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Mit Bücherhunger auf ins neue Jahr! Lesehungrig No. 6

Diesmal bin ich relativ fix mit der Zusammenfassung dabei. Im letzten Quartal von 2014, das uns immerhin schon das sechste, lesebessene und bücherverschlingende kulinarische Dauerevent bescherte, kamen fünf Beiträge zusammen.

Lesehungrig No.6 - der bibliophil-kulinarische Dauerevent

In der doch relativ  stressigen Weihnachtszeit, in der (Food-)Blogger/innen ja meist alle Hände voll zu tun haben, hatte ich das eigentlich gar nicht erwartet und mehr mit so einem halben Beteiligungskoma gerechnet. Umso mehr freue ich mich, dass wir tatsächlich mehr als zwei Leute waren und ich euch so wieder einen kleinen aber schönen und vor allem lesenswerten Querschnitt durch die Welt der Literatur servieren kann. Ich bedanke mich wieder bei allen Teilnehmer/innen für ihre Kreativität und wünsche euch viel Freude mit den von ihnen vorgestellten Büchern und den daraus entstandenen köstlichen Rezepten,

eure Shermin

Sansa's Lemon Cakes "Winter is coming!" trifft in diesem Jahr zwar nicht so ganz auf unsere Breitengrade zu, dennoch gibt es mal wieder ein Rezept, das an die geniale Buchserie "Das Lied von Eis und Feuer"* (oder legt euch für nur 1/4 des Preises direkt die englische Komplettbox von Game of Thrones* zu) von George R. R. Martin  angelehnt ist. Die liebe Venda, die übrigens Trekkie ist und einen Tribble plus ein Klingonischwörterbuch vorweisen kann (ich erhöhe übrigens auf einen Tribble, zwei Klingonischwörterbücher und nen Star Trek Classics Communicator), erzählt von ihrer Begegnung mit diesem speziellen Universum (Gewalt, Loyalität, Intrigen, Liebe, Sex, Heldenmut, Religionswahn, Mord, Drachen und jede Menge Spannung) und hat sich für Sansa's Lemon Cakes entschieden. Superlecker sehen diese Lemon Tartelettes aus. Gedanklich bin ich übrigens vor über einem Jahr in eine sehr ähnliche Ecke gewandert und klebe deswegen noch den Link zu meiner Interpretation von Sansas Zitronenkuchen dran.
 Carob-Brownies Ulrike bäckt süße Carob-Brownies mit Carob-Frischkäse-Icing und erzählt von ihrem Urlaub auf Malta, wo ihr auf Schritt und Tritt Johannisbrotbäume begegneten. Einer der Namensgebunslegenden nach, soll sich Johannes der Täufer von den Hülsenfrüchten des Baumes während seines Aufenthaltes in der Wüste ernährt haben. Eine andere Bezeichnung ist übrigens "Karobbaum" - wieder was dazu gelernt. Mir war nicht bewusst, dass das in meinem Küchenschrank wohnende, bisher schändlich nichtbeachtete Carobpulver aus dem Fleisch der Johannisbrotbaumfrüchte besteht. Das Brownie-Rezept gehört zur  Kriminalgeschichte "Cold Turkey" von Gabriele Wolff aus dem Buch "Mord zwischen Messer & Gabel: 34 Krimis, 99 Rezepte"* (ein wunderbar selbsterklärender Titel), das  Kurzkrimis von vielen Autoren rund um die Welt enthält.
 Russisches Schwarzbrot à la Ken Follets Jahrhundert-Trilogie Ninive erzählt von einem Familientreffen, das ihr erst so richtig bewusst gemacht hat, wie stark der 1. & 2. Weltkrieg/der kalte Krieg/der Mauerfall Lebensgeschichten beeinflusst hat und auch heute noch Auswirkungen auf uns hat. Ein großes Thema, aber sie bringt auch nicht nur nur eines, sondern gleich drei Bücher mit, indem sie die Jahrhundert-Trilogie von Ken Follet (Band 1:"Sturz der Titanen"*, Band 2: "Winter der Welt"*, Band 3: "Kinder der Freiheit"*) vorstelle. Der erste Roman der Saga setzt am Vorabend des 1. Weltkrieges ein und Ninive zufolge soll Ken Follet mit seinen Worten die unterschiedlichen Blickwinkel und das damals jeweils herrschende politische Klima sehr lebensnah heraufbeschwören. Und weil es in allen dreien der schon mehrfach von ihr verschlungenen Bände vorkommt, bäckt sie russisches Schwarzbrot.
 Schokoladencreme gegen Heimweh Auch die Gourmandise ist in diesem Quartal wieder mit dabei gewesen und kredenzt ein verführerisches Schokoladenrezept mit dem etwas ungewöhnlichen Namen "Omamas Crème Chocolat". Die Bezeichnung erklärt sich aber schon aus dem Titel des Stücks kulinarischer Literatur, das hier vorgestellt wird - in "La Dolce Vita: Meine Familie und ihre Schokoladen-Rezepte"* von Isabel Coe geht es um ihre eigene Familie - na gut vornehmlich um ihre weiblichen Ahninnen (Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Autorin) und deren Lebenswege und schokoladigen Rezepte, die sie  durch alle möglichen Länder begleiteten. Isabel Coes Großmutter stammte nämlich ursprünglich aus einer wohlhabenden Schweizer Familie und zog der Liebe wegen nach Italien, wo sie ihr Heimweh mit den Kochrezepten ihrer Mutter beizukommen versuchte. Tochter und Enkelin verschlug es dann wiederum in andere Gegenden auf dem Erdball, aber immer dabei: die Rezepte.
 Butterbier wie bei Harry Potter Meiner Feder ist in diesem Quartal ebenfalls wieder ein Rezept entsprungen, das an eine der bekanntesten modernen (Jugend-)Buchserien der Welt angelehnt ist: Butterbier!
Wahrscheinlich muss ich die siebenteilige Buchserie um den Zauberlehrling Harry Potter* von J.K. Rowling niemandem mehr wirklich erklären. Harry ist ein Waisenjunge, der bei seiner ungeliebten Tante und deren Familie aufwächst, bis er an seinem elften Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist und auf ein Internat für Magier gehen darf. Hier erfährt er zum ersten Mal richtige Freundschaft (mit Ron und Hermione) und lernt auch die kulinarischen Seiten dieser Parallelwelt kennen. Unter anderem wird da eben gerne mal ein köstliches Butterbier getrunken - was mir als Butterliebhaberin sehr entgegen kommt. Ich lese gerade nochmal alle Bände von Anfang an - es ist wirklich faszinierend, wie sich die Bücher auch charakterlich verändern und entwickeln, je älter Harry wird und je bedrohlicher seine Welt wird.

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Auf dem Servierteller: Vegane Friedrichshainer Mettratte

Darf ich euch diese grünäugige 50er-Jahre-Schönheit vorstellen, die sich hier gar köstlich auf einem Bett aus Gurkenscheiben räkelt? Diese spezielle Spezies habe ich vegane Friedrichshainer Mettratte getauft. Sanft subversive Berliner Ernährungsverhältnisse eben.

Rezept für veganes Mett

Und nein, bei mir ist nicht jeder zum veganen Genus gezwungen. Ich persönlich lebe aus vielfältigen Gründen auch weiterhin omnivor und (das nur als vorbeugender Disclaimer) möchte hier auch kein Forum für pro/contra-Veganismus- oder Muss-man-das-wirklich-Mett-nennen??!!-Diskussionen bieten.

Vegetarisch, vegan, omnivor

Ich habe gerne mir teure Menschen zu Gast und mir persönlich ist es eine Freude, diese auch angemessen zu bewirten. Zum Beispiel bei Feiern oder meinem Versponnen Salon: Einmal im Monat öffne ich meine heiligen Hallen, es wird gequatscht, gesponnen, gestrickt, ausgiebig mit Fasern gekuschelt und natürlich - wie meistens, wenn Mensch gemütlich aufeinandertrifft - gegessen. Da kommt eine Anzahl von Leuten zusammen, die alle verschiedene Bedürfnisse haben: Vegetarisch, vegan aus Überzeugung, glutenintolerant, laktosetintolerant, diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten... und watt weiß ick. Jede/r bringt was für das gemeinsame Buffet mit und ich versuche im Blick zu behalten, dass alle irgendwie mit für sie verträglicher (und vor allem genießbarer) Nahrung versorgt sind.

Was ich besonders hübsch dabei finde: Niemand fordert etwas ein und niemand fühlt sich persönlich angegriffen, weil eine andere Person beispielsweise nun mal keine tierischen Produkte zu sich nehmen will. Man bringt sich was mit, findet was vor, fragt nach, sucht simple Lösungen und lernt gleichzeitig neue und andere kulinarische Dinge kennen.
Irgendwie funktioniert's. Mich persönlich fordert sowas kochtechnisch ja auch eher heraus, so entstand ja zum Beispiel der vegane und glutenfreie Rührkuchen. Oder die asiatische Kartoffelsuppe. Aber ich lese eben auch im Jahr 2015 noch immer wieder mit Schaudern in sozialen Netzwerken von Veganern und Vegetariern, die bei Feiern wie ernährungstechnisch Ausgestoßene an trockenen Salatblättern und einsamen gekochten Kartoffeln nagen dürfen oder denen bei Familienfestlichkeiten feindselige Unhöflichkeit vorgeworfen wird, weil sie keine Fleischberge verzehren wollen. (Man könne sich doch mal zusammenreißen. Und überhaupt, sowas muss man doch mal sagen dürfen...!)

Ich liebe also die Entspanntheit, mit der sich hier bei mir am Esstisch Menschen der verschiedensten Nahrungsreligionen zusammenfinden und ich kriege Wallungen (und zwar keine guten), wenn jemand seine Ernährungserleuchtung als einzig glücklich machende anderen aufzuzwingen versucht. Egal wie stark Nahrung polarisiert und emotional aufgeladen ist: Ich hasse es missioniert zu werden. Das gilt für Fleischfresser wie Veganer und alles dazwischen.

Vegane Friedrichshainer Mettratte

Veganes Mett

Ach.... irgendwie wuchert der Artikel gerade etwas, dabei wollte ich euch doch nur ein schönes Rezept für einen veganen, glutenfreien und dabei noch echt leckeren Brotaufstrich vorstellen. :/ Ich bin immer wieder im Netz darüber gestolpert, bis ich mich sehr neugierig daran gewagt und viele andere Menschen mitüberrascht habe.
Meist spielt es sich nach dem gleichen Prinzip ab: Sehr skeptische Leute, die es wagen superhypermegaszweiflerisch ein todbringendes Löffelchen des veganen Hackepeters zu probieren, und dann äußerst überrascht die Augen aufreißen, weil a) hat's gar nicht superschrecklich gesund und vegan geschmeckt und b) war's sogar richtig gut und c) verkünden viele dann, dass - wenn man das mit dem veganen, reiswaffeligen Hintergrund nicht wüsste - der Unterschied nicht wirklich herauszuschmecken wäre.
(Der Meinung bin ich nun nicht ganz, ich find's einfach lecker, man erahnt aber geschmacklich den Reis am Horizont. Aber mein Vater als unwissendes carnivores Testkarnickel verkündete nach dem Probieren, dass er so rohes Hack nicht möge, nur gebraten. Ähem, ich lass das mal so stehen.. ;)) Die Optik, das Mundgefühl und die richtige Würzung spielen halt stark mit hinein und erzeugen eine Freudsche Fehlleistung auf dem Teller. Andererseits: Reis mit Tomate und Zwiebeln & Knoblauch.... das passt ja auch einfach.
Kleiner Tipp: Ich habe das vegane Mett jetzt schon mehrfach gemacht, auch in Fremdküchen, wo frau nicht immer alles vorfindet: Eine gute italienische Gewürz- oder Bruschettamischung eignet sich auch sehr gut zum Würzen.

Anleitung veganes Mett

Rezept für veganes Mett

100 g Reiswaffeln (Geschmacklich ergibt das je nach Hersteller echt Unterschiede. Mit den dicken Reiswaffeln gefällt's mir persönlich am besten)
300 ml Wasser (kalt)
60 - 140 g Tomatenmark (je nach gewünschter Tomatigkeit)
2 mittlere Zwiebeln
2 TL Senf (ich nehme gerne meinen süßen Honig-Senf - der ist allerdings nicht vegan)
1/2 TL Meersalz
1/4 TL Harissa
1/4 TL Knoblauch (getrocknet, pulverisiert)
1/4 TL Oregano (getrocknet)
1/4 TL Paprikapulver (edelsüß)
etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die Reiswaffeln mit den Händen in eine Schale bröseln.
  • Die kleingebröckelten Reiswaffeln mit dem Wasser übergießen und dieses mit einer großen Gabel/Löffel gründlich unterrühren und etwas einziehen lassen.
  • Derweil die Zwiebeln putzen, fein hacken und zusammen mit den Gewürzen und dem Tomatenmark (Je nach Geschmack könnt ihr hier nach und nach ergänzen & abschmecken. Das hängt auch von der gewählten Sorte Reiswaffel ab.) einarbeiten.
  • Falls noch zu viele harte Waffelstücke vorhanden sind, kann man esslöffelweise noch ein klein wenig Wasser ergänzen.
  • Die Masse in eine festschließende Dose füllen und im Kühlschrank mindestens bis zum nächsten Tag durchziehen lassen.
  • Abschmecken & aufessen. Der Brotaufstrich hält sich bei hygienischer Handhabung im Kühlschrank auch ein paar Tage. Wie ihr sehen könnt, lassen sich aus dem veganen Mett ganz wunderbare Mettigel Mettratten modellieren. Das Fell ist mit zusätzlichen langen Zwiebelstückchen imitiert und die Augen bestehen bei mir aus eingelegten Kapern.

Fattoush – Sommerlicher arabischer Brotsalat

Ich blicke von meinem Schreibtisch und der Tastatur hoch und direkt aus dem Fenster in meinen Mini-Schattengarten im Innenhof. Ab und an verirrt sich mal ein Sonnenstrahl her, gerade wirbelt etwas Wind aber die grünen Massen vor meinem Fenster (Knöterich, nochmal Knöterich, Haselnuss, Flieder und irgendwo sehe ich auch Hopfen...) und der Himmel lässt für ein paar Minuten dicke Tropfen auf sie fallen. Hübsch. Aber der Anblick lässt mich in meiner Sommerbluse gerade etwas frösteln.

Fattoush

 

Fattoush - tolle Beilage zu Gegrilltem

Mit dem Rezept rufe ich im wettertechnisch wechselhaften Mai also ein wenig und ganz sanft die wärmeren Temperaturen herbei, denn dieses orientalische Gericht ist im Grunde  ein typischer Sommersalat. Kein Wunder, ist er doch ein frisch-säuerliches, leichtes und kühlendes Essen aus Ländern, in denen ganz andere Temperaturen herrschen als hierzulande.  (Oh.. und stellt euch nur die aromatischen Gurken und Tomaten vor... hach..)
Fattoush passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, Fisch, Halloumi oder Grillgemüse und ist eigentlich für alles mögliche eine wundervolle Beilage. Schnell gemacht und zudem noch vegan ist der arabische Salat eine schöne Ergänzung bei einem gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden. Denke ich an Fattoush, dann habe ich jedenfalls laue, zufrieden-schwere Sommerabende mit eins, zwei oder vielen lieben Menschen auf der Terrasse, Balkon oder - wer den Luxus hat - dem Garten vor dem inneren Auge.

 

Fattoush

 

Brotsalat - eine köstliche Resteverwertung

Im Grunde kann man jedes etwas altbackene Brot für diesen wunderbar leichten Brotsalat verwenden und auftoasten. Resteverwertung kann manchmal richtig lecker sein.  Traditionell wird hier auf dünnes arabisches Fladenbrot oder angeröstetes/getoastetes Pitabrot zurückgegriffen. Meine syrische Lieblingsnachbarin schwört auf in Öl frittiertes, dünnes arabisches Fladenbrot - ich inzwischen auch. Es bleibt auch nach längerem Stehen des Salats erstaunlich crunchy.

Der Salat ist sehr schön variabel - je nachdem, was für Gemüse man da hat. Portulak kommt auch gerne noch mit hinein - ist hierzulande aber meist schlecht zu bekommen. Das Brot wird vor dem Servieren rasch untergehoben, so bleibt es schön knusprig. Ich habe aber auch schon Rezepte gesichtet, die wiederum darauf beharren, dass der Brotsalat richtig durchziehen muss, ähnlich wie bei dem italienischen Brotsalat Panzanella. Aber ihr wisst ja selbst, was euch am besten schmeckt, probiert's einfach. 😉

Making Fattoush

Rezept für Fattoush - arabischer Brotsalat

2 Fladen flaches, arabisches Fladenbrot oder Pitabrot, in Stücke gezupft/Geschnitten und in Sonnenblumenöl goldbraun frittiert (Alternativ: Brot toasten oder im Ofen rösten. Oder gekaufte Brotchips. Hier hatte ich schon in Fett ausgebackene große Brotcräcker mit Rosmarin)
2 mittelgroße Römersalate
1/2 - 1 Gurke
4 Tomaten
2 Frühlingszwiebeln

Salatdressing:

3 EL frischer Zitronensaft
3 EL Olivenöl
2 EL (~ 8 g) frische, gehackte Minze
2 EL (~10 g) frische, gehackte, großblättrige Petersilie
1,5 TL Meersalz
1 TL Sumak
1 Zehe Knoblauch
frisch gemahlener Pfeffer
(optional: 1 TL Honig)

Zubereitung:

  • Salat in mundgerechte Stücke zupfen und in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und in eine Salatschüssel geben.
  • Frühlingszwiebeln putzen, evtl. kurz abspülen (Stichwort Sand), in Ringe schneiden und dazu geben.
  • Tomaten und die Gurke ebenfalls abspülen, die Gurke schälen.
  • Die Gurke längs halbieren und mit einem Löffel den Bereich der Kerne aushöhlen, die Tomaten aufschneiden und hier ebenfalls die Kerne entfernen, so dass nur das feste Fruchtfleisch zurück bleibt.
  • Nun mit einem scharfen Messer Tomaten und Gurke in Stückchen zerteilen und mit dem Römersalat vergesellschaften.
  • Die Knoblauchzehe fein reiben, im Mörser zerquetschen oder durch die Knoblauchpresse jagen und mit den restlichen Zutaten für das Dressing in einem Glas miteinander vermischen - ich nehme gerne ein sauberes Einmachglas als Dressingshaker - und über den vorbereiteten Salat geben. Die knusprigen Brotstücke unterheben, rasch servieren.

Montags- ähm… Dienstagskrümel

Nata sammelt die Krümel vom Wochenende auf und stellt ein paar Fragen zu Koch- und Kaufverhalten. Ich gestehe, ich mache in der Regel keine Wochen-Essenspläne. Dazu ändert sich meine Esslust am selbigen Tag einfach zu oft. Manchmal gelingt es mir aber wiederum. Ich bin also eine Gemischtkäuferin und fülle die Lücke zwischen Langzeitplanung und Spontankäufen aus.  Wir machen uns eher am Wochenanfang so grobe Pläne, was wir im Laufe der nächsten Tage essen wollen.
Was mich dabei freut? Wenn ich noch etwas sparsam weiterverwerten oder meine sorgsam gehorteten und gehüteten Vorräte in den Speiseplan einbauen kann.

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1. Der Geschmack vom Wochenende?

Da an diesem Wochenende wieder Spinntreffen bei mir war und wir da immer ein gemeinsames Buffet erstellen, hatte das Wochenende den Geschmack von Gries-Halva mit gerösteten Mandeln, selbstgemachtem Bienenstich, eimerweise Obstsalat (zwei Leute brachten jeweils halbe Gebirge davon mit), Nudelsalat, kusprigem Brot und einem riesigen Topf voll englischer Spinatcremesuppe.

2. Und die Reste?

Die Spinatcremesuppe hat uns auch am Sonntag begleitet - zusammen mit etwas Brot und Weinbergschnecken als Vorspeise. Der Rest wanderte ins Tiefkühlfach und ging an die syrische Lieblingsnachbarin. Die anderen Lebensmittelreste wurden aufgefressen/verteilt/waren nicht zu retten. Brot siehe unten.

3. Was kannst Du weiter verwenden?

Vom Roggenbrot ist noch ein ordentliches Stück übrig, das wird gerade zum Teil gefrühstückt. Ein anderer Teil davon wird aber wahrscheinlich in Scheiben geschnitten, aus denen ich mit einem Glas ein Loch austanze. Dann wird das Brot mit Butter etwas in der Pfanne aufgebraten, bevor ein Ei in die Aussparung hineinwandert. Oder ich mache direkt Arme Ritter. Auf jeden Fall gibt es noch frisches Gemüse oder einen Salat dazu.

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4. Was muss entsorgt werden?  

Ich habe immer leere Gläser zum Mitgeben von Goodiebags da, aber es war auch danach noch so viel Obstsalat übrig, dass wir den Rest leider entsorgen mussten. Tat mir in der Seele weh, aber ging wirklich nicht anders.

5. Wonach schmeckt die nächste Woche?

Die  nächste/diese Woche schmeckt definitiv nach gebratenen Auberginen, Joghurt, Scotch Eggs, (hoffentlich bald) reifen Avocados, Ranch Dressing und - wie sollte es anders - Erdbeeren. Oh. Und Schokolade natürlich. Wie konnte ich die vergessen?!

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Was Süßes für den Osterbrunch: Gebackene Osterhasen

Mein Begehr war nach einem Blick auf superniedliche kleine japanische Neujahrshasenbrötchen, die bei Pinterest an mir vorbei zogen, klar: Das will ich auch. Nur in irgendwie... anders. Und nachdem ich gerade meine Kochbücher von den drei Plätzen in der Küche in ein großes Regal im Flur umgezogen habe (Ha! Endlich habe ich die Dinger auf Augenhöhe und muss mich nicht um ein Tischbein winden, um da dran zu kommen und mit zu Klauen verkrümmten Fingern - natürlich! - das falsche Kochbuch da raus zu zuppeln.), war das die perfekte Gelegenheit, um dort nach dem richtigen Rezept zu stöbern.

Gefüllte Osterhasenbrötchen für den Osterbrunch

Letztendlich bin ich dann in einem uralten Pasteten- und Brot-Backbuch von Gräfe und Unzer aus den 1980ern bei einem herzhaften Briochteig fündig geworden, den ich mich getraut habe so umzustricken, dass er für meine Rezeptidee passend ist. An noch nie erprobten Rezepten - gerade Backrezepten - herumzuschrauben ist ja immer so ein Ding. Aber ich war mal wieder ein Glückskind (gut, ich nehme mal stark an, dass ein wenig Erfahrung und Bauchgefühl da wahrscheinlich auch mit hineinspielen.. ;)) und alles hat geklappt. Belohnt wurde ich mit sehr leckeren gebackenen Osterhase und einem wundervollen, leicht süßen Briocheteig. Er erinnert mich stark an den Teig der Schokostütchen, den der Bäcker (der mit den tollen, weltbesten weißen Brötchen, die ich immer noch nach Berlin importiere) im Heimatort meiner Eltern in Duisburg immer macht. Habe ich hier immer schmerzlich vermisst und bin natürlich gar nicht auf die Idee gekommen, sowas selbst zu backen. Manchmal hat frau wirklich ein Brett vorm Kopf. Ich werde demnächst dann also noch eine Versuchsreihe mit Schokoladentropfen im Teig starten.

Gebackene Osterhasen aus Hefeteig mit Nussfüllung

Die Füllung habe ich ja letztens schon als Rezept für Energiebällchen verbloggt.  Sie ist eine leckere Zugabe im zart-süßen Teig für die Osterbrötchen, aber kein "Muss". Die  Osterhasen kann man natürlich auch ungefüllt backen und damit den Osterfrühstückstisch zieren.  Gut, optisch musste ich mich erst ein wenig einarbeiten. Die ersten Osterhasenbrötchen aus dem genialen Hefeteig haben eher an eine Mischung aus Gremlin, Katze und Pikachu erinnert und wurden prompt der Gattung der Wer-Flederhasen zugeordnet. Auch mit einem Essstäbchen kleine Augen oder so einzuprägen ist im Grunde überflüssig. Aber die letzten Exemplare sahen dann schon richtig süß aus.

Wer also noch auf der Suche nach einem schönen und im Grunde auch relativ simplen Rezept für Osterbrötchen in Hasenform ist, der sollte jetzt die Löffel spitzen.

Rezept für Osterhasenbrötchen

(Süßer Briocheteig - reicht für 16-20 gebackene Hasen)

475 g Weizenmehl
150 g Butter
125 ml lauwarme Milch
50 g flüssigen Honig
2 Eier (zimmerwarm)
7 g Trockenhefe (oder 25 g Frischhefe)
1/8 TL gemahlene Vanilleschote (oder Markt einer Vanilleschote)
großzügige Prise Meersalz

Zum Bestreichen: 1 Eigelb mit 1-2 EL Milch verquirlt
Optional: Füllung aus Haselnüssen, Honig und Pflaumen

Zubereitung

  • Die Hefe mit  der lauwarmen Milch verrühren und für ein paar Minuten beiseite stellen.
  • Die Butter schmelzen, abkühlen lassen und mit Eiern, Honig, Meersalz, gemahlener Vanilleschote gründlich vermengen.
  • Das Mehl in eine Backschüssel geben und mit dem Knethaken die Hefemilch und die Butter-Ei-Mischung einarbeiten.
  • Der Teig muss trocken und glatt sein - wie lockere, aber feste Knete und sollte sich problemlos vom Schüsselrand lösen.
  • Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und den Hefeteig an einem warmen, nicht zugigen Ort für 30 Minuten gehen lassen.
  • Teig etwas zusammenstauchen, kleine Teigklumpen abnehmen. Wenn eine Füllung geplant ist, den Teig nun in ovaler Form ausrollen, etwa 1-2 cm dick. Falls nicht, dann direkt mit den Händen ovale Brötchen formen, die die Hasenleiber werden sollen.
  • Wenn Füllung gewünscht ist, dann diese mit den Fingern zu einem länglichen Klumpen formen, in die Mitte des Teiges legen, den Teig bündig darüber legen und durch festes Andrücken verschließen. Hasenbrötchen umdrehen und so die Naht verdecken.
  • Mit einer Schere (siehe auch Bild) in einem flachen Winkel zwei Mal an einem Ende einschneiden, so dass sich Dreiecke bilden. Das sind die Hasenöhrchen. Wer mag, kann diese noch ein wenig zurechtzupfen.
  • Brötchen mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, mit dem Eigelb bepinseln und auf den Hintern je einen kleinen Teigknubbel als Schwänzchen/Blume aufsetzen.
  • Bei 175° Umluft 15-20 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. (Vorsicht - ich habe sie bisher nur mit Füllung gebacken, Zeit kann also variieren.)
  • Abkühlen lassen und damit zum Osterfrühstück oder -brunch überraschen. 🙂

Und da Zorra gerade umgezogen ist, bringe ich ihr virtuell gleich mal für ihre Blogwarmingparty ein paar Osterhasenbrötchen zum Einstand vorbei.

Weitere Osterrezepte im magischen Kessel

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