Neue Rubrik: Lieblingstassen. Heute “Wilde Beeren”, gefüllt mit Ingwertee.

Falls dieser Text gerade vor Fehlern nur so strotzt – seht es mir nach, mein Gehirn ist gerade etwas von Krankheitskeimen umwölkt und ich sitze hier, umzingelt von einer kleinen Armada aus Halstabletten, Taschentüchern, Nasenspray und einer klitzekleinen Spur Selbstmitleid. Ihr kennt das ja bestimmt auch.

Aber um zum Thema zu kommen – ich führe hiermit eine neue Rubrik ein, der ich hoffentlich wöchentlich neuen Input hinzufüttern kann (genug Trinkbehältnisse sind jedenfalls vorhanden, Durchhaltevermögen hoffentlich auch). Ich gehöre bekennenderweise ja zur Spezies der Sammeltiere. Neben Wolle, Perlen, Stoff, Büchern, Schmuck, Knöpfen und anderen wohnungsschmückenden Gegenständen, habe ich einen fatalen Hang zu Keramik, Glas und Porzellan, besonders  zu schönen Tassen. Tassen erwärmen mein Herz. Fast ebenso befriedigend, wie der Blick auf eine gefüllte Vorratskammer, ist der Blick auf meine mit Tassen, Kaffeepötten und zarten Teeschalen gefüllten Geschirrschränke. Ich gestehe, ich bin ein Tassen-Junkie.

Das Tödliche daran – der liebste, beste, tollste Gatte leidet leider auch unter dieser Sammelwut, nicht an schönen oder geekigen Tassen vorbeigehen zu können. Ein gadgetlastiger Dr.Who-Mug bringt seine Augen leidenschaftlich zum Leuchten. Diverse Kisten voller aufgerollter Kabel, die man bestimmt-irgendwann-vielleicht-gaaaarantiert noch gebrauchen kann,  leider auch. Tapfer versuchen wir einmal im Jahr auszusortieren, diskutieren jedes fragwürdige Objekt durch und versuchen dann die Überreste (also alles, bis auf eine mickrige, angeschlagene Tasse) wieder in die Küchenschränke zu pferchen oder neue Auslagerungsdatein, sinnvolle Aufbewahrungsmöglichkeiten aufzutun.

Ich finde es einfach wundervoll, für jede Lebenslage, jede Stimmung und die für diesen Augenblick und genau zu diesen Atemzug passende Lieblingstasse zur Hand zu haben. Denn ich habe nicht nur eine Lieblingstasse, sondern wechselnde Favoriten. Je nach Getränk, anwesenden Menschen, Lebensphase und Stimmungslage. Ich öffne also für die Neugierigen unter euch meine Schränke und gebe ein wenig den Blick auf die geliebtesten Gegenstände unserer Küche frei. An manchen hängen Geschichten und Erinnerungen, an manchen Rezepte, an manchen ist nichts als ihr hübsches Äußeres dran.

Neuerwerb und (hoffentlich) heilsames Rezept für Ingwertee à la Admin

Die Tasse “Wilde Beeren” von ChaCult (einer in Hamburg ansässigen Firma, ein Bild auf der Homepage lassen allerdings eine Produktion in einem asiatischen Land vermuten) habe ich vor kurzem und  für knapp 9 Euro im Teeladen meines Vertrauens erworben. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen, außer, dass ich sie herrlich schön shabby-chic-kitschig finde, Himberen liebe und sie deswegen unbedingt meinem Tassenhort einverleiben musste. Zu meinem Erstaunen sagt die Homepage, dass das aufgebrachte Bild spülmaschinenfest ist – im Teeladen wurde mir auf Nachfrage die Handwäsche empfohlen.

Der von mir insgeheim immer liebevoll als “Ingwerplörre” bezeichnete Ingwertee hat allerdings seinen  Namen von meinem Mann, der in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung mitgemacht hat. Löste Ingwer noch vor fünf Jahren lautstark würgende Abscheu aus, trinkt er inzwischen genüsslich Ingwerbrause und brüht sich mit seinen Arbeitskollegen im Admin-Verschlag der Firma Ingwer auf.
Begonnen hat es wohl damit, dass ich ihm bei Krankheit zwangsweise mit  auf dem Herd gekochtem Ingwertee traktiert habe und er dabei nach einigem Zetern entdeckte: “Mh.. so scheiße schlimm schmeckt es ja gar nicht… is sogar ganz lecker! Und hilft. Wow.” Da sie in der Firma keinen Herd haben, beschränkt sich das Rezept auf einen Aufguss, der aber genauso praktikabel und trinkbar ist.

Zutaten für Ingwertee / Ingwerplörre

Handvoll geschälter, in große Stücke geschnittener Ingwer
kochendes Wasser
Zitronen oder Limettensaft
Honig
Teekanne & Stövchen

Zubereitung

Die Ingwerbrocken in eine Teekanne werfen, mit dem kochenden Wasser überbrühen, auf ein Stövchen setzen und dort über einem Teelicht weiter ziehen lassen. Der Tee wird nach und nach natürlich schärfer.  Nach 5-10 Minuten Ziehzeit kann man sich die erste Tasse gönnen, mit etwas Zitrussaft und zwei Teelöffeln Honig (das tut dem Hals natürlich auch gut) abschmecken.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Gesundheit, kommt gut über die Erkältungssaison und schlagt einen weiten Haken um grippale Infekte. Ich wanke dann mal in die Küche Ingwertee aufsetzen, versuche dabei die Gedanken an Fanille-Fonsies  “Ingfer”-Vorträge abzustreifen und werde danach still und leise auf meinem Sofa weiter vor mich hin leiden… 😉

3 Antworten

  1. eni

    Als ich letzten Sommer umgezogen, von 100m² langjährig aufgebautem Reich zu 48m² vormöbliert und ohne Wohnzimmer, musste ich aus Platzgründen wahnsinnig viel aussortieren. Darunter auch einen Großteil meiner Tassen- und Gläsersammlung. Das tat weh :'(

    Ingwertee hatte ich letzten Herbst erstmalig probiert. Er war nach Aussage der Bewirtung zu stark aufgegossen und ich fand den “scharfen” Geschmack etwas zu extrem. Bislang konnte ich mich aber nicht dazu durchringen es selbst nochmal zu probieren.

    Was mir zu deiner Himbeer-Tasse als erstes einfällt wäre mein heißgeliebter “Rote Grütze”-Tee *yummy*

  2. Faserpiratin

    Hach, die Tasse ist super! Ich hasse Kitsch, aber ich träume ja heimlich von einer Erdbeer-Tasse in ähnlichem Look. Meine Eltern haben einen tollen blau-weißen “Hamburger Teepot”, den ich ihnen leider einfach nicht abschwatzen kann.
    Mit dem Umzug in die neue Wohnung habe ich auch eine Tassensammlung begonnen. Ich bin bei stolzen zwei 😉 Einmal Blümchen und einmal – mein ganzer Stolz – eine Hexentasse. Vielleicht sollte ich darüber ja auch mal bloggen…

    In Ingwertee mag ich auch Zimt gerne. Also schön mit aufgekocht und so. Ich liebe liebe liebe Ingwer!

    Liebe Grüße,
    FP

  3. Shermin

    @eni: Ich glaub das kommt a) auf die Dosierung b) auf die Zeit, die der Ingwer zum ziehen hat und c) sehr stark auch auf den Ingwer selbst an. Ich bin ja immer noch vergrippt und habe inzwischen etliche Liter Ingwertee. So nah beieinander fällt einem dann der Unterschied in Stärke und Geschmack erst richtig auf. Und außerdem: ich mochte Ingwer schon immer ganz gerne mal… habe aber Jahre gebraucht, ehe ich mich mit dem Ingwertee und seiner Schärfe angefreundet habe. Ich glaube dem Gebräu muss man mehr als eine Chance geben. 😉

    @Faserpriatin: Die Idee noch einen Hauch Zimt dazu zu tun werde ich demnächst mal aufgreifen, klingt jedenfalls gut.
    Falls wir dann doch jemals wieder Tassen aussortieren, weiß ich ja jetzt auch, bei wem ich um Tassenasyl bitten kann. 😉

  4. Lieblingstasse der Woche: Nerdstuff – B.A.f.H. « About Me « Shermins magischer Kessel

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