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Rezept für Freestyle-Früchtebrot

Ich habe ja heute meinen Weihnachtslikör abgeseiht und da mir die in Weinbrand eingelegte Früchte zu schade zum wegwerfen waren, hab ich sie zu Früchtebrot weiterverarbeitet. Dafür habe ich heute verschiedene Bücher gewälzt, so recht glücklich bin ich mit keinem Rezept gewesen und hab deswegen mal frei Hand alles in den Kessel geworfen, was hier so rumlag. Mich beschleicht ja auch ein wenig das Gefühl, dass das Zeugs quasi Stollen für Arme ist. Weniger aufwändig, simpler zu backen und ähnliches Ergebnis. Wer keine Früchte vom Likör übrig hat, wirft die Dinger über Nacht einfach in den Alkohol seiner Wahl (Rum, Weinbrand, Rotwein oder so).

Fruechtebrot1

Rezept beschwippstes Mandel-Früchtebrot

ca. 850 g getrocknete Früchte (zu gleichen Teilen: Rosinen, Feigen, Pflaumen, Aprikosen) über Nacht in Alkohol (Rum, Weibrand, Wein) eingelegt
600 g Mehl
4 Eier
200 g getrocknete Cranberries
150 g Mandeln mit Haut
100 g Haselnüsse
5 EL Sherry
2 TL Zimt
1 TL Kardamom
1/2 TL gemahlene Vanilleschote
200 g Honig
125 g Butter
100 ml Milch
1 Würfel Hefe

Für die Glasur

Puderzucker
Weihnachtslikör, Weinbrand, Rotwein oder anderes Gezeugs

Zubereitung Früchtebrot

  • Die Milch zusammen mit einem TL des Honig erwärmen und die Hefe hineinbröckeln. Etwas gehen lassen.
  • Mehl in eine große Schüssel geben. Honig und Butter in der Mikrowelle verflüssigen. Honig-Butter, Eier, Sherry, Gewürze und Hefemilch hinzugeben und gründlich verrühren. Abdecken und eine halbe Stunde gehen lassen.
  • Mandeln, Haselnüsse und klein geschnittene Trockenfrüchte unterheben. Kurz stehen lassen und dann mit Wasser befeuchteten Händen kleine Laibe formen. Das Zeug hatte echt Qualitäten dem Honigkuchen-Goo fast den Rang abzulaufen....
  • Die kleinen Brote direkt auf das mit Backpapier belegte Blech geben. Bei 175 ° im vorgeheizten Ofen circa 30 Minuten backen.
  • Glasur anrühren und die Früchtebrote noch heiß damit glasieren.
  • Auskühlen lassen, einen Früchtekuchen sofort knabbbern, den Rest in Frischhaltefolie wickeln.

Fruechtebrot

Früchtekuchen-Fazit

Ey.. Himmel. Muss mir jetzt mal selbst auf die Schulter klopfen. Ich war ja beim Backen schon seeeehr skeptisch, was ich da jetzt zusammengerührt hatte.. Vor allem nachdem der Teig zur klebrigen Masse mutierte und ich mir  eigentlich nen festeren Teig vorgestellt hatte. Ich wollte aber nicht noch mehr Mehl reinkippen und habe es dann mit nassen Händen probiert. Klappte super. Meine nächste Befürchtung war, dass die Brote total auseinanderlaufen und eine schwarzbrodelnde Masse auf dem Blech bilden. Passierte aber auch nicht. Eben habe ich dann einen abgekühlten Laib probiert und kann mich nur selbst beglückwünschen: absolut geil. Schmeckt so, wie ich es gewollt und insgeheim gehofft hatte: Die Glasur war wunderbar eingezogen, das Früchtebrot herrlich mandelig, saftig, weich und mit einer sanften Honignote. Einfach perfekt. Den Rest wickle ich jetzt wie meinen Stollen in Folie. Eigentlich sollte sich das ja halten und noch schön durchziehen. Ich hoffe es jedenfalls - habe ja noch keine Erfahrung damit. So und jetzt bin ich erstmal über meinen Backerfolg glücklich. Morgen sind dann Vanillekipferl, Kokosmakronen und Bethmännchen dran.

DFssgF 5 – mein Fresspaket ist daaaaa!

Mein Fresspaket ist daaaa!

Na gut, schon ein bissel länger da. Donnerstag letzte Woche ist es angekommen und die Versenderin meines lukullisches Fresspaketchen aus dem Frankenland ist Petra von Brot und Rosen, die ich - damals noch mit meinem alten Blog - fresstechnisch im letzten Jahr beglückt habe.

20061031-dfssgf-gelbklein

Wer jetzt gar keine Ahnung hat wovon ich fasele: das DFssgF ist eine Blogaktion von Rosa und heißt nicht anderes, als "Deutsche Foodblogger schicken sich gegenseitig Fresspakete" - ich bin dieses Jahr zum dritten Mal dabei gewesen und werde jederzeit gerne wieder zur Täterin.

Fresspaket(Sieht das nicht lecker aus?)

Aus dem Land der Karpfenteiche kommen also mittelfränkische Spezialitäten, die schon zum Teil in unseren Mägen gelandet sind. Ich mags zwar süß, aber auch gerne deftig, deswegen ist der Inhalt genau meine Kragenweite. 🙂 Im Paket waren:

  • Geräuchertes und gepfeffertes Karpfenfilet, schon aufgfressen. Habe zum ersten Mal bewusst Karpfen gegessen, erstaunlich essbar und lecker.
  • Eine Flasche naturtrübes Kellerbier einer kleinen unterfränkischen Brauerei. Die obligatorische Bierflasche darf im Fresspaket natürlich nicht fehlen - allerdings überantworte ich die meinem Gemahl, werde aber pflichtgemäß natürlich einen Schluck probieren.
  • Ein Glas  Meerrettich. Ein wenig davon gab es zum Karpfen, war aber nicht so ganz unsers. Aber zu Weihnachten ist Rinderzunge geplant, dazu passt es perfekt - aufgeschlagen mit etwas Sahne. Aus der Ferne wurde das Glas quasi schon von meiner Mom meerrettichgierend in Besitz genommen. 😉
  • Ein Tütchen Lebkuchengewürz. Super, kommt mir seeehr gelegen - hab am Wochenende schon die zweite weihnachtliche Backorgie hinter mich gebracht und Lebkuchen sind eh geplant.
  • Ein Päckchen Lakritzfischchen, äh Lakritzkarpfen natürlich. 😉
  • Ein selbstgebackener furchtbar lecker riechender Früchtekuchen. Ich war leider so blöd ihn bis zum Wochenende aufzubewahren - ich dachte Früchtkuchen hält sich so lange. Leider war er sanft angeschimmelt als wir ihn dann zum Kaffee anschneiden wollten. Hab mich wirklich sehr über mich selbst geärgert und finds schade, dass mir der Geschmack entgangen ist. Naja, selbst schuld.
  • Eine große Dose Presswurst. Die gibt es demnächst mal als Brotzeit mit gutem Brot vom Biobäcker und zusammen mit dem Bier.
  • Und ein großes Paket Weihnachtstee - noch unprobiert, da wir aber gerne Tee vernichten wird es natürlich voller Freude vernichtet.

Also liebe Petra: einen herzlichen Dank für die vielfältigen Leckerein! Mein Paket ist leider etwas verzögert, ich packe es aber heute noch fertig und schicke es morgen auf den Weg. Versprochen.

Diabetiker-Rezept: Quarkauflauf (Käsekuchen?) mit Brombeeren und Himbeeren

Habe mal eben bei Jutta ihr Quarkauflauf-Rezept stibizt, es etwas Diabetes-tauglich umgebaut und mit der Brombeer-Beute, die ich vorhin meinem Strauch abgerungen habe, gebacken. Ein paar von der syrischen Lieblingsnachbarin gepflückte Himbeeren waren auch mit von der Partie.

Mein Mann bekam bei der Auflistung des Rezepts glänzende Augen und murmelte was von Käsekuchen. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung ("Neeeiiin Quarkauflauf!!") musste ich dann zugeben: recht hat er. Das Rezept  erinnert mich sehr an das Käsekuchenrezept meiner Mom, das auch ohne Boden ist, aber mit 30 g Gries gebacken wird. Von ihm kam auch die Idee statt (im Haushalt nicht vorhandener) Speisestärke einfach ein Päckchen Vanillepudding zu verwenden. Der gesamt süße Auflauf hat übrigens ca. 5,5 BE

Käsekuchen_Diabetiker_bs

Rezept für Diabetiker Quarkauflauf bzw. Käsekuchen mit Beerenfrüchten
(5,5 BE - macht bei 8 Stück knappe 0,7 BE pro Portion)

500 g Magerquark (1,4 BE)

200 g Brombeeren & Himbeeren (1 BE)

3 Eier

abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, bzw. Citroback

1 Paket Vanillepudding-Pulver (ca. 2,5 BE)

50 g Haselnüsse (0,5 BE)

1 1/2 TL Süßstoff (Ersatz für 60 g Puderzucker)

1 Prise Salz

etwas Butter und Mehl zum ausfetten und ausmehlen der Form

Zubereitung Quarkauflauf mit Süßstoff

  • Die Eier trennen. In einem Becher das Eiweiß mit einer Prise Salz schnittfest schlagen.
  • In einer Rührschüssel das Eigelb zusammen mit dem Süßstoff schaumig schlagen, die Zitronennschale und Puddingpulver hinzugeben und dann den Quark einarbeiten.
  • Mit einem Löffel den Eischnee unterheben.
  • Eine Springform ausfetten und ausmehlen, die Quarkmasse hineingeben und glatt streichen.
  • Die gewaschenen (und handverlesenen - nicht jeder steht auf die zusätzlichen Proteine von kleinen Räupchen 😉 ) Beeren darüber verteilen.
  • Die Haselnüsse hacken und auf dem Käsekuchen/Quarkauflauf verstreuen.
  • Bei 200° in den vorgeheizten Backofen für 25-30 Minuten. Nach 15 Minuten Backzeit den Kuchen mit Alufolie abdecken, da Früchte und Hasenüsse sonst  zu zu starker Bräune neigen.

Quarkauflauf_Diabetiker_bs

Nachmittagskaffee-Fazit

Der Auflauf bzw. Kuchen war wirklich sehr lecker. Die Quarkmasse war superfluffig-locker, aber doch fest genug, dass man sie schneiden konnte. Die Früchte waren etwas sauer, aber OK. Mit etwas Sprühsahne drauf war es superlecker. Das nächste Mal dann halt mit Kirschen und nicht mit selbstgezogenen Berliner Stadt-Brombeeren. 😉

Die Backzeit von 30 Minuten war eventuell einen kleinen Tick zu lang. Der Kuchen war zwar nicht zu trocken und perfekt flaumig, aber der Boden war etwas an der Grenze. Ich überlege, ob ich beim nächsten Versuch das ausmehlen mit geriebenen Mandeln statt Mehl mache.. Also ausmandeln?

“Café Schümli” in Celle

cafeschumliIch treibe mich ja gerade in Niedersachsen herum und besuche meine liebe  Freundin Lilia. Nachdem Sie mich erfolgreich am Bahnhof eingesammelt hatte, wanderte mein schicker schwarzer Lack-Koffer (wenn schon verreisen, dann bitte mit Stil 😉 ) in den Kofferraum, es gab eine kleine Sight-Seeing-Tour via Automobil (Celle bietet der weltoffenen Touristin ja immerhin drei Schlösser) und danach einen ausgedehnten Bummel durch die wirklich wunderschöne und gut erhaltene Altstadt. Den schönen Nachmittag ließen wir dann im "Café  Schümli" in der Zöllnerstraße ausklingen. Wir saßen im Sonnenschein, tranken leckeren Café au Lait und genossen das Ende des Winterwetters

Atmosphäre:

Ein hübsches, kleines Straßencafé mit gemütlichen Stühlen - hier kann man es schon ein Weilchen aushalten, während man in die Frühlingssonne blinzel. Die Einrichtung im Inneren ist gediegen bis edel. Die Toiletten befinden sich im renovierten Gewölbekeller. Sauber und in Ordnung. Es gibt sogar einen kleinen Vorraum samt Wartebereich - austaffiert mit einem bezaubernden chinesischen Sofa, einem (pseudo? - egal, jedenfalls hübsch) antikem Tischchen und Spiegel im Goldrahmen.

Bedienung:

Etwas verplant. Das Service-Team wirkte ein wenig überfordert, aber sehr freundlich und zuvorkommend. (Kein Wechselgeld, kaum im Außenbereich greifbar, falsches Wasser - aber wie gesagt: dennoch sehr bemüht.) Wahrscheinlich von der Gästeflut des Frühlingswetters etwas überrollt?

Essen:

Erstmal zum Preis, den fand ich für ein gutes Café mit selbstgemachten Kuchen und Torten inklusive pittoreskem Altstadt-Ambiente  sehr OK. Für zwei "Pott" Café au Lait, ein wirklich äußerst leckeres Stück Baumkuchen-Buttercreme-Torte (empfehlenswert!) und eine kleine Flasche Wasser habe ich knapp 10 Euro bezahlt.

Das "Café Schümli" ist also ein lohnender Anlaufpunkt für Diejenigen, die es mal hierhin treibt.

Liebe Grüße aus der Gegend um Celle,

Eure Shermin