen und nachher dekorativ stürzen kann.

Arabischer Kardamompudding

Mahallebi - Milchpudding mit KardamomIch kann übrigens stolz verkünden, dass ich inzwischen übrigens auch die höheren Mahallebi-Weihen besitze, da ich - die ich sonst keinen klümpchenfreien Pudding hin bekomme (was vielleicht auch daran liegt, dass ich Klümpchen im Pudding eigentlich sehr gerne mag...) -  ihn mehrfach in 2,5 L-Dosis für Gäste gekocht habe. Ich kann somit auch berichten, dass eher an europäische Gerichte gewöhnte Gaumen den Kardamompudding sehr, sehr gerne mochten.

Mahallebi - orientalisches DessertDer orientalische Milchpudding kann aber nicht nur mit Kardamom aromatisiert werden. In vielen Rezepten kommt statt dessen auch ein Teelöffelchen Rosenwasser oder Orangenblütenwasser zum Zuge. Manchmal auch mit etwas Kardamom kombiniert. Hier lohnt sich einfach ein Austesten. Schokoladensauce oder Karamellsauce dazu ist ein nettes, aber nicht zwingend notwendiges Add-on. Wenn man statt Kardamom einfach etwas Vanillemark und Kurkuma zur Färbung rein gibt, kann man so auch wunderbaren Vanillepudding produzieren - gänzlich ohne Tüte.

Zu dem Rezept angeregt wurde ich, als ich mal wieder durch das "Iraqi Family Cookbook"* blätterte, das ein guter Querschnitt durch die bodenständige und simple irakische Alltagsküche ist. Die Fotos in dem englischsprachigen Kochbuch sind quasi direkt in der Küche entstanden, manchmal auch etwas unscharf - diese kleinen Fehler machen aber auch den authentischen Charme eines solchen Kochbuches aus.

How to cook MuhallebiRezept für Mahallebi - arabischer Milchpudding mit Kardamom

500 ml Milch
45 g Maisstärke
40 g Zucker
1/2 TL frisch gemahlene oder zerstoßene Kardamomsaat
1 Prise Meersalz
Pistazien zur Dekoration

Zubereitung

  • 6 EL der Milch abnehmen und mit der Stärke und dem Zucker klümpchenfrei anrühren.
  • Die restliche Milch zusammen mit dem fein gemahlenen Kardamom und dem Salz in einem Töpfchen aufkochen.
  • Vom Herd nehmen und die Stärkemilch mit einem Löffel unterrühren.
  • Den Topf zurück auf den Herd stellen und bei geringer Hitze unter Rühren nochmals für eins, zwei Minuten aufkochen lassen, so dass der Pudding richtig anzieht.
  • Den Kardamompudding in eine bereitgestellt Schale füllen.
  • Die Pistazien schälen, hacken und den Milchpudding damit bestreuen.

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Fattoush – Sommerlicher arabischer Brotsalat

Ich blicke von meinem Schreibtisch und der Tastatur hoch und direkt aus dem Fenster in meinen Mini-Schattengarten im Innenhof. Ab und an verirrt sich mal ein Sonnenstrahl her, gerade wirbelt etwas Wind aber die grünen Massen vor meinem Fenster (Knöterich, nochmal Knöterich, Haselnuss, Flieder und irgendwo sehe ich auch Hopfen...) und der Himmel lässt für ein paar Minuten dicke Tropfen auf sie fallen. Hübsch. Aber der Anblick lässt mich in meiner Sommerbluse gerade etwas frösteln.

Fattoush

 

Fattoush - tolle Beilage zu Gegrilltem

Mit dem Rezept rufe ich im wettertechnisch wechselhaften Mai also ein wenig und ganz sanft die wärmeren Temperaturen herbei, denn dieses orientalische Gericht ist im Grunde  ein typischer Sommersalat. Kein Wunder, ist er doch ein frisch-säuerliches, leichtes und kühlendes Essen aus Ländern, in denen ganz andere Temperaturen herrschen als hierzulande.  (Oh.. und stellt euch nur die aromatischen Gurken und Tomaten vor... hach..)
Fattoush passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, Fisch, Halloumi oder Grillgemüse und ist eigentlich für alles mögliche eine wundervolle Beilage. Schnell gemacht und zudem noch vegan ist der arabische Salat eine schöne Ergänzung bei einem gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden. Denke ich an Fattoush, dann habe ich jedenfalls laue, zufrieden-schwere Sommerabende mit eins, zwei oder vielen lieben Menschen auf der Terrasse, Balkon oder - wer den Luxus hat - dem Garten vor dem inneren Auge.

 

Fattoush

 

Brotsalat - eine köstliche Resteverwertung

Im Grunde kann man jedes etwas altbackene Brot für diesen wunderbar leichten Brotsalat verwenden und auftoasten. Resteverwertung kann manchmal richtig lecker sein.  Traditionell wird hier auf dünnes arabisches Fladenbrot oder angeröstetes/getoastetes Pitabrot zurückgegriffen. Meine syrische Lieblingsnachbarin schwört auf in Öl frittiertes, dünnes arabisches Fladenbrot - ich inzwischen auch. Es bleibt auch nach längerem Stehen des Salats erstaunlich crunchy.

Der Salat ist sehr schön variabel - je nachdem, was für Gemüse man da hat. Portulak kommt auch gerne noch mit hinein - ist hierzulande aber meist schlecht zu bekommen. Das Brot wird vor dem Servieren rasch untergehoben, so bleibt es schön knusprig. Ich habe aber auch schon Rezepte gesichtet, die wiederum darauf beharren, dass der Brotsalat richtig durchziehen muss, ähnlich wie bei dem italienischen Brotsalat Panzanella. Aber ihr wisst ja selbst, was euch am besten schmeckt, probiert's einfach. 😉

Making Fattoush

Rezept für Fattoush - arabischer Brotsalat

2 Fladen flaches, arabisches Fladenbrot oder Pitabrot, in Stücke gezupft/Geschnitten und in Sonnenblumenöl goldbraun frittiert (Alternativ: Brot toasten oder im Ofen rösten. Oder gekaufte Brotchips. Hier hatte ich schon in Fett ausgebackene große Brotcräcker mit Rosmarin)
2 mittelgroße Römersalate
1/2 - 1 Gurke
4 Tomaten
2 Frühlingszwiebeln

Salatdressing:

3 EL frischer Zitronensaft
3 EL Olivenöl
2 EL (~ 8 g) frische, gehackte Minze
2 EL (~10 g) frische, gehackte, großblättrige Petersilie
1,5 TL Meersalz
1 TL Sumak
1 Zehe Knoblauch
frisch gemahlener Pfeffer
(optional: 1 TL Honig)

Zubereitung:

  • Salat in mundgerechte Stücke zupfen und in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und in eine Salatschüssel geben.
  • Frühlingszwiebeln putzen, evtl. kurz abspülen (Stichwort Sand), in Ringe schneiden und dazu geben.
  • Tomaten und die Gurke ebenfalls abspülen, die Gurke schälen.
  • Die Gurke längs halbieren und mit einem Löffel den Bereich der Kerne aushöhlen, die Tomaten aufschneiden und hier ebenfalls die Kerne entfernen, so dass nur das feste Fruchtfleisch zurück bleibt.
  • Nun mit einem scharfen Messer Tomaten und Gurke in Stückchen zerteilen und mit dem Römersalat vergesellschaften.
  • Die Knoblauchzehe fein reiben, im Mörser zerquetschen oder durch die Knoblauchpresse jagen und mit den restlichen Zutaten für das Dressing in einem Glas miteinander vermischen - ich nehme gerne ein sauberes Einmachglas als Dressingshaker - und über den vorbereiteten Salat geben. Die knusprigen Brotstücke unterheben, rasch servieren.

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