Lieblingstasse der Woche: Nerdstuff – B.A.f.H.

Nummer zwei der vorgestellen Lieblingstassen ist geballter Nerdstuff aus dem Tassenschrank des Liebsten. Der B.A.f.H. (Bastard Assistant from Hell) – immer mit dem Finger am .root-Zugang und dem Löschbefehl für alle Backups der höchstwichtigen Dissertationen – wird einigen vielleicht noch bekannt sein. Vielleicht lag es immer an meiner Partnerwahl, aber selbst ich als Geisteswissenschaftlerin habe die Storys Florian Schiels über den höllischen Systemadministrator (der ja im Grunde stark am englischensprachigen Original, dem Bastard Operator From Hell, angelehnt ist), der sein Unwesen an einer Münchner Uni trieb,  zu ihren Hochzeiten vor weit über zehn Jahren gerne gelesen.

Ganz unabhängig davon war auch der Gatte (wie wahrscheinlich so gut wie jeder IT-Fuzzie dieser Zeit) gerne Leser der Geschichten, in denen Frau Bezelmann,  ihr Rabe Nero  sowie der BAfH Leisch arme Studenten, Mitarbeiter und andere DAUs das Fürchten lehrten. Auf der Merchandise-Tasse sieht man auch ganz gut, aus welchem Jahr das gute Stück stammt. Zwölf Jahre ist es alt und durch diverse Spülmaschinengänge gewandert. Dafür hat es sich doch echt gut gehalten, oder nicht? Anlässlich der Lieblingstassennominierung habe ich übrigens nochmal in einige der lustigen Geschichten (The  Bastard Assistand goes Overseas) hineingelesen…. und.. mh.. ja.. also..ähm…*räusper*… kann ja sein, dass ick jetzt die Spielverderberin bin und der herrlich zerfleddert-bösartig dreinblickende Nero auf dem Pott wird immer meine liebevolle Zustimmung finden, aber.. also… irgendwie find’ ich die nicht mehr ganz so witzig. Eher ziemlich lahm, teils unzusammenhängend, selbstbeweihräuchernd, nervtötend. Ich bezweifle ehrlich, dass dies an meinem immens gewachsenen Intellekt liegt und mache zögernd die dazwischen liegenden 10 Jahre verantwortlich. Vielleicht habe ich auch einfach in die falschen Geschichten reingelesen, wer weiß.

Ah… und das Getränk in der Tasse ist übrigens kein Kaffee, sondern koffeinhaltiger Power Chai von David Rio, der mit heißer Milch angerührt wird und das momentane Lieblingsgetränk des Tassensbesitzers ist.

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Schnelle Küche: Avocado BLT-Bagel

Klassischerweise ist es ja eigentlich ein BLT(Bacon-Lettuce-Tomato)-Sandwich,  bei Petra stolperte ich via Pinterest letztens über eine leckere Variante mit Avocado. Und da ich gerade mal wieder eine Avocado-Phase durchlebe, habe ich die Anregung für ein schnelles und recht unkompliziertes Abendessen direkt mal aufgegriffen.

Rezept für Avocado-BLT-Bagel

1 – 1/2  reife Avocado
Saft 1/2 Zitrone
(Bärlauch-)Meersalz, Pfeffer
1 Packung Bacon
4 Bagels
2 Tomaten
Salatblätter
Zwiebeln, Zucker,  Balsamico und etwas Butterschmalz für karamellisierte Zwiebeln

 Zubereitung

  • Avocado aufschneiden, entkernen und mit einem Löffel aushöhlen.
  • In einer Schale das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken und mit Zitronensaft, (Bärlauch-)Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Den Bacon in einer Pfanne knusprig braten und auf Küchenkrepp zum Abtropfen geben.
  • Danach in derselben Pfanne (evtl. ist gar kein Butterschmalz mehr nötig – je nachdem wie viel Bratfett vom Bacon da ist) die karamellisierten Zwiebeln nach  Anleitung zubereiten.
  • Aufgebackene Bagels halbieren, Unterseite mit Guacomole bestreichen, Tomatenscheiben, Bacon und Salatblätter in beliebiger  Reihenfolge schichten, das  Ganze zum Abschluss mit den säuerlich-süßen Zwiebeln toppen und den Deckel aufsetzen.



BLT-Bagel-Fazit

Hm… irgendwie… unbefriedigend. Was aber weder an der leckeren Avocado, dem frisch gebratenen Bacon oder den köstlichen karamellisierten Zwiebeln und ihrer Sauce lag, sondern an den gekauften Bagels, die gefühlt im Mund immer mehr wurden, sich wie Schaumkissen kauten und die Tendenz hatten alle Aromen zu schlucken.

Ich hatte noch frisches und saftiges Dinkel-Hafer-Nuss-Brot da, mich aber der Optik wegen für die Bagels entschieden – was ein totaler Fehler war. Nächstes Mal also Finger weg von den komischen Aufback-Bagels und lieber ein gutes Brot und damit eine klassische Sandwichvariante oder den perfekten Bagel-Dealer in Berlin auftun. Ansonsten waren die einzelnen Bestandteile toll. Vor allem der Bacon. Ich meine.. Bacon! Und dann auch knusprig gebraten. Hach.

 

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Neue Rubrik: Lieblingstassen. Heute “Wilde Beeren”, gefüllt mit Ingwertee.

Falls dieser Text gerade vor Fehlern nur so strotzt – seht es mir nach, mein Gehirn ist gerade etwas von Krankheitskeimen umwölkt und ich sitze hier, umzingelt von einer kleinen Armada aus Halstabletten, Taschentüchern, Nasenspray und einer klitzekleinen Spur Selbstmitleid. Ihr kennt das ja bestimmt auch.

Aber um zum Thema zu kommen – ich führe hiermit eine neue Rubrik ein, der ich hoffentlich wöchentlich neuen Input hinzufüttern kann (genug Trinkbehältnisse sind jedenfalls vorhanden, Durchhaltevermögen hoffentlich auch). Ich gehöre bekennenderweise ja zur Spezies der Sammeltiere. Neben Wolle, Perlen, Stoff, Büchern, Schmuck, Knöpfen und anderen wohnungsschmückenden Gegenständen, habe ich einen fatalen Hang zu Keramik, Glas und Porzellan, besonders  zu schönen Tassen. Tassen erwärmen mein Herz. Fast ebenso befriedigend, wie der Blick auf eine gefüllte Vorratskammer, ist der Blick auf meine mit Tassen, Kaffeepötten und zarten Teeschalen gefüllten Geschirrschränke. Ich gestehe, ich bin ein Tassen-Junkie.

Das Tödliche daran – der liebste, beste, tollste Gatte leidet leider auch unter dieser Sammelwut, nicht an schönen oder geekigen Tassen vorbeigehen zu können. Ein gadgetlastiger Dr.Who-Mug bringt seine Augen leidenschaftlich zum Leuchten. Diverse Kisten voller aufgerollter Kabel, die man bestimmt-irgendwann-vielleicht-gaaaarantiert noch gebrauchen kann,  leider auch. Tapfer versuchen wir einmal im Jahr auszusortieren, diskutieren jedes fragwürdige Objekt durch und versuchen dann die Überreste (also alles, bis auf eine mickrige, angeschlagene Tasse) wieder in die Küchenschränke zu pferchen oder neue Auslagerungsdatein, sinnvolle Aufbewahrungsmöglichkeiten aufzutun.

Ich finde es einfach wundervoll, für jede Lebenslage, jede Stimmung und die für diesen Augenblick und genau zu diesen Atemzug passende Lieblingstasse zur Hand zu haben. Denn ich habe nicht nur eine Lieblingstasse, sondern wechselnde Favoriten. Je nach Getränk, anwesenden Menschen, Lebensphase und Stimmungslage. Ich öffne also für die Neugierigen unter euch meine Schränke und gebe ein wenig den Blick auf die geliebtesten Gegenstände unserer Küche frei. An manchen hängen Geschichten und Erinnerungen, an manchen Rezepte, an manchen ist nichts als ihr hübsches Äußeres dran.

Neuerwerb und (hoffentlich) heilsames Rezept für Ingwertee à la Admin

Die Tasse “Wilde Beeren” von ChaCult (einer in Hamburg ansässigen Firma, ein Bild auf der Homepage lassen allerdings eine Produktion in einem asiatischen Land vermuten) habe ich vor kurzem und  für knapp 9 Euro im Teeladen meines Vertrauens erworben. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, außer, dass ich sie herrlich schön shabby-chic-kitschig finde, Himberen liebe und sie deswegen unbedingt meinem Tassenhort einverleiben musste. Zu meinem Erstaunen sagt die Homepage, dass das aufgebrachte Bild spülmaschinenfest ist – im Teeladen wurde mir auf Nachfrage die Handwäsche empfohlen.

Der Ingwertee hat allerdings seinen  Namen von meinem Mann, der in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung mitgemacht hat. Löste Ingwer noch vor fünf Jahren lautstark würgende Abscheu aus, trinkt er inzwischen genüsslich Ingwerbrause und brüht sich mit seinen Arbeitskollegen im Admin-Verschlag der Firma Ingwer auf.
Begonnen hat es wohl damit, dass ich ihm bei Krankheit zwangsweise mit  auf dem Herd gekochtem Ingwertee traktiert habe und er dabei nach einigem Zetern entdeckte: “Mh.. so scheiße schlimm schmeckt es ja gar nicht… is sogar ganz lecker! Und hilft. Wow.” Da sie in der Firma keinen Herd haben, beschränkt sich das Rezept auf einen Aufguss, der aber genauso praktikabel und trinkbar ist.

Zutaten für Ingwertee

Handvoll geschälter, in große Stücke geschnittener Ingwer
kochendes Wasser
Zitronen oder Limettensaft
Honig
Teekanne & Stövchen

Zubereitung

Die Ingwerbrocken in eine Teekanne werfen, mit dem kochenden Wasser überbrühen, auf ein Stövchen setzen und dort über einem Teelicht weiter ziehen lassen. Der Tee wird nach und nach natürlich schärfer.  Nach 5-10 Minuten Ziehzeit kann man sich die erste Tasse gönnen, mit etwas Zitrussaft und zwei Teelöffeln Honig (das tut dem Hals natürlich auch gut) abschmecken.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Gesundheit, kommt gut über die Erkältungssaison und schlagt einen weiten Haken um grippale Infekte. Ich wanke dann mal in die Küche Ingwertee aufsetzen, versuche dabei die Gedanken an Fanille-Fonsies  “Ingfer”-Vorträge abzustreifen und werde danach still und leise auf meinem Sofa weiter vor mich hin leiden… ;-)

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Irish Stew mit tschechischem Schwarzbier

Fast jeder der kocht, und einen minimalen Faible für Kochbücher hat, hat die Anne Wilson-Kochheftchen irgendwo im Regal versteckt herumstehen. Auch bei mir tummeln sich etliche der günstigen, aber durchaus hübsch gemachten Druckwerke. Gekauft habe ich sie mir noch zu Studienzeiten so für ein bis zwei Euro das Stück und habe mich Zuhause dann glücklich hindurchgeblättert.

Letztens fielen mir die Heftchen wieder in die Hände, der Liebste blieb kurz am Irish Stew mit Guiness hängen und beim Einkaufen gestern wurde ich beim Anblick von Rindergulasch von spontanen Gelüsten auf dieses doch sehr handfeste Gericht überwältigt. Guiness gab es nicht, also musste es das günstige (und einzig greifbare) tschechische Schwarzbier Breznák Cerné richten. Die Wahl war wahrscheinlich nicht mal so schlecht, mein letzter Guiness-Genuss liegt schon einige Jahre zurück, aber ich meine mich zu erinnern, dass es deutlich bitterer im Geschmack war. Das Stew hier ist eine mit Mehl gebundene Kreuzung aus Eintopf, Schmorgericht und Ragout. Seit dem Ragout aus Hühnerherzen ist meine Leidenschaft für solche saucentriefenden Schmurgelgerichte ja eigentlich auch klar…

Also – diese flüssige Hauptzutat plus Fleisch, Gemüse und ein wenig Zeit …

… ergibt dieses köstliche Mahl.

Rezept für Irish Stew mit Schwarzbier

1 Kg Rindergulasch
500 ml Schwarzbier (hier: Breznák Cerné)
circa 500 ml Wasser oder Brühe
4 große Zwiebeln
2 große Karotten
150 g Trockenpflaumen, halbiert
2 große, gehäufte EL Mehl
2 Zehen Knoblauch
1 1/2 TL getrockneter Thymian
2 Lorbeerblätter
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Butterschmalz

Zubereitung

  • In einem großen Schmortopf das Rindfleisch in Butterschmalz nach und nach portionsweise scharf anbraten. Gibt man direkt alles hinein, wird es durch das gesammelt austretende Wasser nur gekocht.
  • Grob in Streifen geschnittene Zwiebeln und den Knoblauch hinzugeben und mit anschwitzen.
  • Den Topfinhalt mit dem Mehl überstäuben, gründlich untermengen und das Bier einrühren. Das geht sehr gut und ohne Klümpchen. Fleisch und Zwiebeln sind jetzt von einer dicken, braunen Sauce ummantelt.
  • Wasser oder Brühe unterrühren, die geputzten und in dicke Scheiben geschnittenen Möhren zusammen mit den Gewürzen hineingeben.
  • Aufkochen lassen, auf kleinste Flamme runterschalten und ein bis anderthalb Stunden köcheln lassen. Öfters umrühren, evtl. Flüssigkeit nachfüllen.
  • Gegen Ende der Garzeit die Trockenpflaumen hinzu geben, vor dem Servieren nochmals abschmecken.


Irish Stew Fazit

Mehr davon. Passt perfekt in die Herbst- und Winterzeit und auch zu einem verfröstelten, windigen Halbfrühlingstag Ende Februar. Als Beilage (zum Dazuessen, Reinbrocken oder Auswischen des Tellers) gab es frisch gebackenes Kartoffelbrot, passt ja zu nem irischen Rezept. Man darf sich nur nicht die Finger an dem heißen Brotlaib verbrennen. Obwohl das Bier nicht so bitter und sehr malzig war, fügten sich die Trockenpflaumen hervorragend ein. Da das Stew recht früh mit Mehl gebunden wird, muss man ab und an umrühren, um sicher zu gehen, dass es nicht am Topfboden anbäckt.
Das ist Comfort Food at its best, das auf mehr als einer Ebene wärmt. Inklusive zufriedenem Schnaufen, wenn man angenehm satt den Löffel weg legt.

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Neu eingezogen: die Turk

Der nördliche Ableger des Discountriesens Aldi hatte diese Woche eine kaltgeschmiedete Eisenpfanne im Angebot. Nachdem ich mir – allerdings damals noch etwas zögerlich – vor ziemlich genau drei Jahren schon eine ähnliche eine Pfanne ins Haus geholt hatte, betrachtete ich dieses langstielige Angebot mit sanft-begehrlichen Blicken.

Nachdem wir beim ersten Kauf wirklich etwas Eingewöhnungszeit mit  der Eisenpfanne benötigten und vor allem der Gemahl sich zunächst mit Händen und Füßen gegen die Nutzung wehrte, ist sie inzwischen unser liebstes Bratutensil und aus der Küche nicht mehr wegzudenken. In ihr lässt sich alles – vom Pfannkuchen bis zum Steak – wundervoll zubereiten.
2009 schrieb ich, dass diese Sorte Pfannen besser wird, je länger sie in Benutzung ist. Damals war es noch eine Vermutung, heute eine Aussage, die ich jederzeit bekräftigen würde. Den Kauf haben wir jedenfalls keinesfalls bereut und die nach und nach versterbenden antihaftbeschichteten Pfannen, werden in Zukunft möglichst nur noch durch artverwandte Eisenobjekte ersetzt.

Aber zurück zu Aldi – mit knapp 20 Euro entsprach der Kaufpreis ungefähr dem, was man im Netz inklusive Versand für geschmiedete No-Name-Pfannen bezahlt. Im Vorfeld wurde via Twitter unter einigen Foodbloggern auch eifrig diskutiert, ob es sich bei dem Aldi-Angebot vielleicht sogar um eine echte Turk handeln könnte, was eine Ersparnis von 5-15 Euro (je nach Händler und Versandkosten) bedeutet hätte. Nachdem wir in unserer Filliale des Abend die vorletzte Pfanne erjagt hatten, brachte ein Blick auf den Garantiezettel erfreuliche Klarheit, da dort als Hersteller die Albert Turk GmbH & Co. KG angegeben ist.

Ein paar Tage nach dem Kauf gab es dann Kartoffelpüree – die perfekte Gelegenheit, um nebenbei mit Öl, Salz und den anfallenden Kartoffelschalen die Pfanne gründlich einzubrennen, eine schneidbare Rauchmasse in der Küche zu produzieren und zu hoffen, dass die Nachbarn nach dem Öffnen des Fensters (wieder) nicht die Feuerwehr rufen. Danach wurde der Neuling dann liebevoll mit Olivenöl massiert und harrt jetzt der Gerichte, die da kommen mögen.
Vielleicht hilft das ja ein paar Leuten, die genau wie ich damals herumgrübelten und sich zum Pfannenthema quer durchs Internet lasen, bei der Entscheidungsfindung.

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