Schwarzwurzeln – mein liebstes Wintergemüse

Letztens (naja gut, schon vor einigen Wochen…) wurde ich von einem kulinarischen Stöckchen abgetroffen. Sefarina, eine liebe Leserin des magischen Kessels, hatte gefragt welches Wintergemüse man besonders liebt und um Kochrezepte und Fotos gebeten. Tja, bei mir sind das Schwarzwurzeln, auch der “Spargel des kleinen Mannes” oder “Winterspargel” genannt. Dieses leckere Gemüse gibt es auch jetzt noch zu kaufen, obwohl schon Frühling ist. Ich habe es vor zwei Tagen jedenfalls noch im Biomarkt gesichtet.

Rezept für Schwarzwurzeln à la Shermins Oma 😉

Schwarzwurzeln
Semmelbrösel
Butter
Salz

Zubereitung der Schwarzwurzeln

  • Mit einem scharfen Sparschäler die Wurzeln schälen.
  • Sofort in 3-4 cm lange Stücke schneiden und in in eine Schüssel mit Zitronenwasser geben. Schält man Scharzwurzeln, tritt ein milchiger Saft aus, der ziemlich eklig klebrig ist und rasch oxydiert. Braune Wurzeln sind unschön, also gibt man sie zur Lagerung erstmal in wirklich nur ganz leicht gesäuertes Wasser. Meine Oma nahm immer Milch, irgendwie funktionierte das aber letztens nicht. Um die Finger sauber zu halten helfen dünne Gummihandschuhe.
  • Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, salzen und die nochmals kurz abgespülten Wurzeln hinein geben. Gar kochen – die Gabelprobe funktioniert auch hier.
  • In einer kleinen Pfanne etwas Butter zerlassen und einige Esslöffel Semmelbrösel dazu geben und unter stetigem Rühren braun rösten.
  • Schwarzwurzeln abgießen, in eine Schüssel geben und mit den gerösteten Bröseln bestreuen.  Fertig.

Schwarzwurzel-Fazit

Für mich fallen Schwarzwurzeln defintiv unter den Begriff Comfort-Food. Ich kann mich daran erinnern, wie meine Omi in Leipzig die immer zubereitet hat und das ich die damals schon sehr geliebt habe.  Mich kann man jedenfalls mit simpel gegarten Wurzeln, etwas Butter und ein paar leckeren festkochenden Kartöffelchen mehr als glücklich machen. Mein Gatte findet die gerösteten Brösel darauf übrigens vollkommen widerlich, er findet das Zeug schmeckt wie Sand zwischen den Zähnen. Falls es jemandem noch so geht: etwas ausgelassene Butter – wie bei Spargel, bald ist ja wieder Saison – darüber tut es auch.

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9 Antworten

  1. Evi

    Bei uns gabs Schwarzwurzeln (selbstgezogene) immer in einer dicken Bechamel, das war das Standardrezept für Gemüse in den 50ern, wenn einem sonst nicht viel dazu eingefallen ist oder die Mittel nicht mehr hergegeben haben. So ist das für mich “comfort food”. Mit Semmelbrösel klingts aber auch gut. :)

    Ich habe irgendwo gelesen, dass man sich die Schälarbeit spart, wenn man die Wurzeln in der Schale kocht und kalt abschreckt, die könne man hinterher einfach abziehen. Vielleicht mal probieren das nächste Mal.

  2. lamiacucina

    auf diese Weise schmecken Spargeln auch gut.

  3. Shermin

    @Evi So schwere Saucen gab es bei uns in der Familie irgendwie nie … nur zu Spargel hat Mama dann mal ab und an mal ne Einbrenne gemacht, die bei uns (fälschlicherweise) Hollandaise hieß und ziemlich lecker war.
    Das mit dem erst kochen und dann abziehen habe ich auch gelesen… Aber die Stangen ließen sich super schälen, ich hab sie nur rasch ins Zitronenwasser geworfen, einmal abgespült und alles war schick. Über die andere Methode habe ich auch schon nachgedacht, aber dann davon Abstand genommen. Der Gedanke heiße, in ihrer Erde gekochte Schwarzwurzeln abzupulen, mir dabei die Pfoten zu verbrühen und danach dann kalt zu essen reizte nicht so. Oder stelle ich mir das falsch vor? Bereitet jemand die Wurzeln so zu?

    @Lamiacucina – Jepp, den Spargel gibbet bei uns auch so, allerdings nicht in Stückchen. 😉

  4. Petra

    Hmm, Schwarzwurzeln mochte ich als Kind gar nicht, mittlerweile bin ich da etwas aufgeschlossener. Mich hat zwar niemand gefragt, aber mein Lieblingsgemüse im Winter ist Lauch. Diese Brösel kenne ich, die gab es bei uns auch manchmal, allerdings vorzugsweise als Auflage zu Nudeln. Dazu wurde dann Kompott gegessen – damit muss man wohl auch aufgewachsen sein, um diese Kombination zu mögen.

  5. Evi

    Bandnudeln mit Semmelbrösel und Sauerkirschen aus dem Glas gabs als ich klein war auch. “Nudeln mit Kirschen”. 😉 Ist für mich auch so ein Kindheitsessen, aber nicht unbedingt eins, das ich jetzt sofort nachkochen müsste. Obwohl.. :)

    Zu den Schwarzwurzeln: In der Schale hab ich sie auch noch nie gemacht, aber ich denke mit vorher bisschen bürsten und hinterher abschrecken, incl. gepult nochmal unters Wasser halten stell ich mir das nicht so schlimm vor. Aber vielleicht weiß noch jemand etwas, ders schonmal probiert hat.

  6. Sefarina

    Oh gut, dann weiß ich endlich was ich mit Schwarzwurzel anfange, das brannte mir echt schon unter den Nägeln *lach*
    Sieht echt lecker aus! Und vielen Dank fürs Mitmachen 😉

    Viele liebe Grüße, Sefa

  7. Esmerelda

    Oh ich liebe auch Schwarzwurzeln, fast sogar lieber als Spargel. Diesen Winter habe ich zweimal Schwarzwurzeln gekauft, beide Male gabs sie in Mehlschwitze, mit bisschen Butter und Muskat abgeschmeckt. Dazu ein Jägerschnitzel ala Osten (gebratene, panierte Jagdwurst) oder Frikadellen.

    LG Esme

  8. Shermin

    Ick weiß doch watt n Jägerschnitzel ist – mein Gatte lechzt förmlich noch diesem Ostrezept. Konnte mich aber noch nicht dazu überwinden…. 😉

  9. Bacalhau

    Ein schönes Rezept und sympathisch kommentiert! Die Formulierung von „simpel gegarten Wurzeln“ ist allerdings etwas euphemistisch, wenn man den davorigen Aufwand beim Schälen der kaugummiartig-kleberige Milch absondernden Stangen bedenkt. Nichtsdestoweniger bin ich auch Schwarzwurzel-Fan und bedanke mich für das veröffentliche Rezept mit einem Tip zu „Schwarzwurzel-Chips“:
    http://www.rezeptewiki.org/wiki/Schwarzwurzel-Chips

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