27 Aug 2012 6 Comments
Eine zutiefst bittere Erfahrung: Spanische Tapa – Pimientos de Padrón
Diese kleinen grünen Teilchen hatte ich schon länger ins Auge gefasst, war ihrer allerdings nie habhaft geworden, beziehungsweise habe mich geweigert, einen Arm und ein Bein für ein paar kleine Paprikaschoten zu bezahlen.
Letztens sind mir die Pimientos de Padrón in einem großen Supermarkt unter der unsäglichen deutschen Bezeichnung “Bratpaprika” (die in meinem Gehirn irgendwie eher Assoziationen zu triefigem alten Frittenfett hervorruft) zu einem recht akzeptablem Preis (~ 2-3 Euro für 200 g) über den Weg gelaufen. Die ursprüngliche Bezeichnung dieser schnell gemachten Tapas-Spezialität aus Spanien/Galicien war leider selbst auf dem Päckchen nicht vermerkt, was ich sehr schade finde. Wenn man schon ein kleines kulinarisches Stagediving in andere Kulturen anbietet, dann bitte doch auch mit dem korrekten Namen.
Rezept für Pimientos de Padrón
Olivenöl
200 g Pimientos de Padrón
grobes Meersalz (zum Beispiel Fleur de Sel, wir haben als Finish-Salz leicht zwischen den Fingern zerriebene White Flakes aus Zypern benutzt
Zubereitung
- Schoten abspülen und sehr gut trocken tupfen
- In einer hohen Pfanne reichlich Olivenlöl erhitzen und die Paprikaschoten darin bei mittlerer Hitze unter Rühren einige Minuten braten, bis sie anfangen Blasen zu werfen und bräunen.
- Paprika auf Küchenkrepp etwas abtropfen lassen, auf einen Teller geben und mit etwas Salz bestreut servieren.
Pimientos de Padrón-Fazit
Das spanische Fingerfood wird zwar samt Stumpf, Stiel und Kernen gebraten, allerdings natürlich nicht mit diesen gegessen. Einfach drumherum knabbern. Die Pimientos sind zwar allgemein relativ mild, sie zu essen hat nach Hörensagen allerdings etwas von russischem Roulette mit Capsaicin, da einige Paprikaschoten eine überraschende Schärfe besitzen können.
Die Pimientos sind schnell und simpel zubereitet und zusammen mit etwas frischem Brot, Salat und weiteren Leckerbissen eigentlich ein schönes kaltes Abendessen für laue Sommerabende.
… Eigentlich, denn wir können die Erfahrung hauptsächlich unter “Datt war wohl nix!” verbuchen, da die Paprikaschoten größtenteils so dermaßen entsetzlich gallebitter waren, dass wir sie nicht essen wollten. Mutter Natur baut solche Bitterstoffe ja normalerweise nicht völlig umsonst ein und nein, die waren schon vor dem Braten teils bitter. Ich hatte eine Schote in rohem Zustand kurz angeknabbert und mich da schon gewundert.
Insofern haben diese Pimientos in uns keine großen Freunde gefunden. Da die Paprikas (jedenfalls die, die nicht absolut ekelerregend bitter schmeckten) in Konsistenz und Geschmack buttrig-zart waren, werden wir dem Tapasgericht irgendwann mal noch eine zweite Chance geben. Es war eben ein klassischer Fall von Rezept top, Zutaten flop.














Aug 27, 2012 @ 18:47:10
Ja, es ist leider so. Sobald ein Produkt massentauglich im Supermarkt angeboten wird, stimmt die Qualität gar nicht mehr. Ich bin da sehr konsequent geworden und esse bergeweise saisonale Zutaten, die aus der Region stammen und gönne mir dann nur selten und als absolutes Luxusprodukt solche Sachen in entsprechender Qualität und – dem damit verbundenen – höheren Preis.
Aug 27, 2012 @ 19:29:14
Ich bin auch ein großer Fan dieser kleinen grünen Dinger, gehe aber davon aus, dass die “Bratpaprika” ganz einfach keine “Pimientos de Padrón” sind. Sondern ein nachgezüchtete Sorte, die anderswo aufgezogen wurde.
Genauso wie eine Nürnberger Bratwurst aus Nürnberg kommen muss, der Dresdner Stollen aus Dresden und echter Feta nur Feta heißen darf, wenn er aus Griechenland kommt.
So gesehen hat das alles seine Richtigkeit.
Mit leckerem Gruß, Peter
Aug 27, 2012 @ 19:49:21
@bushcook – Aber.. aber.. es war doch so verführerisch. Und so günstig. (Jaaaa. Ich hab draus gelernt.
)
@Peter – Das könnte natürlich eine Erklärung sein. Laut Aufschrift haben die kleinen Paprikaschoten allerdings wirklich in Spanien das Licht der Welt erblickt.
Aug 30, 2012 @ 17:24:08
Oh, das sind schlechte Nachrichten. So ein Pech hatte ich tatsächlich hier noch nie. Ich hatte nur das Pech letztes Jahr Pflanzen auf dem Staudenmarkt gekauft zu haben. Die Früchte habe ich dann wohl zu lange reifen lassen, sie wurden schlussendlich rot und waren aufgrund der Schärfe nicht mehr zu essen.
Man bekommt immer ganz gute bei Mitte und Meer … günstig sind sie dort allerdings auch nicht, ab und an mal bei Karstadt, wenn Saison ist.
Apr 15, 2013 @ 23:33:34
Ich habe vor 5 Monaten ein paar Pimientos auf dem Markt gekauft und jene waren top, auch nicht billig aber sehr lecker. Ich würde da vielleicht mein Glück nochmal probieren, mit gutem Olivenöl ein Hochgenuss
Apr 16, 2013 @ 09:50:27
@Cheftatze – Jupp. Es lag definitiv an der Zutat und wird bei sich ergebender Gelegenheit mit qualitativ höherwertiger Ware wiederholt.