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Mein herzallerliebstes Rezept für selbstgemachtes Kräutersalz

Und schon wieder gibt es im magischen Kessel ein Rezept für ein Geschenk aus der Küche. Vor inzwischen etlichen Jahren lauschte ich mal mit halbem Ohr einem Radiobeitrag, wo ein Mann gewichtig über selbstgemachtes Kräutersalz salbaderte. Der kochende Erzähler war anstrengend. Aber das Salz.  Also das wollte ich auch. Natürlich sofort. So ruhig und besonnen ich andere Dinge über Stunden und Tage hinweg ausführen kann - Geduld ist nicht meine Stärke, wenn ich einen kochinspirativen Anfall habe und diesen umsetzen möchte. Leider ließ sich das Rezept nicht finden und die Dinge, die ich zu Tage förderte, waren einfach nicht das, was ich suchte.

Also hieß es rumprobieren, mischen, Fehler machen, weiterprobieren, Gesicht verziehen, weitermischen und schließlich zufrieden lächelnd mit dem für mich perfektionierten Rezept zurücklehnen. Im Laufe der Zeit wurde natürlich noch ein wenig daran herumgefeilt. Aber so isses jetzt stimmig für mich.  Das Salz ist nicht überladen, sondern schenkt jedem Gericht eine angenehme Grundnote und leichte Schärfe.
Ich habe natürlich verschiedenste Salzmischungen hier, aber dieses vielfältig nutzbare Kräutersalz ist mir einfach das Liebste. Es wandert aufs Butterbrot, aufs gekochte Ei, in das Salatdressing, an die Marinade oder Bratensauce und ist auch auf frischer Avocado die reinste Gaumenzierde.

Viele nutzen ja die im eigenen Garten angebauten Pflanzen, um Gewürzsalz mit frischen Kräutern herzustellen. Da es mir aber am angemessenen Garten fehlt (mein Rosmarin geht in meinem Minischattengarten regelmäßig ein und der Thymian ist auch nur noch halb lebendig) und man so auch jahreszeitunabhängig ist, verwendet ich für meine Kräutersalzmischung nur getrocknete Kräuter.

Selbstgemachtes Kräutersalz zum Verschenken

Ich mische so zwei bis drei Mal im Jahr direkt eine größere Menge von dem Salz an und lagere die über zwei Kilo frisch gemischten Kräutersalzes dann in einer großen Plastikdose oder in Schraubgläsern. Furchtbar lange hält das nie, da ich einen guten Teil verschenke oder den vorbeischauenden Freunden und Familienmitgliedern ihre zufällig mitgebrachten leeren Kräutersalzgläschen wieder auffülle. 😉
Momentan muss ich von meinem restlichen Vorrat aber noch eine Weile zehren, da ich ja letztens leider meine von meiner Omi ererbte elektrische Kaffeemühle ins Nirvana befördert habe und noch keinen adäquaten Ersatz aufgetan habe.

Edit: Huch, ganz vergessen hier zu ergänzen - inzwischen habe ich seit Jahren eine neue Elektrische Kaffeemühle von Cloer*, die mich im Einsatz immer wieder überzeugt. Sie leistet perfekte Arbeit und der große Vorteil: Man kann den Becher mit dem Mahlgut herausnehmen, ausleeren und danach problemlos abwaschen. (Was besonders von Vorteil ist, wenn man nach dem Mahlen von Kreuzkümmel vielleicht Vanillezucker herstellen will.. ;))

Rezept für Shermins Kräutersalz No. 1

(es werden nur getrocknete Kräuter verwendet)

2 Kg feines Meersalz
50 g Rosmarin
40 g Rosa Beeren
30 g schwarzer Pfeffer
30 g getrocknete Zitronenschale (Bio)
30 g grüner Pfeffer
25 g gemahlener Cayennepfeffer
15 g Bärlauch
10 g getrocknete Orangenschale (Bio)

Zubereitung

  • Das Meersalz in eine große Schüssel geben.
  • Die getrockneten Kräuter nach und nach in einer Elektrische Kaffeemühle* fein mahlen (oder sich dem irrsinigen, handgelenkmordenden Akt hingeben (jaaaha... habe ich alles hinter mir) das Zeug im Mörser von Hand kleinzukloppen). Das ist tatsächlich der zeitaufwändigste und anstrengendste Teil der Zubereitung. Man muss hierbei auch nicht alles pulversisieren, sondern kann einen geringen Teil der Zutaten für das Kräutersalz auch etwas gröber lassen.
  • Alle gemahlenen Kräuter zum Salz geben und gründlich vermengen.
  • Fertig. Zur Lagerung in luftdichte Dosen/Gläser füllen.

 

Weitere Salzrezepte aus dem magischen Kessel:

 

*Werbung. Afiliate-Link zu Amazon. Ich erhalte eine kleine Vergütung, wenn ihr hierüber einkauft.

Karfreitag für Kids: Rezept für Fish ’n’ Chips ’n’ Gurkensalat

Oder platt gesagt: Fischstäbchen (nicht im Backteig, sondern paniert) mit Ofen-Kartoffeln und Gurkensalat. Im Grunde ist sowas ja ein typisches Kinderessen, in dieser Form hat man allerdings keine schwarzverkohlten Brickets aus Pressfisch in der Pfanne, sondern etwas Superleckeres auf dem Teller.

 

Karfreitagsessen für Kinder

Kleine Kurzinfo zu diesem Posting: Es stammt aus dem Jahr 2009 und hat es - warum auch immer, am Essen lag es jedenfalls nicht - nie geschafft, hier veröffentlicht zu werden. Ich habe allerdings seit über einem Jahr in der Crafting-Community Ravelry ein kleines Kochforum namens "Bin mal in der Küche...". Vor kurzem kam dort die Frage nach Osterrezepten auf, ein Mitglied wollte am Karfreitag gerne etwas kindertaugliches, gut gekochtes und nicht fertig gekauftes mit Fisch machen. Ein Familienessen halt. Ich faselte einen Rezeptvorschlag ("Mach doch selbst Fischstäbchen, Ofenkartoffeln und nen leckeren Salat dazu...") in die Weiten des Netzes und nur einen Tag später fiel mir ein, dass ich doch genau in der Kombination schon mal was gekocht hatte. Und  damals sogar Fotos geschossen hatte. Nach ein wenig Wühlen auf der Platte fanden sich die Bilder wieder an und auch das damalige Posting schlummerte noch halbfertig im Blog. Voilá - da sind wir (also die Rezepte und ich).

Rezept für Fischstäbchen

500 g TK Pangasius-Filets
Sesamsaat
Mehl
1 Ei
Milch
Semmelbrösel (vom Bäcker oder selbstgemacht, bitte nicht das furchtbare Discounterzeug)
Salz, frischer Pfeffer
Sonnenblumenöl zum Ausbacken

Zubereitung der Fischstäbchen

  • Die Pangasius-Filets aus der Packung entnehmen und auftauen lassen.
  • Unter fließendem Wasser kurz abspülen und mit Küchenkrepp trocken tupfen.
  • Die Fischfilets in lange Streifen schneiden.
  • Wer schon mal selbst Schnitzel gemacht hat, für den ist die Panierung ein Klacks:
  • Drei flache Schalen oder tiefe Teller bereitstellen.
  • In einem das Mehl mit etwas Salz und Pfeffer vermengen.
  • Im zweiten Teller das Ei mit etwas Milch verquirlen.
  • Auf dem dritten Teller den puren oder mit Semmelbröseln vermischten Sesam einfüllen.
  • Die Fischstücke erst in Mehl wälzen, sanft abklopfen, dann mit Hilfe von zwei Gabeln in die Eiermilch tunken und am Ende mit dem Sesam-Semmelbrösel-Gezeugs rundherum panieren.
  • In dem heißen Öl goldbraun ausbacken, zum Abtropfen auf Küchenkrepp legen.

 

Rezept für Kartoffel-Wedges aus dem Ofen

500 - 750 g festkochende Kartoffeln mit dünner Schale
1/2  TL edelsüßer Paprika
1/2 - 1 TL Meersalz
1 TL Schwarzkümmel
1 1/2 EL Erdnussöl oder Sonnenblumenöl
einige Tropfen geröstetes Sesamöl

Zubereitung der Kartoffelspalten

  • Kartoffeln unter fließendem Wasser mit Gemüsebürste abschrubben.
  • Kartoffeln vierteln oder achteln - je nach Kartoffelgröße, die Spalten sollten halt nicht zu fett, aber auch nicht minimal dünn werden - und in eine große Schale geben.
  • In einem Schälchen die Gewürze mit dem Öl vermischen, schnell über die Kartoffeln kippen und mit den Händen unterheben.
  • Kartoffeln sofort auf ein Backblech geben (ziehen durch das Salz sonst Wasser) und bei ca. 200° im Ofen backen/grillen, bis sie knusprig-goldig aussehen.

Rezept für schnellen Gurkensalat mit Joghurtsauce

1-2 Schlangengurken
1 Becher Joghurt (bitte nicht die fettarme Variante)
Meersalz
getrockneter Dill
frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung Gurkensalat

  • Gurken schälen und auf einer Reibe in feine Scheiben reiben.
  • Etwas Salz hinzu geben und Wasser  ziehen lassen. Früher hat man das Gurkenwasser weggekippt, ich finde das aber lecker und lasse es als Salatsauce.
  • Joghurt einrühren und mit etwas Dill, Pfeffer und nochmals etwas Salz abschmecken.

Fischstäbchen-Fazit

Eigentlich war geplant, den Fisch nur mit Sesam zu ummanteln. Irgendwann ging mir der Sesam allerdings fast aus, da hab ich den Rest mit Semmelbröseln gemischt. Mir persönlich schmeckt beides total gut, aber die Semmelbrösel-Sesam-Mischung gefällt mir persönlich besser. Sie ist einfach krosser  und der Sesamgeschmack ist eine angenehm nussige Note, ohne den Pangasius zu erschlagen.
Der Hinweis auf gute Bäcker-Semmelbrösel deswegen, weil es einfach besser schmeckt, wenn wirklich alte Brötchen und Brot dazu vermahlen wurden. Die für Discounter (oder wahrscheinlich auch andere Supermärkte...) hergestellten Brösel schmecken einfach nicht, da kann ich auch direkt beim Captain mit dem weißen Bart Pressfisch mit Fertigpanade erwerben.
Ansonsten: ein handfestes Essen, bei dem man nicht so viel falsch machen kann.

Noch kurz etwas zum Süßwasserfisch Pangasius - wie schon erwähnt, ist dieses Posting schon einige Jahre alt und lag in der sprichwörtlichen Schublade. Damals aß ich ungerne Fisch und war noch  nicht so sehr für die Herkunft von Lebensmitteln sensibilisiert. Der in Europa verkaufte Pangasius wird - so weit ich weiß - hauptsächlich unter ziemlich erbärmlichen Umständen in asiatischen Ländern gezüchtet und ist zum Teil mit Antibtiotika und anderen Stoffen belastet (ähnlich wie die Großgarnelen aus diesen Stätten). Heute würde ich wahrscheinlich zu einem anderen Fisch mit festem Fleisch greifen.

Bei Fisch und Meeresfrüchten (was beim Pangasius ja nicht so zutrifft, er ist ja kein Salzwasserfisch - aber dennoch) versuchen wir inzwischen hauptsächlich Ware mit dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) zu kaufen. MSC ist eine gemeinnützige Organisation, die umweltbewussten und nachhaltigen Fischfang zertifiziert, Fischprodukte mit diesem Siegel sind auch bei diversen Discountern erhältlich. Vielleicht ist dies zum Teil erkauftes gutes Gewissen - man sollte nicht zu blauäugig einer Organisation vertrauen, die einst von WWF und Unilever (das ist der Konzern mit dem netten weißhaarigen Kapitän, der die Fischstäbchen vertickt)  gegründet wurde und bei Greenpeace dafür in der Kritik steht, dass sie sich nicht ausdrücklich gegen den Gebrauch der Schleppnetzfischerei einsetzt (obwohl es hierzu sehr wohl Alternativen gibt - An dieser Stelle mal die Empfehlung zu dem sehr sehenswerten Film "Bekenntnisse eines Öko-Terroristen".* Die Seashepherds sind einigen hoffentlich ein Begriff.). Aber es ist immerhin ein Anfang, der ausgebaut wird. Wer es komplett richtig machen will, sollte seine Nahrung wahrscheinlich komplett aus dem Biomarkt beziehen. Das kann sich aber wohl nur ein geringer Prozentsatz der Deutschen (ich gehöre garantiert nicht dazu) leisten.

*Werbung. Affiliate-Link zu Amazon. Bei einem Kauf erhalte ich eine geringe Vergütung.

Schnelle Küche: Avocado BLT-Bagel

Klassischerweise ist es ja eigentlich ein BLT(Bacon-Lettuce-Tomato)-Sandwich,  bei Petra stolperte ich via Pinterest letztens über eine leckere Variante mit Avocado. Und da ich gerade mal wieder eine Avocado-Phase durchlebe, habe ich die Anregung für ein schnelles und recht unkompliziertes Abendessen direkt mal aufgegriffen.

Rezept für Avocado-BLT-Bagel

1 - 1 1/2  reife Avocado
Saft 1/2 Zitrone
(Bärlauch-)Meersalz, Pfeffer
1 Packung Bacon
4 Bagels
2 Tomaten
Salatblätter
Zwiebeln, Zucker,  Balsamico und etwas Butterschmalz für karamellisierte Zwiebeln

 Zubereitung

  • Avocado aufschneiden, entkernen und mit einem Löffel aushöhlen.
  • In einer Schale das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken und mit Zitronensaft, (Bärlauch-)Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Den Bacon in einer Pfanne knusprig braten und auf Küchenkrepp zum Abtropfen geben.
  • Danach in derselben Pfanne (evtl. ist gar kein Butterschmalz mehr nötig - je nachdem wie viel Bratfett vom Bacon da ist) die karamellisierten Zwiebeln nach  Anleitung zubereiten.
  • Aufgebackene Bagels halbieren, Unterseite mit der Avocadocreme bestreichen, Tomatenscheiben, Bacon und Salatblätter in beliebiger  Reihenfolge schichten, das  Ganze zum Abschluss mit den säuerlich-süßen Zwiebeln toppen und den Deckel aufsetzen.



Doch lieber ein Avocado-Bacon-Lettuce-Tomato-Sandwich?

Hm... irgendwie... unbefriedigend. Was aber weder an der leckeren Avocado, dem frisch gebratenen Bacon oder den köstlichen karamellisierten Zwiebeln und ihrer Sauce lag, sondern an den gekauften Bagels, die gefühlt im Mund immer mehr wurden, sich wie Schaumkissen kauten und die Tendenz hatten alle Aromen zu schlucken.

Ich hatte noch frisches und saftiges Dinkel-Hafer-Nuss-Brot da, mich aber der Optik wegen für die Bagels entschieden - was ein totaler Fehler war. Nächstes Mal also Finger weg von den komischen Aufback-Bagels und lieber ein gutes Brot und damit eine klassische Sandwichvariante oder den perfekten Bagel-Dealer in Berlin auftun. Ansonsten waren die einzelnen Bestandteile toll. Vor allem der Bacon. Ich meine.. Bacon! Und dann auch knusprig gebraten. Hach.

 

In Farbe und bunt: Süßsaurer Rotkohlsalat

Andere Foodblogger werden das sicherlich auch kennen - sie haben eine virtuelle Schublade voller Fotos von leckeren Dingen und halbgetippte Rezepte wuseln auch noch irgendwo dazwischen herum. 😉 Ich räume gerade ein wenig auf und arbeite ab, da ist mir dieses halbfertige Posting vom Jahresanfang zu frischem Rotkohlsalat in die zarten Hände gefallen und will (nach einigen Monaten *hüstel*) noch rasch veröffentlicht werden:

Von einer Kammzug-Färbeaktion lag schon seit fast zwei Wochen noch ein in Folie gepacktes Stückchen Rotkohl im Gemüsefach herum. Zum Wegschmeißen war es mir zu schade, da zu diesem Zeitpunkt  im Tiefkühler noch leckerer selbstgemachter Apfel-Rotkohl vom Weihnachtsessen lagerte, konnte ich mich aber auch nicht dazu überwinden schon wieder welchen zu kochen. Da ich ja versuche ein wenig auf die Ernährung zu achten und mehr vegetarische und möglichst kohlenhydratarme Gerichte einfließen zu lassen, dachte ich mir, ich probiere mich mal an einem Rotkohlsalat.

Ich musste letztens so verwundert lachen, als ich bei Distel vom Problem der "Käsebrotfalle" und von "Puddingvegetariern" las. Das Problem war mir bis dato völlig unbekannt. In meiner naiven Art hab ich wirklich gedacht alle Veggies ernähren sich totaaal gesund-gemüsig und vollkornbrotig. Milchprodukte sind hier zwar auch reichlich in Form von Käse und Rotkohl vertreten, allerdings gepaart mit pflanzlichen Fetten, ungesättigten Fettsäuren der Nüsse und ballaststoffreichem Grünzeugs.

Zutaten für den Rotkohlsalat

1/4 Kopf Rotkohl (habe nachgewogen, es waren ca. 600 g in der Schüssel)
150 g fettarmer Joghurt
100 g Walnüsse
150 g bulgarischer Schafskäse
1 Zitrone
4-8 EL Balsamico
3 TL Traubenkernöl
3 TL Rapshonig
2 TL Kräutersalz
1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung Rotkohlsalat

  • Den Kohl putzen, in grobe Stücke schneiden, und durch die Reibe der Küchenmaschine jagen (oder von Hand fein hobeln).
  • Kohl in eine Schüssel geben und aus den restlichen Zutaten die Marinade zusammenrühren. Über den geraspelten Rotkohl geben und gründlich untermischen.
  • Die Walnüsse grob hacken, den Schafskäse feinwürfeln, zum Salat hinzufügen und unterheben. Der Rotkohl-Salat muss jetzt einige Stunden abgedeckt im Kühlschrank durchziehen, eventuell ist es sogar empfehlenswert ihn am Vortag vorzubereiten.
  • Kurz vor dem Servieren den Salat nochmals abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.

Rotkohl-Salat-Fazit

Nachdem ich vor über fünf Jahren mal ein kleines Weißkohlsalat-Desaster hinter mich gebracht hatte und geschmacklich sehr enttäuscht war (wer das perfekte Rezept weiß: ich bin offen für Vorschläge), habe ich mich von selbstgemachten Kohlsalaten bisher ferngehalten. Ich bin jetzt wirklich sehr positiv überrascht, der Rotkohlsalat war ganz lecker, wenn es bestimmt auch noch bessere Rezepte gibt.

Der Salat ist auch sehr gut für Diabetiker geeignet: einfach den Honig durch Flüssigsüßstoff ersetzen, der Käse  wird nicht berechnet, der Joghurt und die Nüsse schlagen ingesamt mit circa 1,5 BE zu buche - und das gilt für eine riesige Schüssel von dem Zeug, nicht für eine Portion. Bei uns gab es dazu als Beilage übrigens Topinambur. Das war zwar sehr lecker, der Gemahl hat sie allerdings - wegen der einfach unglaublichen nachhaltigen Wirkung auf unsere Verdauungssysteme - "Teufelsknollen" getauft. Diese Frucht wird es bei uns wohl definitiv nicht mehr geben...

Der nächste Rotkohlsalat wird dann nich ganz so klassisch, sondern mit asiatischem Touch. Mir schwebt da was mit geröstetem Sesamöl, Limette, frischem Knoblauch, roten Zwiebeln, Soja- und süßer Chilisauce vor. Vielleicht sogar mit geröstetem Schinken oder zarter Hähnchenbrust kombiniert? Ich merks schon, ich kann meine carnivore Herkunft nicht verleugnen... 😉

Besuch beim FrischeParadies Berlin Friedrichshain/Prenzlauer Berg

Mein Mann hatte heute nach Wochenenddienst seinen freien Tag und auf seinem mentalen Wunschzettel stand mal zusammen mit mir ins Frischeparadies zu gucken. Dieser Laden hat schon vor einigen Monaten aufgemacht, da ich aber so lange krank war, habe ich es da leider nie hin geschafft. (Ob es jetzt so intelligent war durch Eis und Schnee da hin zu krauchen lasse ich mal so dahin gestelllt...)

Ich hatte ja diesen Tempel der kulinarischen Genüsse in Friedrichshain vermutet und war sehr erstaunt, als ich eben auf der Homepage las, dass der schon im Prenzlauer Berg liegt. War mir ja vollkommen neu, dass das nicht mehr zu "uns" gehörig ist. Das Frischeparadies sagt von sich selbst, dass es "Deutschlands größter Spezialmarkt und Lieferant für Gastronomie und Handel" ist.

Jedenfalls konnte man vorhin beobachten, wie ich mit spitzen Freudenausrufen durch den Laden stöberte. (Das hörte sich in etwa so an: "Ahhh! Macadamiaöl! *glückselig Öle anlächel*", "*raschelraschel kram in Tüte stopf* Uh! Topinambur!!" und "*begleitet von lüsternem Lachen und latentem Sabbern* Mhjjjam... Oktopus in der 2-Kg-Tüte! Thunfisch in Sashimi-Qualität! Austern!!") Ich wandelte also durch den Laden, schob den (viel zu hohen - für jemanden der noch nicht mal 1,60 m groß ist, unheimlich nervig) Einkaufswagen durch die bunten und duftenden Gänge und bewunderte abwechselnd perfekte kleine Wachteln, essbare Blüten, Wildkräutersalat, diese speziellen kleinen grünen (und sauteuren) Paprikaschoten, die man am besten in Olivenöl frittiert und deren Name mir gerade nicht einfällt, mockierte mich ein wenig über den Preis der Artischocken und des Schnittlauchs, besah mir die verschiedenen Salzsorten, stellte fest, dass der Sushi-Reis der gleiche wie hier im billigen Asia-Shop ist, knabberte ein wenig Zartbitterschokolade mit Erdbeeren und weißem Pfeffer (naja... hatte schon bessere..) und lehnte das angebotene Glas Pommery Champagner ab. (Bevor jetzt jemand entsetzt aufquietscht: ich bin eh kein großer Fan von Champagner - hätte aber ein Gläschen probiert, wenn ich nicht a) seit Stunden nichts mehr gegessen hätte und b) gewusst hätte, dass ein total vereister Heimweg vor mir liegt.)

FrischeParadies-Fazit

Eingekauft haben wir letztendlich nicht sehr viel - vielleicht waren wir beim Angebot etwas überfordert. Ich denke es lohnt sich auch mehr da gezielt mit bestimmten Koch-Vorstellungen einkaufen zu gehen.  Mein Gatte war jetzt nicht so begeistert. Das äußerst bescheidene Whisky-Angebot verstörte den Armen regelrecht. Die slightly deprimierende Musik, die in allen Räumen lief, wirkte bei ihm auch nicht gerade verkaufsfördernd.

Ich hingegen fand das Frischeparadies wirklich gut und werde da in Zukunft bestimmt mal öfters vorbeisehen. Ich war positiv von der Größe überrascht: edel, übersichtlich, aber kein Massen-riesen-Supermarkt, sondern thematisch und optisch leicht getrennte Räumlichkeiten, die das Ganze sympathisch machten.  Der große hölzerne Aufbau, den man auf dem Bild sehen kann, gehört auch nicht zum Ladengeschäft - dieses befindet sich nur auf der untersten Ebene. Mittendrin gab es noch einen Restaurantbereich mit umlaufender Theke. Sehr gut fand ich, dass es Kundentoiletten gibt - da ich quasi mit einer Blase in Erbsengröße "gesegnet" bin, macht mich das zu einem noch größeren Fan. Die Auswahl hätte ich mir allerdings auch (noch) etwas üppiger vorgestellt. Glänzende Sternenäuglein hat der Besuch dennoch bei mir ausgelöst. Kann mir auch gut vorstellen da Gutscheine zu verschenken (oder natürlich zu bekommen ;-)).

Gekauft haben wir nur: Enten-Rilette, Zuckerschoten, knusprig-warmes (und sehr leckeres - in Berlin wirklich gutes Brot zu finden ist ja sehr schwierig) Giabatta, Topinambur (Das soll es morgen geben - hat jemand Rezeptideen? Hab as noch nie gemacht.). Wahrscheinlich hätten wir mehr zuschlagen sollen - wir waren nämlich zufällig zum "Cash & Carry"-Tag da. Das Frischeparadies hat seit Januar nämlich eine neue Aktion: an jedem ersten Montag im Monat gibt es für Barzahler und Selbstabholer 15% Rabatt.

FrischeParadies
Hermann-Blankenstein-Straße 48
10249 Berlin
Fon 030 - 390815-0

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