Mal wieder was aus der arabischen Ecke: Hummous

Ja. Ja, ich weiß. Ich hatte schon beim Baba Ganoush (Auberginencreme) versprochen mehr orientalische Rezepte zu posten. Aber irgendwie will mir der niedergeschriebene Fokus nicht so ganz gelingen. Irgendwie schleichen sich immer wieder neue Sachen, Rezepte und Ereignisse ein, die sich dann einfach vordrängeln. Heute widme ich mich aber einer uralten Kulturpflanze: der Kichererbse.

Hummous (oder auch Hummus, Humus, Hoummus oder was da sonst noch an lautmalerischen Schreibweisen existiert..) ist eine Paste aus gekochten und pürierten Kichererbsen, dass in den unterschiedlichsten Varianten im orientalischen Raum existiert und kalt zur Brot gegessen wird und zu den Mezze (Vorspeisen) gehört. Geschickt tunkt man beim Essen abgerissene Stücke des dünnen Fladenbrots (in Deutschland kann man das unter der Bezeichnung “arabisches Fladenbrot” bekommen) in die köstliche Kichererbsencreme, dreht dabei ein wenig die Hand und löffelt sich so die Masse auf das Brotstückchen,  bevor man es genießerisch im Mund versenken kann. Wer nicht so viele Kohlenhydrate zu sich nehmen will: Hummous ist auch ein schöner Dip für Gemüsesticks.

Und wie immer gehöre ich nach meinem jugendlichen Kichererbsentrauma – irgendwo hier im Blog habe ich die Geschichte bestimmt schon mal im  Zusammenhang mit Kichererbsen von mir gegeben – zur faulen Sorte und verwende vorgekochte Kichererbsen, anstatt die nen Tag lang vorher einzuweichen und dann stundenlang zu kochen. Guckt nicht so finster – das Blitz-Hummous bringt damit auch sofort ein kulinarisches Erfolgserlebnis. 😉

Arabische Mezze: Rezept für Hummous (Kichererbsenpaste)

1 große Dose Kichererbsen (ca. 500g Abtropfgewicht)
1 kleine Zwiebel
Saft einer Zitrone
3 EL Tahin (Sesampaste)
2 dicke Zehen Knoblauch
1 TL Meersalz
(Optional: 1 Stückchen eingelegte Salzzitrone – sorgt für eine sanft-bittere Note)
(Optional: 2-3 EL Joghurt)

Zum Anrichten

Edelsüßes Paprikapulver oder Sumak
Olivenöl
Oliven
großblättrige Petersilie
Dünnes Fladenbrot als Beilage

Zubereitung

  • Kichererbsen abgießen und zusammen mit der geschälten und grob gestückelten Zwiebel, dem Knoblauch, Zitronensaft, Tahin (vor der Benutzung aufrühren) und Meersalz – entweder in einem Blender oder mit dem Pürierstab – sorgfältig pürieren bis eine Creme entsteht.
  • Kurz ziehen lassen und abschmecken. Die Kichererbsenpaste auf einen flachen Teller streichen, mit edelsüßem Paprikapulver oder Sumak bestreuen und Olivenöl darüber träufeln.
  • Wer besonders dekorativ veranlagt ist, kann sich vor dem Servieren noch mit eingelegten Oliven und gehackter, grober Petersilie austoben.

Hummous-Fazit

Meine Version ist ziemlich “plain”, also recht zurückhaltend und pur in den Zutaten. Mir reicht das und ich mag das so. Das Püree aus Kichererbsen kann aber natürlich noch anderweitig aufgepeppt werden. Die Hülsenfrüchte nehmen andere Würzungen dankbar an und wie man schon bei dem Rezept für die Falafeln sieht, mögen sie Kreuzkümmel (Cumin). Für Experimentierfreudige also der Tipp etwas frisch gemahlenen (Das ist wirklich wichtig, ansonsten riecht der so muffig. Frisch gemahlener Kreuzkümmel hat einen ganz anderen, viel frischeren Duft!)  Kreuzkümmel unterzumixen, ein paar frische Zitronenzesten dazu zu geben, mal eine winzigkleine Chilischote mit hinein zuwerfen oder ganz simpel etwas Pfeffer zu nutzen. Auch Joghurt macht sich gut am Hummous. Ich habe auch schon von Rezepten gelesen, in denen kein Tahin vorkommt, aber dafür Olivenöl oder geröstetes Sesamöl aus dem Asialaden zum Einsatz kommt.

4 Antworten

  1. Heike

    Humus mag ich sehr, und hab da auch mehrere Geschichten dazu. Meine allerallerliebste:
    My best friend bestellte mich nach Israel, ich solle unbedingt Humus dort essen, das sei so geil, das sei vermatschtes Huhn, er hätte nie gedacht, dass sowas so gut sein könne.
    Energisch hab ich abgestritten, dass das Huhn sein könne, er müsse sich irren. Nein nein! Seine Kollegen dort haben ihm das genau erklärt.

    Bis mir die Erklärung kam. Chickpeas ….

  2. Cheftatze

    Yummy, ich esse Hummus sehr gerne, ich verwende aber statt der traditionellen Sesampaste Erdnussbutter. Tahini ist irgendwie nicht so mein Ding. 🙂

  3. Heike

    Tahini ist einfach auch ein wenig bitter. Ich mag bitter 🙂

  4. Shermin

    Liebe Heike – vielen Dank für das breite Grinsen beim Lesen. Ja, ja.. diese veganen Hühner. 😉
    Aber im Ernst, wenn ich als Kind da was von Chickpeas gelesen habe, habe ich mich auch nach dem Zusammenhang gefragt und gedacht, dass die das wohl gerne essen oder so. Aber spannend nachzulesen, dass das deutschsprachige “Kicher-” und das englische “chicken-” beides auf die gleiche lateinische Wurzel (“cicer” = Erbse) zurückgeht. (So. Hab ich jetzt nicht geschickt noch ein wenig Bildung ins Rezept gequetscht? ;))

    @Cheftatze – Ich hab ja einige Varianten angeregt, aber auf Erdnussbutter wäre ich wohl echt nicht gekommen. Barrieren im Kopf halt – hinzu kommt: Ich liebe Tahin einfach.

  5. Kürbis-Hummus mit geröstetem Knoblauch und Tahin « Arabische Küche « Shermins magischer Kessel

    […] Und wieder etwas Neues gefunden, was man neben Suppe oder etwas Gebackenem mit Kürbis anstellen kann. Der Liebste hat das Kürbis-Hummus direkt für sich geclaimt. Eignet sich als Mezze auch sehr schön für das Buffet einer Party. Und lässt man den Feta weg, erhält man einen wunderbaren Brotaufstrich, der sogar vegan ist. Ich mag den etwas runderen und – im Gegensatz zu frischem Knoblauch – nicht so massiven Geschmack des gerösteten Knoblauchs, der sehr schön zu dem Sesam passt.  Mir persönlich kam das Tahin geschmacklich allerdings etwas zu intensiv heraus, da würde ich beim nächsten Mal wohl erst mal mit 10g anfangen und nach und nach beim Abschmecken noch steigern. Und natürlich gibt es hier im Blog auch ein Rezept für Hummous aus Kichererbsen. […]

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