Lesehungrig No. 3

Einigen mit ganz prüfenden Augen ist es eventuell aufgefallen, dass ich den Namen des Events und das Logo leicht abgeändert habe. Nach und nach werde ich dann auch die Banner überarbeiten und austauschen. Also wundert euch bitte, bitte nicht, wenn bei euch plötzlich ein türkises Buch mit etwas anderem Text auftaucht und es nicht ganz so aussieht, wie gewohnt.

Lesehungrig-quer-SUnd warum jetzt dieses nervige Rumngeändere? Einfach, damit es nicht zu Verwechslungen mit meinem Blog Lesehunger (das als Projekt aus dem allerersten Lesehunger entsprungen ist) und diesem wunderbaren Dauer-Event kommt. Da ich mit diesem ganz speziellen literarischen Foodblog ja auch an meinem eigenen Event teilnehme, ist das – für alles außer mir – etwas… verwirrend. Deswegen also das Auseinanderklamüsern via etwas anderslautender Namenswahl. Ich hoffe das kann jeder nachvollziehen und ich verwirre niemanden vollends mit der Aktion.

Lesehungrig-Banner-türkis-SBAaaaber, schreiten wir endlich zur Tat und stellen all die tollen essbaren Dinge und Bücher vor, die im ersten Quartal 2014 zusammengekommen sind.

Zusammenfassung Lesehungrig III.

2b

Für den allerersten lesehungrigen Beitrag im Jahr 2014 widmet sich Ninive dem spanischen Autor Arturo Pérez-Reverte (Was für ein Name – ist ja auch schon ein wenig verheißungsvoll) und seinem Roman “Dreimal im Leben“*.
Gegessen wird in dem Buch, das in den 19302er Jahren spielt, nicht sehr viel. Der Tango – und eine Liebesgeschichte über Jahrzehnte hinweg – stehen im Fokus. Aber immerhin isst die wunderschöne Protagonistin Mecha auch mal ein Scheibchen Toast, was zu diesem leckeren Rezept für Vollkorntoast führt.

1b

Und das Toastbrot findet irgendwie ja auch Verwendung im zweiten Rezept, dass Ninive einreicht… Denn von dem Roman leichten aber sehr amüsanten Frauenroman Fast Women* (Achtung: Englisch) lässt sie sich zu Eggs Benedict inspirieren, die dort das traditionelle Frühstück bei einem Frauentreffen sind. Mit der frisch geschiedenen Hauptfigur Nell Dysart, die einen Job in einer Detektei annimmt, ihren Schwägerinnen und einem Haufen Porzellan entwickelt sich laut Ninive eine schön leichte, aber nicht zu seichte Story. Klingt nach perfekter Ferienlektüre.

3b

Friederike nimmt uns mit ihrem Rezept für “Kotonjada oder Quittenkäse” (Ich kenne es unter dem Namen Quittenbrot), mit nach Kroatien und erzählt von dem Familienroman “Olivas Garten“* von Alida Bremer. Der Roman trägt wohl stark biographische Züge und erzählt davon, wie die inzwischen in Deutschland lebende Alida den Olivenhain ihrer Großmutter in Kroatien erbt und dieses Erbe auch antreten will. Gewürzt also mit vielen Erinnerungen – an schreckliche Kriegszeiten, schöne Erlebnisse und natürlich starke Frauenfiguren, wie die Großmutter, die in einer Szene würziges, süßes Quittenbrot herstellt….

4b  

Auch von mir gibt es natürlich einen Beitrag. In meinem speziell auf Literatur bezogenen Foodblog “Lesehunger” habe ich in der Pfanne leckere & fluffige Buchweizenpfannkuchen gebacken. Zu dem Rezept verleitet wurde ich durch eines meiner Lieblingsbücher “Daddy Langbein“* (das Buch gibt es leider nur noch gebraucht, das englischsprachige Original kann man sich auch kostenlos im Projekt Gutenberg runterladen) von Jean Webster. Die Story spielt um 1915: Judy Abbot ist in einem furchtbaren Waisenhaus aufgewachsen, durch ein Stipendium kann sie aufs College und entdeckt dort in ihrer herrlichen Art die Welt. Unbedingt lesenswert!

5b  

Barbara pochiert in ihrem Blog Schlecktüre Lachs und serviert dazu Beurre blanc, Kartöffelchen und Böhnchen. Sie erzählt, wie die Familiengeschichte, die Frances Greenslade in “Der Duft des Regens“* vor den Leser/innen ausbreitet, sie in ihren Bann gezogen hat. Das Buch handelt von zwei Schwestern, ihrer fantastischen Kindheit in den Wäldern British Columbias (Kanada) und dann dem extremen Bruch: Der Vater stirbt, die Mutter verschwindet, die Mädchen werden zu Fremden in der Stadt gegeben und wachsen dort auf. Aber die erinnerungsvolle Sehnsucht und viele Fragen treiben natürlich umher. Eine etwas schwerere, traurig-schöne Lesekost, die mit sehr poetischer und bildgewaltiger Sprache aufzuwarten scheint.

6b  

Ein lesehungriges Blogevent so ganz ohne Krimi ist ja fast nicht vorstellbar. Und so bereichert uns die liebe Gourmandise mit “Fettuccine al triplo burro maestose” (manchen eventuell auch unter “Fettucine Alfredo” bekannt) und größeren göttlichen Mengen an Nudeln, Parmesan Butter und Sahne. Dieses Gericht genießen die Hauptakteure des Romans “Die letzten Tage des Vatikan“*
von Jacques Neirynck mit kriminaltechnischen Zügen (immerhin steht die Echtheit des Grabtuches von Turin zur Debatte) zu Anfang in einem Restaurant in Rom. Und es liest sich ja auch wirklich zu lecker…!

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Orientalisches Frühlingsmenü mit der Metro-Kochherausforderung 2014

Zum dritten Mal durfte ich jetzt bei der Kochherausforderung der Metro dabei sein. Hierbei gilt es, alle Zutaten in einen oder mehreren Gerichten verarbeiten zu müssen. Anfang April haben wir die Waren bei der Metro abgeholt und die frischen Sachen wie den Fisch direkt verarbeitet (und dabei meine Wohnung gleich sanft mitgeräuchert…).  Die letzten Produkte habe ich aber jetzt am Wochenende erst verkochen können. Wie im letzten Jahr, reiche ich die Rezepte im Laufe der nächsten Wochen in einzelnen Artikeln nach.Orientalisches-Frühlingsmenü-sUnd so sah mein Menü aus. Wie schon in den Vorjahren (hier für 2013 und 2012  nachzulesen), habe ich mich für ein orientalisch angehauchtes Menü mit drei Gängen entschieden. Am meisten über die Verwendung gegrübelt habe ich ich bei diesen beiden Sachen: Die Nudeln haben mir wegen ihrer Form etwas Kopfzerbrechen bereitet – bis ich sie dann ganz einfach zerbröselt habe. ;) Auch die Schokolade habe ich zunächst etwas skeptisch beäugt, in einer Reinkarnation als Karamell-Schokoladensauce, war sie aber toll.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas war im Einkaufskorb:

2 frische Forellen à 500 g
1 Flasche Rheingau Riesling 2012, Weingut Leitz
2 große Artischocken
1 Dose Borlotti-Bohnen (Wachtelbohnen)
1 Packung Calamarata-Nudeln “Garofalo”
1 Packung Jamón Ibérico
1 Packung Tortas de Aceite (spanisches Knusperbrot mit Rosmarin)
1 Packung Earl Grey Tee
2 Tafeln Lindt-Schokolade “Salted Caramel”

Das Menü

Vorspeise-Frühlingsmenü-sVorspeise: Arabischer Brotsalat (Fattoush)  mit in Weißwein gebeizter und in Earl Grey Tee im Kochtopf geräucherter Forelle
–> Verwendet: Forellen, Rosmarinbrot, Weißwein, Earl Grey

Hauptgericht-arabisches-Frühlingsmenü-sHauptspeise: Orientalische Butternudeln mit Hülsenfrüchten (Rishta bi Adds) mit Schinkenröschen vom Ibérico und gefüllter Artischocke.
–> Verwendet: Nudeln, Wachtelbohnen, Ibérico Schinken, Artischocken

Die gefüllte Artischocke werde ich allerdings ganz gemein unterschlagen. Zum einen konnte ich – wegen erst beim Aufschneiden sichtbaren Bewohnern – nur eine Artischocke verwenden, zum anderen fand ich mein Rezept zwar ganz okay, aber einfach nicht so brillant und lecker, dass es blogwürdig wäre. ;)

Dessert-arabisches-Frühlingsmenü-skDessert: Arabischer Milchpudding (Mahallebi) mit Kardamom, Pistazien und Karamell-Schokoladensauce

Für die Schokoladensauce: 50 g Salzkaramellschokolade im Wasserbad schmelzen, 30 g Sahne unterrühren und noch warm zum kühlen Pudding servieren.

Es war wie immer eine Herausforderung – es zeigt ja schon der Name, unter welchem Stern der Event steht. Wie immer wurde dem Warenkorb entgegengefiebert, Rezepte gewälzt, nachgedacht, Gerichte auf dem Papier ent- und verworfen, ausprobiert, gezittert, geflucht und sich gefreut.

Aber (war klar, dass das jetzt kommt, oder? ;)) die Zutaten haben mich persönlich diesmal ein klein wenig enttäuscht. Zum einen fand ich den Gemüseanteil – gerade im Frühling! – zu gering. Zwei Artischocken und Dosenbohnen, während um uns herum alles sprießt. Zum anderen gab es bei den vorherigen Events immer Lebensmittel, die für mich total neu waren und die ich freudig entdecken konnte. Kulinarische Offenbarungen, die mich wirklich überrascht und jeweils ein neues Türchen für mich aufgestoßen haben. Produkte, die ich dann auch so gut finde, dass ich sie auch wieder kaufe. Zum Beispiel das köstliche Arganöl, das tolle Pesto der Metro-Eigenmarke, das herzzerreißend geile Iberico-Fleisch oder das Label-Rouge-Huhn, das als geniales Butter-Zitronenhühnchen hier verewigt wurde. Dieses Gefühl hatte ich diesmal leider gar nicht. Messmer-Tee bekomme ich im Supermarkt gegenüber. Die Dosenbohnen oder Artischocken auch. Selbst Forellen bekommt man inzwischen sogar als Frischware beim Discounter. Die Schokolade, vor der ich eigentlich ein wenig gezittert hatte, weil man durch sie doch arg begrenzt auf Süßes war, überraschte mich geschmacklich ein wenig (Hey… das erste Mal seit Jahren, dass ich Lindt-Schokolade als essbar empfinde). Der Schinken war natürlich auch sehr gut. Auch die spanischen Cräcker waren lecker, die würde ich mir vielleicht nochmal als Knabberkram holen, wenn sie mir zufällig über den Weg laufen. Aber obwohl alles natürlich hochwertig war, war  irgendwie war kein Produkt dabei, dass mich wirklich geflasht und positiv überrascht hat. Also wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, dann den, dass bei der nächsten Kochherausforderung – egal ob ich dabei sein werde oder nicht – allen Teilnehmer/innen wieder so ausgefallen-geniale Artikel nahe gebracht werden, die man sich vielleicht sonst nicht regulär in den Einkaufskorb legen würde.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich in meinen Artikeln dennoch  immer um Objektivität.
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Supper Club mit Guido Vinci in “Freddy Leck seine Küche”

Was macht die gelangweilte Foodbloggerin in Berlin so – außer des Abends nach getaner Arbeit, Arbeit und Arbeit schnell was in der heimischen Küche zusammenzurühren? Sich auf dem Sofa einrollen? Sanft entschlummern? Wilde Partys feiern? Fast.
Supper-Club-Collage-bsStiftung Warentest hat nämlich das Verlagsprogramm erweitert und macht jetzt – auf den allerersten Eindruck hin ziemlich gut – in Kochbüchern. Und um diese vorzustellen, es ist ja zugegebenermaßen irgendwie nicht das erste mit Stiftung Warentest assoziierte Thema, luden sie verschiedene Pressevertreter/innen  und Foodblogger/innen zum Italian Gourmet Supper Club* in “Freddy Leck seine Küche“. (Jaha.. nich lachen. Datt heißt wirklich so. Liegt gleich neben “Freddy Leck seinem Waschsalon”. Hat bestimmt wieder irgendwas mit Hipstern und Berliner Coolness zu tun.) Am Herd stand Guido Vinci und zauberte ein mehrgängiges Menü mit Wildkräutersalat, (den Göttern sei Dank!) nicht-nach-Rote-Beete-schmeckendem-Rote-Beete-Risotto mit Parmesanschaum und Proseccogelee, niedrigtemperaturgegartem Bio-Kabeljau auf Mangoldsmoothie und Orangensouffleeküchlein mit einer süßen Auberginenvanillesauce, die (ebenfalls den Göttern sei Dank) nicht nach Aubergine schmeckte. Da meine Kamera bei dem Licht nicht kooperieren wollte, gibt es leider nur ein paar schrömmelige Handyschnappschüsse.
Supper-Club-Menü-bs Tja.. was soll ich sagen. Zwischen bunten 60er Jahre-Tapeten, herzzerreißender Marienfigur (hätte die nur in meine Handtasche gepasst…) und im Lichte von Kerzen und einem herrlichen Kitschklunker-Kronleuchter saßen wir in dem kleinen Raum an einer großen Tafel, ließen uns direkt daneben wunderbar bekochen und haben uns hervorragend unterhalten. Es war wirklich eine ausnehmend schöne und angenehmen Atmosphäre, was sicherlich auch daran lag, dass das Team von Stiftung Warentest den Event nicht zu einer aufdringlichen Werbeveranstaltung à la Kaffeefahrt ausgebaut hatte.  Das einzige Manko war die etwas schlechte Akustik des Raumes, bei knapp 20 Personen wird es dann halt sehr schnell etwas laut. Etwas schade auch, dass man im Grunde nur mit einem Drittel der Anwesenden (denen, die in direkter Hörnähe um einen herum saßen) ins Gespräch kam. Es war insgesamt herrlich unaufgeregt und dennoch ein besonderer Rahmen.  Ein warmer Abend, bei dem man sich toll unterhalten, neue Kontakte knüpfen und alte auffrischen konnte und ganz nebenbei noch ein paar Kleinigkeiten zu den Kochbüchern und ihrer Herstellung erfuhr. Endlich konnte ich Petra – mit der ich ja quasi seit Jahren täglich via Twitter kommuniziere – mal live sehen. Von der lieben Ulrike bekam ich zudem noch ein Fläschchen von ihrem selbstgebrauten Tonic-Sirup zugesteckt. Sehr sympathische Neuentdeckungen des Abend waren dann auch noch die Mädels von Angel of Berlin und Bella kocht.

Zu den Büchern komme ich dann schlussendlich auch noch. Beim Herausgehen mitgenommen habe ich mir nur das Kochbuch “Beeren“** von Linda Louis, das am 15.04.2014 erscheint. Beim Hindurchblättern heute entpuppte sich dies als wirklich  interessantes Buch, auch wenn Linda Louis in einem Rezept so ein wenig die Konsistenzen von mittelalterlichem Lemon Posset und Everlasting Syllabub durcheinander zu werfen scheint. Aber nicht nur Rezepte zu allen möglichen Beeren sind hier vertreten, auch jeweils ein Steckbrief und genauere Infos zu Ernte, Anbau (ich wühle ja sowieso gerne in der Erde meines Schattengartens), Inhaltsstoffen und Verwendung sind zu finden. Und es finden sich verheißungsvoll köstliche Neuentdeckungen: Die Litschitomate war mir bis dato unbekannt – mir juckt der Anbau derselbigen in den Fingern. Und auch die Früchte des Westlichen Erdbeerbaums sehen bezaubernd aus. Ganz neu und spannend war für mich, dass die, schon oft interessiert beäugten, Früchte von Fuchsien tatsächlich essbar sein sollen. Ein weiteres Buch von Stiftung Warentest, das mir demnächst hoffentlich ins Haus flattern wird, ist “Gutes Essen – Lebensmittel selber machen“** – das trifft einfach auf den ersten Blick total meinen Nerv und ist gut für meinen neugierigen Selbermachtrieb, der mich ja schon seit frühester Kindheit dazu zwingt, möglichst viel auszuprobieren und einfach mal mit den eigenen Händen anzufertigen.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies hatte allerdings keinerlei Einfluss auf meine Meinung.
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Gebratene Jakobsmuscheln – schlicht, köstlich, edel

Schon mal Jakobsmuscheln probiert? Fast finde ich ja die französischsprachige Bezeichnung (traditionelle Fanggebiete liegen unter anderem vor Frankreich) ja hübscher: “Coquilles St. Jacques”. Das singt förmlich beim Sprechen, und ist auch um Längen besser als das englisch-knappe “scallops”. Eigentlich passen diese Muscheln mit dem zarten, weißen und leicht süßen Fleisch, ja hervorragend zu einem Ostermenü. Ich hatte bisher nur die Gelegenheit sie vor Jahren mal in Miniaturform, begraben unter geschmacksintensiver Fertigsauce und im Ofen zu Tode gegart, näher betrachten zu können.

gebratene-Jakobsmuscheln-bsKein Wunder also, dass sich damals keine nachhaltigen Erinnerungen gebildet haben. Vor ein paar Wochen erhielt ich allerdings die Möglichkeit, unverbindlich den neuen Berliner Onlineshop & Lieferservice der Deutsche See Fischmanufaktur auszuprobieren. Im Einkaufskorb gelandet sind letztendlich ein großer Beutel mit Jakobmuscheln (Wildfang, ohne Corail) und Thunfischfilet. Der Bestellvorgang (ich hatte einen Gutschein und habe noch etwas aufgestockt) lief problemlos. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich als Foodbloggerin bestellt habe oder daran, dass sich dieser Lieferdienst für frischen und tiefgekühlten Fisch in Berlin einfach in einem höheren Preissegment bewegt und man dementsprechend die Klientel anders anspricht, aber der Service war wirklich toll. Als im Vorfeld ein kleines Problem auftauchte, wurde dies mit einem freundlichen Anruf erledigt (der gewählte Thunfisch war in der Größe nicht verfügbar, deswegen wurde nach Rückfrage kostenfrei ein – sehr viel – größeres Stück geliefert). Auch die Lieferung fand pünktlich und von sehr engagiertem und freundlichem Personal ausgeführt, im gewählten Zeitfenster und mit einem kurzen Anruf vorher statt.

muscheln-pfanne-bsUnd dann schlummerten die Muscheln erst mal zwei Tage in meinem Tiefkühlfach und ich schlicht etwas nachdenklich um sie herum. Was mit ihnen anstellen? Nachdem ich dann zahlreiche Kochbücher gewälzt und mit keiner Rezeptidee wirklich zufrieden war, habe ich mich für eine pure und schlichte Zubereitungsart entschieden, bei der man eigentlich nicht viel falsch machen kann (außer die Muschel  so lange zu braten, dass sie die Konsistenz von angekochten Autoreifen annimmt, aber das gilt ja für jegliche Fisch- und Meeresfrüchte) und sie mit verschiedensten Beilagen und Gerichten kombinieren kann. Auch, um die kleinen Biester erstmal in Ruhe näher kennenlernen zu können. Der Geschmack der Coquilles St. Jacques (ich kann etwas wortverliebt einfach nicht widerstehen.. ;)) ist schon etwas speziell. Der Liebste war sofort begeistert, bei mir brauchte es ein paar Bissen und zwei Gerichte, um mich wirklich zu überzeugen. Ich persönlich mag sie nicht komplett glasig, sondern lediglich mit einem gerade noch sanft glasigen Kern. Das süße Fleisch der Jakobsmuscheln war dennoch butterzart und ließ sich mit der Gabel teilen. Was aber vielleicht auch an der Qualität des Muschelfleisches lag. Wer es anders mag: Einfach die Garzeit verringern.

Bei uns reichten acht große Jakobsmuscheln (ich verwende hier nur die schon geputzten Muscheln, also nur das weiße Muskelfleisch, die sogenannte “Nuss”) mit einem großen Salat mit gebratenen Pilzen und knusprigem Brot als Hauptspeise für zwei hungrige  Personen. Als Vorspeise oder Zwischengang für vier Personen kommt es sicherlich ähnlich gut aus.

Zubereitung-Jakobsmuscheln-bsRezept für gebratene Jakobsmuscheln

8 große, geputzte Jakobsmuscheln (TK-Ware)
Olivenöl zum Braten
Butter
Pfeffer (frisch gemahlen)
Meersalz

Zubereitung

  • Jakobsmuscheln auftauen lassen und mit Küchenkrepp sorgfältig trockentupfen.
  • Olivenöl in eine Pfanne geben und auf hoher Stufe erhitzen.

Tipp: Ungeschälte, angequetschte Knoblauchzehe, Rosmarin- oder Thymianzweig mit ins Öl geben und so sanft aromatisieren.

  • Die Jakobsmuscheln im Uhrzeigersinn in die Pfanne setzen und je nach Größe 1,5 – 2,5 Minuten braten.
  • Die Muscheln in der Reihenfolge der Hineinlegens wenden (die Unterseite sollte jetzt gebräunt sein) und ebenfalls 1,5 – 2,5 Minuten scharf braten.
  • Kurz vor Ende der Garzeit ein Stück Butter in die Pfanne geben, schmelzen lassen und die gebratenen Muschelstücke mit Hilfe eines Esslöffels mit der geschmolzenen Butter überziehen.
  • Die Muscheln direkt aus der Pfanne nehmen, so dass sie nicht weitergaren können. Wer mag, kann sie auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen (die schöne Butter!). Mit Meersalzflocken und frisch gemahlenen Pfeffer bestreuen, auf einem Teller oder einer Servierplatte auf einem Salatbett anrichten und lauwarm servieren.

*Werbung. Aus rechtlichen Gründen kennzeichne ich diesen Artikel als Werbung, da ich die Produkte unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies hat allerdings keinerlei Einfluss auf meine Meinung.

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Frühlingslust: Schnelle Bärlauchbutter

Draußen zwitschern die Vögel, alles in der Natur scheint vor grüner Kraft nahezu zu bersten und zu knopsen. Und bei diesem Rezept dürft ihr dann ebenfalls frühlingshaft vor euch hin trällern, während ihr – hoffentlich von einem vorwitzigen Sonnenstrahl abgetroffen – mit der Gabel lustvoll durch die Butter pflügend, gleich noch ein paar winterliche Aggressionen loslassen könnt. Therapeutische Butter sozusagen.OLYMPUS DIGITAL CAMERADieses schnell zu machende Rezept für die leckere Kräuterbutter habe ich gestern in grober Erinnerung an eine Gewürzbutter zusammengerührt, die die liebste Freundin letztes Jahr zu meinem Geburtstag hergestellt hatte. (Ich meine mich zu erinnern, dass es im Zusammenhang mit dem Genuss der Bärlauchbutter damals auch zu einem spontanen, aber unerwiderten, Heiratsantrag kam… ;))

OLYMPUS DIGITAL CAMERABeim Versponnenen Salon am gestrigen Samstag kam diese Variante jedenfalls hervorragend an. Konnte gar nicht so schnell gucken, wie das halbe Stück Butter auf dem knusprigen Zwiebelbrot landete. Note to myself: Nächstes mal die doppelte Menge machen.
Holt euch also etwas Frühlingsfrische aufs Brot. Zum gemütlichen Osterbrunch passt die grüne Butter, die wirklich unkompliziert zu machen ist, auch ganz hervorragend.Kräuterbutter-selbermachenRezept für Bärlauchbutter

125 g Butter (weich/zimmerwarm)
30 g frischer Bärlauch (ca. 10 große Blätter)
1/2 TL Fleur de Sel
1/4 TL getrocknete Zitronenschale (gerne auch frisch geriebene Schale von Bio-Zitrone)
1/8 TL frisch gemahlener Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Den Bärlauch waschen, trocken tupfen, die Stängel entfernen.
  • Die geputzten Bärlauchblätter mit einem Wiegemesser oder einem scharfen großen Messer fein hacken.
  • Die weiche Butter, die Gewürze und den feingehackten Bärlauch in einer Schale mit einer Gabel gründlich vermengen. Aufgrund der Feuchtigkeit des Bärlauchs, kann die Butter am Anfang etwas widerspenstig sein, das gibt sich aber schnell.
  • In ein Schälchen geben & dazu knuspriges, frisches Brot servieren.
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