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Cucumber Sandwiches – Gurkenbrot in edel

Na klar, Gurke auf dem Butterbrot kann echt lecker sein. Aber man kann auch mehr daraus machen, als schlicht ein paar Gürkchen aufs Brot zu klatschen. In Großbritannien hat man die Fertigung des Gurkenbrots zum Tee schon in viktorianischen Zeiten auf einen Thron gehoben und an der Zubereitung dieses britischen Klassikers scheiden sich die Geister.

Cucumber Sandwiches - frischer & leichter Snack zur Teatime.

Gurkensandwiches zum Nachmittagstee

Kleine Sandwiches, belegt mit Kresse, Ei oder eben Gurke sind britische Klassiker, die sich neben so hübschen und deliziösen Dingen wie frisch gebackenen Scones, Clotted Cream, Konfitüre, Lemon Curd, Teebrot, Zitronenkuchen oder Keksartigem wie Shortbread zur Teezeit auf dem Tisch tummeln können.

Brot mit Gurke belegt
Unzählige Varianten gibt es dazu: Vollkornbrot, Weißbrot, ganz klassisch mit Butter, mit Frischkäse, Gurken aushöhlen, säuern, würzen, in Scheiben, in Streifen, hauchdünn geschnitten, fett gestapelt, mit Marmite (Buuuuäääähhh!), mit frischer Minze oder Zitronenschale (Mjam! Definitiv in Planung.). Doch egal wie man sein Cucumber Sandwich letztendlich zubereitet - ob etwas proletarischer oder total fancy und posh -, die Gurkensandwiches passen nicht nur zum Afternoon Tea, sondern einfach zum Frühling oder als leichtes Essen in den Sommer. Für mein relativ puristisches Rezept für die belegten Brote habe ich mich an diesem Artikel über das perfekte Cucumber Sandwich vom Guardian orientiert. Und den Rat der Autorin in den Wind geschlagen, die Gurken vorab nicht zu säuern. Ich mag die Frische des Zitronensafts und diesen ganz entfernten Touch von eingelegten Gürkchen.

Marinierte Gurke für Cucumber SandwichBelegte Brote mit Gurke / Sucumber SandwichesDas perfekte Brot für's Sandwich

Aber - und das ist eben halt so - mit dem Brot steht und fällt das Sandwich. Oder besser gesagt: dieses spezielle Rezept für das Gurkensandwich steht und fällt damit. Da meine erste Fotosession mit den belegten Broten optisch leider durch fiel, das Lieblingsweißbrot aber nicht immer dann verfügbar ist, wenn ich gerade im Besitz eines geeigneten Zeitfensters bin, habe ich für die Fotos zum Supermarktbrot gegriffen. Die Cucumber Sandwiches - gemacht mit gutem und dünn geschnittenem Bäcker-Toastbrot - schmecken fantastisch. (Auch wenn die Krume vielleicht nicht 100% ideal dafür war). Der zarte Eigengeschmack der Gurke kommt gut durch, das Frische der Zitrone, die Cremigkeit der Butter, der Hauch Pfeffer. Beim Sandwichbrot aus der Tüte schmeckt es schon okay, aber das Brot steht geschmacklich viel zu stark im Vordergrund und ist halt pappig und schlicht too much. Eine Lösung wäre es, für solches Brot deutlich dickere Gurkenscheiben und zusätzliche Geschmackskomponenten zu verwenden, die gegen den Eigengeschmack des Brotes auch ankommen.

GurkensandwichesDie Mustache-Formen habe ich natürlich nicht selbst aus dem Brot geschnitzt, sondern den sehr genialen Schnurrbart-Sandwich-Cutter* benutzt, den ich von einer lieben Freundin zu Weihnachten bekam.

How to make a Cucumber Sandwich

Rezept für Cucumber Sandwiches (Gurkensandwiches)

6 dünne Scheiben gutes Weißbrot
1/2 Salatgurke
Butter (zimmerwarm)
Saft 1/2 Zitrone
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
feines Meersalz

Zubereitung

  • Die halbierte Gurke schälen und längs in möglichst dünne Scheiben schneiden, nur das Fruchtfleisch verwenden, nicht das Kerngehäuse. Das geht mit einem scharfen Sparschäler sehr gut, am Ende bleibt nur ein viereckiger Block aus den Gurkeninnereien zurück.
  • Die länglichen Gurkenscheiben in ein Sieb geben, salzen und mit dem Zitronensaft säuern. Mit den Händen alles vorsichtig untermischen, so dass jede Scheibe benetzt ist. Für 20 Minuten Wasser ziehen lassen.
  • Die Gurkenscheiben auf Küchenpapier trocken tupfen.
  • Drei Brotscheiben großzügig buttern und die Gurkenscheiben überlappend auflegen (wie ein Gurkenschuppenkleid ;)).
  • Sanft pfeffern und die restlichen drei - ebenfalls gebutterten - Brotscheiben auflegen und sanft andrücken.
  • Die Kruste abschneiden und das Gurkensandwich in Dreiecke oder längliche Rechtecke schneiden. Alternativ wäre dies der richtige Zeitpunkt für den Sandwichcutter. Sofort servieren - am besten zu einer Kanne Tee und einem guten Buch oder Gespräch.

 

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Einfacher Plätzchenteig [Grundrezept Mürbeteig]

Ja, ja, ja... ich weiß. Ihr habt euch seit Anfang Dezember an Plätzchen quasi schon überfressen. Trotzdem bekommt ihr jetzt noch ein Grundrezeptklassiker von mir aufs Auge gedrückt.

Selbstgebackene Weihnachtskekse - Grundrezept

Nehmt euch doch alle ein Becherchen alkoholfreien Glühpunsch, lehnt euch zurück und bewundert bitte angemessen meine tollen Entchen mit den Zuckerperlenschnäbeln. Und diese komischen bunten echsenartigen Dinger sollen Dino-Plätzchen* sein. (Jaaahaaa! Die traditionellen Weihnachtsdinos. Wer kennt die nicht?! Den noch vieel traditionelleren Fledermausausstecher hatte ich zu dem Zeitpunkt leider verlegt.)

Klassisches Grundrezept: Mürbeteig

Mürbeteig (oder auch Hackteig, da die Butter früher auch mit einem großen Messer in den Teig eingearbeitet wurde, damit sie nicht warm wird) ist einer der klassischen Grundteige. Mürbeteig funktioniert nach dem Prinzip 3:2:1 (Mehl:Butter:Zucker), ist supersimpel und rasch herstellbar, die Grundzutaten hat man eigentlich fast immer im Haus und er ist vor allem eines: sehr variabel. Egal ob als süßes Weihnachtplätzchen, schottisches Shortbread oder auch mal herzhaft - er hat einen buttrigen Schmelz beim Naschen und ist wunderbar knusprig-mürbe. Mürbteig halt.

Cathedral Cookie mit Bonbons

Backen mit Kindern

Plätzchenteig dieser Art lässt sich übrigens auch hervorragend vorbereiten, im Kühlschrank lagern oder einfrieren. Und fast jede/r von uns wird als Kind seine ersten Plätzchenbackerlebnisse zur Weihnachtszeit mit solch einem Mürbeteig gehabt haben, der sich portioniert aus der Kühlung entnehmen, gut  ausrollen, mit zahllosen Plätzchenausstechern malträtieren und anschließend mit Zuckerguss und Kuvertüre einbunten lässt. (Okay, okay, blicken wir der gebackenen Realität ins Auge: Meist steht dann ein Elternteil am Ende in der Küche und glasiert entnervt und todmüde den Kram zu Ende, während die Lendenfrüchte oder entliehene Alibi-Kids schon zu was Interessanterem übergegangen sind.)

Butterkeksrezept für das ganze Jahr

Diese Butterkekse sind wunderbar variabel, weswegen dieses Grundrezept für Butterkekse keineswegs an die Weihnachtszeit gefesselt ist und das ganze Jahr über gebacken werden kann. Da ich auch gerne mal Kekse mit komplizierteren Ausstechern backe oder mal Schrift mit Keksprägestempeln in den Teig einpräge, verwende bei diesem Plätzchenteig kein Backpulver, damit die Kekse nicht zu sehr aufgehen, ihre Form  oder das eingeprägte Muster verlieren. So ist der Keksteig nämlich auch ganz wunderbar für und auch meine Gingerdead Men* oder Voodoo Cursed Cookies* verwendbar  Wer die Plätzchen etwas gelockerter möchte, kann zu seinem Teig noch 1 TL Backpulver hinzugeben.

Weihnachtskekse selber backen: Einfaches Rezept

Rezept für Weihnachtsplätzchen aus Mürbeteig

(für 3 - 4 Bleche)

500 g Mehl
250 g Butter
125 g Zucker
1 Ei
1 Tütchen Vanillezucker mit Bourbonvanille / Mark 1 Vanilleschote /etwas gemahlene Vanilleschote
Optional:  1 TL getrocknete (oder frisch geriebene) Orangenschale oder Zitronenschale

 

Zubereitung

  • Das abgewogene Mehl auf die Arbeitsfläche oder ein Backbrett geben, eine kleine Mulde hineindrücken und Zucker, Orangenzesten, das Ei und den Vanillezucker dazu geben und in der Mulde miteinander verrühren.
  • Dann die kalte, in Stücke geschnittene Butter darauf geben und rasch einkneten. Alternativ kann man natürlich alles schnell in einer Küchenmaschine miteinander verkneten lassen.
  • Teig zu einer Kugel formen, luftdicht verpacken (in einer Plastikdose oder in Frischhaltefolie) und für eine Stunde in den Kühlschrank geben.
  • Den Teig danach auf der gut gemehlten Arbeitsfläche ausrollen (das schwarze Ding auf dem Foto ist übrigens mein Teigroller aus Marmor*, den ich nicht mehr hergeben würde, endlich kein lästiges, sperriges Nudelholz mehr) und mit Ausstechern* die Plätzchen ausstechen. Teig der nicht genutzt wird, zwischendurch in die Kühlung legen.
  • Die ausgestochenen Weihnachtskekse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Bei 175° (Umluft) circa 10 Minuten auf mittlerer Schiene backen, bis die Weihnachtsplätzchen gold bis goldbraun sind.
  • Abkühlen lassen und die Plätzchen dann verzieren.

Backtipp: Wer Plätzchen aus einem Mandel- oder Nussteig möchte, kann einfach 100g des Mehls durch die gleiche Menge gemahlener Mandeln oder Haselnüsse ersetzen.Kirchenfensterkekse / Cathedral Cookies

Kirchenfensterkekse

Ich erwähnte ja bereits, dass die Plätzchen so wunderbar variabel sind, nicht? Vor kurzem stolperte ich bei Janke auf Kirchenfensterkekse. (Ihre sind sehr viel hübscher als meine.) Und da ich das sowieso schon lange mal ausprobieren wollte, habe ich kurzerhand ein paar Fruchtbonbonüberbleibsel von Halloween in eine Klarsichttüte gestopft, sie mit dem Hammer Bekanntschaft schließen lassen und in ausgestochene Löcher in der Mitte der Butterplätzchen reingebröselt. Mit der Backzeit kam es bei mir wunderbar hin. Allein das Mundgefühl ist sehr speziell und bizarr (Kauen oder lutschen?). Eventuell muss ich beim nächsten Versuch weniger Bonbonkrümel verwenden. Aber Optisch - total cool.

Weihnachtskeks Dinosaurier

Plätzchen verzieren: Zuckerguss, Zuckerperlen & Co.

Diese ausgestochenen Weihnachtskekse laden natürlich geradezu zum Verzieren ein. Mit Lebensmittelfarbe, Puderzucker, Nougat, Schokolade und Zuckerperlen* kriegt man hier wunderschöne Sachen zustande. Mir selbst fehlt für so tolle Keksverzierungen im Grunde die Geduld, aber in Versuchung sowas hübsch Buntes zu produzieren komme ich doch immer wieder. Und dieses Jahr hatte ich da sogar tatsächlich Spaß dran.

Basis-Zuckerglasur

In einer kleinen Schüssel einige Esslöffel Puderzucker und 1/2 - 1 TL Zitronensaft miteinander verrühren, bis ein dicker Brei entsteht. Vorsicht bei der Zugabe der Flüssigkeit, Puderzucker fällt ganz leicht zusammen und benötigt nur ganz wenig Flüssigkeit, um zu einer Creme zu werden. Diesen weißen Guss kann man nun noch mit verschiedenen Lebensmittelfarben* einfärben und dann mit einem Löffel, Backpinsel oder ganz elegant mit einem Zuckerguss-Stift* auftragen. Wer es nicht so bunt und eher klassischer möchte: mit etwas eingerührtem Zimt erhält kann man eine leckere Zimtglasur zaubern, mit etwas echtem Kakao eine schokoladige Variante. Wenn garantiert keine Kinder Zugang zu den glasierten Keksen haben, kann man den Zuckerguss statt mit Zitronensaft auch mit einem Löffelchen Rum anrühren.

P.S.: Ihr habt übrigens noch vier Tage Zeit, um euch von mir mit Gewürzen beschenken zu lassen. Und ihr wollt noch einen Rezepteklassiker? Guckt euch mal mein Rezept für die weltbesten Vanillekipferl an.

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Projekt Komplettverwertung: Quittenkompott, Quittengelee, Quittenlikör, Quittensirup, Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup

Ein Wochenende, sieben Kilogramm Obst, zwei Menschen, ein Haufen Einmachgläser und eine Mission: Ein Einkochmarathon mit möglichst großer Komplettverwertung.

Apfelquitten

Ausgangspunkt waren vier Kilo Äpfel und drei Kilo gemundraubte Quitten (die die Handmaid mir lieberweise vorbeigepuckelt hatte), ein paar Vanilleschoten und Zitronen, die in Dinge fürs Vorratsregal transformiert werden wollten. Das Ergebnis: Gut 50 gefüllte Gläser und Flaschen mit samtigen Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup, Quittenkompott, Quittengelee, Quittensirup und Quittenschnaps. Nur ein paar ausgekochte Apfel- und Quittengriebsche, -schalen und ausgequetschte Zitronen blieben am Ende übrig. Und ja, da befällt er mich wieder, dieser beglückte und ungemein befriedigende hab-ich-selbst-gemacht-Schöpferinnen-Vorratskammerstolz, der mir quasi in die Wiege gelegt wurde.

Einkochtes für die Vorratskammer aus Äpfeln und Quitten

Rezepte zum Einkochen von Quitten & Äpfeln

Da ich nicht alles in einzelnen Artikeln abhandeln mag, gibt es jetzt quasi einen rezepttechnischen Rundumschlag, angefangen bei den Äpfeln. Obwohl Anfang November, kochen ja auch jetzt noch viele ein. Es gibt einige späte Äpfel, die auch noch Ende Oktober geerntet werden oder die nach dem früheren Pflücken jetzt nach Lagerung erst ihren vollen Geschmack entwickeln. Die Erntezeit für Quitten zieht sich sogar teils bis in den November hinein und auch Quitten sollen ja beim Farbumschlag von grün auf gelb geerntet werden (Wikipedia sagt, damit das Pektin in den Kernen nicht abgebaut wird) und dann noch nachreifen. Bei mir lagen diese wundervoll aromatisch duftenden Früchte auch ein paar Wochen in einer Schale in meiner Küche und reiften- unter Beobachtung und einem Wenden und Kontrollieren der Früchte alle paar Tage - langsam nach. Außerdem: Das nächste Erntejahr kommt ja bestimmt.

Einkochen mit Twist-off-Gläsern

Wenn ich Heißabfüllungen direkt in Twist-off-Einmachgläser* mache, dann habe ich neben dem Topf mit dem Einkochgut einen großen Topf mit auf dem Herd stehen, in dem zeitgleich die Schraubgläser und -deckel auskochen. Da wir in Berlin sehr kalkhaltiges Wasser haben, gebe ich noch etwas Zitronensaft oder Essig mit ins Wasser, damit sich der Kalk nicht an den Gläsern ablagert - das ist aber ein rein kosmetisches Problem. 😉 Ich hole jedes Glas zum Befüllen mit einer Zange aus dem Topf, stelle es auf ein feuchtes, sauberes Küchentuch und befülle mittels eines Marmeladentrichters*, damit der Glasrand wirklich sauber bleibt. Die Gläser werden direkt nach dem Befüllen für ein paar Minuten auf den Kopf gestellt. Dreht man sie nachher herum, kann man mit dem Finger nachspüren, ob sie wirklich gut angezogen haben und verschlossen sind: Die Mitte des Deckels muss leicht nach unten vertieft sein. Manchmal hört man die Deckel beim Anziehen auch laut "Klack!" machen. Je nach Zeit und Lust verwende ich entweder gekaufte Etiketten* oder labele meine eingekochten Schätze mit handgeschriebenen Zettelchen. Diese mit Milch aufgeklebten Etiketten sehen cool aus (ich mag vor allem diesen unkomplizierten, nicht herbeigezwungenen Vintage-Touch bei wiederverwerteten Obsttüten) und haben den Vorteil, dass etwas Wasser sie problemlos wieder ablöst und man um Etikettenabschrubborgien bei der Wiederverwendung von leer gefressenen Gläsern herum kommt. Aber nun ab zu der langen Liste von Rezepten zum Einkochen von Quitten und Äpfeln.

Komplettverwertung beim Einkochen: Apfel

Äpfel für selbstgekochtes Apfelmus

Rezept für Apfelmus

Da habe ich ganz simpel auf mein bewährtes Rezept für samtiges Apfelmus mit Honig und Vanille zurückgegriffen.


Apfelsaft aus ausgekochten Apfelschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1250 g Apfelschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 4 Kg Äpfeln)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Äpfel die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Madige oder faule Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Apfelreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit Deckel darauf auskochen, abkühlen und die Fruchtstücke weiter darin ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen und für Apfelgelee oder Limonadensirup weiterverwenden. Der Saft schmeckt relativ herb, aber dank der Schalen doch stark apfelig.
  • Optional: Ich habe noch eine zweite Filterung des Apfelsaftes durch einen Teefilter aus Papier gemacht, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Apfelgelee Grundrezept

Rezept für Apfelgelee (Grundrezept)

1200 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
50 g trockener Weißwein
3:1 Gelierzucker
Optional: Saft 1 Zitrone

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Apfelgelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Selbstgekochter Limonadensirup: Apfel-Vanille-Sirup

Rezept für Apfel-Vanille-Sirup (Limonadensirup)

1000 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Apfelsaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und Flaschen füllen, verschließen, umdrehen.

Komplettverwertung beim Einkochen: Quitte

Das war übrigens meine erste Begegnung mit Quitten. Ich hatte hauptsächlich Apfelquitten bekommen, diese gelten als aromatischer, aber auch schwerer zu verarbeiten als Birnenquitten. Nach zwei Tagen mit diesen Biestern kann ich den Ruf nach einer Axt tatsächlich verstehen. 😉 Schälen ging hervorragend, aber zerschneiden und Kerngehäuse herauslösen hatte wirklich mehr von einer Schnitzarbeit.

Quittenkompott

Rezept für Quittenkompott

3 Kg Quitten (bei mir: Apfelquitten & Birnenquitten)
1,5 l Wasser
400 g Zucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Falls noch Flaum auf den Quitten ist, dann diesen zuerst mit einem Küchentuch aus Stoff abreiben. Quitten dann waschen, schälen, entkernen (Schalen & Kerngehäuse direkt in gesäuertes Waser für den Quittensaft geben) und in grobe Stücke schneiden. Quitten sind sehr widerstandsfähig, ich habe sie in Achtel geschnitzt und in mit Zitrone versetztem Wasser zwischengelagert, damit sie nicht zu braun werden.
  • Wasser, ausgekratztes Vanillemark, ausgekratzte Vanilleschote und Zucker kurz in einem Topf aufkochen, der Zucker sollte sich komplett gelöst haben.
  • Die gestückelten, noch ungekochten Quitten in die ausgekochten Schraubgläser schichten, Marmeladentrichter* darauf setzen, die vorbereitete Zuckerlösung darübergießen. Gestückelte Vanilleschote mit in die Gläser geben. Darauf achten, dass der Rand sauber und trocken ist und mit dem Deckel fest verschließen.
  • Sind alle Gläser verschlossen, werden diese in einen großen Topf gesetzt. Da ich keinen Einkochautomaten* oder sowas besitze, habe ich dafür einfach einen großen Suppenkochtopf genommen und mit zwei Schichten Gläsern à 5 Stück pro Ebene gearbeitet, was hervorragend funktioniert hat. Die Gläser sollten sich nicht berühren, zwischen die beiden Ebenen habe ich noch ein sauberes und nochmals klar durchgespültes Küchenhandtuch gelegt.
  • Sind alle Gläser im Topf: Kaltes Wasser angießen, so dass alles bedeckt ist, den Topf zum Kochen bringen und die Quitten für 30-40 Minuten einkochen. Die Zeit zählt erst ab dem Kochzeitpunkt.
  • Die Gläser im Topf abkühlen lassen und erst dann herausnehmen.

Quittenkompott - eingekocht im Kochtopf in Schraubgläsern

Quittensaft aus ausgekochten Quittenschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1000 g Quittenschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 3 Kg Quitten)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Quitten die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Schlechte Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Quittenreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel auskochen, abkühlen und die Fruchtreste weiter darin ziehen lassen.
  • Die Quittenflüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen (man da schon, dass Quitten eine große Gelierkraft besitzen) und für Quittengelee oder Limonadensirup weiterverwenden.
  • Optional: Zweite Filterung des Quittensaftes durch ein feines, papierenes Teesieb, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Quittengelee

Rezept für Quittengelee

1200 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
Saft 1 Zitrone
3:1 Gelierzucker

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Quittengelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Quittensirup für Limonade

Rezept für Quitten-Vanille-Sirup

1000 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Quittensaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und kleine Glasflaschen* füllen, verschließen, umdrehen.

Meine Brombeeren im Schattengarten sind ja in diesem Jahr einem Gärtner zum Opfer gefallen, weswegen es keinen Whiskylikör mit Brombeeren gab, aber da mein Umfeld mehrfach bei dem Wort Quitte sehr deutlich  zum Ausdruck brachte, dass man diese Frucht hervorragend in Alkohol fallen lassen kann, bin ich dem natürlich nachgekommen. Das Endergebnis ist allerdings quietschquittengelb - Vergleiche zu gewissen Ausscheidungsprodukten lasse ich an dieser Stelle. Das Aroma der Quitten entfaltet sich jedenfalls wirklich toll.

Quittenlikör aus Gin und Quittenschalen

Rezept für Quittenlikör (Quittenschnaps)

700 ml Gin
150 g Quittenschalen (Apfelquitten)
1 Vanilleschote
200 ml Wasser
200 g Zucker

Zubereitung

  • Vanilleschote aufschlitzen und zusammen mit den Schale und dem Gin in ein verschließbares  Glas geben (ich habe das auf zwei Flaschen mit weitem Hals aufgeteilt). Darauf achten, dass alles Schalen wirklich vom Gin bedeckt sind.
  • Glas verschließen und 3-4 Wochen ziehen lassen. Ab und an schütteln/umrühren. Nach kurzer Zeit sieht man schon, wie der Gin sich wunderbar quittengelb verfärbt.
  • Den Quittengin durch ein feines Metallsieb abseihen. Wer nur Quittenschnaps möchte, belässt es dabei.
  • Für Quittenlikör nun aus Wasser und Zucker eine Zuckerlösung kochen, abkühlen lassen und dann mit dem abgefilterten Alkohol mischen. Den Quittenlikör auf Flaschen* ziehen und noch etwas nachziehen lassen.

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Cocktail: White Lady für die Gartenparty (Werbung)

Ich trinke ja nur relativ selten Alkohol. Wein wird bei mir beispielsweise meist nur gnadenlos - und zum Entsetzen mancher Menschen - in diversen Saucen versenkt. Aber unsere Hausbar ist irgendwie dennoch reichlich gefüllt. Der Liebste neigt zu guten schottischen Single Malts und ich bin dann doch mit einem guten Gin Tonic relativ leicht zu begeistern. Und mit Cocktails natürlich.

Cocktail White LadyVor kurzem bekam ich die Anfrage einer Agentur aus Großbritannien, ob ich bereit wäre mir die Webseite eines Kunden anzusehen und vielleicht etwas darüber schreiben würde. Angesehen habe ich sie mir und da mir die Seite gefiel und die Inhalte zum magischen Kessel passten, gibt es jetzt auch einen Artikel zu The Bar DE. Die Webseite präsentiert viele verschiedene Mixrezepte für Cocktails, teils auch mit interessanten Neuinterpretationen klassischer Rezepte. Die Werbung ist, neben der Nennung und optischen Darstellung von Markenprodukten bei den Spirituosen, angenehm unterrepräsentiert - nur stellenweise findet sich ein Button, der zum Kauf selbiger einlädt. Das irritierte mich zunächst ein wenig, bis ich weitergrub und auf den dahinterliegenden großen Konzern namens Diageo stieß, der diverse große und bekannte Marken in seinem Sortiment hat - von exzellenten Single Malts, Weinen, Wodka- und Ginsorten bis hin zu einem (leider) sehr verbreiteten blended Scotch (der ja zumindest für Mixgetränke verwendet werden kann).

Sommercocktail DelilahGemäß meiner persönlichen Präferenz habe ich mich also unter den Cocktails mit Gin umgesehen und mir ein Rezept herausgepickt. Meine Wahl fiel auf  den Cocktail "White Lady", ein klassischer Gin Sour, erfunden um 1920 (wie immer gibt es diverse Menschen, die hier Anspruch erheben) der auch unter den Namen "Delilah" und "Chelsea Sidecar" firmiert. Letztere Bezeichnung verweist darauf, dass es sich hier eigentlich um eine Abwandlung des Brandy-Cocktails "Sidecar" handelt, der um 1907 herum auftaucht, aber wiederum eine Abwandlung des im 19.  Jahrhunderts beliebten Cocktails "Brandy Daisy" ist, der wiederum ebenfalls Ahne für den modernen "Cosmopolitan" sein soll. Ihr seht - die Genealogie von Cocktailrezepten ist im Grunde ein weites Feld für Historiker/innen, das ich hier nur sanft ankratzen kann.

Cocktailrezept Chelsea SidecarUns hat die White Lady- die optisch eher gelblich auftritt, sich unkompliziert mixen lässt und es durchaus in sich hat -  jedenfalls gut gefallen. Erfrischend, spritzig, leicht und dank zugefügtem Zucker nicht zu sauer -  passt hervorragend zum Sommer und trinkt sich fast etwas zu leicht weg. 😉 Die halbe Erdbeere ist mein persönliches Zugeständnis an die Jahreszeit.

Cocktailrezept White Lady

35 ml Gin (bei mir: Bombay Saphire)
25 ml Zitronensaft (frisch gepresst)
10 ml Triple Sec (Orangenlikör)
10 ml Zuckersirup (Läuterzucker: Zucker und Wasser 1:1 kurz aufkochen, abkühlen lassen)
Erdbeere zum Dekorieren (Optional)

Zubereitung

  • Einen Cocktailshaker mit Eis füllen.
  • Alle abgemessenen Zutaten in den Shaker geben, verschließen und schütteln, bis sich die Flüssigkeit kalt anfühlt.
  • Den Cocktail durch ein Barsieb oder feines Teesieb in ein Glas geben.
  • Geputzte, halbierte Erdbeere hinterher werfen.
  • Servieren.

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Thymiansirup – meine Geheimwaffe gegen Husten

Ja, heute ist Newroz und der Frühling beginnt. Ein Blick in meinen kleinen Berliner Schattengarten, wo zwischen matschigem Grau gerade alles anfängt zu knospen, sich zartgrün und blühend in den Himmel und die so herrlich andere Luft zu recken und vor Leben gerade zu zu bersten, bestätigt dies. Kalt ist es dennoch noch ab und zu und leicht ist man verkühlt und grippt dann doch wieder vor sich hin.

Rezept für ThymiansirupDiesen Hustensirup aus Thymian koche ich jedes Jahr, der Liebste schwört bei tiefsitzendem Husten darauf. Der Sirup schmeckt quasi wie flüssiges Hustenbonbon und soll laut Buch antiseptisch, infektionshemmend und schleimlösend wirken und Schluckbeschwerden lindern. Das Schöne daran, in der gut sortierten Hexenküche findet man im Grunde alle Zutaten reichlich im Gewürz- bzw. Teeregal.
Ich habe den Thymiansirup wirklich schon oft gekocht, einmal sogar - anlässlich eines Liverollenspiels für Ferienkinder zum 100jährigen Bestehens des Duisburger Stadtmuseums  - als Druidin eines Keltenstammes auf einem Lagerfeuer. Es hatte die ganze Woche immer wieder geregnet und unsere sich den ganzen Tag im Freien aufhaltenden Stadtkinder husteten schon verdächtig vor sich hin... 😉
Wenn ich schlau bin und besonders viel Zeit habe, koche ich ihn in größerer Menge sogar auf Vorrat. Dank dem hohen Zuckeranteil hält er sich - noch heiß in sterilisierte Gläser gefüllt und gut verschlossen -  in der Vorratskammer hervorragend. Nach dem Öffnen sollte er im Kühlschrank gelagert werden. Bis jetzt ist er mir auch noch nie auskristallisiert, wer da Bedenken hat, kann ja einfach einige Spritzer Zitronensaft mitkochen.  Das, von mir im Laufe der Jahre leicht abgewandelte, Ursprungsrezept stammt aus "Das große Buch der Kräuterheilkunde"*, welches leider nicht mehr verlegt wird. Das schön aufgemachte Kräuterbuch hatte ich mir Ende der 1990er zugelegt und schätze es wirklich sehr.

Warum ich gerade jetzt mit dem Thymiansirup daher komme? Der Grund dafür liegt bei Twitter und dem Versprechen das Rezept abzutippen (was ich im Laufe der Jahre irgendwie schon für zig Leute gemacht und den Text dann wieder verbaselt habe...). Und da ich sowieso letztens darüber gegrübelt habe, ob das Rezept hier her passt, passt es halt grad. Nicht wundern, die Bilder sind zwei Jahre alte Schnappschüsse.

Thymiansirup
(Dosierung: 2-3 TL, 3-6 x täglich)

900 ml Wasser
450 g flüssigen Honig
15 g getrockneter Thymian
8 g getrockneter Salbei
8 g getrocknete Kamillenblüten
2 TL Fenchelsamen
1 TL Anissamen
1 TL gemahlener Ingwer
10 - 15 Gewürznelken

Zubereitung

  • Die Kräuter grob zerkleinern, bzw. im Mörser anstampfen, so dass sich die Gewürze öffnen. Es muss allerdings kein feingeriebenes Pulver sein.
  • Die Kräuter zusammen mit dem abgemessenen Wasser in einen Topf geben, einen gut schließenden Deckel darauf setzen und 20 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Den Kräutertee durch ein feines Sieb abseihen. Die ausgekochten Kräuter leicht ausquetschen und dann wegwerfen.
  • Den starken Kräutertee zurück in den Topf geben und nun ohne Deckel köcheln lassen, bis sich die Menge des Absuds auf 200 ml reduziert hat.
  • Den Honig hinzufügen, unter Rühren kurz aufkochen. Die Flüssigkeit sollte jetzt sirupartig sein.
  • Noch heiß in ausgekochte Flaschen oder Schraubgläser füllen, verschließen, umgedreht auf ein feuchtes Tuch stellen. Nach dem Abkühlen etikettieren und in die kühle, dunkle Vorratskammer stellen.
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Kleiner Disclaimer: Dieses Hausmittel gegen Husten ersetzt natürlich keinesfalls den Gang zum Arzt.  Die Rezepte hier sind sorgfältig erarbeitet, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Ich kann nicht für irgendwelche Nachteile oder Schäden, die aus den hier gegebenen Hinweisen eventuell entstehen, eine Haftung übernehmen. Thymian und Salbei in starker Konzentration sollte außerdem bitte nicht in der Schwangerschaft Verwendung finden. Dass Leute mit Allergien die Finger davon lassen, davon gehe ich aus.