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Frühlingsfrisch: Bärlauchpesto

Momentan habe ich meine Ernährung quasi auf Bärlauch umgestellt. Mein knuspriges Frühstücksbrötchen wird mit zitronig-pfeffriger Bärlauchbutter bestrichen und auch den Karfreitagsfisch (bei uns Goldbrasse und Regenbogenforelle) bekamen eine schicke Füllung aus Bärlauch und Butter.

Rezept für Bärlauchpesto mit Cashews

Pesto aus wildem Knoblauch

Und wer noch mehr Grün auf dem Teller will und auf dieses leicht scharfe, knoblauchige Aroma steht, kann auch ganz einfach seine Nudeln damit beglücken und schnell ein frühlingshaftes Pesto zaubern. Mit einem guten Pürierstab, der richtig Kraft hat, geht das wirklich wie von Zauberhand, während die Nudeln im Topf vor sich hin blubbern. Ich verwende für mein Pesto kein Olivenöl, ich habe immer den Eindruck, dass es durch das Pürieren dazu neigt bitter zu werden. Aber ihr könnt natürlich das Öl hineingeben, das ihr am Liebsten mögt (oder in der Vorratskammer habt). Auch bei den Nüssen könnt ihr nach Belieben variieren. Pesto kann man unter einer Ölschicht im Kühlschrank rein theoretisch ein paar Wochen aufheben, bei uns wird diese große Menge aber direkt großzgügig für eine ganze Packung (500g) Spaghetti verwendet.
Nach dem Abgießen einfach in einer großen Schale das reichhaltige Pesto unter die noch heißen Spaghetti heben - fertig ist dieses wundervolle vegetarische Nudelgericht. Wer mag, kann dazu noch einen kleinen Salat reichen.

Rezept für Bärlauchpesto

100 g frischer Bärlauch
70 - 100 ml Sonnenblumenöl
60 g geriebener Parmesan
1 Dose geröstete, gesalzene Cashews (150 g)
1/2 TL Meersalz (fein)
1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Den Bärlauch waschen, etwas trocken schütteln und die Stiele entfernen. grob Stückeln und in eine hohe Schüssel oder Rührschüssel geben.
  • Etwas Öl dazu geben und mit einem leistungsfähigen Stabmixer pürieren, bis die Blätter und das Öl einen cremigen Brei ergeben. Bei Bedarf etwas Öl nachgeben.
  • 2/3 der gerösteten Cashewnüsse zum Pesto geben und fein pürieren.
  • Das letzte Drittel der Nüsse dazu geben und nur kurz pulsierend zerkleinern, so dass größere Stücke erhalten bleiben.
  • Mit einem Löffel den geriebenen Parmesan untermischen.
  • Das Pesto mit der heißen, abgegossenen Pasta in einer großen Schale vermengen und direkt servieren.

Köstliches für Auberginenhasser: Gebratene Auberginen mit Thymian und Honig

Auberginen können richtig lecker sein. Klingt unglaubwürdig, ist aber so. Und wie immer ist die Zubereitungsart ausschlaggebend. Auberginen kannte ich in meiner Kindheit in drei Arten: 1. als fetttriefende, gebratene Scheiben 2. als Baba Ganoush (lecker!) 3. im Dolma (gefüllt mit Reis - ebenfalls lecker).

gebratene Auberginen

Interessanterweise kann ich mich nicht an Badinghan (Auberginen) in Tomatensauce erinnern. Dabei wird - meiner persönlichen Erfahrung nach - im orientalischen Raum so ziemlich fast alles irgendwann in Tomatensauce ertränkt. Nummer zwei und drei aß ich jedenfalls, ansonsten strafte ich Auberginen meist mit relativer Nichtachtung.

Aber (war klar, dass das kommt, oder?), wie bei so vielen anderen Zutaten, die ich im Laufe der letzten Jahre lieben gelernt habe, kommt es mal wieder einzig und allein auf die Art der Zubereitung an. 😉 Dieses Rezept für gebratene Auberginen, das ich letztes Jahr bei A Spicy Perspective entdeckte, sah so verführerisch aus, dass ich es einfach ausprobieren musste. Seitdem gehört es - erstaunlicherweise  - mit zu den beliebtesten Rezepten hier im Haushalt.

Auberginen mit Honig und Thymian

Auberginen-Rezept für Auberginenhasser*innen

Ich liebe dieses Gericht einfach, ich brauche da auch keine anderen Beilagen dazu. Die Süße des Honigs, das Meersalz und die Aromastoffe des Thymian gehen hier eine köstliche Verbindung mit goldbraun gebratenen Auberginenscheiben ein, deren Textur im Innern eher cremig und einfach suchterzeugend genial ist. Oder wie es der absolut auberginenhassende Gatte (der sie davor in keiner Form angerührt hat) formulierte: "Leckere Auberginen - dass ich das mal sagen würde, ist auch ein Wunder biblischen Ausmaßes"

Die Auberginen werden einige Stunden in Milch eingelegt, angeblich soll das  Bitterstoffe (die ja inzwischen eigentlich herausgezüchtet sind) entfernen und dafür sorgen, dass sie keine schwammartige Konsistenz mehr haben. Letztere ist auf keinen Fall vorhanden, ich muss allerdings mal einen Testlauf mit unmarinierten Auberginen im direkten Vergleich machen. Meiner Theorie nach nehmen die in Milch gebadeten Gemüsescheiben auch etwas weniger Fett auf. Aber das ist wirklich blankes Spekulieren.

Fried eggplant

Ob diese Speise Wegbereiter ist? Inzwischen  haben jedenfalls auch einige andere Auberginengerichte bei uns Anklang gefunden und wurden mit gezückten Gabeln empfangen. Zwei von drei Auberginenhasser wurden hierdurch jedenfalls bekehrt.

Die Mengenangaben sind wieder lose gehalten. Man kann die Badinghan so als vegetarisches Hauptgericht essen oder als mediterrane Antipasti mit anderen Dingen reichen. Eine mittlere Aubergine ist mit ein paar Beilagen ein gutes Abendessen für zwei. Zwei große Auberginen reichen allein für zwei Personen und sorgen dafür, dass man sich nur noch vollgefressen aufs Sofa rollen will. Eine kleine Aubergine... na ihr versteht schon. 😉

Auberginenscheiben - paniert, gebraten und mit Honig & Thymian

Rezept für gebratene Auberginen mit Thymian und Honig

1 Aubergine
Milch
Mehl
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer & roter Pfeffer
frischer Thymian
Honig (bei uns: Bio-Akazienhonig)
neutrales Öl oder Olivenöl zum Ausbraten

Zubereitung

  • Tags zuvor oder morgens die Aubergine schälen und in circa 1 cm breite Scheiben schneiden.
  • In eine Dose geben, mit Milch auffüllen. Darauf achten, dass alle Auberginenscheiben bedeckt sind. Ich lege meist umgekehrt einen kleinen Teller darauf bevor ich den Deckel schließe, damit die zum Schwimmen neigenden kleinen Schwämmchen Auberginenscheiben wirklich komplett bedeckt sind.
  • Dose gut verschlossen in den Kühlschrank stellen und bis zum Abendessen vergessen.
  • In einem tiefen Teller Mehl mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer vermengen.
  • Die in Milch marinierten Scheiben abtropfen lassen, gründlich von allen Seiten mehlieren, überschüssiges Mehl sanft abschlagen und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze in Öl goldbraun ausbacken.
  • Auf Küchenkrepp geben, so dass das Bratfett ein wenig abtropfen kann.
  • Wenn alles gebraten ist, auf einem Teller arrangieren, Honig darüberträufeln, Thymian zupfen, darüber streuen und servieren.

Produkttest: Kochzauber im magischen Kessel

Endlich bloggt sie mal wieder. Jepp - erst war ich mit einem erfreulichen Haufen an Lohnarbeit beschäftigt und kaum hatte ich das hinter mir, schaffte es mein geliebter Mann noch, mir ein paar grippale Viren anzuhängen. (Und auch noch die fiese Sorte, bei der man dann tagelang so heiser ist, dass man sich am besten mit Handzeichen oder gemalten Hinweisschildern behilft. ) Aber jetzt bin ich wieder weitgehend im Lot und kann mich dem magischen Kessel widmen.

Im Mai hatte ich das Angebot angenommen, eine Box von Kochzauber auszuprobieren. Nach kurzem Zögern und einem netten Telefonat ließ ich mich recht neugierig darauf ein. Momentan mehren sich ja die Anbieter solcher gelieferter Lebensmittelboxen und -tüten.
Wer das nicht kennt: Man abonniert eine Box mit Zutaten für zwei oder vier Personen, bekommt diese einmal die Woche geliefert und hat (bis auf Basiszutaten, da bekommt man aber zumindest bei Kochzauber im Vorfeld eine Liste der benötigten Sachen per Mail) alle Zutaten, um jeden Abend oder Mittag eine leckere Mahlzeit selber zu kochen. Begleitend erhält man ein gedrucktes Rezeptheft samt Foto, genauer Kochanleitung, Tipps, ab und an Variationsmöglichkeiten (zum Beispiel für Kinder) und ein paar Infos zum Hintergrund mancher Rezepte.

Und so sah die Box via Handyschnapshots aus, als sie bei mir ankam und von dem netten Herrn mit dem Leipziger Akzent (Leute, verdreht nicht die Augen. Es ist meine Geburtsstadt - egal wie viel ich sprachlich ruhrpöttel oder berliner, bei dieser speziellen Sprachmelodie geht mir einfach immer ein wenig rührselig das Herz auf. ;)) fürsorglich in die Wohnung geschleppt wurde. Das Öffnen der großen Pappkiste war schon ein bissel wie kulinarisches Weihnachtsgeschenkauspacken. Ich war wirklich erstaunt über die Vielfalt, Reichhaltigkeit und Qualität der Zutaten.

Kochbox-Fazit

Wir hatten die drei-Tages-Box für vier Personen zum Testen. Enthalten waren zwei Gerichte mit Fleisch und ein vegetarisches Gericht. Aber auch bei den fleischlichen Genüssen war jedes Mal - neben einer guten Portion Fleisch - ein wirklich hoher Gemüseanteil vertreten.
Überhaupt... anfänglich hatten wir ja etwas Angst - wir sind ja nun nicht gerade kleine, zarte Elfen und langen alle bestimmt auch gut zu. Würden wir nicht vielleicht verhungern? Würde das Essen auch wirklich für alle reichen? Alle satt werden? Diese sanfte Futterpanik erwies sich wirklich als absolut unbegründet, die Portionsberechungen sind wirklich sehr großzügig bemessen und niemand stand hungrig vom Tisch auf. Bei einem Gericht hatten wir sogar den Eindruck, dass da locker auch noch eine fünfte Person von hätte abgespeist werden können.

Zudem waren wir überrascht über die Vielfalt der Zutaten und wie hoch der Bioanteil war (das der beiliegende Honig von einer Imkerei stammt, die uns schon mal negativ auffiel, weil sie auch Honig aus nicht EG-Staaten verteibt.. naja..) - gerade beim Fleisch. Sogar Knoblauchzehen und Paniermehl lagen grammgenau abgepackt in Tütchen dabei. Sehr praktisch.

Auch vom Geld her fand ich die Kochzauberbox überzeugend. Rechnet man den Preis durch (beispielsweise 54 € für fünf Tage, zwei Personen, inklusive Lieferung), ergibt das knapp 5, 40€ pro Person und Abendessen, was durchaus sehr anständig ist. Gehen wir einkaufen - was ja oft beinhaltet, dass man leider meist mit mehr Sachen als geplant nach Hause geht - gebe ich meist (ebenfalls leider) mehr aus. Und da ist dann garantiert kein Biofleisch enthalten. (Ja, wer gut im Haushalten ist, am Wochenende Essenspläne schreibt, sich auch an diese Planung hält und mit einem Wocheneinkauf auskommt - der schafft das wahrscheinlich auch.)

Der größte Vorteil solcher gelieferten Boxen ist allerdings dieser: Kein verwirrtes Herumtapern im Supermarkt, kein verzweifeltes "Umgotteswillenwaskochenwirheutedennnur?!", keine Lebensmittel nach Hause schleppen, kein hektisches durch Supermärkte hetzen nach Feierabend. Sondern einfach nur Zeit zum - möglichst gemeinsamen - Kochen und Essen nehmen. Nicht falsch verstehen: ich gehe gerne einkaufen, stöbere durch Delikatessen und wandere über den Wochenmarkt usw., aber hierzu muss man auch die Zeit und die Muße haben. Da fehlt es im Alltag leider oft dran.

So und nach dieser ernstgemeinten Lobhudelei kommt jetzt noch ein "Aber". Aber... meiner/unserer Meinung nach (zum Teil standen hier drei kocherfahrene Leute zusammen in der Küche), kommen die Zubereitungs- und Kochzeiten einfach nicht hin. Eine Tomatensauce braucht eben nicht nur 15 Minuten zum Köcheln. Die braucht neben der Liebe, mit der man die Zutaten hineinschmeißt, auch ein wenig Zeit, um "rund" zu werden. Fleischbällchen mögen es, wenn man sie etwas anbrät und sie so noch ein paar leckere Röstaromen sammeln können, bevor man sie in eine Sauce wirft. Und eine nicht entbeinte Perlhuhnbrust mit Schenkel wird eben nicht nach knapp fünf Minuten Bratzeit auf jeder Seite mit anschließendem Warmhalten durch sein. Ich hatte den Teilchen schon extra mehr Zeit gegeben und biss dann dennoch in halbrohes Geflügelfleisch (*gulp*). Vielleicht liegt hier der Wunsch zugrunde, möglichst knappe Zubereitungszeiten angeben zu können, damit mensch gewillter ist zu kochen, statt Convenience-Fraß zu kaufen. Klappt aber nicht, ich habe schon beim durchlesen die Stirn gerunzelt, später waren wir dann leicht entnervt davon.
Da sich die Box auch an kochunerfahrenere Menschen richtet, finde ich das durchaus etwas problematisch.
Das erste Rezept habe ich aus Neugier wortgetreu nachgekocht, ab dem zweiten Gericht habe ich mir dann mehr zarte kulinarische Freiheiten herausgenommen. Ich denke solche kleinen Variationen sind allerdings sowieso im Sinne des Erfinders, sklavisches Nachkochen ist eben nicht so mein Ding.

Tag 1: Zarte Perlhuhnbrust an Balsamico-Honig-Sauce und Bio-Rosmarinkartoffeln

Die Garzeit bei den Hühnerteilen kam wie erwähnt nicht hin, obwohl schon länger in der Pfanne gelassen als angegeben. Und ja, ich habe einen Teil der Mandeln für den nächsten Tag geklaut, um den Brokkoli damit zu verschönern. Is ja gut. 😉 Ansonsten - lecker.

Tag 2: Bio-Hackfleischbällchen "Albondigás" an fruchtigem Gemüseragout und Mandelreis

Nur ein verwischtes Bild - Entschuldigung, der Hunger war an diesem Abend zu groß für Fotoorgien. Auch hier kam die Garzeit nicht so ganz hin, ungeliebte Gewürze wurden weggelassen, dafür wanderte etwas Zimt, Chili und Thymian in die Sauce, die Paprika wurden - zwecks besserer Verträglichkeit - geschält und die Fleischbällchen durften sich noch kurz in einer heißen Pfanne aalen. Auch die Reiskochweise fand keinen Anklang und wurde lieber so gemacht, wie vom kurdischen Papa gelernt. Insgesamt aber ein schönes Gericht.

Tag 3: Beelitzer Spargel nit Maracujanote auf herzhaften Vollkornpfannkuchen

Das vegetarische Gericht - auch hier stimmte die Garzeit ebenfalls so ganz und gar nicht. Ich bin ja ein Fan von in der Pfanne gebratenem Spargel der noch knackig ist, auch im Ofen gegrillt, auf selbstgemachter Pizza oder einer Tarte ist er toll. Aber roh geht er für mich einfach mal gar nicht. Die Maracujas in der Sauce empfand ich zudem als überflüssige Spielerei. Die Früchte lieferten quasi nur unaromatische Säure, die man dann noch ausgleichen musste. Da wäre ein Spritzer Orangensaft besser gewesen.
Allerdings sehr nett: Als Alternative für spargel- und karottenunwillige Kinder lagen Äpfel für Apfelpfannkuchen mit bei. Und die Dinkel-Vollkornmischung für den Eierkuchenteig war wirklich sehr gut.

Schade ist auch, dass es die Box leider noch nicht in laktosefreier Form gibt. Was vielleicht hoffentlich noch irgendwann kommt - das fände ich jedenfalls interessant. Das ist jetzt auch kein wirklicher Minuspunkt, ich wusste das ja vorher und habe den Produkttest mit dem Hinweis darauf angenommen. Ich fand es auch durchaus spannend zu sehen, wie ich da mit zugekauften Alternativprodukten zurechtkomme. Klappte erstaunlich gut.

Was mich allerdings wirklich in den Wahnsinn getrieben hat, waren die Kochanleitungen. Man bereitet drei verschiedene Teile zu (Fleisch, Gemüse, Beilagen) und diese Anleitungen sind nicht nacheinander aufgelistet, sondern in einer vorgegebenen chronologischen Reihenfolge durcheinander. Im gleichen Absatz wird die Herstellung der Fleischklößchen und in einem Nebensatz das Kochen der Beilage abgehandelt. Die einzelnen Zutaten (allerdings nicht der Gerichtbestandteil auf den es sich bezieht) sind dazu in dem kleinen Text noch gefettet und schaffen zusätzliches Chaos. Mit "schnell mal im Rezept nachlesen" ist es dann nicht sehr weit. Ständig muss man konzentriert auf die unübersichtliche Auflistung in der Broschüre starren, um herauszufinden welchen Zubereitungsschritt man jetzt bei welcher Zutat befolgen soll. Hat bestimmt irgendwie seinen Sinn. Wir kamen damit aber alle irgendwie nicht klar, weil ständig in der Zeile verrutschend.

Abschließend lässt sich für mich aber sagen: Die Lebensmittelbox von Kochzauber ist vom Konzept her eine wirklich geniale Idee und für gestresste Familieninhaber oder auch Singles, die frisch und ausgewogen kochen wollen, aber keine Zeit für Planung und Einkauf haben, eine spannende Alternative. So ein gesundes Zwischending zwischen "Selberkochen" und "Lieferservice". Bestellung, Infomails und Lieferung klappten reibungslos und die Leute waren wirklich nett. Oh. Und geschmeckt hat es natürlich auch.
Auf Dauer und für immer wäre das allerdings nichts für mich persönlich, dafür experimentiere ich zu gerne und halte mich zu ungerne an feststehende Rezepte. Kochen ist ja auch Ausdruck von Kreativität und Erfindungsgabe.

English Cooking – Spinach Soup / Spinatcremesuppe

Letztens flatterte mir der zehn Jahre alte Klassiker English Cooking: Ein schlechter Ruf wird widerlegt* von Patricia Clough auf den Schreibtisch. Neugierig steckte ich die Nase hinein und wurde sofort von der kochorgiastischen Lust auf High Tea mit Scones, Clotted Cream, Cucumber Sandwiches, Porridge, Yorkshire Pudding, Steak & Kidney Pie, Roastbeef, Toad-in-the-Hole, Syllabub, Lemon Meringue Pie und viele andere Dinge befallen. Ja das britische Empire und Geschmack schließt sich wirklich nicht aus. Ich mag die sehr bodenständige und handfeste britische Küche, diverse schottische Rezepte sind ja (neben asiatischen, deutschen und orientalischen Einflüssen) ein ständiger Begleiter.  Nachdem ich beim ersten Durchblättern des englischen Kochbuches zunächst von der spontanen Sehnsucht nach einem Tag mit meiner nagelneu zum Geburtstag erhaltenen DVD-Box von Jane Austens Pride & Prejudice (Ja, natürlich die alte BBC-Verfilmung mit Colin Firth als Mr. Darcy... hach..), netten Freunden und viel leckerem britischen Essen gepackt wurde, fiel mir - quasi als Überbrückung, bis ich meinen Plan realisieren kann - das Rezept für die Spinach Soup ins Auge. Spinat und ich - das ist so eine Sache. Ich habe das Zeug als Kind gehasst. Inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es echt lecker sein kann. Zum Beispiel als Spinat-Feta-Lasagne - eines meiner absoluten Lieblingsgerichte.

Spinach Soup

1 kg Tiefkühl Blattspinat
1 l kräftige Hühnerbrühe
1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
Butterschmalz
2-3 TL Kräutersalz/Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/2 TL edelsüßer Paprika
200 ml Sahne
eine gute Hand voll Walnüsse
frisch gehobelter Parmesan

Zubereitung der Spinatsuppe

  • Butterschmalz in den Topf geben, erhitzen und die geputzte und in Stücke geschnittene Zwiebel darin anrösten.
  • Den geschälten und grob zerkleinerten Knoblauch noch kurz mitgaren und dann den gefrorenen TK-Spinat dazu geben.
  • Umrühren und mit der Hühnerbrühe aufgießen, Gewürze hinzufügen, alles aufkochen und dann für einige Minuten weiterköcheln lassen.
  • Suppe vom Herd nehmen und mit dem Zauberstab pürieren. Wer keinen Pürierstab mit Spritzschutz hat, sollte die Suppe evtl. erst etwas abkühlen lassen, da es sonst Ähnlichkeit mit vulkanischen Aktivitäten hat.
  • Spinatsuppe zurück auf die Herdplatte stellen und nochmals etwas köcheln lassen. Am Ende die Sahne dazu geben und abschmecken.
  • Die Suppe in Teller geben, und vor dem Servieren mit einigen Hobeln Parmesan mit darüber gestreuten grob gehackten Walnüssen anrichten.

Spinatsuppen-Fazit

Auch wenn es so aussieht wie die wiederlich-grüne Pampe, mit der meine Mutter mich als Kind gegeißelt hat: Nein, es ist definitiv ein geschmacklicher Unterschied zwischen diesem grauenerregenden Zeug von damals und dieser Suppe feststellbar. Ich gebe zu, gekocht habe ich sie mit großer Skepsis, gegessen mit Genuss. 🙂

Das (wirklich sehr angenehm simple und sehr schnell zubereitete) Grundrezept für die Spinatsuppe ist aus "English Cooking", ich habe es nur noch ein wenig aufgepeppt, gehobelten Parmesan und Walnüsse hinzugefügt. Gerade die Walnüsse harmonieren wirklich überraschend gut geschmacklich mit dem Spinat.
Nachdem ich die Suppe fotografiert hatte und ich mich über die kräftige grünen Farbe freute, fiel mir auf, dass sie als Teil einer kulinarischen Farbpalette wunderbar zum "Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte" passt.

Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)

Das Kochbuch English Cooking

Noch kurz was zum Kochbuch - es ist nicht so aufgebaut wie in den meisten Kochbüchern üblich, Rezept reiht sich hier nicht brav bebildert an Rezept. Man hat eher das Gefühl, dass Patricia Clough einen mit in eine große englische Küche nimmt, an dem blank geschrubbten Eichentisch platziert, eine Tasse Darjeeling hinstellt und Geschichten zu Gerichten und über ihre eigenen Familientraditionen, Freunde und Bekannte ausplaudert, während sie nebenbei Bratkartoffeln schnibbelt, die Pastete im Ofen kontrolliert, das Chicken Curry abschmeckt und in der Gravy rührt.
Bilder gibt es wie gesagt keine, eigentlich empfinde ich das sonst sehr störend bei Kochbüchern, hier passt es aber gut in das Konzept der Erzählungen, in die die Rezepte eingebettet sind. Gegliedert ist das 157 Seiten starke Büchlein in neun Hauptkapitel (Frühstück, Lunch, Tea, High Tea, Dinner, Das Vermächtnis Indiens, Weihnachtsspezialitäten, Picknick und Spezialitäten-Glossar) und gibt so einen guten Überblick über die englische Küche. Im Rezeptregister finden sich die Gerichte praktischerweise nach englischer und deutscher Bezeichnung sortiert.

Nach dem Einlesen fand ich es lediglich irritierend, dass einige hinten nachgeschlagene Seitenzahlen nicht korrekt waren und dass Patricia Cough sich darüber echauffiert, dass sie von einem Bekannten erfahren hat, dass Burnt Cream (Crème brûlée) in manchen Restaurants tatsächlich mit der Lötlampe, statt im Ofen oder unter einem Salamander karamellisiert wird. Ja mei. Wird die Gäste wenig stören und ist ja im Grunde nix neues. Ansonsten: ein sehr schönes Buch, aus dem ich sicherlich noch das eine oder andere kredenzen werde.

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Gefüllte Pilze – mal vegetarisch

Pilze! Mich gelüstete letztens nach gefüllten Pilzen - der Gatte bekam schon große Ohren und fantasierte glückselig von Hackfleischfüllung - da musste ich ihm leider einen Strich durch die Rechnung machen. Denn obwohl ich sonst bekennende Carnivore bin, ist mir gerade nicht so nach fleischlichen Dingen.

Das ist jetzt auch so ein Pi-mal-Daumen-Rezept, was man so nebenher zusammenrührt. Ich habe mich bemüht, die Zutaten möglichst genau zu schätzen. Für den Fall, dass es jemand nachkochen will - einfach ausprobieren. Klappt scho. 😉

Rezept für gefüllte Pilze

12 große Champignons
4 große Scheiben Weißbrot
3 Eier
großzügiger Schuss Milch
50 g geriebener Parmesan
1 TL Kräutersalz
1-2 TL fein geschnittener Bärlauch (TK - zur Saison gehackt und eingefroren)
1 TL großblättrige Petersilie (dito)
Butterschmalz

Zubereitung der gefüllten Pilze

  • Pilze putzen, Stiel herauslösen und aufheben. Auf die Unterseite der Pilze jeweils einen Klecks Butterschmalz geben und in eine Auflaufform setzen.
  • Brotscheiben würfeln und in eine Schüssel geben. Pilzstiele putzen, klein hacken und mit den Brotscheiben vermischen.
  • Eier, Milch, Kräutersalz, Kräuter und Parmesan in einer zweiten Schüssel miteinander verquirlen und unter die Brotwürfel heben. Dabei darauf achten, keine komplett matschige Pampe zu fabrizieren und dennoch das Brot überall zu durchfeuchten.
  • Pilze füllen und leicht in die Aushöhlung hinein drücken. Die gefüllten Pilze dürfen ruhig mit einem leckeren Berg voller Füllung versehen werden.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 175° backen, bis die Füllung oben goldbraun gebräunt ist - dann dürften auch die Pilze durch und der Rest gar sein.

Gefüllte-Bärlauch-Pilze-Fazit

Also erstmal die Pilze waren sehr lecker. Die Füllung aus Brot und Ei war im Innern gut durch, aber dennoch nicht trocken, Bärlauch und Petersilie hielten sich angenehm im Hintergrund und unterstzützen den Star "Pilz". Ich schätze dank dem Parmesan waren die gefüllten Pilze obenrum auch herrlich knusprig. Ich persönlich bin ja ein absoluter Fan von "crunchy". Bis jetzt hatte ich sie immer nur mit Fleisch gefüllt und mit Käse überbacken, auf diese Weise zubereitet ist das Abendessen dann gleich noch eine Runde leichter und vor allem vegetarisch. Als Beilage gab es bei uns noch einen schönen Salat  (der es allerdings nicht aufs Foto geschafft hat, die Pilze wollten lieber alleine modeln. ;-)) , für zwei Personen kann es so als volle Mahlzeit durchgehen. Einzeln als warme Vorspeise kann ich mir die gefüllten Champignons auch ganz gut vorstellen. Auf einem kalten Buffet, dem natürlichen Lebensraum von Hackfleisch-Champignons...? Mh... irgendwie.. eher weniger. Ich glaube lauwarm bis warm schmecken diese Pilze einfach besser als kalt.