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Halloween-Rezept: Friedhofspudding

Ja, es ist wieder diese Zeit im Jahr - und ich habe es tatsächlich trotz Kind geschafft noch ein neues Rezept für euch auszuprobieren: Friedhofspudding!

Halloween-Süßigkeit: Essbarer Friedhof / Graveyardpudding aus Schokoladenpudding, Granola und Butterkeksen

Dieses Gruseldessert lässt sich in seinen Bestandteilen (Kekse beschriften, Zutaten mischen, Granola backen) schon ein paar Tage vorher gut vorbereiten - was bei größeren Halloweenpartys oder Kindergeburtstagen ja durchaus ein nicht unwichtiger Punkt ist. Das Schichtdessert besteht aus Schokoladenpudding, Butterkeks und einem Granola/Knuspermüsli aus Haferflocken und Nüssen als Friedhofserde. Hier gibt es übrigens einen listenhaften Überblick über meine bisherigen Halloween-Rezepte und DIY-Ideen. Zum dazu knabbern dem empfehle ich meine essbaren Spinnweben aus Salzstangen und Schokolade.

Halloween-Süßigkeit: Essbarer Friedhof / Graveyardpudding aus Schokoladenpudding, Granola und Butterkeksen

Halloweendessert im Glas

Zurechtgemacht in kleinen Dessertgläschen ist der Friedhofspudding als Einzeldessert ein echt schicker Blickfang auf dem Halloween-Buffet. Aber auch wenn man ihn in eine große, flache Schale füllt und direkt eine ganze Friedhofslandschaft dekoriert, sieht es gut aus. Ich habe in die Gläschen ca. 80 g Pudding eingefüllt, das ergibt je nach Genauigkeit 6-7 Einzelportionen im Glas. Die Menge des Knuspermüslis ist großzügig bemessen, da bleibt genug für kleine Naschkatzen oder das Katerfrühstück am nächsten Tag übrig. Wenn man die Puddingmenge verdoppelt, müsste man mit dem Granola als Friedhofserde dennoch noch in der einfachen Menge auskommen.

Blitzvariante mit Fertig-Zutaten

Ja klar.. nicht immer reicht die Zeit, und auch wenn man möchte, manchmal passt es einfach nicht: Wer keine Zeit oder Lust hat, kann auch zu (fast) fertigen Zutaten greifen und den Pudding mit dem Pulver aus der Tüte anrühren und die Friedhofserde aus zerstoßenen Oreo-Keksen (da muss man dann nur die weiße Creme abkratzen) zubereiten.

Gruselparty! Halloween-Süßigkeit: Essbarer Friedhof / Graveyardpudding aus Schokoladenpudding, Granola und Butterkeksen

Friedhofspudding (Schokoladenpudding mit Knuspermüsli)

(ca. 6 - 7 Einzelportionen à 80 g Pudding)

Rezept für Schokoladenpudding

500 ml Milch
45 g Zucker
38 g Maisstärke
25 g echten Kakao

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten mit einem Teil der Milch anrühren.
  • Die restliche Milch in einem Topf zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen und die Mischung einrühren.
  • Zurück auf den Herd geben und bei geringer Hitze und unter Rühren für 2 Minuten kochen.
  • Pudding in einzelne Gläser oder in eine große, flache Schale füllen.

 

Rezept für Granola / Schoko-Knuspermüsli

75 g Haferflocken (kernig)
75 g Haselnüsse (gemahlen)
75 g Zucker
50 g Butter (geschmolzen)
25 g echter Kakao

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen.
  • Butter schmelzen und mit den trockenen Zutaten vermischen und abschließend mit den Händen einkneten.
  • Die Haferflockenmasse auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, ausbreiten und im vorgeheizten Ofen bei 150° für 15 Minuten backen, bis die Haferflocken zart bräunen. Zwischendurch umrühren, auskühlen lassen.

 

Butterkeks-Grabsteine

Kleine Butterkekse (Ich habe schokolierte Mini-Vollkornbutterkekse genutzt)
2 TL Puderzucker
Zitronensaft
rote Lebensmittelfarbe*
Zahnstocher oder Schaschlikspieß

Zubereitung

  • In einem Schälchen ein paar Tropfen Zitronensaft zum Puderzucker geben und zu einem dicken Brei verrühren.
  • Mit der Lebensmittelfarbe einfärben und mittels Schaschlikspieß oder Zahnstocher "R. I. P." auf die Butterkekse malen. Trocknen lassen.

 

Zusammenbau der Halloween-Süßigkeit

  • Die Butterkeksgrabsteine in den abgekühlten Schokoladenpudding stecken.
  • Mit einem Löffel das schokoladige Knuspermüsli als Friedhofserde rundherum geben.
  • Zweiglein frische Minze oder Zitronenmelisse als Friedhofsgewächs in den Pudding stecken.

essbare Grabsteine für Halloween_s

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Quick & easy: Porridge / Haferbrei aus der Mikrowelle

So gern ich auch in Töpfen und Kesseln rühre, morgens in der Woche habe ich da nicht die Muße zu. Da möchte ich nur meinen Kaffee und schnell was Leckeres und Gesundes im Magen haben. Porridge zum Beispiel. Und seitdem ich ein Baby habe - mal ehrlich: Da bin ich froh, wenn ich momentan überhaupt die Zeit zum Essen finde. 😉

Porridge aus der Mikrowelle

Haferbrei, Porridge, Oatmeal... frisch aus der Mikrowelle!

Als ich letztens meine Anleitung für Bacon aus der Mikrowelle (und nein, ich koche tatsächlich noch richtig.. ;)) veröffentlichte, kamen Fragen danach, wie ich meinen Frühstücksbrei zubereite (und was das für leckere Dinge darauf sind). Auf Instagram poste ich unter #DailyPorridge nach Möglichkeit mein Frühstück und auch dort habe ich die Zubereitungsart schon öfter erklärt. Zeit, es hier also endlich mal niederzutippen, auch wenn es babybedingt wieder nur mit Handyfotos ist.

Deswegen gibt es heute ein Grundrezept. Naja.. mehr so ein Pi-mal-Daumen-Rezept. Denn genaue Maßeinheiten kann ich euch nicht an die Hand geben. Je nachdem wo wir gerade bei einem Haferflockennotstand einkaufen, nutze ich öfter verschiedene Marken - und bin immer wieder über die verschiedenen Ergebnisse erstaunt. Ich greife für mein Mikrowellenporridge immer zu den Zarten Haferflocken, aber hier gibt es je nach Hersteller große Unterschiede im Ergebnis. Mein persönlicher Liebling für den Haferbrei sind die Haferflocken von Kölln, die gab's schon früher bei Mama. Eine weitere Variable ist die gewählte Schüssel zur Zubereitung, bei mir sind es fast immer Gefäße, die circa 0,5 L fassen, in Form einer halbkugeligen Suppenschüssel. Bei flacheren Gefäßen, wie tiefen Tellern, verlängert sich die Garzeit. Und entscheidend ist natürlich eure Mikrowelle. Ich habe keinerlei Ahnung wie viel Watt meine hat, ich nutze sie für den Morgenbrei auf Höchstleistung.

Für mich hat Haferbrei die perfekte Konsistenz, wenn er zwar gerade so eben stichfest, aber noch cremig und gut rührbar und eben keine betonharte Mischung ist. Und ich mag ihn lauwarm bis warm. Gerne mit einer ordentlichen Portion Obst darin, getoppt mit etwas Joghurt und ein paar Nüssen und oder auch mal mit einem Klecks Butter. Ich bereite mein Porridge ohne Salz zu, weil ich abschließend je nach Laune würze.

Wie kocht man Porridge in der Mikrowelle?

Grundrezept: Porridge aus der Mikrowelle

35 g Haferflocken (2,5 EL)
160 g Wasser
80 g Milch

Zubereitung

  • Die Mengen sind Circa-Angaben, probiert es also mit euren Haferflocken aus und korrigiert gegebenenfalls nach.
  • Haferflocken in eine mikrowellengeeignete Schüssel geben, Wasser hinzufügen, umrühren. Milch hinzufügen, nochmals umrühren. Die Haferflocken müssen in der Flüssigkeit gut schwimmen können.
  • Schüssel in die Mikrowelle geben und 2 bis 2,5 Minuten auf voller Leistung laufen lassen (Auch hier gilt: Das ist nur ein Richtwert, achtet bitte auf euer Gerät.) und die Schüssel dabei beobachten. Der Hafer muss einmal richtig aufkochen, dabei hebt sich die gesamte Masse und kocht bis zum Schüsselrand hoch. Bevor es überläuft, bitte die Mikrowelle stoppen. Nach ein paar Mal habt ihr den Dreh raus und ein Gefühl dafür, wann es so weit ist.
  • Die Schüssel mit dem Porridge entnehmen (Vorsicht: Heiß!) und den Inhalt umrühren. Das Porridge kann zu diesem Zeitpunkt noch sehr suppig wirken, der Hafer quillt aber noch nach.
  • Den Haferbrei jetzt 5-10 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit können im Ruhe Früchte für das Topping geschnibbelt oder andere Dinge dafür vorbereitet werden.
  • Alles auf den Früchstückbrei geben (Foto für Instagram machen ;)) - fertig!

 

Baukastensystem Haferbrei - Topping fürs Porridge

Leicht gesalzen, mit Sahne und Honig darüber wäre die klassische schottische Form. Meine Lieblingsvarianten schwanken abhängig von Jahreszeit und Tagesform. Falls es den Porridge nicht pur gibt, kommt als Topping Obst oder Gemüse darauf und etwas Fett - in Form von Nüssen, Kernen, Samen, Butter, anderen Milchprodukten, Ölen, Nussbutter usw. -, damit der Körper (nach meinem Verständnis) die fettlöslichen Vitamine besser aufnehmen kann. Ich süße fast nur, wenn das Obst selbst nicht süß genug ist - oder ich schlicht Lust darauf habe. 😉

Herzhaftes Porridge aus der Mikrowelle

Ich kombiniere gerne Süß mit Salzig. Bacon, Pflaumen, Joghurt, Erdnussbutter, Banane und etwas Ahornsirup oder Honig passen perfekt zueinander. Oder frische, reife Feigen und Bacon - Mjam! Süß-säuerliche Blaubeeren lassen sich ebenso gerne mit salzigen Dingen kombinieren. Orangenschnitze, Sesam, Butter - bestäubt mit etwas Zimt und Zucker sind auch ein Dreamteam. Erdbeeren und Schokolade sowieso. Oder es gibt mal gebratene Bananen und geröstete Walnüsse zum Haferbrei.

Im Grunde bietet einem eine Schüssel Porridge die Grundfläche, um sich je nach Lust und Hunger kreativ auszutoben. Ein wunderbares Baukastensystem, das perfekt ist, um an die Zutaten angepasst zu werden, die sich in der eigene Küche finden - oder die halt einfach verbraucht werden müssen (wie zum Beispiel die letzten drei Weintrauben, die 25 g Tiefkühlhimbeeren die im Fach noch Platz wegnehmen, der angeknabberte Schokokriegel von vorgestern und und und...).

Topping-Ideen fürs Porridge

Gewürze: Ceylon Zimt, gemahlene Vanilleschote, Kardamom, Macis, echter Kakao, Kürbiskuchengewürz, mein Orientzucker (der ist sooo lecker auf Porridge!)

Süß: süße Früchte, Honig, Zucker (in allen Variationen), Karamellsirup, Vanillesirup, Schokoladensirup, Schokoladenchips, Ahornsirup, Agavensirup, Apfelmus, ganz sündig - Reste vom Mandelkaramell...

Herzhaft: Bacon (auch aus der Mikrowelle), Spiegelei, Rührei, Schnittlauch, geriebener Käse, Fetakrümel, Tomaten, Frühlingszwiebeln, Apfel-Zwiebel-Schmalz, geröstete Zwiebeln, Oliven, Meersalz, Bärlauchsalz, Zitronensalz, Bacon-Chipotle-Salz, mein Kräutersalz, Chutneys, Pesto, Schinken, Salami, Tofu, Seitan und natürlich alle möglichen frischen Küchenkräuter

Neutral: Butter, Sahne, Joghurt, Öle, Erdnussbutter, Mandelmus, Nüsse und Kerne aller Art (Walnüsse, Mandelblätter, Haselnüsse, Cashews, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Kokos, Sesam...), Chia, Minze

Früchte: Je nach Saison Äpfel, Birnen, Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Orangen, Mandarinen, Grapefruit, Melone, Mango, Weintrauben, Kiwi... Im Notfall nehme ich auch gerne Dosenfrüchte oder selbsteingekochtes Obst wie Mirabellen oder Quitten, gutes Apfelmus ist auch toll. (Ich versuche hier einigermaßen saisonal einzukaufen, also keine Erdbeeren im Januar usw. Beerenfrüchte nehme ich außerhalb der Saison als gut entnehmbare Tiefkühlware. In den warmen Haferbrei geworfen und etwas gewartet, tauen sie rasch auf)

Und zum Schluss noch eine optische Anregung zur Umsetzung. So vielfältig kann euer Frühstück aussehen - es muss also nicht immer die langweilige Käsestulle sein. Ob man sich ein Brot schmiert oder schnell die Haferflocken in die Mikrowelle schmeißt und nen Apfel reinschnibbelt - der Aufwand hält sich wirklich in Grenzen. Achja.. und Hafer kann natürlich auch noch anders genossen werden, ich empfehle da ganz unschuldig das schottische Rezept für Cranachan, das ist auch mit Früchten - und mit Whisky. 😉

Und was kommt auf den Haferbrei? Topping für die Porridgebowl

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Traditionell schottisch, sahnig, fruchtig & nur für Erwachsene: Cranachan

Cranachan ist ein traditionelles schottisches Dessert, das schon seit längerer Zeit auf meiner Liste der auszuprobierenden Dinge steht.

traditional scottish dessert cranachanSchottische Süßsspeise mit nur 4 Zutaten

Ich war ja anfangs ein klitzekleinwenig skeptisch, aber es schmeckt wirklich unglaublich gut (mir ist gerade ein wenig schlecht, weil meine Portion doch sehr riesig war...;)). Und das Beste daran ist die ultrakurze Zutatenliste und wie schnell es gemacht ist. Einfach, simpel und gut - genau so, wie ich meine Rezepte mag. Gerade mal fünf Dinge werden verwendet: Sahne, Himbeeren, Honig, Haferflocken und - natürlich - schottischer Whisky. Kindertauglich ist dieser cremig-sahnige Nachtisch damit nicht.

Cranachan mit Haferflocken Scottish Whisky

Das Dessert ist angenehm leicht, aber dank der Haferflocken dennoch gehaltvoll, der Whisky ist herauszuschmecken, aber nicht unangenehm dominant. Ich habe einen sehr aromatischen, dunklen, flüssigen Honig gewählt, der wirklich gut mit dem Alkohol korrespondiert. Auch schottische Himbeeren konnte ich jetzt nicht auffahren, sondern habe auf Tiefkühlware zurückgegriffen. Die säuerlichen Früchte mögen den kräftigen Wildhonig auch sehr gerne und achten darauf, dass es nicht pappsüß wird. Hat man ganz süße Himbeeren zur Hand, sollte die Honigmenge reduziert werden.

Traditionelles schottisches Dessert Cranachan

Cranachan - traditionelles schottisches Dessert

Und wie das mit traditionellen Rezepten, die es in jeder Familie eben so gibt, so ist: Es gibt zigtausend verschiedene Versionen. Als wir vor ein paar Jahren in Schottland waren, hatte ich mir ein Kochbuch mit typisch schottischen Rezepten zugelegt, das mir - neben vielen anderen - als grundlegende Anregung diente. Das Buch beinhaltet viele Basisrezepte, ist aber nur mit Zeichnungen illustriert. Viel Info zur Autorin gibt es nicht (finde ich immer etwas schade), aber zu fast jedem Gericht jeweils einen kleinen Text, aus dem man herauslesen kann, dass hier wirklich Familienrezepte zusammengestellt wurden - zum Beispiel wenn sich an Kindheitssüßigkeiten erinnert wird, die "Uncle Jimmy" besonders gut kochen konnte. Oder "Aunt Jean's" Kommentar dazu. Mit leicht verändertem Titel und gänzlich anderem Cover handelt es sich bei "Traditional Scottish Recipes"* von Eleanor Cowan glaube ich um die Neuauflage.

Cranachan mit Knusperstreuseln

Knusper, knusper Streusel...

Die Tipps und Erinnerungen zu den Rezepten lesen sich bodenständig und kocherfahren. Beim Cranachan reißt Eleanor Cowan dann auch kurz die Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten an (und die sind im Grunde unendlich: Haferflocken getränkt in Whisky, untergezogen, geschichtet, Himbeeren zermantscht, entkernt, komplett verarbeitet, andere Beerenfrüchte und...und... und...) und bekennt, dass man beim Thema Haferflocken ruhig ein wenig "cheaten", also schummeln kann. Da sie keine Passion für geröstete Haferflocken hat, greift sie für das Dessert gerne zu fertigen Cerealien. Und da hake ich dann nochmal rasch ein und werfe für das zweifach verlängerte Event Pour me up... von Frau Bunt ein paar ihrer Walnuss-Knusperstreusel in den Topf mit der Sahne und fülle das Ganze in die schicke Villeroy & Boch-Espressotasse, die es hierzu von ihr per Post gab. Ich hatte die Sahnemasse geteilt, damit ich beides ausprobieren kann, und weiß gar nicht, welche Variante mir besser schmeckt. Es hat beides was: Die gerösteten Haferflocken mag ich echt gerne, aber auch die Verwendung eines Müslis, das relativ klar in der Zutatenliste ist, finde ich hier geschmacklich nice.

Dessert in Espressotasse

Und wie viel wird's nu?

Die leidige Frage nach der Portionsgröße... Das kommt wirklich auf die Mägen der Verzehrenden an. Das Rezept ergibt ja über 800 g Grundmasse. Aufgeteilt in vier Whiskytumbler kann das für manche wirklich etwas heftig sein und ersetzt fast eine eigene Mahlzeit. (Andererseits.. die Schotten trainieren ja quasi mit deep fried marsbars - da ist sowas dann auch kein Problem!) In kleinen Espressotässchen mit einem Fassungsvermögen von 100 ml findet man wiederum die ideale Größe für ein kleines, feines Dessert nach einem opulenten, mehrgängigen Essen und kann mit dem Rezept geschätzt circa zehn Personen versorgen. Cranachan lässt sich übrigens hervorragend vorbereiten, im Kühlschrank zwischenparken und in kleinen Gläschen servieren. Wer die leidige Frage nach der Größe der Portionen umgehen will: Nehmt einfach eine große Schüssel und füllt das Schichtdessert dort hinein. Fertig. Dann wirkt man auch nicht mehr so verfressen. 😉

Wie bereitet man Cranachan zu?

Rezept für Cranachan

(4 - 10 Portionen, siehe oben)

350 g Himbeeren (TK-Ware)
300 ml Schlagsahne
100 g Haferflocken (oder ein passendes Knuspermüsli)
5-6 EL Wildhonig (flüssig)
2 EL schottischer Whisky

Zubereitung

  • Die Himberen aus der Kühlung nehmen und antauen lassen (oder direkt frische verwenden). Wenn sie bei Verwendung noch sanft angefroren sind, schadet das nicht.
  • In eine Pfanne ohne Fett unter stetem Rühren die Haferflocken rösten, bis sie Farbe annehmen, herausnehmen und abkühlen lassen. Zwei TL Haferlocken als Topping beiseite nehmen.
  • Die Sahne aufschlagen und dann Honig, Whisky und Haferflocken unterziehen.
  • 200 g der Himbeeren anquetschen (es soll kein kompletter Brei entstehen, die Früchte teils noch intakt sein) und rasch unter die Sahne ziehen.
  • Ein paar der zurückbehaltenen Himbeeren auf den Boden der Gläser geben, Sahnemasse darauf verteilen, wieder ein paar Himberen dazwischenschichten, mit Sahne abdecken. Ein paar Haferflocken oder andere Cerealien der Wahl als Topping darüberbröseln und noch eine Himbeere darauf platzieren.
  • Für ein paar Stunden zum Durchziehen in den Kühlschrank geben (alternativ: direkt essen und genießen ;))

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Happy Halloween: Ungebackener Kürbis-Käsekuchen [No-Bake Pumpkin Cheesecake]

Kurz vor Halloween reiche ich euch noch ein schönes und recht simples Dessert herein, mit dem ihr euch die am Wochenende anstehenden Partys versüßen könnt.

Rezept für KürbiskäsekuchenDas Kürbis nicht nur salzig, feurig, scharf und herrlich pikant kann, sondern sich auch zu süßen, cremigen und dessertgleichen Dingen verarbeiten lässt, ist ja schon eine Erkenntnis für sich. Jetzt habe ich das Allroundtalent mal mit Quark und Kekskrümeln zu Käsekuchen werden lassen. Mal ganz was anderes. Ungebacken, herbstlich-winterlich, aber doch kühl, cremig und erfrischend.

Kürbis als süßes Dessert? Perfekt für Herbstzeit & Halloween

Optisch habe ich mich an diesem No-bake Pumpkin Cheesecake orientiert, aber wegen Nichtgefallen der Inhaltsstoffe ein eigenes Rezept entworfen. Bei der zweiten Version habe ich dann den Kürbiskäsekuchen mal in einer Springform ausprobiert, um zu sehen, ob die Mengen  hinkommen. Klappte sehr gut. Beides ist sicherlich eine Bereicherung für die Speisekarte während der Herbstzeit aber auch ein schönes Dessert bei einer Einladung, ein nettes kulinarisches Mitbringsel zu einer Feier oder macht sich ganz simpel sehr schön auf dem Dessertbuffet bei einer Halloweenparty.

Ungebackener Käsekuchen mit KürbisNo-bake-pumpkin-cheesecake / Kürbiskuchen ohne BackenNo-bake-Cheesecake im Glas

Bei der in Gläser gefüllten Version habe ich jetzt acht Stück draus gemacht. Greift man zu etwas kleineren Gläsern, kann man das bestimmt auch auf 10 ausreizen. Meine Portionen waren relativ groß und dieses Käsekuchendessert im Glas ist dank Quark und stärkehaltigem Kürbis ja schon etwas üppig. Bei den Keksen kann man sich auch greifen, was man am liebsten mag. Ich finde etwas kernigere Hafer- und/oder Vollkornkekse halt als Gegengewicht zur Kürbiscreme sehr schön, habe aber letztens einen Teil mit Kokosbutterkeksen ersetzen müssen. Passte auch.

Bei Kürbis in süß läuft ja durch diese Familie ein Graben. Mir schmeckt er so hervorragend: frisch, leicht, kühl, cremig - das Ganze in unerwarteter Kombination mit dem buttrigen Keksboden, wärmendem Zimt und anderen herbstlich-erhitzenden Gewürzen und einem nicht zu intensiven Kürbisgeschmack. Der Liebste kann sich damit nicht so recht anfreunden - dieselbe Geschichte wie schon beim Pumpkin Pie mit Walnüssen. Wahrscheinlich ist es wirklich so: Entweder liebt man Kürbis in süß oder straft ihn mit mildem Abscheu. 😉

Wie wird Pumpkin Cheesecake mit Pumpkin Pie Spice gemacht?Rezept für ungebackenen Kürbis-Käsekuchen

(8 Portionen in Gläsern oder große Springform)

Für den Boden:
200 g Vollkorn-(Hafer-)Kekse
90 g Butter

Füllung:
500 g Kürbispürree (Kürbisfleisch mit etwas Wasser gar dämpfen und dann pürieren)
500 g (Mager-)Quark
150 g Zucker
100 g Sahne
10 Blatt Gelatine
3 TL Pumpkin Pie Spice

Zubereitung

  • Kekse ganz fein zermahlen oder zerschlagen und in eine Schale geben. Ich habe sie dafür etappenweise mit einem meiner Mörser Bekanntschaft schließen lassen, das hat hervorragend funktioniert. In einen Gefrierbeutel geben und dann mit einem Nudelholz walzen/zertrümmern geht aber auch.
  • Butter schmelzen, über die Keksbrösel geben und gründlich untermischen.
  • Keks-Buter-Masse nun entweder auf acht Gläser aufteilen, sanft andrücken und als Boden glätten oder den Boden einer Springform mit Backpapier belegen, den Ring darum schließen, die Masse für den Keksboden darauf geben und mit einem Löffel gleichmäßig verteilen und glätten.
  • Die Backform/die Gläser für circa eine Stunde in den Kühlschrank stellen, damit die Butter wieder aushärten kann und so ein stabiler Tortenboden entsteht.
  • Die Gelatine nach Packungsanleitung in Wasser einweichen.
  • Den Zucker in das noch warme Kürbispürree einrühren, so dass er sich auflöst. Durch den Zucker wird das Kürbispürree auch etwas flüssiger.
  • Mit einem Schneebesen Quark, Sahne und Kürbiskuchengewürz einarbeiten.
  • Die ausgedrückte Gelatine nach Packungsanweisung erwärmen und auflösen, esslöffelweise Kürbismasse dazu geben und einarbeiten, schließlich den Rest untermischen.
  • Bei einer Springform: Die Kürbiskäsekuchenfüllung einfach auf den erstarrten Boden in der Springform füllen und für zwei Stunden im Kühlschrank fest werden lassen, bevor man den Kuchen anschneidet.
  • Bei Portionsgläsern: Die Kürbismasse in einer Schüssel in den Kühlschrank stellen,  bis sie etwas anzieht und die Konsistenz einer dicken Creme hat, die stabil genug zum Spritzen ist. Vorsicht: Kontrollieren! Mit einem Löffel glatt rühren, in einen Spritzbeutel füllen und dekorativ in die vorbereiteten Gläser spritzen. Gläser zurück in den Kühlschrank stellen, bis der Käsekuchen fest genug ist.

Für den schnellen Kick: Energiebällchen

In meiner weit, weit entfernten Jugend (visualisiert bitte, wie ich hierbei leidend aufschluchze und theatralisch eine Hand an meine faltige Schläfe lege), war das Jazzfestival in Moers jedes Jahr Pflichtprogramm. Nicht wegen der Musik, nein - sondern wegen dem Drumherum.  Das Festivalfeeling (ja, samt Tequila am Straßenrand, Freunden, Sonne, Regen, Trommeln, Tanzen, neuen Menschen, Zelten, Lachen, Herumzicken, grauenhaften Dixies, alternativen Shops, wehgelaufenen Füßen, die frau zum Abkühlen in den Tümpel steckte, Batikröcken, federleicht klimpernden Glöckchen am Fußgelenk, Cocktails, nächtlichen Heimfahrten auf dem Fahrrad und natürlich der zugehörigen Prise aus Drama, Hoffnung und Schmetterlingen) ist für jemanden, der in einem relativ braven Vorort von Duisburg aufgewachsen ist, einfach... toll. Es war quasi mein naives Woodstock. Sicherlich von mir gerade noch mit einer ultimativen Dosis sonnenuntergangsglitzerndem Erinnergunsfeenstaub überzogen und abzüglich des Wälzens im Schlamm. Obwohl bei Regen.. hm....

Rezept für Energiebällchen

Aber bevor ich jetzt weiter davon fasle, wie sich bei mir (rückblickend interpretiert) geistige Tore aufgestoßen haben, zurück zu den Energy Balls. Am Rande der staubigen Wege gab es natürlich allerlei Fressstände, aber auch einige Festivalbesucher verkauften dort an kleinen Tischen für kleines Geld selbstgemixte Cocktails oder eben leckere Energiebällchen. Große ungebackene runde Kugeln aus Trockenfrüchten, Honig oder Zuckersirup, Nüssen und manchmal auch Haferflocken, oft mit einer Ummantelung aus geraspelter Kokosnuss.
Mein Rezept ergab sich eher zufällig, weil ich eine Füllung für meine Osterhasenbrötchen wollte und dafür einfach ein paar Dinge zusammen warf. Beim Probieren fühlte ich mich wieder an die Power Balls erinnert und als etwas Füllung übrig blieb, gab es aus diesem Rest eben schnell ein paar Kugeln.

Rezept für EnergiebällchenDie Energiebällchen kann man als bequeme und schnell zu  machende Alternative zu industriellen Müsliriegelprodukten nutzen. Quasi ein schneller, energiereicher und süßer Snack, den man ähnlich verwenden kann wie  Traubenzucker. Nur halt in lecker. Ich habe bestimmt keine zusätzliche Energie notwendig - ich mochte die Bällchen einfach immer gerne, weil sie - wenn gut gemacht - eben wirklich gut schmecken. Gut verwahrt in einer Dose können die Bällchen problemlos zum Sport, auf Wanderungen oder den Spielplatz mitgenommen werden.
Wer es wirklich vegan oder rohköstlich haben will, sollte dann natürlich statt Honig auf andere Süßungsmittel zurückgreifen (zum Beispiel eingeweichte Datteln?) und keine gerösteten Nüsse verwenden.

Rohkost SüßigkeitWas ich wirklich gut finde und - wie eifrige Leser_innen ja wissen - sehr schätze: Die energiereichen Kugeln sind super variabel. Alle Zutaten lassen sich nach persönlichen Vorlieben, Ernährungsreligion und Inhalt des Vorratsschranks ersetzen und neu zusammenpuzzeln. Mag ich. Probiert es einfach mal aus und matscht ein wenig rum. 😉

Rezept für Energiebällchen

150 g softe getrocknete Pflaumen (entsteint)
125 g geröstetes Haselnussmehl (gemahlene Haselnüsse)
75 g Honig
1/8 TL Ceylon Zimt
1/8 TL gemahlene Vanilleschote
(Optional: Kardamom, Macis)

Zubereitung

  • Pflaumen fein hacken. Haselnüsse mit den Gewürzen vermischen.
  • In einer Schale mit den Händen die Nüsse mit den gehackten Pflaumen und dem flüssigen Honig verkneten.
  • Es müsste jetzt ein fest zusammenklebender Nussteig entstanden sein.
  • Kugeln formen  - Größe nach Vorliebe, ich mag sie eher als Pralinen, kenne aber auch Energiebällchen in Golfballgröße - und nochmals durch gemahlene Haselnüsse wälzen, so dass sie vollkommen ummantelt sind. So lassen sich die Bällchen gut in einer Dose lagern und kleben nicht zusammen.

Rezept für Energy Balls

Zum Abschluss werfe ich noch ein paar Zutaten als Stichworte für Variationen in die Runde.  Das Rezept für die Energiebällchen lässt sich wirklich unendlich abwandeln, Hauptsache es entsteht eine leckere und formbare Masse:  Sesam, Mandeln, Walnüsse, Pistazien, Cashews, Haferflocken, Tsampa, Feigen, Rosinen, Aprikosen, Datteln, Kakao, Carob ....

Rezept für Power Balls