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Orientalische Gewürzpost

Es ist schon ein paar Wochen her, da wurde ich von dem Inhaber des  Gewürz- und Teehandels Anna Luise gefragt, ob ich gerne etwas aus ihrem Sortiment testen würde. Nach einem längeren Blick auf die Seite und einem netten Mailwechsel mochte ich, und traf meine Auswahl. Ich hatte mich für drei verschiedene Gewürzmischungen und zwei Teesorten entschieden. Kurz darauf bekam ich dann auch schon ein Päckchen wohlriechendem Inhalt, zusätzlich lagen auch noch einige kleinere Proben bei.

Wie man sieht (und der Shop Anna Luise legt hier ja auch seinen Schwerpunkt), habe ich mich für Gewürze und Tees aus dem orientalischen Raum entschieden.  Kleine Nebeninfo für Lebensmittelallergiker:  Alle Gewürzmischungen sind laut Webseite ohne Glutamat, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder künstliche Aromen.

Gewürzmischungen

Baharat - Da war ich sehr skeptisch wegen dem ungewöhnlich hohen Basilikumanteil und wurde dann sehr positiv überrascht. Ich verwende sonst
beim Kochen nie getrockneten Basilikum, die leicht dumpfe Note passte aber perfekt zu meinen Kochplänen. Ich habe mit dem arabischen Gewürz (von dem jede arabische Köchin wohl ihre eigene Variante zu mischen versteht, Baharat heißt übersetzt auch nichts anderes als "Gewürz")  inzwischen  schon mehrfach einen großen Börek (Fleischpastete) mit Yufkateig, Pinienkernen, Zimt und getrockneten Sultaninen gemacht und die war einfach immer göttlich. Wurde auch schon wegen dem Rezept bekniet, ich denke das spricht für sich. (Ja, das Rezept taucht hier demnächst auch noch auf.)

Za'tar - Das hatte es etwas schwer bei mir. Ich weiß, dass das syrische Original eigentlich aus einer besonderen Thymianart besteht. Kann man
hier nicht bekommen, ist ja auch kein Problem. Aber ich kenne es auch eher mit etwas mehr Sumak und teilweise gemahlener/gerösteter Sesamsaat. Vielleicht ist der direkte Vergleich etwas unfair, weil ich frischen Zatar aus Damaskus (Mitbringsel der syrischen Lieblingsnachbarin) zum Vergleich hier liegen habe.  Allein bei der Optik ist der Unterschied halt schon riesig, das syrische Original ist viel feiner ausgemahlen und geschmacksintensiver.  Hier ist alles im Ganzen, das Gewürz ist aber dennoch lecker. Ich habe es einfach als Brotgewürz im Teig, beim Backen von Kastenweißbrot verwendet, funktionierte super. Gibt einen aromatischen, herzhaften, runden Geschmack, ohne zu aufdringlich zu sein.

Grüner Curry - Duftet beim Öffnen sehr schön kräuterig und stark Dill-lastig. Wurde zu einer Gemüse- Hühnerfleisch-Pfanne mit Kokosnussmilch und Udonnudeln getestet und war da leider von der Würzkraft her für mich zu zurückhaltend. Das grüne Curry war lecker, aber für diese Zubereitungsart einfach zu mild, so dass es geschmacklich dezent von der Kokosnussmilch erschlagen wurde. Ich nehme an, dass es zu einem frischen Gurkensalat oder bei einem gekräuterten Rührei einfach besser zur Geltung kommen würde.

Tees

Ägyptischer Schwarztee mit Minze - Ich liebe Minze. Ich liebe Schwarztee. Dennoch ist diese Mischung nicht wirklich mein Fall. Mein Mann findet ihn aber aber absolut genial und ist emsig dabei, das Teepaket leer zu trinken. Man muss dazu aber sagen, dass das wirklich nur rein an persönlicher Vorliebe liegt. Der Liebste steht auf erdigere, kräftige Teesorten wie Assam usw. - mich findet man eher beim blumig-leichten Darjeeling. Es lag noch ein Probepäckchen Gunpowder/Minze bei, der wird wohl erfahrungsgemäß eher mein Ding sein.

Chocolate Chai - Leider etwas enttäuschend. Wir trinken oft und gerne Gewürzchai, haben auch schon selbst welchen gemischt, nach traditioneller Art gekocht und viele bekannte und unbekannte Marken durchprobiert. Ein Blick in die Tüte offenbarte allerdings, dass alle Zutaten unzerkleinert oder nur grob zerkleinert enthalten sind. Als mein Mann den Chai gemäß Packungsanweisung aufbrühte, musste er erstmal das immense Bedürfnis überwinden, ihn nicht nochmal kurz in den Mörser zu werfen.  Wir wollten ihn eben unverfälscht ausprobieren, so schmeckt man aber im Grunde nur die  Kakaobohnenschalen und eine zarte Note von den Rosa Beeren heraus. Wir waren uns einhellig einig, dass der Tee bestimmt nicht schlecht ist und wahrscheinlich geschmacklich sehr davon profitierten würde, wenn er einfach feiner gemahlen bzw. beispielsweise die Kardamom-Samenkapseln aufgebrochen wären. Wird demnächst noch so ausprobiert.

Insgesamt finde ich die  Produkte qualitativ gut, ebenso die sehr schöne Aufmachung. Für mich scheint es stellenweise halt etwas am Mahlgrad zu hapern.  Gewürze und Getränke  zu bewerten und darüber zu berichten ist immer etwas schwer, da es ja wirklich subjektive Eindrücke und die persönliche geschmackliche Präferenz sind, die hier entscheidend zum tragen kommen. Es gibt eben nicht "die eine, einzigartige, total originale"  Gewürzmischung von Baharat oder Za'tar  und ein grünes Curry darf halt auch gerne mal mild-würzig sein.

Was ich - gesehen mit den Augen eines Kunden, der auch ein wenig auf den Geldbeutel achten muss - auch noch nett fand: Man kann die Gewürze entweder in einer schönen Metalldose erwerben, oder circa 50 % günstiger im Nachfüllbeutel/Aromabeutel. Wie ich beim Schreiben dieses Blogbeitrags zudem gerade auf der Webseite entdecke, werden inzwischen versandkostenfrei und für kleines Geld Probepakete mit sechs bis acht verschiedenen Gewürzmischungen/Tees angeboten. Das finde ich ne richtig nette Idee, so kann man sich mal quer durch alles hindurchschnuppern und -kochen  oder hat ein hübsches Geschenk für kochfreudige Freunde zur Hand.

Ich wünsche dem (ja noch recht neuen) Team von Anna Luise jedenfalls viel Erfolg, bedanke mich, dass ich mich mal quer durch ihre Auswahl testen durfte und hoffe, dass ihnen das Feedback hier bei ihrer Entwicklung hilft.

 

 

Baba Ganoush – Auberginencreme zum Tunken

Mir ist letztens mal wieder aufgefallen, dass die orientalischen Rezepte im magischen Kessel leider nur sehr am Rande vertreten sind. Das hat zum Teil sicherlich seinen Grund darin, dass ja immer nur ein kleiner Teil aus meiner Küche wirklich verbloggt wird, ich hier keinen guten arabischen/türkischen Lebensmittelladen in unmittelbarer Nähe habe (Friedrichshain ist eher von asiatischen Shops dominiert - könnte also spontan Sushipartys schmeißen, gutes Lammfleisch in Laufweite und andere Zutaten erfordern aber eine Fahrt mit der S-Bahn.) und ich einfach auch gerne auf die bodenständige europäische Küche zurückgreife. Da mich dieser Mangel aber selbst stört, werde ich im neuen Blogjahr hoffentlich daran denken, öfter  mal orientalische Gerichte auch hier aufzugreifen (zum Beispiel kurdischen gebrannten Reis mit Nudeln, Spinatauflauf, Hummous, Dolma, Basbusa, Tabouleh, Kabap usw... ).

Rezept für BabaGhanoush

Die Geschichte hinter dem Rezept

Mitte/Ende der 1990er (ich war glaube ich so  um die 16 ) war ich mit meinen Eltern in Kurdistan (präziser: Irak, UNO-Schutzzone). Schon eigentümlich, wenn man als unbedarfter Teenie aus dem beschaulichen Duisburg anreist, plötzlich von Peschmergas mit MGs bewacht wird, des Nachts die Geschütze durch die weiten Täler hallen hört,  bei einer Privataudienz Masud Barzani gegenüber sitzt und Menschen wirklich um etwas so simples und lebensnotwendiges wie Wasser betteln sieht.  Aber gut, das ist eine ganz andere Geschichte und als Privilegierte ging es mir damals sicherlich sehr viel besser als noch heute einem Großteil der Kurden dort. Ich fand es allerdings  damals schon schade, dass mein Gespräch mit der Frauenbeauftragten leider nicht zustande kam.
Aus jenem "Urlaub" jedenfalls brachte ich - trotz diverser Bemühungen seitens des anderen Geschlechtes - keinen kurdischen Verlobten, sondern das Rezept für Auberginencreme mit.  Ich bin kein großer Fan von Badingan (sprich "Badindschan"), in dieser Form bin ich der Eierfrucht aber schon sehr früh verfallen und war begierig darauf, die Herstellung zu erlernen.

Die Zubereitung gelernt habe ich von Ghazal (sprich: "Rasal" = die Gazelle), die  aramäische Christin hatte ein Herz aus Gold, wir verstanden uns prima ohne Worte (zum Essen, Kochen und in der Liebe braucht es die ja im Grunde auch nicht...). Sie war verwitwet und lebte deswegen als Haushälterin, Köchin, Mädchen für alles bei meiner Tante, um ihre Familie zu ernähren.

Rezep für Auberginencreme

Rezept für Baba Ganoush

1,5 Kg Auberginen
4 EL Tahin (Sesammus)
3 Zehen Knoblauch (mindestens!)
2 TL Meersalz
Saft von 2 Zitronen (oder - wenn man ihn bekommt und will:  Zitronenstein & Saft + 1 Zitrone gemixt)
1 Viertelchen einer Salzzitrone (optional)

Zum Anrichten

Sumak oder edelsüßes Paprikapulver
Olivenöl
Oliven
Petersilie (großblättrig)
Frisches Fladenbrot zum Dippen

  • Auberginen waschen und im Ganzen (Ich mache das ohne Einstechen. Mir ist zum Glück noch nie eine Frucht explodiert - wer sicher gehen möchte, sollte mit der Gabel die Auberginen punktieren.) im  Ofen auf dem Gitter grillen, bis sie komplett weich sind und die dunkle Schale einen goldbraunen Unterton angenommen hat. Wenn man mit einem Messer einsticht, muss man das Fruchtfleisch problemlos wie bei weicher Butter durchfahren können.
  • Die heißen Auberginen halbieren, aufklappen und mit einem Esslöffel aushöhlen. Die dicken, reifen Samenstränge hierbei heraustrennen und nicht weiterverwenden. (Disclaimer: Dass die Samen heraus sollen, habe ich damals so gezeigt bekommen und mache das so. Inzwischen habe ich aber einige Rezepte gelesen, wo das gesamte ausgehöhlte Fruchtfleisch verwendet wird. Liegt also bei euch.)
  • Das Auberginenfleisch in eine Schüssel geben, die restlichen Zutaten hinzu geben und mit einem Pürierstab zu einer homogenen Masse verarbeiten. Ghazal hatte sowas Tolles nicht und musste damals mit ner simplen Gabel ran. Habe ich auch jahrelang so gemacht, geht also super. Dauert nur länger und den Knoblauch sollte man vorher klein schneiden.
  • Das Baba Ganoush etwas durchziehen lassen und dann anrichten: Dick auf einen großen flachen Teller streichen, mit Sumak oder edelsüßem Paprikapulver bestreuen, Olivenöl darüber geben und evtl. noch mit Oliven und gehackter, großblättriger Petersilie bestreuen.
  • Gegessen wird,  indem man sich Stücke frischen Fladenbrotes abreißt, sie durch die Paste zieht und sich so genüsslich große Mengen der knoblauchlastigen Auberginencreme in den Mund schaufelt.

Gegrillte Auberginen

Baba Ganoush-Fazit

Noch ein paar kleine Infos - besonders köstlich wird es natürlich, wenn die Auberginen nicht nur simpel im Backofen gegart, sondern richtig gegrillt werden. Das bringt ein schönes, rauchiges Grillaroma. Die Auberginencreme wird auch besser, je länger sie die Chance hat vor dem Verzehr - am besten über Nacht - im Kühlschrank durchzuziehen. Ghazal hat keine frischen Zitronen verwendet, sondern nur mit Zitronenstein (Ich vermute, dass es sich da um kristalline Ascorbinsäure handelt? Das Zeug wird traditionell in vielen arabischen Gerichten, die ich kenne, verwendet.) abgeschmeckt, so wird die Paste nicht so flüssig und da ich es so kenne, präferiere ich eine Mischung aus beidem.
Die Salzzitronen waren ja in meinem Fresspaket, das ich von Frau Foodfreak erhielt, sie hatte sie nach einem Rezept von Robert zubereitet. Der in Lake eingelegte Zitronenschnitz gab dem Gericht eine sanft-aromatische, zitronig-bittere Note. Verwendet man keine eingelegte Zitrone, sollte die Salzmenge angepasst werden.
Je nach persönlicher Präferenz kann man das Baba Ghanoush auch noch mit einer großen Portion Joghurt verfeinern, die ich aber diesmal ausgelassen habe.

Rezept für Auberginenpaste

Und weil es zufällig gerade passte, beteilige ich mich noch rasch am tunkenreichen Blogevent vom Kochtopf, diesmal organisiert von Heike.

Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)

Blog-Event-LIII: Weiß wie der (Berliner Großstadt-) Schnee. Wintergenuss – Eiskaffee mit Schokoladenwölkchen

Wir sind ja auch mit einer Senseo gesegnet. Bei Zorra ist kürzlich auch so ein Maschinchen, samt ungeliebten Kaffeesorten, eingezogen was sie zu Café Rio de Janeiro veranlasst hat. Da seit der letzten Party noch ein riesiger Pott Bourbon-Vanilleeis (nicht selbstgemacht, ich gestehe) im Tiefkühlfach lagert und ich nicht so der Vanille-Eis-Fan bin, inspirierte mich dieses Rezept zu leckerem Eiskaffee, mit dem ich meinen Mann überraschte. Ist vielleicht auch ne nette Idee für Kaffee-Junkies zum nächsten Valentinstag.

Nachdem ich die Fotos bearbeitete fiel mir auf, dass es wie leicht großstadtemissionengeschädigter, sanft vanille-gelblicher Schnee mit Schokosahne aussieht.  Ich kann morgen auch gerne noch Beweisbilder vom Großstadtschnee nähe Frankfurter Allee nachreichen. *Erklärung zurechtkonstruier und herbeischleif* Äh.. also ich hoffe diese Berliner-Schnee-Erklärung lässt Jan, der das Blogevent "Weiß wie der Schnee" im Kochtopf ausrichtet und ja gerade auch selbst in Berlin war, netterweise gelten.  (Ich erzählte das nebenbei meinem Mann, der erstmal einem empörten Lachanfall erlag. Da bezeichnet der mich einfach als dreist. Pff... Lieber Jan, lass dich jaaa nicht in deinem Urteil von ihm beeinflussen.) Lässt man die Schokolade in der Sahne weg, isses natürlich noch schneeiger. 😉

Blog-Event-LIII: Weiß wie der Schnee (Einsendeschluss 15. Februar 2010)

Rezept für Eiskaffee mit Schokoladenwölkchen
(für 2 Personen)

2 große Kugeln Vanilleeis
1/2 Becher Sahne
2 TL echter Kakao
etwas Zucker oder Süßstoff zum Süßen der Sahne
2 Tassen Kaffee
Topping: Orient-Zucker

Zubereitung Eiskaffee

  • Senseo-Maschine heiß laufen lassen oder anderweitig für das koffeinhaltige Heißgetränk sorgen.
  • Den halben Becher Sahne zusammen mit dem Kakao und etwas Zucker in eine Rührschüssel geben und schlagen. Wir haben das rasch mit dem Schneebessen erledigt. Ging recht fix. Nette Variante: ein Hauch Whisky in die Sahne geben.
  • Zwei Tassen schnappen, je eine große Kugel Vanilleeis hineingeben und mit heißem Kaffee beglücken.
  • Zwei bis drei große Löffel Schokoladensahne auf den Eiskaffee setzen und schwimmen lassen. Darauf achten, dass die Tassen nicht überlaufen.
  • Als Topping Schokoladenraspel oder selbstgemachten Aromazucker darüber rieseln lassen.
  • Sehr schnell und sehr genießerisch vernichten.

Eiskaffee-Fazit

Kann mir das Ganze auch perfekt mit heißem Kakao vorstellen. Dann allerdings wirklich ohne Schokolade in der Sahne - das wäre too much. Das ist auch ein verführerisches Dessert oder Nachmittags-Getränk für Diabetiker. Die meisten Sorten Vanilleeis haben maximal 2 BE pro Kugel (einfach auf dem Becher die Kohlenhydrate nachlesen), die Sahne fällt kaum ins Gewicht.

Frittierte Linsenbällchen mit Joghurt-Dip

Letztens zappte ich durch die deutsche Fernsehlandschaft und blieb - wie immer sehr gerne, dort habe ich schon viele leckere Rezepte und Anregungen aufgeschnappt - bei der Servicezeit Essen & Trinken mit Martina und Moritz kleben. Die Sendung ist vom WDR und diesmal gab es ein Special zum Thema Linsen. Ich bin ja nicht sooo der riesige Linsen-Fan - mein Mann liebt die aber und so sah ich mir das interessiert an. Das Rezept für Linsenbällchen fand ich - wenn auch nicht in dieser Zusammensetzung - ganz spannend, habe aber eine eigene, rein vegetarische Variante mit orientalischem Anstrich daraus entwickelt.

Orientalisches Fingerfood & leckeres Rezept für Diabetiker

Die Linsenbällchen machen sich auch toll als leckeres arabisch angehauchtes Fingerfood auf Parties. Wer - wie ich ab und an - Diabetiker in seinem Umfeld mitbekocht kommt mit diesem Rezept auch sehr gut an. Da Linsen sehr ballaststoffreich sind, werden sie nur sehr verzögert und geringer verstoffwechselt als die enthaltenen Kohlenhydrate vermuten lassen. Allerdings muss sich da jeder Diabetes-Erkrankte von selbst herantasten wie sein Körper nun darauf reagiert und dementsprechend Insulin spritzen. Hierzu geistern auch verschiedene Schulungsmeinungen herum. Die einen spritzen gar kein Insulin für Hülsenfrüchte, die anderen berechnen sie voll (59 KH auf 100 g Trockenprodukt) - und unterzuckern dann gerne mal und die nächsten berechnen nur 2 BE für einen ganzen Teller. Typischer Fall von Trial & Error.

Rezept für frittierte Linsenbällchen
(für 2 Personen als Hauptmahlzeit)

250 g gelbe Orient-Linsen (geschält)
1/2 L Wasser
1 Ei
1 EL geröstetes Kichererbsenmehl
1 große rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Sonnenblumenöl zum Frittieren
1 EL Olivenöl
2 TL Ras El Hanout
1 getrocknete Chili
frisch gestoßener bunter Pfeffer
1/2 TL edelsüßer Paprika
Salz

Zutaten für Joghurt-Dip
500 ml fettarmer Joghurt
1 Handvoll Walnüsse
frischer Pfeffer
gute Portion frischen Schnittlauch
1/2 Zitrone
Salz

Zubereitung Linsenbällchen mit Joghurt-Sauce

  • Die Linsen abwiegen und mit dem Wasser und etwas Salz in einen Topf geben. Die Linsen einmal richtig aufkochen, dann die Hitze reduzieren und sanft köcheln lassen. Meine Linsen hatten nur eine sehr geringe Kochzeit von 10-15 Minuten.
  • In der Zwischenzeit schon mal die Joghurtsauce zusammenrühren, damit diese schön durchziehen kann. Schnittlauch waschen und zu Röllchen schneiden, in einer Schale mit Joghurt, Zitronensaft, den grob gehackten Walnüssen, Salz & Pfeffer vermischen und beiseite stellen.
  • Die Linsen während des Kochens ab und an umrühren, damit nichts anbäckt. Das Wasser sollte weitgehend verdunstet sein. Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und durch die kleinste Scheibe der Flotten Lotte passieren.
  • Zwiebel und Knoblauch schälen, fein hacken, mit dem Olivenöl sanft in einer Pfanne bräunen und unter die Linsenmasse heben.
  • Ein Ei unterrühren - dafür sollte der Linsenbrei schon kühl genug sein, damit es nicht denaturiert. Die Chilischote zerreiben, die Kerne entfernen und mit den restlichen Gewürzen zu den Linsen geben.
  • Ein Esslöffel Kichererbsenmehl untermischen - das allein deswegen, damit der Teig fest genug ist um Bällchen zu formen.
  • In einer tiefen Pfanne oder einem Topf Sonnenblumenöl erhitzen, mit den Händen Bällchen formen und im Öl goldbraun ausbacken.
  • Danach auf einem mit Küchenkrepp ausglegtem Teller abtropfen lassen.

Linsenbällchen-Fazit

Dieses vegetarische Gericht schmeckt warm, laurwarm oder frisch frittert. Die säuerlich-frische Joghurtsauce passt perfekt dazu. Die Bällchen sahen wirklich genial aus, waren Außen knusprig-lecker und im Innern würzig-cremig. Kann ich mir gut für eine Party vorstellen. Am übernächsten Tag aufgewärmt waren sie mir persönlich allerdings dann zu dröge.

Das Ras El Hanout habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen - es war ganz lecker, ist aber bestimmt auch durch ein gutes, nicht salziges, Curry ersetzbar. Ich hatte mir den Kauf ja bisher ja immer verkniffen - da mir interfamiliär oder bei Freunden dieses angeblich totaaal bekannte arabische Gewürz im ganzen Leben noch nicht über den Weg gelaufen ist und es mir zum ersten Mal erst durch Aussagen von Alfons Schuhbeck begegnete...

Foto-Impressionen der arabischen Frühstücks-Orgie

Eine sehr, sehr gute Freundin war mal wieder übers Wochenende bei uns zu Besuch. Das nahm die syrische Lieblingsnachbarin fünf Stockwerke höher gleich zum Anlass uns am Montag zur absoluten Völlerei zu laden. Wir waren also quasi Vorwand und mussten uns für dieses köstliche Essen geradezu opfern. Hachja.. ich leide wirklich sehr unter diesen waaahnsinnig kulinarischen Zwängen. 😉

Neben verschiedenen Cremes und Pasten mit Babaghanous (Auberginen), Käse, jeder Menge Knoblauch, Dill und schön scharfem Chili, fand sich auf dem jungfräulichen Frühstücks -.... äh Brunch-Tisch auch Oliven, Schafskäse und die selbstgemachte (auf dem Dach, nur pur von der Sonnenglut Syriens zusammengekochte) Marmelade aus Misch-Misch (Aprikosen). Das Prunkstück der Tafel war "Fatte Bsamneh" - wobei das laut meiner Nachbarin mehr eine Zustandbeschreibung ist und soviel wie: "Gerupft - in Butterschmalz ertränkt" ausdrückt.

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Arabisches Frühstück

Aus dem Hauptgericht werden wir demnächst mal noch irgendwann einen hübschen Artikel für Suite101 basteln. Meine geschätzte Nachbarin wird nämlich demnächst auch noch einen arabischen Kochkurs bei der Heilküche Berlin geben. Ich freue mich schon sehr darauf und bin wirklich gespannt.  Mal so nebenbei: falls jemand Interesse daran hat uns den Auftrag für ein arabisches Kochbuch zu geben - hier stehen zwei sehr kochtalentierte junge Damen zur Verfügung - selbstlos wie immer versteht sich. Anbei also eine kleine Fotostrecke vom kulinarischen Gelage.

Im Grunde ist das Gericht gerupftes arabisches Fladenbrot, getränkt mit Flüssigkeit, darauf kommen gekochte Kichererbsen, eine Creme aus Tahin (Sesammus)  und Humus (Kichererbsenpüree), Knoblauch und anderen verbotenen Ingredienzien. Darüber werden in Butterschmalz geröstete Pinienkerne und Granatapfelkerne gegeben. Göttlich. Zum darinwälzenlecker!

Sieht man mir etwa an, dass ich etwa ausgehunget bin? Sehe schon richtig schwach aus.... Nicht? Unser Aufstieg gen Früshtücksturm verzögerte sich leider durch Verschlafen meinerseits und Badeexzesse der Besucherin. 😉

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Tja... und mit viel Gelächter, Gequatsche, einigen Stunden Zeit und einer Menge heißem Tee mit Zimt, war dann auch plötzlich alles leer gefuttert....

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Aber wirklich leer... regelrecht geplündert und leergefressen:

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Und so wahnsinnig glücklich, haltlos überfressen & befriedigt können Frauen übrigens nach einem genialen Mahl aussehen. Sind sie nicht wunderschön, sanftmütig und liebreizend? Ja, Fresskoma kann auch gut sein. Dann können sie dich nicht beißen. 😉

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Für Neugierige: Der Fetzen am Mäulchen der Lieblingsnachbarn ist übrigens ein Rest arabisches Fladenbrot.

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Und da es unglaublich köstlich - aber nicht gerade fettarm war, gibt es natürlich auch noch hausgebrannte Medizin dazu. Oops, auch leer. Wirklich seehr schlechte Vorratshaltung...  Ts ts ts..

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Um mal eines festzuhalten: Ich bin wahnsinnig dankbar für meine  arabisch-genetisch gepräten Innerein, die nicht auf Hülsenfrüchte reagieren. Mein Mitleid gilt allen Europäern. 😉 Zum Nachtisch gab es dann noch Espresso und Latte Macchiato. Wunderbarer Rundumservice - den Rest des Tages mussten wir uns dann allerdings vom Essen erholen.

Liebe Grüße,

Shermin