Zupfbrot: Rezept für Mozzarella-Parmesan-Pull-Apart-Bread

Puh, watt für'n Rezeptname. Und ja, ja... ich weiß. Ihr seid alle gesättigt mit Superlativen. Könnt nicht mehr hören, dass etwas das Beste oder Leckerste ist. Ich habe schon oft gelesen, dass das als anmaßende Überhöhung empfunden wird. Aber ich... also was soll ich sagen? Über Geschmack lässt sich eben streiten. Dieses Zupfbrot ist für mich die Pull-Apart-Bread-gewordene fluffige, hefeteigig-käsige Glückseligkeit, garniert mit Knofi.

Rezept für Zupfbrot - gefüllt mit Mozzarellakäse

Wenn es nach meinem subjektiven Empfinden so ist? Auf mein Blog lasse ich nur Rezepte von Dingen, von denen ich zu diesem Zeitpunkt wirklich überzeugt bin, dass sie es wert sind. Und bei meinem Rezept für Zupfbrot kann ich halt nur sagen: Boar ey. Geiles Zeug!

Rezept für Pull-Apart-Bread mit Mozzarella und Parmesan

Pull-Apart-Bread mit Mozzarella und Parmesan

Denn vorletzten Samstag wurde ich im Halbschlaf von der Göttin der Backkunst geküsst. Ich wachte auf und mit mir die Gier auf Hefeteig, gefüllt mit geschmolzenen Käse und umhüllt von Knoblauch. Die Hälfte des Tages habe ich dann rumgegrübelt, wie ich das realisieren kann, habe in meinem Rezeptbuch herumgekritzelt, nachgerechnet und dann endlich (mit dem letzten Tütchen Trockenhefe im Haushalt) den Teig für dieses Backexperiment angesetzt, bevor ich den Rest der Zutaten einfangen gegangen bin. Da der Teig anderthalb Stunden zum Gehen möchte, funktionierte das ganz wunderbar.

Monkeybread in der Napfkuchenform

Partybrot, Zupfbrot, Affenbrot, Pull-Apart-Bread...

Eigentlich ist es ja optisch mehr eine salzige Version von Monkey Bread/Affenbrot. Und im Gegensatz zu normalen Zupfbroten bzw. einem Pull-Apart-Bread, ist der Teig bei mir zusätzlich noch gefüllt. Hierfür habe ich kleine Mozarellakugeln genutzt. Alternativ kann man bestimmt auch große Mozzarellakugeln in passende Stücke schnitzen. Und wider Erwarten hatte ich keine Käseexplosion im Ofen. Zu meinem Erstaunen blieben die Teigstücke zu 98% intakt und liefen nicht aus. Als einzig problematisch erwies sich, dass der Parmesan im gebackenen Zustand sich nur zögernd von der Form lösen wollte. Vorsichtig mit einem Buttermesser nachgeholfen und auf die umgekehrte Form getrommelt, ging das Zupfbrot dann aber doch noch ganz gut aus der Form.

Rezept für Zupfbrot - gefüllt mit MozzarellakäseKäsefäden und frisch gebackenes Partybrot

Belohnt wurde ich mit einem Zupfbrot (durch die Ummantelung der einzelnen Teigkugeln mit Fett kann man die gebackenen Brotsegmente quasi herauspflücken oder zupfen), das zu meinem sanften Erstaunen voll meinen morgendlichen kulinarischen Phantastereien  entsprach (Lacht nicht. Gerade bei Backwerken - besonders experimentellen - passiert sowas nicht immer. ;)) und sich bestimmt auch hervorragend als Partybrot auf dem Buffet macht oder den Grillabend bereichert:

Die Außenseiten des Brotes waren knusprig durch den dazwischengestreuten Parmesan, toll aromatisiert durch die Knoblauch-Schnittlauch-Butter, dann kommt der fluffige Teig, den man sich herauspflückt, bevor man dann beim Aufbrechen des noch warmen Stückes Brot auf herrlich käsefädenziehenden Mozzarella trifft. Nom! Kurzum: Wenn man die Kombi mag, kann es nicht besser sein.

Baking Pull-Apart-Bread

Rezept für Mozzarella-Parmesan-Pull-Apart-Bread

Teig:
400 g Mehl
250 ml lauwarmes Wasser
3 EL Olivenöl
1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
1/2 TL Zucker
1,5 TL Meersalz (fein)
50 g Parmesan (zum Streuen zwischen die Teigschichten)
~ 200 g Mini-Mozzarella (25-28 Stück)

Butter:
75 g Butter
2 Knoblauchzehen
15 g Schnittlauch (frisch, fein gehackt)

Backform: Gugelhupfform* oder andere Napfkuchenform - zum Beispiel eine Springform mit Kranzeinsatz. Je mehr geprägte Muster, desto schwieriger das Auslösen. Eine größere Kastenform, Brotbackform* oder eine Auflaufform funkionieren auch wunderbar.

Zubereitung

  • Das Wasser mit dem Zucker verrühren und die Trockenhefe zur Aktivierung hineingeben und unterrühren. (Ja, auf der Packung steht, man kann sie direkt in den Teig geben. So habt ihr aber nochmal eine Kontrolle, ob sie wirklich aktiv ist und startet. Nach 5-10 Minuten solle die Flüssigkeit anfangen zu schäumen und hefig riechen.)
  • Olivenöl und Salz in das Hefewasser hineinrühren und die Flüssigkeit nach und nach in das Mehl einarbeiten. (Zum Beispiel mit der Hand oder einem Rührgerät mit Knethaken in einer Schüssel, ich nutze eine Küchenmaschine mit Knethaken.)
  • Alles gründlich zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig ist noch feucht und leicht klebrig, lässt sich mit einem Teigspatel aber problemlos vom Schüsselrand lösen.
  • Den Hefeteig in der Schüssel zu einer Kugel formen, die Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen, geschützten Platz 1,5 Stunden gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit verdoppelt haben.
  • Den Teig zusammenhauen und nochmal durchkneten und circa 25 gleichgroße Teigstücke abteilen. Natürlich kann man auch nach und nach Teigstücke abnehmen, die Gefahr da ungleich zu arbeiten ist da aber etwas höher. 😉
  • Die Butter schmelzen, mit ein wenig davon die Kuchenform auspinseln. Den Großteil der Butter mit dem feingehackten Knoblauch und Schnittlauch vermischen.
  • Mit leicht (!) bemehlten Händen aus dem Teig kugeln formen, je eine Mini-Mozzarellakugel hineindrücken, Teig darum schließen (!) und zwischen den Händen zu einer Kugel rollen.
  • Die Kugel mit Hilfe von zwei Esslöffeln durch das Schälchen mit der flüssigen Kräuterbutter rollen, abtropfen lassen und in die Backform geben.
  • Ein oder zweimal - je nachdem wie hoch ihr die Teigkugeln in eurer Form stapeln könnt - etwas Parmesan als Schicht dazwischen streuen.
  • Den Teig nochmals 20-30 Minuten in der Form gehen lassen und dann im vorgeheizten Ofen bei 175° (bei mir Umluft, eine Schiene unter der Mittleren) für 35-40 Minuten backen.
  • Danach kurz auskühlen lassen und stürzen. Am besten noch warm servieren.
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10 Antworten

  1. Anna C.

    Das würde mir garantiert auch schmecken! Schön wenn die Idee gleich aufs erste mal funktioniert- wie du sagst, beim Backen kanns auch anders ausgehen. DEn Mutigen gehört die Welt!

  2. dagmar

    Dat sieht richtig lecker aus!!! 🙂

    …und wenn ich Knofl und Schnittlauch einfach durch z. Bsp. italienische Kräuter ersetze könnte ich es sogar essen… *lach*

    Liebe Grüße von Dagmar

  3. Nafaria

    Sooo lecker!
    Als ich das gestern gefunden hatte musste ich bestürzt feststellen, dass es schon zu spät ist um es auszuprobieren. Das haben wir heute gleich nachgeholt und es ist einfach genial. Dazu ein frischer Tomatensalat.
    Uns hat es gut geschmeckt und ich werde es in unser Rezeptebuch aufnehmen. Das gibt’s bestimmt öfter. Danke für deine leckere Idee.

    PS: Das war mein erster Versuch mit Hefe überhaupt und mein Mann hat nun angemeldet auch süße Hefbrote haben zu wollen…

  4. Shermin

    @Anna C. – “Mutige Experimentalbäckerin”, das ist doch ein schöner Beiname. 😉

    @dagmar – Ich habe schon andere Rezepte für Pull-Apart-Bread gesehen, mit den unterschiedlichsten Würzungen.Mit frischem Rosmarin und Oregano wird das bestimmt toll.

    @Nafaria – Wunderbar, dass es euch so gut geschmeckt hat! 🙂 Und Hefeteig ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Sachen beachtet und die armen, kleinen Hefebakterien nicht ermordet. Monkey Bread ist übrigens die süße, zimtige Variante von so einem Zupfbrot.

  5. Zauberweib

    Das sieht wieder soo legga aus… direkt zum Reinbeißen! *sabber*
    Wegen dem Ankleben: Beim nächsten Mal vielleicht die Form mit Brotbrösel/Semmelmehl noch “bepudern”, dafür die Hefekugeln nach dem Butter-Schnittlauch-Knobi-Bad noch kurz in Parmesan wälzeln?
    Mal guggen, ich glaub, Trockenhefe müsst ich zumindest noch da haben…

  6. Shermin

    @Zauberweib – Neee.. wie ich geschrieben habe: Die Butter reicht als Trennmittel. Es ist eben gerade der Parmesan, der dafür sorgt, dass es leicht kleben bleibt.

  7. Friedelchen

    Moah, das klingt echt gut, vielen Dank für den Tipp! Generell sieht alles, was ich bisher auf deinem Blog gesehen habe, echt lecker aus. Ich muss gleich noch weiter stöbern 🙂

  8. Shermin

    @Friedelchen – Na dann, guten Hunger! 😉

  9. Evy

    Das ist ja geil! Aber… ob man das auch kalt essen kann?

  10. Shermin

    @Evy – Sorry, ich war ja in der Sommerpause und arbeite mich jetzt erst durch die Kommentare. Das Pull-Apart-Bread ist natürlich ofenwarm am genialsten. Das Brot schmeckt aber auch kalt am nächsten Tag noch so gut, dass wir uns um die Reste streiten. 😉 Wunderbar fluffig und knoblauchig, nur der Käse in der Füllung ist dann halt wie gebackener, wieder kalt gewordener Mozzarella. (So wie auf ner Pizza am nächsten Tag) Stört mich aber nicht.

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