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Schokoladenkuchen: Resteverwertung für Schokoladennikoläuse & Schoko-Osterhasen

Mir ist das früher nie so sehr aufgefallen, aber seitdem wir ein Kleinkind in unserem Haushalt haben, strandet hier massenweise wohlmeinend geschenkte, recht günstige Milchschokolade. Ich mag die nicht, der Mann mag die nicht und das Kind - das isst tatsächlich so gut wie keine Schokolade (ja, es ist tatsächlich meins) - dafür aber umso lieber Schokoladenkuchen.

Rezept für glutenfreien Schokokuchen aus Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen

Resteverwertung: Kuchen aus Schoko-Weihnachtsmännern & Schoko-Osterhasen

Deswegen sammelt sich bei uns im Laufe des Jahres einiges an Schokolade an, angefangen bei Schokoladenfußbällen über den Schokoladenosterhasen, der auch noch zu Weihnachten hier wohnt, bis zum Schokoladenweihnachtsmann oder essbaren Baumschmuck - mit vielen guten Gedanken geschenkt im Kindergarten, von lieben Freunden, von der Tick-Tack-Omi und und und...
Schokoladenfondue wäre eine Idee, aber ich mag die armen Früchte nicht mit pappsüßer Milchschokolade verschandeln, da greife ich lieber zu Zartbitter. Auch eine Tarte au Chocolat mit Mürbteigboden und Schokoladenguss schien mir nicht die Lösung. Irgendwie machte mich alles, was ich fand nicht, so recht glücklich. Deswegen suchte ich mir selbst ein Rezept für Schokoladenkuchen zusammen, angelehnt an Rezepte für französischen Gâteau au Chocolat, das uns tatsächlich alle drei glücklich macht.

 

glutenfreier Schokokuchen aus Weihnachtsschokolade

Resteverwertung: Rezept für Schokokuchen aus übriggebliebenen Schoko-Nikoläusen und Schoko-Osterhasen

Gâteau au Chocolat - französischer Schokoladenkuchen

Dieser wirklich schnell von Hand zusammengerührte Schokoladenkuchen ist frisch gebacken von Haus aus sehr leicht, aber feucht und geschmacklich so eine Art Brownie-Soufflé-Zwischending und erinnert mich stark an den deutlich aufwendigeren Chocolate Brownie Pudding. Dank dem zusätzlich hinzugefügtem echten Kakao ist der Kuchen nämlich dennoch auf der dunklen Seite und fängt die sehr süße Milchschokolade gut auf. Der Schokoladenkuchen schmeckt kalt, aber auch direkt warm, mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Schlag Sahne und ein paar frischen Früchten hervorragend.

Da ich den Kuchen mit Stärke backe, ist er durch Zufall (und bei Nutzung von glutenfreier Schokolade) glutenfrei.

Rezept für glutenfreien Schokokuchen aus Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen

Rezept für Gâteau au Chocolat (Schokoladenkuchen)

125 g Butter
300 g Milchschokolade (Schoko-Nikoläuse & Osterhasen)
5 Eier
50 g Puderzucker
35 g Speisestärke
30 g echter Kakao
1 TL Backpulver
1 Prise Meersalz

Zubereitung

  • Eine Springform entweder komplett mit Butter fetten oder (so wie ich es mache), im Boden das Backpapier einspannen und nur die Seiten fetten.
  • Eine große (Metall-)Schale über ein Wasserbad hängen und bei geringer Temperatur die Butter und die Schokolade schmelzen, dabei mit einem Schneebesen verquirlen.
  • Die Schale vom Herd nehmen und die verrührte Masse etwas abkühlen lassen, damit die Eier nicht direkt fest werden.
  • Die trockenen Zutaten gründlich in einer Schüssel miteinander vermengen.
  • Nun einzeln nach und nach mit einem Schneebesen die Eier in die Schokoladenmasse einarbeiten. Das sieht zuerst grisselig aus, nach kräftigem Einrühren mit dem Schneebesen, glättet sich aber schon nach dem ersten Ei die Schokoladenmasse wunderbar.
  • Wenn alle Eier eingearbeitet sind, löffelweise die trockenen Zutaten in die Schokoladenmasse geben und ebenfalls mit dem Schneebesen einrühren. Dabei etwas Vorsicht walten lassen: Der Teig für den Kuchen sollte nicht zu lange gerührt werden, nur so lange, bis sich alle Zutaten gut miteinander verbunden haben.
  • Den recht flüssigen Schokoladenteig in die gefettete Springform füllen (bitte achtet darauf, dass eure Form dicht genug ist) und im vorgeheizten Ofen bei 160° (Umluft) für 25 Minuten backen, bis die Mitte des Kuchens sich fest und nicht mehr flüssig anfühlt. (Ich drücke sanft mit der Rückseite eines Löffels oder einer Gabel darauf.)
  • Bei offener Klappe im Ofen abkühlen lassen. Nicht irritieren lassen: Der Kuchen rutscht noch etwas zusammen.
  • Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestreuen. Alternativ kann auch noch ein tränkender Guss aus noch mehr geschmolzener Schokolade (ich würde da aber tatsächlich dunkle empfehlen) und etwas Sahne auf den Kuchen gegeben werden.

Rezept für glutenfreie Mandelkekse

Allerorten tobt ja gerade die Schlacht um die geilsten Weihnachtskekse - iiich halte mich dieses Jahr ganz dezent raus, knurpse meine schon gebackenen Weihnachtsplätzchen und schenke euch dieses supersimpel zusammenrührbare und leckere Keksrezept.

Rezept für glutenfreie Mandelkekse aus nur 3 Zutaten

Keksrezept ohne Mehl

Na gut, wenn die Zeit es zu lässt, lasse ich euch demnächst noch mein Rezept für Kaffee-Spritzgebäck zukommen. (Wie seht ihr das eigentlich? Ist Spritzgebäck ein Gebäck fürs ganze Jahr oder nur für Weihnachten?) Aber erstmal sind diese glutenfreien und laktosefreien Cookies dran. Sie fallen definitiv nicht unter Weihnachtsgebäck, sondern sind alljahrestauglich. Können aber natürlich gerne zu Weihnachten verspeist werden. Das Rezept kommt ganz ohne Mehl und Ausstechen aus - was für Ungeduldige und Menschen, die Gluten nicht vertragen, natürlich brillant ist. Wer es dennoch weihnachtlich mag oder schlicht noch ein paar Geschmacksknospen reizen will, kann diese Kekse relativ simpel noch zusätzlich aromatisieren. Zum Beispiel durch die Zugabe von 1/4 TL Zimt, etwas gemahlener Koriandersaat, Vanille, Schokoladenraspeln oder geriebener Orangenschale.

Blitzgebäck: Schnelle Drei-Zutaten-Kekse aus der Vorratskammer

Die glutenfreien Kekse sind aber nicht nur für Leute mit Glutenunverträglichkeit, sondern eigentlich für jeden geeignet. 😉 Sie sind blitzschnell zusammengerührt und in den Ofen geschoben - und nur kurz danach kann man sie schon genießen und zum Beispiel Überraschungsgäste mit den Blitzkeksen erfreuen. Denn das Wunderbare ist, dass in einem gut sortierten Haushalt so ziemlich alle Zutaten vorhanden sind: Zucker, 1 Ei, gemahlene Mandeln. Ich vermute (da noch nicht getestet), dass die Mandeln im Notfall auch relativ problemlos durch gemahlene Haselnüsse oder Walnüsse ersetzbar sind.
Die Zutatenliste erinnert an Makronen - was aber dank enthaltenem Eigelb und damit ersparter Eiweißtrennerei nicht so ist. Frisch vom Blech sind die Kekse auch knusprig.

Backen von glutenfreien Mandelkeksen - Blitzkekse aus nur 3 Zutaten

Rezept für glutenfreie Mandelkekse

(1 Blech, 12 große Kekse)

1 Ei (M)
75 g Zucker
90 g geriebene Mandeln

Optional zum Aromatisieren: Schokoladenraspel, gemahlene Vanille*, Orangenschale, Zimt, Kardamom, Macis, Koriandersaat, Piment, Anis

Zubereitung

  • In einer Backschüssel mit einem Schneebesen das Ei mit dem Zucker verschlagen, bis die Masse dick, hell & cremig-schaumig ist. (Das geht relativ rasch, bei der kleinen Menge nehme ich ungerne eine große Küchenmaschine zur Hand.)
  • Die Mandeln unterheben. Die Masse sollte jetzt noch flüssig sein.
  • Mit Löffeln Kleckse aufs Backblech setzen, auf Abstand achten. 12 - 15 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 150° Umluft backen, bis der Rand anfängt zu bräunen.
  • Im Backofen bei geöffneter Klappe auskühlen lassen.
  • In einer fest verschlossenen Dose trocken und dunkel lagern.

Mandelkekse - Blitzrezept mit nur 3 Zutaten Knusprige Kekse - ganz ohne Mehl

Glutenfreie Süßigkeiten & Weihnachtskekse mit Mehl

Ich habe ja nicht so wahnsinnig viel glutenfreie Süßigkeiten im Blog, aber ich kann euch immerhin mit meinem sehr guten Haselnusskuchen dienen, der ist sogar glutenfrei und vegan. Selbstgemachte Mandelsplitter, Brausepralinen oder Trinkschokolade am Stiel oder als einrührbares selbstgemachtes Kakaopulver sind auch noch gute Optionen und eignen sich auch hervorragend als essbare Geschenke aus der Küche. In meinem Zweit-Foodblog Lesehunger habe ich auch noch ein Rezept für Whisky-Trüffel.

Wenn euch tatsächlich nur die Neugier hergetrieben hat und ihr noch auf der Suche nach Weihnachtskeksrezepten mit Mehl seid, dann kann ich euch hier meine göttlichen Vanillekipferl empfehlen, das Grundrezept für Butterplätzchen (Mürbeteig), Honigkuchen,  leckeres Berliner Brot, super simpel zu machende Husarenkrapfen oder Honig-Anis-Printen. Und natürlich hausgemachten Stollen! Probiert mein Rezept - es lohnt sich. Und ja, den kann man auch problemlos noch im Dezember backen, das tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Rezept für orientalische Süßkartoffel-Karottensuppe

Wenn meine Mama lesen würde, dass ich hier ein Rezept für Möhrensuppe veröffentliche - sie würde wahrscheinlich anfangen Schneeflöckchen in der Hölle zu zählen. Oder spöttisch (und mit stark sächsischem Einschlag) sagen: "DAS gibt's doch wohl nich!".

Rezept für Möhrensuppe mit Süßkartoffeln

Karottensuppe für Karottensuppenhasser/innen

Ich hasse nämlich Karotten- bzw. Möhrensuppe. Inniglich. Schon immer. Und es gibt einen äußerst ... uhm... unschönen Vorfall aus meiner Kindheit an dem ein garstiger Möhreneintopf, eine Häkelnadel (Stärke 2,5 - für die Handarbeitsinteressierten), eine Walnuss und letztendlich ein Krankenhaus beteiligt waren. Mehr sage ich dazu nicht und breite den gehäkelten Mantel des Schweigens darüber. Aber ja, so stark war meine Abneigung gegen dieses gekochte Produkt. Und mit Häkelnadeln bin ich trotz Faserleidenschaft und den Spinn-Workshops, die ich hier in Berlin gebe, immer noch nicht warm geworden. Warum nur. 😉

Nun bin ich ja älter geworden, unglaublich vieeel weiser (wehe jemand lacht!), habe einen ebenfalls gekochte Karotten hassenden Mann getroffen, mit ihm einen Ableger produziert (das Kind mag Karottenstücke genau so wenig wie wir, dafür isst es problemlos Pastinake. Bäääh.). Inzwischen habe ich mich vielen Lebensmitteln angenähert, die ich vor Jahren noch nicht mal mit spitzen Fingern angerührt hätte - gekochte Paprika gehört dazu, ebenso zum Beispiel Auberginen oder bestimmte Sorten Hülsenfrüchte.
Und immer wieder kristallisierte sich dabei eine Erkenntnis heraus: Ich mag diese Lebensmittel eigentlich. Die große Liebe scheiterte bisher nur immer an der falschen Zubereitungsart. Denn es ist eigentlich oft weniger der Geschmack als die Konsistenz, die zur absoluten Antipathie führten.

Vegane Möhrensuppe mit Süßkartoffeln

Als letztens also wieder ein Versponnener Salon anstand und mich plötzlich die irritierende Lust nach Karottensuppe überfiel, gab ich dem also nach, um eine karottensuppenhasser/innentaugliche Version im magischen Kessel brodeln zu lassen. Das Ergebnis war so lecker und glüht in dieser kalten, dunklen Jahreszeit so gut durch, dass a) der ganze große Topf leergefuttert wurde und b) ich (!) mit einem Löffel den Rest aus dem Topf kratzte. Ich hatte nämlich kaum was abbekommen.
Ohne es darauf groß angelegt zu haben, ist diese Suppe zufällig vegan und und glutenfrei - klar es ist ja ne Gemüsesuppe. (Obwohl.. so klar auch nicht, bei dem, was die Industri teilweise in ihren Suppen versenkt....) Wer mag, kann noch einen Klecks Sahne auf dem Teller hineinrühren. Diese  Möhrensuppe ist also saugut, schon partyerprobt und hat den unschlagbaren Vorteil, dass ziemlich viele Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen oder -unverträglichkeiten sie problemlos essen können.

Orientalisch deswegen, weil  hier nicht nur ein paar Süßkartoffel- und Möhrenbrocken unlustig mit Salz und Pfeffer im Wasser dümpeln, sondern ein paar Gewürze zum Einsatz kommen, die in Deutschland eher mit dem Orient assoziiert werden. Das Ergebnis ist eine süß-cremige und angenehm würzige Suppe, die in der kalten Jahreszeit richtig schön durchwärmt. Und wen jetzt die Suppenlust packt, ich hätte da noch Rezepte für asiatische Kartoffelsuppe (vegan mit Kokosmilch), Kartoffelcremesuppe (mit Speck & Zwiebeln), englische Spinatcremesuppe (mit Walnüssen und Parmesan), Fenchelcremesuppe , zweierlei Kürbissuppe (aus dem Topf und aus dem Ofen) und Hühnersuppe.

Rezept für Möhrensuppe mit Süßkartoffeln

Rezept für orientalische Süßkartoffel-Karottensuppe

900g Bio-Möhren (ungeputzt gewogen)
700g Süßkartoffeln (ungeputzt gewogen)
1 große Zwiebel
1,5 - 2 l Gemüsebrühe oder Wasser
0,5 - 0,75 l Orangensaft
2,5 TL Meersalz (fein)
1 TL Paprikapulver (edelsüß)
1 TL Madras Curry
1/2 TL Ceylon Zimt*
Chilisauce nach Bedarf (Sriracha oder zum Beispiel selbstgekochte Spicy Hot Sauce)
Öl
Sahne (optional)

Benötigtes Equipment: Großer Topf, Sparschäler, Gemüsemesser, Pürierstab*

Zubereitung

  • Zwiebel putzen, grob hacken und in einem großen Töpf mit etwas Öl anschwitzen bis sie glasig sind.
  • Die Karotten gründlich unter fließendem Wasser abschrubben, die Enden putzen, grob Stückeln und noch kurz bei den Zwiebeln mitgaren. Da es Biomöhren sind, habe ich es mir erspart sie noch extra zu schälen.
  • Die Süßkartoffeln schälen, grob stückeln und ebenfalls in den Topf geben.
  • Mit 1,5 l der Brühe oder dem Wasser ablöschen, Orangensaft hinzu gießen und zum Kochen bringen.
  • Bei mittlerer Temperatur mit Deckel alles gar kochen, bis Süßkarftoffeln und Möhren schön weich sind.
  • Den Pürierstab zücken und alles fein pürieren, Gewürze und Chilisauce ebenfalls untermixen und etwas durchziehen lassen. Abschmecken.
  • Falls die Suppe jetzt zu dick ist, kann man nun noch mit der restlichen Brühe und dem  Orangensaft die Konsistenz nachkorrigieren. Achtung: Dann eventuell ein wenig nachwürzen und nochmals kurz aufkochen lassen.
  • Optional: Einen Klecks Sahne auf dem Teller in der Süßkartoffel-Karottensuppe versenken. Mhhhjam!

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Auf dem Servierteller: Vegane Friedrichshainer Mettratte

Darf ich euch diese grünäugige 50er-Jahre-Schönheit vorstellen, die sich hier gar köstlich auf einem Bett aus Gurkenscheiben räkelt? Diese spezielle Spezies habe ich vegane Friedrichshainer Mettratte getauft. Sanft subversive Berliner Ernährungsverhältnisse eben.

Rezept für veganes Mett

Und nein, bei mir ist nicht jeder zum veganen Genus gezwungen. Ich persönlich lebe aus vielfältigen Gründen auch weiterhin omnivor und (das nur als vorbeugender Disclaimer) möchte hier auch kein Forum für pro/contra-Veganismus- oder Muss-man-das-wirklich-Mett-nennen??!!-Diskussionen bieten.

Vegetarisch, vegan, omnivor

Ich habe gerne mir teure Menschen zu Gast und mir persönlich ist es eine Freude, diese auch angemessen zu bewirten. Zum Beispiel bei Feiern oder meinem Versponnen Salon: Einmal im Monat öffne ich meine heiligen Hallen, es wird gequatscht, gesponnen, gestrickt, ausgiebig mit Fasern gekuschelt und natürlich - wie meistens, wenn Mensch gemütlich aufeinandertrifft - gegessen. Da kommt eine Anzahl von Leuten zusammen, die alle verschiedene Bedürfnisse haben: Vegetarisch, vegan aus Überzeugung, glutenintolerant, laktosetintolerant, diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten... und watt weiß ick. Jede/r bringt was für das gemeinsame Buffet mit und ich versuche im Blick zu behalten, dass alle irgendwie mit für sie verträglicher (und vor allem genießbarer) Nahrung versorgt sind.

Was ich besonders hübsch dabei finde: Niemand fordert etwas ein und niemand fühlt sich persönlich angegriffen, weil eine andere Person beispielsweise nun mal keine tierischen Produkte zu sich nehmen will. Man bringt sich was mit, findet was vor, fragt nach, sucht simple Lösungen und lernt gleichzeitig neue und andere kulinarische Dinge kennen.
Irgendwie funktioniert's. Mich persönlich fordert sowas kochtechnisch ja auch eher heraus, so entstand ja zum Beispiel der vegane und glutenfreie Rührkuchen. Oder die asiatische Kartoffelsuppe. Aber ich lese eben auch im Jahr 2015 noch immer wieder mit Schaudern in sozialen Netzwerken von Veganern und Vegetariern, die bei Feiern wie ernährungstechnisch Ausgestoßene an trockenen Salatblättern und einsamen gekochten Kartoffeln nagen dürfen oder denen bei Familienfestlichkeiten feindselige Unhöflichkeit vorgeworfen wird, weil sie keine Fleischberge verzehren wollen. (Man könne sich doch mal zusammenreißen. Und überhaupt, sowas muss man doch mal sagen dürfen...!)

Ich liebe also die Entspanntheit, mit der sich hier bei mir am Esstisch Menschen der verschiedensten Nahrungsreligionen zusammenfinden und ich kriege Wallungen (und zwar keine guten), wenn jemand seine Ernährungserleuchtung als einzig glücklich machende anderen aufzuzwingen versucht. Egal wie stark Nahrung polarisiert und emotional aufgeladen ist: Ich hasse es missioniert zu werden. Das gilt für Fleischfresser wie Veganer und alles dazwischen.

Vegane Friedrichshainer Mettratte

Veganes Mett

Ach.... irgendwie wuchert der Artikel gerade etwas, dabei wollte ich euch doch nur ein schönes Rezept für einen veganen, glutenfreien und dabei noch echt leckeren Brotaufstrich vorstellen. :/ Ich bin immer wieder im Netz darüber gestolpert, bis ich mich sehr neugierig daran gewagt und viele andere Menschen mitüberrascht habe.
Meist spielt es sich nach dem gleichen Prinzip ab: Sehr skeptische Leute, die es wagen superhypermegaszweiflerisch ein todbringendes Löffelchen des veganen Hackepeters zu probieren, und dann äußerst überrascht die Augen aufreißen, weil a) hat's gar nicht superschrecklich gesund und vegan geschmeckt und b) war's sogar richtig gut und c) verkünden viele dann, dass - wenn man das mit dem veganen, reiswaffeligen Hintergrund nicht wüsste - der Unterschied nicht wirklich herauszuschmecken wäre.
(Der Meinung bin ich nun nicht ganz, ich find's einfach lecker, man erahnt aber geschmacklich den Reis am Horizont. Aber mein Vater als unwissendes carnivores Testkarnickel verkündete nach dem Probieren, dass er so rohes Hack nicht möge, nur gebraten. Ähem, ich lass das mal so stehen.. ;)) Die Optik, das Mundgefühl und die richtige Würzung spielen halt stark mit hinein und erzeugen eine Freudsche Fehlleistung auf dem Teller. Andererseits: Reis mit Tomate und Zwiebeln & Knoblauch.... das passt ja auch einfach.
Kleiner Tipp: Ich habe das vegane Mett jetzt schon mehrfach gemacht, auch in Fremdküchen, wo frau nicht immer alles vorfindet: Eine gute italienische Gewürz- oder Bruschettamischung eignet sich auch sehr gut zum Würzen.

Anleitung veganes Mett

Rezept für veganes Mett

100 g Reiswaffeln (Geschmacklich ergibt das je nach Hersteller echt Unterschiede. Mit den dicken Reiswaffeln gefällt's mir persönlich am besten)
300 ml Wasser (kalt)
60 - 140 g Tomatenmark (je nach gewünschter Tomatigkeit)
2 mittlere Zwiebeln
2 TL Senf (ich nehme gerne meinen süßen Honig-Senf - der ist allerdings nicht vegan)
1/2 TL Meersalz
1/4 TL Harissa
1/4 TL Knoblauch (getrocknet, pulverisiert)
1/4 TL Oregano (getrocknet)
1/4 TL Paprikapulver (edelsüß)
etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die Reiswaffeln mit den Händen in eine Schale bröseln.
  • Die kleingebröckelten Reiswaffeln mit dem Wasser übergießen und dieses mit einer großen Gabel/Löffel gründlich unterrühren und etwas einziehen lassen.
  • Derweil die Zwiebeln putzen, fein hacken und zusammen mit den Gewürzen und dem Tomatenmark (Je nach Geschmack könnt ihr hier nach und nach ergänzen & abschmecken. Das hängt auch von der gewählten Sorte Reiswaffel ab.) einarbeiten.
  • Falls noch zu viele harte Waffelstücke vorhanden sind, kann man esslöffelweise noch ein klein wenig Wasser ergänzen.
  • Die Masse in eine festschließende Dose füllen und im Kühlschrank mindestens bis zum nächsten Tag durchziehen lassen.
  • Abschmecken & aufessen. Der Brotaufstrich hält sich bei hygienischer Handhabung im Kühlschrank auch ein paar Tage. Wie ihr sehen könnt, lassen sich aus dem veganen Mett ganz wunderbare Mettigel Mettratten modellieren. Das Fell ist mit zusätzlichen langen Zwiebelstückchen imitiert und die Augen bestehen bei mir aus eingelegten Kapern.

Vegan, glutenfrei & wirklich gut: Ein Rührkuchen zum Überzeugen

Ich mag ja essenstechnische Herausforderungen. Und die gab es jetzt mal wieder, als jemand sehr Liebes, die überzeugt vegan lebt, letztens die Diagnose Sprue bekam und Gebäck sehr vermisst. Also ging es ab ins Labor die Küche - Rumprobieren und Testbacken. Nach ein paar Versuchen (lecker war irgendwie alles, aber die ersten Versuche waren mehr so klitschig wie ein englischer Pudding) und Herumschrauben an meiner Rezeptidee, kam dann ein wirklich guter und köstlicher Nusskuchen heraus.

Haselnusskuchen - vegan & glutenfreiUndogmatischer Nusskuchen mit Buchweizen - vegan, glutenfrei & halt echt gut!

Mit schon einem gewissen Stolz habe ich ihn dann beim Versponnen Salon aufs Buffet gestellt. Die Reaktionen waren anfangs verhalten. Vegane Küche ist hier ja eigentlich Alltag bei solchen Veranstaltungen und kein Problem. Aber glutenfreier Kuchen? Aus Buchweizen? An dieser Stelle erntete ich zweifelnd bis zutiefst entsetzte Blicke. (Nach einer wirklich gruseligen und den Göttern sei Dank nur sehr kurzen Buchweizenphase meiner Mutter kann ich die Besorgnis verstehen.) Aber - auch die Zweifler/innen haben tapfer probiert und innerhalb kürzester Zeit war fast alles sehr erstaunt ("Boar... echt lecker!" - "Der schmeckt wie der von meiner Oma! - Und zwar die, die backen konnte.") aufgekrümelt. Und so kann ich voller Überzeugung schreiben, dass der Kuchen gut zum undogmatischen Überzeugen geeignet ist. Undogmatisch deswegen, weil ich alles Nahrungsmittelquasilreligiöse verabscheue. Ich muss niemandem meine/n Glauben/Ernährungsidelogie/heiligmachende Küchenmaschine aufzwingen, selbiges erwarte ich auch. Ich liebe Rührkuchen und backe gerne mit so tollen Zutaten wie guten Eiern und Butter, aber es geht halt auch wirklich mal anders. Da bricht frau sich keinen Zacken aus der Krone. Jemand ist mit dem Rezept glücklich gemacht und jepp, das macht mich wirklich zufrieden. Und davon ab: Es ist auch guter Kuchen.

Rezept Rührkuchen vegan & glutenfrei

Das hier vorgestellte Rezept produziert einen Nusskuchen mit einer wirklich schönen feinporigen kuchenartigen Struktur, der gut zusammenhält, aber angenehm locker ist und sich im Mund nicht wie gebackenes veganes Brikett verhält. (Ohja. Alles schon erlebt...)

veganer Buchweizenkuchen

Der glutenfreie, vegane Rührkuchen schmeckt pur toll,  mir persönlich am besten mit einem Überzug aus Zartbitterkuvertüre und lässt sich - erprobterweise - auch wunderbar als Tortenbasis für (vegane) Buttercreme verwenden. Nussallergiker könnten theoretisch die Haselnüsse durch Mandeln ersetzen und - da diese geschmacklich nicht so intensiv sind - noch ordentlich gemahlene Vanilleschote oder Orangenschale dazu geben.Rezept glutenfreier veganer Kuchen

Rezept für glutenfreien, veganen Kuchen

(Gebacken in einer Springform mit einem Durchmesser von 23 cm)

175 g Mineralwasser mit Sprudel (wichtig!)
150 g Apfelmark (Das ist ungesüßt. Alternativ: Apfelmus, dann aber den Zuckeranteil verringern, geschätzt um ca. 15-20 g?
100 g Buchweizenmehl
100 g Haselnüsse (gemahlen)
100 g Zucker
75 g Reismehl (Vollkorn)
50 g Sonnenblumenöl
2 TL Backpulver (1 Tütchen)
1/2 TL Johannisbrotkernmehl
vegane Margarine zum Ausfetten der Form, Buchweitenmehl zum Ausmehlen

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten (Buchweizenmehl, Reismehl, Haselnüsse, Backpulver, Johannisbrotkernmehl, Zucker) in einer Backschüssel gründlich miteinander vermengen.
  • Die feuchten Zutaten (Öl, Apfelmark, Minerwalwasser) hinzugeben und mit einem großen Löffel einarbeiten. (Achtung, der rohe Teig schmeckt echt eklig.)
  • Die Springform großzügig ausfetten und danach mit Buchweizenmehl ausmehlen. Aus meiner schrömmeligen und uralten Backform löste sich der Buchweizenkuchen danach immer hervorragend.
  • Den Kuchen im vorgeheizten Backofen (Umluft) auf mittlerer Schiene bei 175° für 30 - 35 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

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